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Schlagwort-Archive: 04. Juli

Zwei Jahre – Europas klügster Elefant wartet noch immer


Auf den Tag genau vor 750 Tagen oder eben zwei Jahren musste sich Europas klügster Elefant auf den Weg zu seinem neuen Wohnort machen.
46 Jahre und einen Monat hatte sie in Hamburg verbracht – fast ihr ganzes Leben.
Nun lebt Mala seit zwei Jahren in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza, dem ehemaligen Parc Paradiso.
Anfangs war Mala allein auf einer Anlage, wurde von Zeit zu Zeit zum Elefantenbaden geführt. Später wurde sie mit der inzwischen verstorbenen Ani und dem Neuzugang Rani, hier old Rani genannt, vergesellschaftet. Die Elefantendame akzeptierte die anderen beiden, aber wirklich was mit ihren zu tun haben, wollte sie nicht. Deutlich wurde es, als Ani operiert werden musste. Kümmern tat sich fast nur old Rani um die dann später Verstorbene. Auch wollte Mala anfangs nicht, dass jemand sie der anderen am Schwanz anfasst. Da wurden wohl alte Erinnerungen wach, als sie Mogli in den Schwanz biss, oder sie mochte es einfach nicht, weil es zwanzig Jahre bei ihr nicht gemacht wurde. Inzwischen hat sie es akzeptiert und so laufen Mala und old Rani auch immer ins Elefantenbad ein.
Doch warum musste die Elefantendame eigentlich gehen? Sie war der Liebling der Besucher. Wer sie nicht sah, verpasste das Beste, wie es hiess.
Hätte man versuchen können, Mala wieder in die Gruppe zu integrieren? Die Elefantendame ist ein sehr kluger Elefant, die genau weiss, dass sie sich nur dann was erlauben kann, wenn kein Pfleger zusieht. Folglich hätte sie unter Dauerbewachung gestellt werden müssen. Denn ihre Konkurrenten schmiss sie immer in den Graben, wenn niemand zusah, genauso biss sie Mogli in den Schwanz, weil sie wusste, dass sie unbeobachtet war. Aber das erfordert wieder erhöhtes Personal und nur Mala und Thura im Auge zu behalten, geht nun auch nicht lückenlos.
Genauso gut hätte man versuchen können, dass Mala sich bei Shandra einschmeichelt, denn Shandra ist der Schlüssel der Herde. Mogli konnte nur durch Shandras Hilfe 1992 Leitkuh werden. Mala hingegen hatte niemanden, weshalb sie verlor, was sie nie akzeptierte, denn sie war schliesslich acht Jahre länger da als Mogli. Doch wie gesagt, Mogli hatte ihre Freundin Shandra, beide waren 1974 gemeinsam gekommen, die ihr half, den Posten der Leitkuh zu bekommen. Nun, 22 Jahre später, hat der Zahn der Zeit an Mogli nicht halt gemacht, ihre Füsse machen Probleme, sie bewegt sich nur noch langsam vorwärts. Dennoch ist sie weiterhin Leitkuh, obwohl es jüngere Anwärterinnen gibt wie den Spukbeutel Yashoda. Doch solange Shandra lebt, wird Mogli Leitkuh bleiben. Deshalb hatte Mala damals keine Chance, jemals Leitkuh zu werden, denn sie hatte keinen Vertrauten unter den Elefanten, und wenn es so gewesen war, war diese Elefantin entweder tot oder woanders hingekommen. Mala vertraute und vertraut immer noch eher den Menschen um sie herum, denn in jungen Jahren wurde sie auf den Menschen fehlgeprägt. Deshalb hätte man Mala theoretisch auch allein halten können, denn solange sie menschliche Aufmerksamkeit bekommt, geht es ihr gut. Aber dazu hätte sie nicht weben dürfen, was sie immer noch tut – schlimmer als früher.
Das soll nun nicht heissen, dass Mala den lieben langen Tag weben und trauern würde. Nein, den Anschein will ich nicht erwecken. So wie wir eben nicht unentwegt an die Kopf-, Rücken- oder sonstigen Schmerzen denken, die uns plagen, ist es auch bei Mala. Sie denkt nicht immer daran, dass sie lieber zu Hause wäre. Genauso webt sie auch nicht immer. Das hat sie schon in Hamburg so gehalten. Es wurde gewebt, aber eben nicht immer. Manchmal steht sie nur herum, wirkt entspannt und dann webt sie wieder. Nina sagt immer, dass Mala das so in sich drin hat. Sie muss ab und zu halt weben.
