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Wenn die Niederlage als Sieg verkauft wird…

21 Feb

Griechenland hat nicht seinen Willen bekommen, aber Deutschland auch nicht. Worum es geht? Natürlich um das liebe Geld, das Griechenland bekanntlich nicht hat, aber haben will, damit sie nicht den Staatsbankrott erklären müssen.
Griechenland wollte eine Verlängerung der EU-Finanzhilfen, dafür aber kein Entgegenkommen zeigen. Kein Wunder, dass die Bundesregierung damit nicht einverstanden war. Nun hat Deutschland nicht die Macht mit seinem Nein alles zu blockieren, die anderen EU-Länder haben auch noch ein Wörtchen mitzureden. Aber ein wenig hat Deutschlands Stimme schon Gewicht, ansonsten hätte Tsipras nicht mit Merkel telefoniert, nachdem das Nein bekannt wurde.
Nun kam es zu einem Ergebnis: Die Finanzhilfen werden noch um vier Monate bis Juni verlängert, im Gegenzug wird Griechenland weiter sparen. Und das war der Streitpunkt. Griechenland sah nicht ein, warum sie sparen sollten. Aus dem Grund wurde Tsipras auch gewählt, weil er Schluss machen wollte mit den Einsparungen.
Aber wie will er Geld verprassen, dass er nicht hat und auch nicht bekommt? Genau, da muss man zurückrudern, klein beigeben und all das machen, was gefordert wird.
Es war bereits spekuliert worden, dass Griechenland aus dem Euro austreten wird, wenn die Finanzhilfen nicht verlänger werden. Vom sogenannten Grexit war die Rede. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, ich muss da eher an eine Echse denken als an den Euro-Austritt Griechenlands.
Und obwohl Griechenland nun weiterhin Gelder bekommen wird, klafft weiterhin eine Finanzlücke im Land, die sich nicht so schnell schliessen wird.
Irgendwie bleibt fraglich, ob Griechenland sich wirklich in den nächsten Jahren erholen wird. Warum gehen sie nicht in den Bankrott? Das ist manchmal eine gute Sache.
Griechenland bekommt seine Finanzhilfen, macht die bekannten Zugeständnisse wie bisher und was macht Griechenlands Ministerpräsident? Der wertet die Einigung der Euro-Länder in Brüssel für sich. Denn Griechenland brauche ab nun nicht mehr sparen und sich von der Troika, die aus der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) besteht, nicht überwachen lassen. Gut, letztere Institutionen werden nicht mehr Troika genannt, erfüllen aber weiterhin dieselbe Aufgabe, die sie zuvor als Troika erfüllt haben. Kurz gesagt schauen sie Griechenland auf die Finger, ob die denn auch zur Zufriedenheit der EU handeln und nicht das Geld verprassen. Fällt deren Bericht nun positiv aus, wird Geld freigegeben.
Was hat Tsipras da nur verstanden? Griechenland muss weiterhin sparsam sein, muss das Geld sinnvoll einsetzen. Doch nein, Tsipras ist der MEinung, dass nun nicht mehr gespart werden müsse und überwacht würde Griechenland auch nicht mehr, ob das Geld auch sinnvoll verwendet wird.
So verkauft man seinen Landsleuten eine Niederlage als Sieg. Genau so funktioniert es. Haben schon andere versucht, wie beispielsweise Napoleon, der den Franzosen das Fiasko des Russland-Feldzugs als grossen Sieg verkaufen wollte.
Nun ja, nach den grossen Worten schlägt Tsipras leisere Töne an und sagt, dass noch vieles getan werden müsse, um Griechenland aus der Krise zu holen und nicht mehr auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Ausserdem würde es nun möglich werden Reformen voranzutreiben, damit Korruption und Steuerhinterziehung bekämpft werden können.
Ich bin wirklich gespannt, was sich in Griechenland weiter tun wird. Bis Ende Juni wird es erst einmal weiter Geld geben. Aber die eigentliche Frage bleibt doch, wie lange Griechenland der EU noch auf der Tasche liegen wird. Wäre ein Staatsbankrott nicht die einfachere Lösung?

