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In der Mitte der Nacht

21 Mrz

Nun ist nicht mehr Japan das Thema Nr. 1, sondern wieder Libyen. Und hier übertreiben sie im Fernsehen genauso wie bei Japan und der drohenden Reaktor-Katastrophe. Morgens kommen Sondersendungen, mittags Sondersendungen und abends fallen dann ganze Sendungen aus, bloss weil es was über Libyen zu berichten gibt. Was da passiert, ist furchtbar. Aber es reichen doch kurze Infos darüber und nicht ausführliches Widerkäuen von irgendwelchen Informationen, die man auch im Videotext lesen kann. Aber nun wird Libyen bombardiert. Ein Sohn von Gaddafi soll bei diesen Kamikazeflügen ums Leben gekommen sein. Sagen jedenfalls Medienberichte. Jedenfalls hat Gaddafi dann einen guten Grund um weiter zu wettern. Deutschland macht ja nur indirekte Libyen-Hilfe, da sie sich es sich nicht mit Gaddafi verscherzen wollen, schliesslich sagte dieser kürzlich in einem Interview, das man alle Länder Europas vergessen könne. Es seien sozusagen Verräter, aber nicht Deutschland. Mit uns würde er gerne weiter Geschäfte machen. Also bombardieren wir nicht selbst. Überhaupt finde ich es furchtbar, wenn Städte, Dörfer und Gegenden bombardiert werden. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir im 21. Jahrhundert leben und immer noch Kriege führen. Aber wie heisst es so schön? Der gefährlichste Gegner des Menschen ist der Mensch, gleich neben der Natur. Und damit schlage ich jetzt den Übergang zu Japan.
Mein Onkel ist immer noch der Meinung, dass die Mitarbeiter dort ziemlich gepennt haben, sonst hätte es zu diesem GAU gar nicht kommen können. Er hält die Kernkraft immer noch für die sauberste Stromerzeugung. Auch wenn er nicht leugnen kann, dass die verbrauchten Brennelemente noch eine Radioaktivität haben, die problematisch ist bei der Aussonderung. Für ihn ist es menschliches Versagen. Und er weiss, wovon er redet. Er hat mir Dinge erzählt, die kann man gar nicht glauben, dass das in deutschen KKWs passiert ist. Und das alles nur, weil die Menschen dort gepennt haben.
Aber die Anti-Atom-Kraft-Bewegung ist in vollem Gange. Am besten alles sofort abschalten. Ich freue mich schon auf den Strom-GAU. Denn daran denkt niemand. Ohne Strom können wir doch gar nichts machen. Was funktioniert denn ohne Strom? Wir sind doch abhängig davon, auch wenn wir es uns nicht wirklich eingestehen wollen. Aber es geht nichts ohne. Genauso abhängig sind wir vom Erdöl. Auch da soll immer die Wende kommen, aber fahren die Autos nun mit Wasserstoff (wozu auch wieder Energie benötigt wird, um den herzustellen) oder Elektrizität? Es ist ein Teufelskreis, es geht einfach nichts ohne Strom. Und wir haben nicht die Mittel, um die Stromerzeugung der KKWs sofort mit Wind- und Sonnenenergie zu ersetzen. Das geht gar nicht und wird niemals funktionieren. Nein, ich bin kein Schwarzmaler, sondern Realist, auch wenn ich mir so keine Freunde mache. Regina sagt bewusst nur noch Atomkraftwerk und in der Redaktion schneiden sie mich bei dem Thema auch