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Das Feindbild erwacht

26 Jul

Waffenruhe im Gazastreifen – für 12 Stunden.
Es gibt zwischen 7 und 19 Uhr eine Waffenruhe, damit die Menschen dort zur Ruhe kommen können. Aber nur die Angriffe sind gestoppt, denn gegen die Tunnel will die israelische Armee weiter vorgehen. Das bekannte Tunnelsystem, von dem immer mal wieder berichtet wurde, da so die Versorgung mit allem möglichen – wahrscheinlich auch Waffen – aufrecht erhalten wird. Israel hat das Tunnelsystem unterschätzt. Nun versuchen sie es so weit zu zerstören, wie es geht. Aber vielleicht sollten sie sich mal fragen, warum es das Tunnelsystem überhaupt gibt.
Zwölf Stunden Zeit, wo nichts passiert, wo fast von einem Normalzustand die Rede sein könnte. Aber was wird nach der Waffenruhe sein? Wird dann wieder mit aller Härte gekämpft werden oder werden sich beide Seiten bis zum Ende der Waffenruhe verständigt haben?
Die Pro-Palästina-Demos nehmen in der letzten Zeit überhand, werden zum Teil auch verboten. Das hängt damit zusammen, dass durch den Militäreinsatz im Gazastreifen wieder alte jüdische Feindbilder zum Vorschein kommen.
Ganz ehrlich, hier werden wieder einmal Gänse mit Enten verglichen. (Ich weiss, dass das Sprichwort anders lautet, aber ich will damit nur verdeutlichen, dass nicht alles gleich ist. Eigentlich sind es Äpfel, die mit Birnen verglichen werden) Denn erstens ist es nun wirklich nicht angebracht, seine Wut oder auch seinen Hass auf eine Religionszugehörigkeit abzuladen. Das ist genauso, wie seit dem 11. September alle Muslime scheel angesehen werden. Sind das etwa alles potenzielle Terroristen?
Was also sind Menschen mit jüdischer Religion dafür verantwortlich, dass Israel mit dem Palästinensa-Staat im Streit liegt? Nichts können sie dazu, vor allem leben nicht einmal alle in Israel oder genauso leben Palästinenser im israelischen Staat. Aber so scheinen viele zu denken: Alle Menschen in Israel, ausnahmlos Menschen mit jüdischem Glauben, seien schuld. Zudem haben beide Staaten ein Quentlein zu dem Konflikt beigetragen. Wir erinnern uns: Es begann mit der Entführung und Tötung von Jugendlichen der einen Seite und endete mit mit der Entführung und Tötung von Jugendlichen der anderen Seite. Also ein bewusst herbeigeführter Konflikt, der nach dem Auffinden der getöteten Jugendlichen nicht im Ansatz erstickt werden konnte. Es kam zur Vergeltung und schliesslich zum gegenseitigen Beschuss von Raketen.
Gut, natürlich mag Israel nicht ganz unschuldig sein, was die Siedlungspolitik angeht. Das wird von einigen israelischen Politikern gefördert und von einzelnen Israelis ausgeführt. Aber es ist nicht die Masse, man kann nicht alle Israelis über einen Kamm scheren. Genauso wenig kann man sämtliche Menschen mit jüdischem Glauben dafür verantwortlich machen. Haben wir in den letzten Jahrzehnten wirklich nichts dazugelernt?
Gut, mich nervt es auch, dass man als Deutscher nichts gegen Israel sagen darf, weil dann gleich der Finger in die fast geschlossene Wunde gehalten und einem indirekt gesagt wird, man solle bloss ruhig sein, denn man sei schuld am Holocaust.
Erstens, bin ich persönlich nicht schuld daran, denn ich habe damals noch nicht gelebt.
Zweitens versuche ich gar nicht zu leugnen, was damals passiert ist. Aber man kann Deutschland nicht ewig dafür verantwortlich machen.
Drittens muss man zwischen Kritik und Schuld unterscheiden. Denn wie kann man billigen, was der Staat Israel macht, wenn es nicht rechtens ist, wie eben bei der Siedlungspolitik?
Aber Kritik muss man vertragen können. Dennoch heisst das nicht, dass man nun wieder dazu übergeht, alle Menschen jüdischen Glaubens als schlecht und verschlagen anzusehen. Dieses Denken ist dem Mittelalter entsprungen und lange widerlegt. Aber es spukt immer noch in den Köpfen der Menschen herum. Was man nicht kennt oder versteht, bleibt einem suspekt und damit gefährlich. Die jüdische Tradition mag eine andere sein als unsere, vor allem bei den Speisegesetzen, aber selbst die muslimische ist nicht mit unserer gleichzusetzen.
Natürlich hat der Palästinenser-Staat auch Rechte, aber man kann diesen Staat jetzt nicht als Unschuldslamm hinstellen und Israel den schwarzen Peter zuschieben. Beide Staaten haben im neuerlichen Konflikt versagt.
Ich weiss nicht, wann endlich Frieden in Nahost herrschen wird, aber solange die Menschen nicht begreifen, dass sie miteinander nur in Frieden leben können und nicht gegeneinander, wird es immer so weitergehen. Das ist traurig.

Es hat mal wieder neue Sanktionen gegen Russland gegeben. Wen kümmert das denn noch? Putin bietet es neue Gelegenheit, um sich in Szene zu setzen und gegen den Westen zu wettern. Ansonsten passiert doch überhaupt nichts.
Je länger ich nun über den Abschuss des Flugzeugs MH17 und alles was danach passierte nachdenke, desto mehr habe ich die Vermutung, dass das alles aus einem bestimmten Grund passiert ist: Russland will endlich den Krieg! Ja, so kommt es mir vor. Die pro-russichen Separatisten stellen sich möglichst widerspenstig an und boykottieren alles so weit es möglich ist. Dann noch weitere Dinge anstellen, die die Wut weiter anfachen. Und wenn dann alles gut geht, kommt endlich das, worauf Russland so lange wartet, damit sie ihre Wirtschaft sanieren können: Krieg.
Das klingt utopisch? Nein, ich finde nicht. Anfangs sah es so aus, als hätte Putin die Kontrolle über die prorussischen-Separatisten verloren, aber das war alles nur Fassade. Im Grunde genommen geht es nur darum, dass es nun endlich zu einer Entscheidung kommt. Die Krim-Halbinsel wird noch auf viele Jahre der Zankapfel zwischen Russland und der Ukraine sein. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Nerven. Ausserdem kann Russland sich dieses Vakuum nicht leisten. Wie gesagt, die Wirtschaftslage sieht nicht besonders aus.
Um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen, scheint ihnen alles recht zu sein, auch Menschenleben auszulöschen. Aber das sind alles nur Vermutungen, die ich in Gedankenspielen durchgehe. Nun ja, wir werden sehen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.

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