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Ägypten – Ein Land zerstört sich selbst

17 Aug

Erschreckende Bilder aus Ägypten, halten die Welt in Atem. Hilflos muss man mitansehen, wie das Land am Nil sich selbst zerstört.
Hätten die Demonstranten von 2011 auch nur im Ansatz geahnt, was sie mit ihren damaligen Demonstrationen gegen Mubarak heraufbeschwören würden, hätten sie ihn weghaben wollen. Denn so sehr Mubarak wie ein Diktator herrschte, so war unter ihm doch alles relativ friedlich. Alles, was nach ihm kam, machte es nur schlimmer. Es gab keine wirkliche Besserung. Mubarak hatte dafür gesorgt, dass die Muslimbrüder in Ägypten verboten waren, nun waren sie zugelassen und stellten natürlich prompt den Präsidenten. Und was machte Mursi? Tja, er setzte eine schleichende Islamisierung in Gang. Wieder gab es Proteste, Mursi wurde schliesslich vom Militär abgesetzt. Im Grunde genommen die einzige richtige Lösung. Wobei man sich natürlich fragen kann, was denn nun richtig bedeutet. Einerseits war so gewährleistet, dass die Demonstranten ihren Willen bekamen und sich die Lage beruhigte, andererseits wurden nun die Anhänger Mursis und damit die Muslimbrüder auf den Plan gerufen. Die einen Demonstranten waren zufrieden und freuten sich, dass sie ihren Willen bekommen hatten, die anderen hingegen begannen zu demonstrieren, dass man die Demokratie mit Füssen getreten und den rechtmässig gewählten Präsidenten gestürzt habe. Dabei bleibt die Frage im Raum stehen, ob Mursi tatsächlich ohne Wahlbetrug gewählt wurde. Denn das es ihn bei seiner Wahl gab, ist bewiesen. Allerdings sollen die letztplatzierten Kandidaten betrogen haben. Finde ich persönlich nur komisch. Mursi stand mit weisser Weste da, das war wohl die Hauptsache.
Mursi wurde vom Militär unter Arrest gestellt und kam schliesslich in Untersuchungshaft. Dort harrt er sehr wahrscheinlich noch immer aus und wartet der Dinge, die da kommen.
Unterdessen radikalisierten sich die Demonstranten. Jede Seite behauptete, die gegnerische hätte sie bedroht und vor allem beschossen. Was am Ende nun stimmte, wusste wohl selbst niemand.
Die Gewalt nahm zu, die Mursi-Anhänger fühlten sich unterdrückt, machten ihren Ärger Luft. Schnell radikalisierte sich das Ganze. Noch kochte es nur in Kairo, nun ist die Wut weiter gewandert. Urlaubern wird dringend von einer Reise nach Ägypten abgeraten, man ist nicht mehr sicher, nicht einmal mehr in Luxor oder Assuan.
Damit ist der Super-GAU eingetreten. Zwar wird noch nicht davon gesprochen, aber eigentlich ist es kaum noch ein grosser Schritt bis zum Bürgerkrieg. Seit Tagen versinkt Ägypten in Gewalt und Terror. Hunderte Menschen kommen täglich ums Leben. Und wofür? Ja, das ist die Frage aller Fragen. Denn im Grunde genommen geht es gar nicht mehr darum, dass die eine Seite Demoktatie möchte und die andere Mursi zurück will. Denn der Grund ist aus den Augen verloren worden. Jetzt sehen die radikalen Islamisten ihre Chance gekommen, alles Unislamische auszulöschen. Gestern, am Tag der Wut, wurden mehrere christliche Kirchen zerstört. Und darum geht es nur noch: Um die Zerstörung von allem, was nicht in den Augen der Radikalen islamisch ist.
Ägypten ist weniger als einen Schritt vor einem Bürgerkrieg entfernt. Das, was im Land am Nil stattfindet, ist bereits Krieg. Es geht nicht mehr um die Ideale, die 2011 gefordert wurden, davon hat man sich meilenweit entfernt.
Das Militär geht gegen den Terror vor, die Toten werden mehr, die Märtyrer sowieso. Getötet in einem Kampf für die gerechte Sache, wird es heissen. Den Sohn eines hohen Anführers der Muslimbrüder hat es bereits erwischt. Sein Tod ist traurig, aber die Muslimbrüder und deren Anhänger werden dies nutzen.
Nun erwägt das Militär, ob sie die Mulimbruderschaft auflösen. Kommt dieser Gedanke nicht reichlich spät? Sie hätten nach Mubaraks Sturz niemals zugelassen werden dürfen. Nur aufgrund dessen, ist es überhaupt zu diesem ganzen Chaos gekommen.
Einen Schuldigen wird man nicht mehr ausmachen können, was würde es auch bringen? Das Malheur ist passiert, man kann es nicht mehr ändern. Man kann nur noch hoffen, dass die Situation sich beruhigen wird.
Grosse Hoffnung hege ich nicht. Es wird erst Ruhe herrschen, wenn eine Seite klein beigibt. Bis dahin kann das halbe Land zerstört sein. Vor allem denke ich da an die ganzen Überbleibsel der Antike. Werden die Pyramiden und Tempel den Terror unbeschadet überstehen? 2011 wurde das Ägyptische Museum in Kairo geplündert. Die bis heute verschwundenen Sachen tauchen nun nach und nach auf dem Kunstschwarzmarkt auf. In den Nekropolen finden bereits Raubgrabungen statt, Relikte aus Tempeln werden verkauft.
Wo immer TError herrscht, findet sich ein Weg, noch Profit aus den Sachen zu ziehen, die für das Land stehen. Und ausser Altertümern hat Ägypten nicht wirklich was zu bieten. Keine Goldadern, keine seltenen Erden, keine Diamantenvorkommen, mit Erdöl sieht es auch nicht besser aus.
Hilflos müssen wir mitansehen, wie ein Land sich selbst zerstört. Wir können nur zusehen, wie auch alle Politiker. Die schwingen dazu aber noch kluge Reden, obwohl es nichts bringt.
Wann sich die Situation in Ägypten beruhigen wird, ist ungewiss. Inzwischen geht es gar nicht mehr um Demokratie, sondern darum, alles Unislamische auszulöschen. So verkehrt sich eine Sache ins Gegenteil. Ob es helfen wird, wenn die Muslimbruderschaft erneut verboten wird? Schlimmer geht es immer heisst es und wenn man sich ansieht, was seit 2011 in Ägypten passiert ist, dann trifft der Spruch hundertprozentig zu.