schon. Denn ich bin trotz allem immer noch pro-Kernkraftwerke. Da wird mich niemand umstimmen können, egal was passiert. Denn erstens sind wir kein Erdbebengebiet, wie Italien. Und zweitens sind unsere KKWs sicher, ausser die Mitarbeiter machen irgendwelche Fehler. Und das die nötigen Modernisierungen fehlen, ist doch nicht der Fehler der Betreiber. Wer wollte denn schliesslich, dass die KKWs abgeschaltet werden in möglichst allzu schneller Zeit? Das war die rot-grüne-Regierung unter Schröder. Und von dem halte ich sowieso nichts. Der ist nur durch bestimmte Gelder zum SPD-Kanzlerkandidaten geworden.
Die Grünen haben es nun sogar in den Landtag von Sachsen-Anhalt geschafft. Ich wette, dass dies nie geschehen wäre, hätte es nicht die Reaktor-Katastrophe in Japan gegeben und die anschliessenden Diskussionen hier in Deutschland.
Ja, ich gebe es zu: Ich halte nichts von den Grünen, genauso wenig wie von der SPD. Die anderen Parteien, wie die Linken sind auch nicht besser. Im Grunde genommen, kann ich mich mit keiner der Parteien indentifizieren. Im Gegensatz zu meinem Cousin Schleimscheisser. Der ist in der CDU, wo doch unsere Familie durch und durch sozialdemokratisch geprägt ist. Ich falle da auch ziemlich aus der Reihe, aber das habe ich schon immer getan.
Gibt es eigentlich noch ein Thema, das nicht von Weltzerstörung handelt? So lange komme ich mir vor, als habe Nostradamus eine Prophezeiung für dieses Jahr gesagt, die vom Weltuntergang handelt. Noch nie ist es mir so vorgekommen.
Bei Japan wird ja nun gefürchtet, dass der Wind drehen und die radioaktiven Wolken nach China ziehen. Denn aus China beziehen wir viele Exportgüter. Das wäre nicht zu verkraften, wobei Japan kaum etwas ausmacht. Ich kaufe erst einmal nicht beim Asiaten ein. Besser ist. Wobei ich auch gar nicht weiss, wo hier überhaupt einer ist. Habe noch gar keinen ausmachen können.
Aber in Fukushima steigt aus zwei Reaktoren Rauch auf. Tja, das verheisst nichts Gutes. Wir werden es sehen.
Und nun noch ein halbwegs trauriges Thema: Eisbär Knut ist gestorben. Ich vermute mal, dass er einfach tot umfiel. Denn er stand unter erheblichen Stress, weil seine drei Weiber – darunter seine Mutter – ihn nicht als Zuchtbären akzeptierten. Sie verbündeten sich gegen ihn und jagten ihn immer schön ins Wasser. So was macht das Herz irgendwann nicht mehr mit. Er soll nun obduziert werden. Dann wird man mehr wissen. Vielleicht war er ja auch irgendwie krank. Und wenn er dann ausgestopft wird, können seine Fans dann immer noch weiter zu ihm pilgern, auch wenn er längst nicht mehr ist. So bleibt er für immer lebendig, auch wenn er tot ist. Jenala wünscht sich das für ihren Ersatzelefanten ja auch. Sie hat Angst, dass diese genauso enden wird wie Vilja im letzten Jahr. Der wurde nach ihrem Tod – jedenfalls laut Bild-Zeitung und die ist ja immer etwas heikel – ein Stück des Rüssel abgeschnitten, dann noch ein Fuß und die Organe wurden auch untersucht. Jenala möchte nicht, dass ihr Ersatzelefant so ausgeschlachtet wird. Das ist zu verstehen.

