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125. Todestag Ludwig II. – Ein ewig Rätsel…

13 Jun

…wird es bleiben, mir und anderen.
Und damit habe ich einen vielbekannten Satz von Bayerns König Ludwig II. ein wenig umgeändert. Denn selbst 125 Jahre auf den Tag genau nach seinem mysteriösen Tod, wissen wir immer noch nicht, was eigentlich geschehen ist. War es ein Unfall, Selbstmord oder Mord? Oder wurde sogar ein Doppelgänger ermordet, um seine Flucht zu vertuschen? Tja, was ist nun die Wahrheit? Niemand weiss es und wird es jemals wissen. Es kursieren nur Gerüchte. Und Gerüchte werden es immer bleiben. Egal was man auch versucht zu beweisen. So lange die Untersuchungsakten nicht freigegeben werden, wird weiter munter spekuliert. Vielleicht ist sogar die Wahrheit darunter. Doch was ist die Wahrheit? Selbstm0rd und vorhergehender Mord? Das klingt doch sehr nach Kronprinz Rudolf von Österreich. Was in Mayerling im Januar 1889 geschah, weiss bis heute auch niemand. Mord und Selbstmord heisst es. Aber was ist schon Wahrheit, so lange die Untersuchungsakten unter Verschluss gehalten werden?

Ludwig, der Kini, wie er genannt wird. Er war ein Märchenkönig, wollte gar nicht regieren und musste es doch. Er wollte stattdessen lieber bauen. Das Ergebnis sieht man an seinen drei Schlössern, zwei davon unvollendet: Linderhof, Herrenchiemsee und Neuschwanstein. Heutzutage wird nur das letztgenannte bekannt sein, dabei ist es ein Schloss der Gaukeleien. Denn was man dort sieht und was als kostbar erachtet wird, ist es nicht. Edelsteine sind aus Glas, Gold ist eigentlich Messing. Ludwig hatte kein Geld mehr, weil die Minister ihm den Geldhahn zugedreht hatten. Er hatte sogar Banken überfallen lassen wollen, doch dies ist nie geschehen. Die eigentlichen Bösewichte sind die Minister gewesen, sie wollen diesen verrückten König zur Raison bringen, ihn loswerden. Da traf es sich gut, dass in seiner Familie Geisteskrankheiten in naher Verwandtschaft vorkamen. Sein Bruder Otto war geisteskrank. Erinnern wir uns nicht alle an Klaus Kinski, wie er als Prinz Otto dem Wahnsinn verfällt?
Hier mal der Ausschnitt. Der Anfang fehlt leider, aber das hier geht auch, allerdings wird es kurz mal durch einen Kommentar von O.W. Fischer unterbrochen, der den Ludwig spielte.

Ich habe Neuschwanstein und Linderhof gesehen, als ich gerade mal zwei Jahre alt war. Folglich kann ich mich an das Erlebnis nicht erinnern. Es gibt nur eine Anekdote zu Neuschwanstein. Mein Vater verlor seinen Autoschlüssel. Dieser ward nicht wieder gesehen, aber John hatte den Ersatzschlüssel aus dem Fach des Beifahrersitzes stibitzt, weshalb wir ohne Probleme ins Auto kamen. Das einzige Mal, wo Johns Frechheiten mal nicht zu aller Nachteile geraten war. Das ist mein Anekdote zu Neuschwanstein. Ansonsten habe ich keinerlei Erinnerung mehr, auch wenn mir Fotos was anderes sagen. Also ein guter Grund, noch einmal hinzufahren, gerade jetzt, wo es so viele Sonderausstellungen gibt.
Aber kann sich jemand vorstellen, dass damals nach Ludwigs Tod die Schlösser für die Öffentlicht geöffnet wurden, damit das einfach Volk den Wahnsinn des Königs sehen kann? Man glaubt es nicht, aber heutzutage macht Bayern mit den Schlössern den grossen Reibach, auch wenn die Instandhaltungskosten höher sind als das Geld, was sie bekommen. In Linderhof zerfällt die Venusgrotte und auch im Schloss selbst ist der Schimmel schon zuhause.
Ludwig war immer sehr fortschrittlich. Überall hatte er ein Telefon installieren lassen und nicht auf dem Klo wie es Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn getan hat. Wenn man die Bauweise sieht und die hochtrabenden Pläne, die Ludwig hatte, dann fragt man sich, was wohl gewesen wäre, wenn er nicht am 13. Juni 1886 zu Tode gekommen wäre. Noch mehr Schlösser oder der totale Staatsbankrott, wie es die Minister immer fürchteten? Wir wissen es nicht und werden es nie wissen. Aber eines ist gewiss: Ludwig würde heutzutage nicht diese Verehrung entgegenkommen, wenn er steinalt geworden wäre.

