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Zensus 2011 – Nichts als die Wahrheit?

09 Mai

Heute ist der Tag der Tage: Heute ist Stichtag für den Zensus 2011.
Morgen werden die Sachen für die Gebäudebefragung in der Post liegen. Da werden alle Besitzer gefragt, also auch der nette Nachbarn von nebenan. Die Haushaltsbefragung schliesslich muss nur von einigen ausgewählten Personen beantwortet werden, wie mir. Dazu wird irgendwo ein Schnösel kommen und mich befragen wollen. Doch der kann noch so sehr behaupten, dass ich das mit ihm auszufüllen habe. Das brauche ich nicht. Ich kan die Zettel an mich nehmen, ihm oder ihr einen schönen Tag wünschen und die Fragen online beantworten. Das kostet mich keinen Cent, ausser die IP-Adresse meines Rechners, weshalb ich das flugs in der Redaktion erledigen sollte. Dafür werden alle Verständnis haben. Aber was die alles wissen wollen. Habe ja schon mal davon berichtet. Am besten, man lässt sich, nur mit einer Unterhose bekleidet, ablichten. Denn genauso ist der Fragebogen. Man zieht sich aus bis auf die Haut. Ich habe weder Facebook- noch sonstige Accounts, wo ich was über mich preisgebe. Da werde ich das da gerade machen. Also schnell irgendwas ankreuzen oder schreiben, was mir gefällt. Doch halt, darf ich falsche Angaben machen?
Wer falsche Angaben macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wie aber können die Auswerter dieser Fragebögen wissen, dass ich etwas falsches angegeben habe? Also ist es hier mit dem Datenschutz wohl doch nicht so weit her, auch wenn das gerne behauptet wird. Aber es ist doch klar, dass Ding hat eine Nummer, die ist mir direkt irgendwie zugestellt. Und aufgrund dieser Nummer können sie die Daten von mir mit meinen Daten vom Amt vergleichen.
Was ist aber, wenn die jetzt Fehler bei mir finden sollten? Könnte ich dann nicht behaupten, ich hätte mich verklickt und das nicht bemerkt. Denn wissenschaftlich erwiesen ist schließlich, dass der Mensch am PC viel oberflächlicher liest. Also habe ich das eben nicht gemerkt. Jawohl, darauf werde ich mich beziehen. Geht die doch nichts an, welcher Religion ich angehöre, ob katholisch oder evangelisch oder sonst was. Für die Befragung bin ich strenger Atheist, gerade im Urlaub und auch sonst nicht da. Außerdem gelte ich wohl irgendwie auch als Zuwanderer. Schließlich bin ich weder hier geboren, noch die ersten Jahre zur Schule gegangen. Eigentlich waren es die letzten fünf Jahre. Die werden meinen Bericht garantiert verdächtig finden. Denn meine Eltern sind nicht zugewandert, nur ich bin es. Oder bin ich dann nicht zugewandert? Keine Ahnung, also weiss ich nicht, was ich da nur hinschreibe oder ankreuze.
Ich lasse mir von der EU und auch erst recht nicht von der Bundesrepublik Deutschland vorschreiben, was ich da zu beantworten habe.
Jenalas Cousin hat vor wenigen Wochen von der Finanzbehörde seiner  Stadt einen Fragebogen bekommen, wo er sich über sein Internetverhalten bezüglich der Behörden äussern sollte. Erst hielt er es für die Aufforderung zu einer Steuererklärung und dann für eine Spionieraktion von ein paar Nachbarn. Die reden nämlich über ihn und vermuten, dass er arbeitslos sei. Jenala fand den Verdacht berechtigt, schliesslich arbeiten die Nachbarn bei der Finanzbehörde. Bloss haben sie bei Jenalas Cousin gerade den falschen ausgewählt. Der geht nur ins Internet, wenn er muss – zwecks Uni -, mit der Behörde hatte er bis auf Ausweis- und Passverlängerung noch nie zu tun, und auch sonst beantwortet er solche Fragen nicht. Da er nicht erkennen konnte, ob der Fragebogen verpflichtend sei, hat er ihn in den Müll geschmissen. Amüsant fand er ja noch, dass es angeblich anonym sei, aber man könne bei einem Gewinnspiel mitmachen. Was nützt einem der anonyme Fragenbogen, wenn direkt dabei ein Bogen liegt, wo Name und Adresse vermerkt ist. Ausserdem soll im Schreiben gestanden haben, dass sich der Fragebogen vor allem an Menschen jenseits der fünfzig richten würde. Und so weit ich weiss, ist Jenalas Cousin noch nicht einmal halb so alt.