Das Chaos der Bahn scheint sich zu legen. Der Mainzer Bahnhof wird nun wieder planmässig angefahren. Zeit ist es geworden, wurde in den letzten Tagen die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt doch nicht mal mehr tagsüber angefahren, also nicht immer. Nachts war es schon nichts Besonderes mehr gewesen, doch nun auch noch tagsüber, man konnte es nicht glauben. Was ist mit der Deutschen Bahn los, warum dieses Chaos? Dass im Winter die Heizungen in den Zügen nicht funktionieren und im Sommer nicht die Klimaanlagen, ist nun wirklich nichts Neues mehr. Dass einfach Züge ausfallen und durch minderwertige ersetzt werden, muss man ebenfalls hinnehmen. Aber was bezweckt die Bahn damit? Das man nur noch mit dem Auto fährt oder das Flugzeug nimmt? Beides ist ungefähr genauso teuer wie eine Bahnfahrt.
Nun scheint sich das Chaos zu legen, aber was sagt uns, dass es nicht irgendwo anders ausbrechen wird? Vielleicht mal wieder in Berlin? Da ist seit dem S-Bahn-Chaos lange nichts mehr losgewesen. Warten wir einfach mal ab.
Und wer nicht weiss, was er/sie machen soll, wenn es irgendwo mal nicht vorwärts geht, dann empfehle ich ein schönes Ebook. Wie wäre es mit einem Thriller, in dem es um ein 3.000 Jahre altes Geheimnis geht, dass niemals an Licht kommen darf. Zudem wird das Rätsel geklärt, was auch Hatschepsut und Nofretete wurde. Und natürlich darf man Elefantendame Mala nicht vergessen, die in diesem Roman eine grosse Rolle spielt. Der Titel? Die Rollen des Seth von Helen Dalibor.
Und schon ab der nächsten Woche soll es die ersten Kapitel des Nachfolgebandes geben.
Oder wie wäre es mit einer Fantasy-Kurzgeschichte von Henrik Quedburg. Einfach mal unter meinen Gesammelten Werken die Seite Lesenswert anklicken und sehen, worum es genau geht in den Geschichten und wo sie erhältlich sind.

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