Am Würmsee (heute Starnberger See) nahm alles sein Ende. Doch welches Ende war es nun? Selbstmord? Mord? Oder ein Unfall? Ich hingegen vertrete die Theorie, dass ein Doppelgänger gestorben ist, und Ludwig eventuell in Böhmen, Frankreich oder auf Korfu lebte bis er ins Himmelreich einging. So hat jeder seine eigene Theorie. Die Guglmänner sind für Mord. Ludwig wurde mit einer Windbuchse erschossen, die keinerlei Geräusche machte. Und ich bin eben für Flucht und Tod eines Doppelgängers.

Was es auch immer war. Zwar ist Ludwig II. seit 125 Jahren tot, dennoch lebt er weiter. Und ich glaube, dass hätte ihm gefallen. Wenn er auch nicht mit dem ganzen Kitsch zufrieden gewesen wäre, der heutzutage an die ganzen Touristen verkauft wird. Und das überhaupt Menschen seine Schlösser aufsuchen dürfte ihm auch nicht gefallen. Ludwig liebte die Einsamkeit und die Nacht. Und natürlich Wagner und da besonders Lohengrien.


Ludwig ist tot, es lebe Ludwig II. von Bayern.

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4 Kommentare

Verfasst von - 13. Juni 2011 in Uncategorized

 

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4 Antworten zu “125. Todestag Ludwig II. – Ein ewig Rätsel…

  1. Chun Li

    17. Juni 2011 at 09:39

    Ich gehöre wohl auch zu der Sorte, die lieber baut als zerstört, wenn ich an meine Age of Empires Zeit zurückdenke.

    Also wenn ich mir den Typen so ansehe, glaube ich, dass „Overknees“ von und für Männer erfunden sind. Wenn ich sowas an einer Frau sehe, denke ich bestimmt nicht an Uniform und Militärränge…

    Sonst gefällt mir das „outfit“, hat etwas sehr berittenes.

     
  2. teufeltodundparanoia

    20. Juli 2011 at 11:10

    Der Kommentar ist anscheinend auch weg, wie ich gerade gemerkt habe. Nun gut, noch einmal.
    Bei „Overknees“ wusste ich anfangs gar nicht, was du meintest. So modisch bewandert bin ich dann doch irgendwie nicht. Vor allem, wenn ich erst einmal an Hosen denke, bevor mir dann die Stiefel einfallen.
    Muss sagen, dass ich sie recht selten gesehen habe. Und das ist auch schon Jahre her. Meist tragen das vor allem auch Frauen, die die wegen ihrer dicken Oberschenkel gar nicht tragen können. Aber scheinbar merken die gar nicht, wie unmöglich sie aussehen.
    Am Samstag, als Otto von Habsburg in der Kapuzinergruft beerdigt wurde, konnte man die „Overknees“ auch wieder sehen. Aber ich frage mich, ob es die überhaupt noch bei einer Militärparade gibt.

     
  3. Chun Li

    22. Juli 2011 at 19:51

    Hat dir Google geholfen? 😀 WordPress hat sich jedenfalls gegen dich verschworen. 😀 Wollte dich schon als vermisst melden.

    Jedenfalls scheinen die Overknees tatsächlich aus dem Militär zu kommen und dann „übernommen“ worden sein. Aber eigentlich denke ich, dass die vorallem bei einer Sorte Frauen vorkommen… Und natürlich unserem Ludwig.
    Bei genauerem Hinsehen bemerkte ich gerade die Sporen. Schien ja wirklich mal funktionelle Kleidung gewesen zu sein. Ich bin eher für „Underknees“, sind immer noch lang genug.

     
    • teufeltodundparanoia

      23. Juli 2011 at 11:36

      Nee, Google brauche ich nicht. Erschliesse mir alles selbst, auch wenn es mal länger dauert. Bin durch das Ludwig-Bild drauf gekommen, was du meintest. Manchmal habe ich eben wirklich ein Brett vor dem Kopf.
      Mir allein reichen schon meine Skistiefel, weil ich sie mir immer zu eng um die Waden schnalle. So ähnlich werden sich bei Frauen wohl auch normale Stiefel anfühlen, wenn diese zu dicke Waden haben. Erinnert mich an Lei: „Alles nur Muskeln.“

       

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