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Hertha BSC und der Krieg

26 Mai

Nun ist es also endgültig entschieden worden: Hertha BSC ist abgestiegen. Es wird kein Wiederholungsspiel geben. Wer immer auch damit gehofft hat, wurde bitterlich enttäuscht. Aber es war klar, dass so entschieden würde, schliesslich ist ja nicht wirklich was passiert. So wurde in der ersten Instanz ja begründet. Wenn ein Hertha-Spieler oder sonstwer verletzt worden wäre, dann hätte es eine Wiederholung gegeben, aber nicht so.
Da frage ich mich doch wirklich, ob es wirklich immer erst zum äussersten kommen muss, bis wirklich was passiert. Aber wie sagt die Polizei doch so schön? Wenn bei Ihnen eingebrochen wird und der Einbrecher sie bedroht, müssen sie eigentlich schon fast tot sein bis sie sich gegen ihn zur Wehr setzen dürfen. Wer nun sagt, dass das Schwachsinn sei, so haben es mal mehrere Polizisten ausgedrückt.
In den USA kann man ja in einigen Bundesstaaten des Mordes verurteilt werden, wenn man beim Mord anwesend war. Ob man dazu allerdings den Täter kennen muss, weiss ich nicht.
Es war doch von Anfang an klar, dass das Relegationsspiel zwischen Hertha und Düsseldorf niemals wiederholt würde, denn sonst wäre es damals schon abgebrochen worden. Und da das nicht geschah, war klar, dass es nicht wiederholt würde. So ist es nun mal und Hertha hat sich das ganze selbst zuzuschreiben. Was entlassen sie Markus Babbel, bloss weil der seinen Vertrag nicht verlängern will? Die standen auf Platz elf. Und dann holen sie Skibbe. Damit begann doch der Abstieg. Otto Rehagel versuchte noch schlimmeres zu verhindern und schaffte es sogar noch mit der Mannschaft auf den Relegationsplatz, aber das war es dann auch schon. Am Ende hat die Mannschaft versagt und vielleicht ist ihnen wirklich eine Chance genommen worden, das weiss niemand.
Sechszehn Menschen sind gestern gehört worden. Von denen holte Otto Rehagel am weitesten aus und erzählte von den Luftangriffen auf Essen im Jahr 1943. Etwas weit hergeholt, aber wenn er sagte, dass das in seiner vierzigjährigen Trainerlaufbahn noch nie passiert ist, dann mag er damit recht haben.
Haben ziemlich lange verhandelt, bis um halb elf war jedenfalls noch kein Ergebnis bekannt. Ob es dieses Mal wieder so knapp war wie in der Instanz davor? Tja, keine Ahnung.
Was Hertha jetzt machen kann? Preetz entlassen und einen Neuanfang machen, denn Preetz ist der Stein des Anstosses für den erneuten Abstieg gewesen.

Die EM 2012 kann sich vor möglichen Fussball-Orakeln gar nicht retten. Doch einzig wahre Fussball-Rüsselorakel ist nicht in Krakau zu finden, sondern ganz woanders. Ja, in Deutschland, genauer in Hamburg. Dort hat es sich die Elefantenkuh Mala zur Aufgabe gemacht, die Fussballspiele ihres Lieblingsvereins St. Pauli zu tippen. Zu hundert Prozent lag sie nicht richtig, aber dafür lag sie beim Finale des DFB-Pokals richtig. Der BVB gewann. Die Champions League hat sie nicht getippt, dafür ist das heutige Testspiel Brasilien gegen Dänemark dran sowie Deutschland gegen die Schweiz.
Einmal sagt Mala, dass Brasilien gewinnen wird. Kurz schien sie zu schwanken, dann wählte sie zielzicher Brasilien. Und bei Deutschland? Tja, da war sie schon etwas unentschlossener bis sie sich hier nicht für Deutschland entschied, sondern tatsächlich für die Schweiz.
Nun aber die Frage? Ist sie ein Rechts- oder ein Linksrüssler? Also ein Links- oder Rechtshänder? Das hat sie nicht verraten, aber wenn sie ein Rechtsrüssler ist, wird sie sich für all die Dinge entscheiden, die auf ihrer rechten Seite liegen.
Aber warten wir erst einmal ab, was heute Abend denn rauskommt. Werden Brasilien und die Schweiz siegen?
Und zur EM 2012 in Polen und der Ukraine wird Mala die Spiele der französischen und der deutschen Nationalmannschaft tippen. So kommt sie Elefantenkuh Citta aus dem Zoo Krakau nicht wirklich in die Quere, die die Spiele der polnischen Nationalmannschaft tippen wird. Wenn man vom Eröffnungsspiel absieht.
Für die Ukraine wird ein Schwein an den Start gehen. Mal sehen, wie der Keiler namens Funtik abschneiden wird.
Und abwarten, wie sich Mala heute macht.

Es ist Pfingsten, was bedeutet, ich habe wieder einen freien Tag. Wie ich mich freue. Da kann ich mich dann weitaus wichtigeren Dingen widmen. Mal sehen, wie ich das schaffen werde, was ich mir vorgenommen habe.

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2 Antworten zu “Hertha BSC und der Krieg

  1. gedankenfest

    26. Mai 2012 at 14:22

    Seit der Paul scheint die ganze Welt im Tiere-tippen-Fußball-Orakel zu sein.
    Etwas übertrieben, aber jedem das Seine 😉

    Hertha argumentierte beim Einspruch damit, dass eine Schwächung der Mannschaft vorgelegen habe. Das konnten sie allerdings nicht nachweisen. Ich finde die Entscheidung richtig und die Begründung dafür fundiert.

     
  2. teufeltodundparanoia

    2. Juni 2012 at 12:37

    Was die Tier-Orakel betrifft, ist es nun wirklich übertrieben. Aber Elefantenkuh Mala tippt nicht erst seit gestern. Sie hat schon die ganze Bundesliga-Saison über die Spiele von St. Pauli getippt. Lag zwar nicht immer richtig, aber prozentual gesehen, war sie gar nicht schlecht.

    Persönlich finde ich die Entscheidung nicht richtig, dass Hertha kein Wiederholungsspiel bekommen hat. Aber Hertha htte argumentieren können, wie sie wollten – auch mit Beweisen -, sie hätten immer verloren. Wenn das Spiel abgebrochen worden wäre, dann ja. Aber es ist ja nicht abgebrochen worden und das aus genau diesem Grund.
    Ein gutes hat die Sache aber: Kommen sich Köln- und Fortuna-Fans nicht in die Quere.

     

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