Seit letzter Woche sollen in der Ostukraine die Waffen ruhen. Zu schlimmen Gefechten wie in der Vergangenheit kam es auch nicht mehr, dennoch gibt es keinen wirklichen Frieden. Die prorussischen Separatisten haben die zuvor eingeschlossene Stadt Dewalzewo erobert. Schafft man so etwas, wenn Waffenruhe herrscht? Vielleicht hat man psychologische Kriegsführung betrieben, nur glaube ich nicht daran, dass die prorussischen Separatisten solch ein psychologisches Geschick an den Tag setzen. Also doch mit Waffengewalt erobert.
Nun aber das Seltsame: Trotz offenkundiger Verletzung der Waffenruhe wird weiterhin daran festgehalten. Es kommt nicht einmal zu einer grossen Rüge. Nun gut, Hollande hat gesagt, dass nun endlich die Waffen ruhen müssten, ansonsten würde es weitere Sanktionen gegen Russland geben. Darüber lacht Russland doch.
Worüber Russland weniger lachen wird, ist die Tatsache, dass sie von der Ratingagentur Moody’s nur noch auf Ramschniveau rangieren. Sie sind weiter abgestuft worden. Das ärgert Russland, aber Sanktionen interessieren sie nicht weiter.
Und ich habe im Grunde auch keine Lust mehr, über die Krim-Krise zu schreiben. Immer nur das gleiche. Keiner hält sich an die Absprachen, der eine schiebt dem anderen die Schuld in die Schuhe. Man weiss überhaupt nicht mehr, was man eigentlich glauben soll.
Ob die Eroberung der Krim nur der Anfang von Russlands Träumen, die einstige frühere Grösse zu erreichen, war, bleibt dahingestellt. Befürchtet wird es jedenfalls. Nun sagt auch der Vizekommandeur der Nato in Europa, Sir Adrian Bradshaw, dass Russland weitere Gebiete der Nato erobern könne.
Man muss auf alles vorbereitet sein. Solange Putin an der Macht ist, kann alles passieren. Vielleicht will er die Gebiete der ehemaligen DDR zurück. Zwei-plus-Vier-Vertrag, was ist das nur?
Hat eigentlich jemand diese sehenswerte Dokumentation über Putin am Dienstag auf dem ZDF gesehen. Sehr informativ und vor allem weitaus interessanter als die gefühlte hunderste Staffel „Um Himmels Willen“ in der ARD. Da heisst es nur noch, dass die Serie weit entfernt von einstigen Spitzenquoten ist. Im wie vielten Jahr läuft die Serie bereits? Die Serie ist auserwählt, aber das hat die ARD noch nicht begriffen, sondern hält weiterhin daran fest. Die Serie hatte vor Jahren ihren Reiz, aber das ist lange vorbei. Nun muss die ARD nur noch den Mut finden, die Serie einzustellen. Bei „Verbotene Liebe“ haben sie es doch auch geschafft und die Daily zu einer Weekly gemacht. Wobei ich mich frage, ob die Quoten von „Verbotene Liebe“ nicht besser waren als beim „Quizduell“. Die Werte sind grottenschlecht. Übrigens hat Jonas mir erzählt, dass in der Hamburger Innenstadt am frühen Nachmittag Leute angesprochen würden, ob sie am Abend live als Zuschauer beim „Quizduell“ sitzen möchten. Jonas gehörte zu diesen Personen und hat sofort angenommen. Wenn er was umsonst geboten bekommt, nimmt er sofort an. Gefallen hat es ihm nicht. Er weiss nun definitiv, warum er sich die Quizshow bisher nicht angetan hat. Nun ist er um eine Erfahrung reicher und nimmt vielleicht nicht alles, was es umsonst gibt.

Elefantendame Mala ärgert sich mal wieder über ihren Lieblingsverein, den FC St. Pauli. Gegen Greuther Fürth verloren sie am Montag glücklos mit 1:0. Glücklos auch deshalb, weil St. Pauli einen Elfmeter zugesprochen bekam und der Linienrichter diesen Elfmeter wieder aufhob.
Wenn St. Pauli diesen Elfmeter bekommen hätte, vielleicht hätten sie ein Unentschieden zustande bekommen. Dann hätten zwar Mala und die Pusteblume auch daneben gelegen – wobei die Pusteblume anfangs wohl zu einen Unentschieden tendiert hätte, aber Mala war für einen Sieg gewesen.
Ja, ganz richtig gelesen. Das grösste aller Rüsselorakel hatte sich vertippt. Mala war für einen Sieg St. Paulis gewesen, schliesslich schwächelte Greuther Fürth schon seit einigen Spielen. Nur gegen St. Pauli, da schaffen sie natürlich einen Sieg. So langsam glaubt Mala wirklich daran, dass St. Pauli absteigen will.
Dennoch hat sie mal wieder die Parole ausgegeben, dass sie bereit stehe, weil sie Zeit hätte. Bei der alten Kuh klingt es allerdings schöner: „Ich steh bereit, ich hab Zeit.“
Sie würde jede Position übernehmen, am liebsten die eines Torwarts, aber die ist gerade besetzt. Ihre zweitliebste Position ist die eines Abstaubers, denn das beherrsche sie besonders gut. Wobei ich allerdings glaube, dass sie mit Abstauben eher das abstauben von Futter meint. Darin ist sie Weltmeister, das stimmt.
Mala tippte das heutige Spiel von St. Pauli gegen 1860 München. Die 60er haben vor einigen Tagen ihren Trainer MArkus von Aalen beurlaubt. 1860 steht nur einen Platz über St. Pauli, also auf dem vorletzten Platz. Nun könnte man natürlich meinen, dass St. Pauli endlich erkannt hätte, was es geschlagen hat und gegen den Vorletzten muss man unbedingt gewinnen, vor allem wenn es nächste Woche gegen den Drittletzten geht. Nur leider ist das so eine Sache, wenn ein vermeintlich leichtes Spiel ansteht, versaut St. Pauli sich das garantiert. Ausserdem muss man bedenken, dass 1860 München eben den Trainer beurlaub hat. Deshalb sah Mala auch schwarz und tippte auf eine Niederlage, genauso wie die Pusteblume. Jonas war der festen Überzeugung, dass sein Fussballorakel dieses Mal recht haben würde. Zeit wurde es, ihre Quote ist bekanntlich unterirdisch schlecht.
Was soll man sagen? Ja, St. Pauli hat das Spiel verloren. 2:1 hiess es am Ende. Dabei hat St. Pauli sogar zwei Tore geschossen, nur leider war das erste Tor für 1860 ein Eigentor. Praktisch der Anfang vom Ende für St. Pauli, könnte man sagen. Torchancen wurden versiebt ohne Ende. Was nützt es, wenn man den Torschuss übt, aber im Spiel selbst es zu keinem Erfolg kommt?
Mala bietet sich immer noch an, denn sie habe bekanntlich Zeit und stehe bereit.
Und die Pusteblume hat endlich mal wieder ein Spiel richtig getippt. Gegen Aue sieht sie übrigens einen Sieg voraus. Nicht, dass sie nun zu forsch wird.

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