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4 Kommentare

Verfasst von - 21. März 2011 in Elefant, Real life, Sport, Technik, Tiere, Wetter, Zoo

 

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4 Antworten zu “In der Mitte der Nacht

  1. Chun Li

    26. März 2011 at 13:50

    Die „Atom“-Krise zieht immer weitere Kreise… Heute gibt es (wieder) einmal irgendwelche Anti-Atom-Demos, oder wie sich diese „Aktion“ schimpft… Hatte schon von Anfang an, dass Gefühl, dass die Japan-Katastrophe (war es ja zunächst) den Todesstoß für diese Technologie sein würde… So unglücklich das auch war (Erdbeben, Tsunami, Vulkanausbruch), umso mehr ist es traurig zu sehen, dass die „Atomkatastrophe“ schlichtweg aus Unvermögen entstanden ist. Verbietet man denn Autos, wenn besoffen jemand einen Unfall oder eine Massenkarambolage mach? Nein. Also wieso der Hype um die KKW’s? Von mir aus sollen sie die schrotten Meiler runterfahren und dafür neue bauen – ich bin ja nach wie vor für Brüter, aber diese Witzfiguren von Volksvertretern würden sich niemals auf so dünnes Eis bewegen.
    Zur Wahl in Sachsen-Anhalt… Am Wahlabend hab ich mal reingezappt, da hat sich einer von den Linken damit gebrüstet, dass sie so toll abgeschnitten hätten, weil sie so tolle Konzepte wie „gemeinsames Lernen“ hatten. Ich dachte, ich werd nicht mehr! Jetzt haben wir Hamburger die Notbremse gezogen, wollen sie die Sachsen damit pisacken! Bin nur froh, dass die Grünen bei uns weg sind – mir war das Wahlergebnis (rot oder schwarz) total egal, solange denn diese Gülsch and Company abdanken musste.

     
  2. Spasco

    26. März 2011 at 15:28

    Lange nichts mehr von dir gehört. Aber es kann ja nicht jeder nichts zu tun haben, so wie ich. *kleiner Scherz*
    Die Anti-Atom-Kraft-Bewegung lebt wieder auf und mit ihr diese ach so tollen Aufkleber. Ich weiss gar nicht, was diese ganzen Demos sollen. Stellen wir von heute auf morgen alls KKWs ab, dann haben wir den Strom-GAU. Aber wenn das alle AKW-Gegner (schreibe bewusst AKW, weil dagegen sind die Demonstranten ja, KKWs sind ihnen egal) wollen, sollen sie ihren Willen haben. Wenn wir dann Fernsehen wollen, müssen wir erst einmal in die Pedale unserer umgebauten Fahrräder treten, damit wir genügend Strom haben. Die ganzen Windkrafträder bringen doch immer noch nichts.
    Wenn man die Wahlen betrachtet, dann kann man eh nur den Kopf schütteln. Bin gespannt, wie es morgen ausgehen wird in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg.
    Aber findest du diese Dauergrinsrübe von Scholz wirklich besser? Mir kommt er so vor wie ein Amokläufer, der erst einmal seine wahren Gedanken noch verschleiern will.

     
  3. Chun Li

    30. März 2011 at 18:15

    Ich möchte mal behaupten, dass es einfach keine (ernstzunehmende) Alternative gab. Auch wenn ich ihn (Scholz) selbst nicht wählen konnte – er war Jurist – und ich hatte mir geschworen keine Rechtsverdreher und Lehrer zu wählen.
    Ich bin ja schon immer dafür gewesen, dass diejenigen, die den Strom der KKW’s nicht wollen, ihn einfach nicht abnehmen zu brauchen! Ihr wollt den Strom nicht? Der ist euch nicht gut genug? Dann bitte! Befreit euch! Jeder hat schließlich das Recht sein eigenes Übel zu wählen. Wer das Restrisiko ethisch nicht verantworten kann, der kann doch mit gutem Beispiel voran gehen und mal komplett auf Strom verzichten! Zwingt sie ja keiner, etwas gegen ihren Willen zu tun. Aber dann bitte auch die Klappen halten im Winter, wenn es kalt wird. Oder wenn die Akkus leer geworden sind und die Geräte nicht mehr laufen. Wer A sagt, muss auch B sagen. Alles andere ist Wunschdenken oder Etikettenschwindel!

     
  4. Spasco

    1. April 2011 at 13:09

    Ganz recht, ich kann dem wirklich nur zustimmen. Sollen die doch mal spüren, was es heisst, nur von erneuerbaren Energien abhängig zu sein.
    Wer ist in der Politik eigentlich kein Jurist oder Notar? Na gut, die von der Leyen nicht. Und Merkel ist Physikerin. Aber das Merkel das ist, merke ich momentan nun wirklich nicht. Aber wenn sie wirklich für die Kernkraftwerke einstehen würde, könnte sie Wählerstimmen verlieren und ihre Landes-CDUs auch.
    Lasst die Leute frieren, aber ohne mich. Und wenn ich Sarkozy persönlich anschreibe, dass er mir Strom schicken soll.

     

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