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A Man’s Gotta Do

24 Jan

Der Titel aus dem Internet-Film „Dr. Horrible’s Sing-Along-Blog“ passt hier wirklich wie die Faust aufs Auge. Denn es ist eine Sache, die jemand wieder und wieder versucht.
Es war mal wieder so weit: Der Chefarchäologe Ägyptens hatte mal wieder ein Schreiben an den Leiter Preussischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, geschickt, er möchte doch die Nofretete zurück haben. Irritiert war ich anfangs erst, da es überall hiess, es handle sich um ein offizielles Schreiben. Das hatte Hawass angekündigt, aber letztendlich stellte sich heraus, das es mal wieder viel Lärm um Nichts gewesen war. Sozusagen aus Ägypten nichts Neues. Denn jedes halbe Jahr schickt Hawass so ein Schreiben mit seinen abstrusen Verdächtigungen, wie die Nofretete 1912 Ägypten verlassen hat. Was hat er Ludwig Borchardt nicht schon alles unterstellt. Geblieben ist es bei der Matsch-Variante. Und genau das glaube ich nicht, denn Borchardt hätte diese Büste nie mit Matsch verunstaltet. Sein Kalkül sah ganz anders aus. Er musste zwei Teile aus den ägyptischen Grabungsgegenständen erstellen, die er gefunden hatte. Der eine Teil blieb in Ägypten und der andere ging nach Berlin. Zufälligerweise – Borchardt wird gewiss seine Informanten gehabt, die hat aber heutzutage noch jeder – wusste Borchardt, dass der französische Begutachter unbedingt einen Altar oder Grabplatte, irgend so etwas in der Art, haben wollte. Und die hat er dann in den einen Haufen gelegt und Nofretete in den anderen. – Gut sichtbar und nicht irgendwie mit Matsch eingerieben. Der Franzose interessierte sich überhaupt nicht für den Haufen mit Nofretete, sondern hatte nur Augen für das Artefakt, das er haben wollte. Und so kam Nofretete nach Berlin. Und jetzt wird es ein bisschen mysteriös. Denn Nofretete wurde erst 1924 öffentlich ausgestellt. Und sofort ging es los mit den Rückforderungen, denn erst jetzt schien man sich bewusst zu werden, was man da abgegeben hatte. Das die Büste erst 1924, also 12 Jahre nach dem Fund ausgestellt wurde, kann tatsächlich damit zusammenhängen, das man nicht wollte, dass erkannt wird, was da eigentlich abgegeben wurde. Das sind blosse Vermutungen. Das einzige, was man mit Sicherheit sagen kann: Nofretete ist vollkommen legal aus Ägypten an die Spree gekommen. Und somit besteht auch kein Anlass sie an Ägypten zurückzugeben, denn ausser Hawass will sie niemand haben. Die Mehrheit der Ägypter sagt, dass Nofretete doch die beste Botschafterin für ihr Land sei. Und so wird es auch bleiben, selbst wenn Hawass Tobsuchtsanfälle bekommt. Die hat er ja schon bekommen, als Stadelmann sagte, die Sphinx hätte das Gesicht von Cheops. Hat jemand die Sendung am Samstag auf Arte gesehen? Die Szene war köstlich und sprach mal wieder sehr für die Vorurteile, die viele gegen Hawass haben. Ich sage nur Möchtegern-Archäologe, neuerdings unter dem Namen der Mumienjäger bekannt. Aber wenn Mubarak weg ist, wird auch er weg sein, mein einziger Trost. Aber so lange wird er versuchen, Nofretete nach Hause zu holen. Schicken wir ihm doch ein paar Brösel. Kommentar: Das wäre Nofretete gewesen, leider ist ihr beim Transport etwas zugestossen. Das sind die Reste. Und wer weiss, ob es überhaupt die echte Nofretete ist. Es gibt ja Gerüchte, dass die echte Nofretete im Zweiten Weltkrieg verschwunden ist und nur eine Kopie existiert, die wir nun bewundern. Keine Ahnung, ob es stimmt. Aber momentan eben aus Ägypten nichts Neues.

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Verfasst von - 24. Januar 2011 in Ägypten, Kultur, Musik, Real life

 

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