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Ein Denkmal für einen Elefanten

27 Apr

Da war ich gestern doch ganz schön überrascht, als ich mal wieder die Anzahl der Klicks auf meinen Blog sah. Dümpelte er in den letzten Wochen nur so herum, hatte ich auf einmal ein richtiges überdimensionales Besucherplus. Woher das kommen mochte? Tja, das fand ich dann noch heraus. Am Donnerstag und Freitag liefen in der ARD-Doku „Leopard, Seebär & Co.“ Berichte über Malas Weggang nach Belgien. Und auf einmal war der Artikel vom Juli letzten Jahres wieder gefragt. Tja, hätte ich nicht gedacht.
Muss sagen, dass ich beide Sendungen nicht gesehen habe, weshalb ich auch nicht sagen kann, was da alles für ein Blödsinn gesprochen wurde und ob Mala wieder in dem Sinne „verhöhnt“ wurde, sie solle dort Leitkuh werden, was ihr in Hamburg nicht vergönnt war.
Aus meinen Suchkriterien sehe ich, dass viele sich dafür interessieren, wie es Mala im Pairi Daiza geht. Wenn ich das bewerte, sieht sie eigentlich fast aus wie früher auch, obwohl ich nicht leugnen kann, dass irgendeine Änderung mit ihr vonstatten gegangen ist. Aber wozu kenne ich jemanden, der nur ein Elefantenohr sehen muss, und sagen kann, um welchen Dickhäuter es sich handelt? So habe ich denn den Mala-Experten schlechthin gefragt, wie es der Dickhäuterin nun wirklich geht. Antwort: Sie hat ihre Fröhlichkeit verloren, ihre Augen glänzen nicht mehr. Aber wenn sie unter Menschen ist, setzt sie wieder ihre Maske auf, wie sie es immer getan hat, um zu verschleiern, wie es ihr wirklich geht.
Klingt nicht besonders. Na ja, eigentlich kein Wunder, wenn man ausser seiner Heimat Indien 46 Jahre lang nur einen Ort kennt, immer im engen Kontakt zu den Zoo-Besuchern. Und nun: Das mit den Futtern ist vorbei. Im letzten Jahr bekam Mala nach ihren Vorführungen immer noch Bananen. Jetzt macht die diese gemeinsam mit „Faltenmonster“ Rani und da scheint es am Ende nichts mehr zu geben. Mala führt ihre Tricks vor, die sie alle gelernt hat. Das ist wunderbar, denn in Hamburg wurde sie in den letzten zwanzig Jahren sehr vernachlässigt, während sie dort hofiert wird und bei den Besuchern sehr beliebt ist. Wer mal auf der Facebookseite des Pairi Daiza guckt, kann sich davon selbst überzeugen. Zudem wird nun endlich auf Malas Gewicht geachtet, Nina sagte ja immer, dass die Elefantin abnehmen müsse. Damit Mala gut beschäftigt wird, geht man mit ihr auch oft durch den Park spazieren. Das mag sie besonders gern, wenn sie dann doch nur auch am Wegesrand mal naschen dürfte.
Wenn man sie genau beobachtet, wird einem vielleicht auffallen, dass das Weben nicht mehr so ist, wie es in Hamburg war. Kurz nach ihrer Ankunft in Belgien bis in den Oktober hinein, war es ganz schlimm. Da wippte – so wird Malas Weben wahrgenommen – sie mit dem Kopf ganz schnell auf und ab. Das ist das so genannte Einsamkeitsweben, was Trauer bei Mala bedeutete. Der Pairi Daiza schrieb dies auch auf seiner Facebook-Seite. Nun weiss ich nur nicht, ob ich es richtig übersetzt habe, aber ich verstand es so, als sagten sie, dass Mala so bereits gekommen sei. Nicht mit dem Einsamkeits-Weben. Das machte sie bekanntlich in Hamburg nur, wenn Hussein sich rüde ihr gegenüber benommen hatte. Gab da mal mehrere unschöne Szenen im August 2010 und April 2012. Ansonsten hat Mala ganz normal gewebt. Keine Ahnung, wann sie damit angefangen hat, im Jahr 1986 machte sie es bereits. Vielleicht hätte sie noch mehr gefördert werden müssen. Ist nicht umsonst die klügste Elefantenkuh, die der Hamburger Tierpark jemals hatte. Mit Mala haben sie ihren Star verloren und an Bedeutung.
