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Ohne Worte

25 Sep

Montag wird hier ein Spruch stehen, der auch bei Todesanzeigen öfters benutzt wird.
(Ich sammle die Dinger, aber habe gerade keinen zur Hand, weil die in meinem Heft sind, das auf der Arbeit liegt.)

Letzten Monat habe ich weder über ein totes Tier noch über jemanden geschrieben, der gestorben ist. Diesen Monat nun tote Tiere und ein toter Tierpfleger.
In Indien hat es einen Umfall gegeben, wo sieben Elefanten starben, als ein Güterzug in sie hineinraste. Einer der Elefanten wurde 400 Meter weit geschleudert. Ich könnte jetzt Bilder zeigen, aber die sind so schrecklich, das ich es unterlasse. Denn tote Elefanten, die auf dem Rücken liegen mit Füssen in der Luft, oder mit einem Kran von den Gleisen gehievt werden, will ich einfach nicht zeigen. Wer sie sehen will, sollte bei Google news „Elefant“ und „Güterzug“ oder „elephant“ und „train“ eingeben. Da werden schon genügend Bilder kommen. Ich bin gestern auf dieses Unglück gestossen, als mir einer meiner Kollegen eine Zeitungsseite gab, auf der ein Artikel stand, wo ich etwas recherchieren sollte. Und da habe ich ein Foto und eben den Bericht über den Unfall gelesen. Die armen Elefanten. Die hatten sicherlich gehört, dass der Güterzug kam und wollten den beiden Baby-Elis helfen, die sich auf den Gleisen irgendwie verheddert hatten, das sie nicht mehr da runter kamen. Vielleicht wollten die Elefanten sie vor dem Zug schützen und haben sich vor sie gestellt. Doch sie sind auch umgekommen: Die Kleinen wie die Grossen. Es ist schrecklich, denn der asiatische Elefant ist mehr gefährdet als der afrikanische, dessen Bestand hat sich nämlich erholt, auch wenn er immer noch kritisch ist. Der Lebensraum der asiatischen Elefanten wird immer kleiner, da die Menschen sich ausbreiten oder Palmölplantagen aufbauen. Das ist besonders in Borneo schlimm. Einen Artikel darüber gab es letztes Jahr mal im National Geographic. Wer das also mal nachlesen will. Und bezüglich des Palmöls. Wenn wir dieses Öl boykottieren, können wir vielleicht etwas ausrichten, dass der Lebensraum der Tiere, nicht nur der Elefanten, geschützt bleibt. Keine Chips kaufen, die mit Palmöl gemacht wurden. Heutzutage steht meist auch drauf, dass es sich um Sonnenblumenöl handelt. Aber Palmöl ist in so vielen Dingen drin. Und für die Stromerzeugung wird es auch benutzt.
Ich gedenke der sozialen Elefanten, die ihre kleinen retten wollten und bei diesem Versuch umgekommen sind. Auf das es seltener passiert, aber es kommen immer Elefanten um, die mit Zügen „zusammenstossen“. Nur dann ist es eben ein einzelner und eben nicht gleich sieben.
Jenala ist tief bestürzt und sieht sich in ihrer Aufgabe bestätigt, eines Tages nach Asien zu gehen und die „Jane Godall der Elefanten“ zu werden. Mal sehen, wann es so weit sein wird, denn sie knüpft dieses Vorhaben an das Leben zweier Elefanten. Wenn die beiden tot sind, wird sie nach Asien gehen. Ich habe vor einigen Wochen schon mal darüber geschrieben.

Meine zweite Bestürzung gilt dem Tod von Reimon Opitz. Einigen wird dieser Name nichts sagen, wenn sie nie die RBB-Doku „Panda, Gorilla & Co.“ oder „Berliner Schnauzen“ gesehen haben. Opitz war der Chef-Pfleger im Affenhaus und ging immer sehr liebevoll mit seinen Schützlingen um. Er starb am Montag an den Folgen seines Herzinfarktes. Für den Zoo und seine Affen ist es ein Verlust, der nicht zu ersetzen ist. Ich weiss nicht, was ich noch über ihn schreiben soll, denn mir fehlen immer noch die Worte. Wer etwas über ihn lesen möchte: Google news und dann den Namen Reimon Opitz eingeben.
Erst stirbt Thomas Dörflein vor zwei Jahren und nun Reimon Opitz. Die besten gehen immer zuerst. Aber so ist das Leben.

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Verfasst von - 25. September 2010 in myblog

 

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