Und wo ich gerade bei Jenalas Cousin bin. Jonas, ist bekanntlich ein Fan des FC St. Pauli. Da schmerzte ihn die Klatsche vom Samstag gegen die Bayern besonders: 1:8, wahrscheinlich die höchste Niederlage des Vereins, oder geht es noch schlimmer? Jonas hat ja schon das letzte Mal, als ich Jenala besucht habe, gesagt, dass St. Pauli genauso enden werde wie anno 2002. Ich war damals skeptisch, aber jetzt muss ich ihm völlig recht geben. Habe ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass St. Pauli in der Saison 2001/02 sang- und klanglos auf Platz 18 nach einer Saison in der Ersten Liga abgestiegen ist. Danach gab es einen Durchmarsch in die damalige Regionalliga – was heute die Dritte Liga wäre. Aber bei dem jetzigen Trainer sei das auch kein Wunder. Schliesslich würde die Mannschaft so spielen, wie er gespielt hat. – Habe ich schon mal erzählt. – Holger Stanislawski galt in den Achtziger Jahren als grosses Talent in Hamburg und soll in jeder Hamburger Auswahl mitgespielt haben, im Gegensatz zu Stefan Effenberg. Allerdings war letztgenannter ehrgeiziger. Und so kann man sagen, dass Stanislawski seit 1985 nichts dazugelernt hat und ein ewiges Talent blieb. Deshalb gibt ihm Jonas auch nur bis Dezember bei Hoffenheim. Dann wird er in der Versenkung verschwinden. Mitsamt Co-Trainer und Putzfrau.
Aber 1:8 ist vielleicht eine Klatsche. Ich habe in der Sportschau das Spiel gesehen. Da hätte genauso gut der Torwart – Kessler – auch ganz alleine auf dem Spielfeld stehen können. Die Mannschaft ist so was von vorgeführt worden. Und Bayern ist jetzt tatsächlich dritter und peilen nun auch noch den zweiten Tabellenplatz an. Hannover hat ja leider verloren. Warum nur haben die Bayern immer mehr Glück als Verstand?

Bei Osama bin Laden sind ja Videos von ihm gefunden worden. Da wurden wohl nun welche veröffentlicht. Jedenfalls sieht bin Laden auf den Videos aus wie ein alter Mann. Gut, je länger man ihn nach dem 11. September sah, da schien er immer mehr zu altern. Aber dennoch glaube ich immer noch nicht, dass bin Laden tot ist. Traf beim Einkaufen einen Afghanen, der auch nicht daran glaubt, dass bin Laden tot ist. Aber so lange die USA dieses „Erfolgserlebnis“ feiert, sollte man nichts weiter darüber sagen. Oder können wir das Gegenteil beweisen? Leider nein.

Und zum Schluss noch eine wunderschöne Nachricht. Hier im Münchener Tierpark Hellabrunn ist am Freitagabend ein kleiner Elefantenbulle zur Welt gekommen. Zwar nur ein Bulle, aber immerhin scheint das Kälbchen gesund und munter zu sein. Das freut mich natürlich. Nächstes Jahr wird es ein Doppelpack in Hamburg geben sowie einmal in Leipzig. Wegen des Doppelpacks wird Jenalas Ersatzelefant sehr wahrscheinlich seinen fünfzigsten Geburtstag auf dieses Jahr verlegen, damit ihr nicht die Show gestolen wird, wie sie ausrichten lässt. Nächsten Monat feiert sie erst einmal 45 Jahre Ankunft in Hamburg. Erdnüsse und süsse Äpfel wünscht sie sich zu ihrem grossen Fest. Und eine dicke Sahne-Quarktorte.

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