Zurück zum Weben. Mala webt immer noch schneller als früher, auch nicht mehr so entspannt, wie nach dem Tod von Elefantenbulle Hussein. Ob es daran lag, weil man sich mehr mit ihr beschäftigte? Keine Ahnung, aber sie war ja an den Leckereien der Besucher auch nicht mehr so sehr interessiert wie früher. Könnte also gut möglich sein. Denn Mala will Aufmerksamkeit. Wenn sie die bekommt, geht es ihr gut. Mag komisch klingen, aber Mala ist sehr auf Menschen fixiert. Als sie mit dreieinhalb Jahren nach Hamburg kam, machte sie mit den Elefantenpflegern Ausflüge auch ausserhalb des Parks, sie zog im Winter, wenn genügend Schnee lag, einen Schlitten in dem Kinder sassen, und sie diente als Reitelefant beim inzwischen eingestellten Elefantenreiten.
In Belgien webt sie immer noch, vom ganz schlimmen Einsamkeitsweben, fast zum normalen Weben, wie man es von ihr kennt. Allerdings immer noch ein wenig schneller als man es von ihr kennt. Ob das ein Zeichen ist?
Wenn man Mala sich ansieht, dann sieht sie nicht mehr so aus, wie sie in Hamburg aussah. Sie wirkt ein wenig in sich gekehrter, trauriger, auch wenn man das kaum wahrnimmt. Sie mag sich mit ihrer Situation arrangiert haben, aber das grosse Glück ist es für sie nicht.
Sie wird beschäftigt, nicht immerzu und ständig, aber mehr als es in Hamburg gewesen sein mag. Aber was würde Mala sagen, wenn sie Sprechen könnte – falls sie es nicht ohnehin beherrscht? Würde sie sagen: „Nach Hause!“ oder etwas anderes?
Jedenfalls macht sie ihre Vorführungen nun gemeinsam mit Rani. Ani ist, wie ich bereits vor einiger Zeit schrieb, gestorben. Dabei folgt Mala übrigens Rani. Wer sich darüber wundert. Mala mag es nicht, wenn sie von einem anderen Elefanten am Schwanz angefasst wird. Ani wollte das mal machen, da hat Mala ihren Schwanz wegezogen, eingekringelt oder sogar zwischen ihre Beine geklemmt. Scheint sich wohl daran zu erinnern, was sie mal bei Mogli gemacht hat.
Und wenn beide allein im Gehege stehen, dann werden sie zu den Rhythmus-Rüsseltanten. Will sagen: Beide weben. Eine schlimmer als die andere. Mala nickt, Rani dreht den Kopf hin und her und bewegt die Füsse. Wie die Freundschaft zwischen beiden ist, kann ich nicht sagen. Wo ich beide auf der Anlage sah, standen die wenige Meter voneinander getrennt, auch beim Fressen sind sie getrennt und stehen nicht nebeneinander.
Es wird immer gesagt, ein Elefant soll nicht allein stehen, aber Mala ist anders. So komisch sich das anhören mag, aber ihr sind Menschen und vor allem menschliche Aufmerksamkeit wichtiger, als ein Artgenosse. Unter den Kriterien hätte sie bleiben können, aber dazu hätte sie nicht weben dürfen. Das war ihr Fehler und so ging sie.
Irgendwann wird sie vergessen sein, aber mit dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor wird Mala ewig leben. Sie kommt dort nicht nur selbst vor, sondern diente unter anderem auch als Vorbild für Elefantenkuh Bertha, die eine wichtige Rolle in der Handlung einnimmt. Mala wurde in diesem Roman ein kleines Denkmal gesetzt.

