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Tschüß, Heiliger Vater

28 Feb

Nun ist also die Sedisvakanz eingetreten. Der Stuhl Petri ist unbesetzt, das Tor geschlossen. Wir waren einmal Papst!
Papst Benedikt ist seit 20 Uhr Papst emeritus, also Papst im Ruhestand. Knapp acht Jahre war er der ranghöchste unter den Katholiken, hat zwei Enzykliken veröffentlicht und seine Jesus-Trilogie.
Dazu hat er 24 Reisen unternommen, drei davon führten nach Deutschland.
Papst Benedikt XVI. ist der erste Papst seit 719 Jahren, der von seinem Amt zurücktritt. Er fühle sich den Strapazen des Amtes nicht mehr gewachsen, hatte er in seiner Rücktrittserklärung gesagt.
Wir haben es gesehen, wie er in den letzten Jahren zu den Gottesdiensten hineingefahren wurde, wie er nicht mehr so agil schien wie zu Beginn seines Pontifikats.
So entschloss sich Benedikt, das Amt aufzugeben. Ein Papst kann zurücktreten, auch wenn es seit 719 Jahren nicht mehr geschehen ist. Es ist ein mutiger Schritt gewesen, der in unser heutigen Zeit gar nicht so ungewöhnlich scheint. Der Papst hat mit seinem Rücktritt bewiesen, dass man das Amt nicht bis zum bitteren Ende ausfüllen muss, wie es sein Vorgänger getan hat. Wenn man merkt, dass die Kräfte nicht mehr ausreichen, soll man für einen jüngeren Platz machen. Das ist modern und zukunftsweisend.
Natürlich sind nie die Stimmen verklungen, die sagten, dass Benedikt aufgrund des Vatileaks-Skandals zurückgetreten sei. Wie viel Wahrheit daran ist, kann niemand sagen und werden wir auch nie erfahren.
Kurz nach 17 Uhr hob der Helikopter mit dem Papst und seinem Sekretär von den vatikanischen Gärten ab und es ging in etwa einer Viertelstunde nach Castel Gandolfo, wo Benedikt XVI. die nächsten Wochen verbringen wird. Dann wird es zurück in den Vatikan gehen, wo er ein aufgegebenes Kloster beziehen wird, das momentan für ihn umgebaut wird. Und was wird der Papst emeritus dort machen? Tja, er sagt, er wolle Beten und hat seinem Nachfolger Gehorsam gelobt.
Ob wir mal ein Bild von ihm und seinem Nachfolger sehen werden? Möglich, aber unwahrscheinlich, denn Benedikt möchte sich zurückziehen, quasi unsichtbar werden. Aber vielleicht werden wir ein paar Bilder sehen. Wir müssen abwarten.
In Castel Gandolfo angekommen, zeigte sich der Papst den Anwesenden, hielt eine kleine Rede und sagte am Ende „Grazie e bonna notte.“ Was soviel heisst wie: „Danke und Gute Nacht!“ Das waren also die letzten Worte, die Papst Benedikt am Ende seiner Amtszeit gesagt hat.
Um 20 Uhr endete das Pontifikat Benedikts XVI. nach knapp acht Jahren.
Nun wird sich bald das Kardinalskollegium treffen, zwei Kardinäle haben übrigens abgesagt, so dass es nur noch 115 sind. Und dann werden wir mit Glück schon um den 20. März herum weissen Rauch sehen, falls denn dieser auch wirklich als weisser Rauch erkannt wird. Das letzte Mal war man nicht wirklich sicher, welche Farbe der Rauch hatte.
Wer aber nun wird Benedikts Nachfolger werden? Im Grunde genommen kann dies jeder unverheiratete männliche Katholik werden. Aber seit Jahrhunderten wird es ein Kardinal. Wer dies sein mag? Ich kann niemanden benennen. Da gibt es papabile aus Nord- und Südamerika, aus Afrika und natürlich aus Europa. Aber sticht irgendein Name wirklich heraus? Ich glaube nicht. 2005 war es Josef Ratzinger, dessen Name über allen anderen lag. Da gab es gar keine andere Entscheidung. Aber dieses Mal? Nein, ich weiss wirklich nicht, wer es werden sollte. Der Ruf nach einem afrikanischen Papst wird laut. Wobei ich nicht glaube, dass er gut für die europäische Kirche ist, die sich momentan in der Krise befindet. Für Afrika wäre es gut, aber nicht für Europa. Und ein Südamerikaner? Tja, ich weiss nicht so recht, ob die mit den europäischen Problemen zurechtkommen werden.
Und dann gibt es da auch noch diese Prophezeiung des Malachias, die im 12. Jahrhundert entstand, in den Vatikanischen Archiven verschwand und Ende des 16. Jahrhunderts wieder auftauchte. Nun waren die Namen bis zu dem bis dahin letzten Papst neben die Beschreibungen der Pontifikate gesetzt. Deshalb geht man auch davon aus, dass es sich bei der Prophezeiung des Malachias um eine Fälschung handelt.
Es sind insgesamt 112 Päpste, die in der Prophezeiung des Malachias auftauchen. Papst Benedikt XVI. war der 111. und wurde als De Gloriae Olivae, also als Herrlichkeit der Olive beschrieben. Dazu muss man wissen, dass der Benediktinerorden einen Olivenzweig im Wappen trägt.
Damit ist Benedikt der vorletzte Papst gewesen. Der 112. und damit letzte Papst wird als Petrus, der Römer bezeichnet. Mit ihm wird Rom untergehen. Dazu hier der Wortlaut: In persecutione extrema Santae Romanae Ecclesiae sedebit Petrus Romanus, qui pascet oves in multis tribulationibus: quibus transactis civitas septicollis diruetur, et ludex tremendus iudicabit populum.
Und was heisst nun dieses schöne lateinische Kauderwelch? Hier die Übersetzung für alle, die nicht des Lateinischen mächtig sind: Der Papstthron der Heiligen Römischen Kirche wird in höchster Bedrängnis von Petrus, dem Römer eingenommen werden, der seine Schäfchen durch schwere Mühsal geleiten wird, an deren Ende die siebenhügelige Stadt (Rom) vernichtet und der höchste Richter über sein Volk richten wird.
Damit wird explizit der Untergang Roms benannt. Im Grunde genommen könnte es aber auch bedeuten, das der Vatikan und damit die katholische Kirche auseinanderbrechen wird. So wie es aussieht, trifft eher meine Vermutung zu, als das ein grosses Erdbeben oder was auch immer kommen wird und Italien zerstört. Ausser man setzt es mit den Wahlergebnissen gleich. Da herrscht nicht nur eine Pattsituation, sondern man muss sich grosse Sorgen um Italien machen. Wie wird es dort weitergehen? Ist das Land überhaupt regierungsfähig? Man gucke sich Belgien an. Die können seit Jahren keine Regierung bilden und es geht dennoch.
Was auch immer kommen mag, das Ende wird wohl nicht kommen. Ausser Bertone wird der nächste Papst.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 28. Februar 2013 in Bücher, Fernsehen, Kultur, Real life, Technik, Wetter, Winter

 

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Eine Antwort zu “Tschüß, Heiliger Vater

  1. yvonneherself

    4. März 2013 at 15:17

    „Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel.“ (Mt. 23,9 —- Die Bibel) 😛

     

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