Kurze Info zu Gajendra: Noch ist er nicht zu sehen, wie mir Jonas schrieb. Wird wohl noch einige Tage dauern. In Leipzig soll er ja ziemlich „gewütet“ haben. Soll ein ganz ruhiger und netter Bulle sein, aber dafür arbeitet er an allem, was ihm vor den Rüssel kommt. Und wie ich gestern bei „Elefant, Tiger & Co.“ gesehen habe, sind genau die beiden Pfleger hier aus Hellabrunn gekommen, die ich vermutet hatte.
So eine imposante Erscheinung wie sein Vorgänger in Hamburg ist Gajendra mit seinen Stosszähnen nicht. Aber guckt euch Naing Thein an. Dessen Stummelchen sind noch schlimmer.

Noch etwas, weil ich es in meiner Suche gefunden habe. Es wurde bereits vor zehn Jahren die Totgeburt eines Elefanten im Fernsehen gezeigt. Das ist eine richtige Doku, die anscheinend mal auf Vox lief und danach in dem inzwischen nicht mehr existenten Sender XXP. Da handelte es sich ebenfalls um eine Hamburger Elefantenkuh. Es war Lai Sinh, bei der damals die Geburt knapp 26 Stunden dauerte. Nicht zu vergleichen mit dem Geburtsmarathon von Salvana, der, wenn ich mich erinnere, das doppelte an Zeit dauerte.

Hat am Donnerstag jemand den Maibockanstich im Bayerischen Fernsehen gesehen? Wenn nicht, dem sei gesagt, er hat was verpasst. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte kurzfristig abgesagt, so dass jemand anderes in den Saal einmarschieren musste. Dies war Markus Söder, dem das durchaus zu gefallen schien. Ich sagte gerade zu Regina, dass Söder wie ein König durch den Saal schritt, als er auch schon diese typische Königs-Winke-Pose einnahm. Irgendwie kann man gut voraussehen, was Söder als nächstes macht.
Seine Rede war nicht schlecht, vor allem die verschiedenen Biersorten, die er einzelnen Politikern oder deren Partei zugedachte. So bekam Seehofer ein Hallodri-Bier, die Grünen ein Lenin-Hanfbier und Aiwanger ein Neanderthaler Gesöffbier. Die FDP bekam einen Schnaps, der sich auf Brüderle bezog.
Am Ende kam dann Söder mit der Ikea-Lampe Söder. Das war zwar lustig, aber ich war doch verwundert. Da hat er beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg darüber gemosert, dass das nun ein alter Hut sei und dann kommt er selbst damit. Hat er wohl in der Zwischenzeit vergessen. Ansonsten war die Rede wirklich lustig, enthielt genügend Spitzen, vor allem gegen Seehofer. Das Verhältnis zwischen Seehofer und Söder ist ja nicht das beste, vor allem seit Weihnachten.

Das Thema der Woche war wohl schlechthin die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß. Tja, der Saubermann der Bundesliga, der Gutmensch, hat eiskalt mehrere Millionen auf einem Konto in der Schweiz gebunkert, ohne es zu versteuern. Warum sonst würde man es auch sonst in der Schweiz anlegen?
Der Aufschrei war gross. Jede Polit-Sendung änderte ihr Thema und berichtete über Uli Hoeneß. Dieser selbst sagte übrigens, dass das nicht richtig war, was er getan hat, aber dafür hat er doch auch immer viel Gutes getan und gespendet. Irgendwie passt das doch nicht zusammen. Das versucht er sich reinzuwaschen. Zudem wurden die Spenden steuerlich vergütet und das andere lief dann einfach so auf sein Schweizer Konto.
Stellt sich nun die Frage, wie hoch die Strafe für Hoeneß ausfallen wird.
Dem FC Bayern hat es nicht geschadet. Sie gewannen gegen den FC Barcelona mit 4:0.
Jetzt wird übrigens auch gegen Karl-Heinz Rummenigge wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Bricht nun der FC Bayern auseinander? Wohl kaum.

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