Ja, Mala webt, immer noch, immer wieder, wird es immer tun. Inzwischen hat sich ihr normales Weben, wenn sie sich langweilt bzw. wenn sie einfach mal weben muss, in ein stetes Einsamkeitsweben verwandelt. Es ist ein minimal schnelleres Weben, als sie es in Hamburg getan hat. Mala hat alles, was sie hat: Darf endlich, endlich Leitkuh sein, führt ihre Tricks vor, die sie vor langer Zeit gelernt hat, wird gehegt und gepflegt. Und dennoch, dennoch ist Mala nicht glücklich. Das Weben ist zwar ein sichtbares Zeichen, kann aber nur schwer analysiert werden, wenn man Malas vorheriges Weben nicht kennt. Nun gut, Mala hat auch in ihrer Hamburger Zeit das Einsamkeitsweben gezeigt, aber das war dann, wenn Hussein sie arg malträtiert hatte, wie beispielsweise im August 2010. Die Verletzung von damals sieht man immer noch an Malas Hüfte.
Aber ganz deutlich ist, dass Malas Augen ihren Glanz verloren haben. Ich würde zwar nicht davon sprechen, dass sie erloschen sind, aber dieser besondere Glanz, den sie ausstrahlten, ist verschwunden.
Selbst wenn sie beschäftigt oder an bestimmten Zeiten von den Besucher gefüttert wird, kehrt dieser Glanz nicht wieder. Sie wirkt dann zwar fröhlicher, aber das ist eine Maske. Mala hat es immer beherrscht, nicht genau zu zeigen, wie es ihr wirklich geht. Die Meisterin der Maske, das ist sie.
Man darf nie vergessen, dass 46 Jahre eine verdammt lange Zeit sind. Und im Grunde gilt dann der Satz, einen alten Baum verpflanzt man nicht. Man hätte wenigstens eine Zusammenführung versuchen können.
Ich und andere können darauf noch so lange rumreiten, wie wir wollen. Mala ist fort und dabei wird es bleiben. Wie es ihr wirklich geht? Egal.
Aber warum wird dann noch mit ihr Werbung gemacht? Stärker denn je, seitdem sie nicht mehr da ist. Es gibt Leinenbeutel, auf denen sie zu sehen ist und sei es nur ihre Silhouette, dazu die Plakate, wo auch Malas Kopf neben anderen zu sehen ist. Nun gut, der normale Besucher erkennt das nicht. Aber die Mala erkennen, die ärgert es.
Warum mit jemandem Werbung machen, der gar nicht mehr da ist? Ja, das ist die Frage aller Fragen. Wobei, kein Elefant ist schöner als Mala anzusehen. Sie sieht nett aus, wirkt immer, als würde sie lächeln. Da können Salvana, Lai Sinh, Mogli, Shandra, Kandy, Thura oder Shila nicht mithalten. Die eine hat eine eingefallene Mundpartie, die andere sieht immer etwas traurig aus, die nächste ist faltig ohne Ende, wieder eine andere, hat ein zu weissgescheuertes Gesicht und die nächste guckt irgendwie hinterhältig, als hätte sie schon wieder irgendetwas ausgeheckt.
Wie würde die Elefantendame sich entscheiden, wenn man sie fragen würde und sie antworten könnte? Nach Hause oder hierbleiben? Eine Frage, die nicht beantwortet werden kann.
Mala macht weiterhin bei den Vorführungen mit, wo sie gebadet wird. Doch so langsam scheint es ihr keinen richtigen Spass mehr zu machen. Der Elan ist weg, den sie anfangs noch zeigte. Aber überere mehrere Monate zweimal am Tag immer wieder ja und nein sagen zu müssen, kann irgendwann auch nerven. Bald ist damit auch wieder Schluss und wird erst im nächsten Jahr weitergehen.
Wo Mala nun zwei Jahre weg ist, frage ich mich natürlich, wie es mit dem letzten noch verbliebenen Problemelefanten in Hamburg weitergehen wird. Vielleicht erinnert sich jemand, dass ich 2012 schrieb, dass Thura spätestens im Jahr 2014 gehen wird. Das Jahr haben wir nun. Ende 2013 sollte es wohl schon einmal so weit sein, es kam aber doch nicht zu einem Umzug. Aber das Jahr 2014 ist noch lang. Wir haben erst Anfang Juli. Es kann also noch viel passieren. Und Thura wird definitiv gehen, obwohl sie sich eigentlich recht gut integriert hat in den letzten Monaten. Aber sie hat immer wieder ihre Aussetzer.

Mala wird nie vergessen sein, dafür hat sie zu viele Spuren hinterlassen und dafür wird auch noch viel zuviel Werbung mit ihr gemacht. Nun, wo sie nicht mehr da ist, triumphiert sie endlich über ihre ärgste Konkurrentin.
Im Gegensatz zu Mogli hat die Elefantendame die Ehre erfahren dürfen, zu einer Romanfigur zu werden. Sie stand unter anderem Patin für die Figur Bertha in dem Thriller „Die Rollen des Seth“. Doch nicht nur in diesem Roman taucht sie auf, sondern auch in den folgenden Abenteuern der Isis Just-Reihe, dann immer als sie selbst.
Ja, Mala hat es geschafft – doch auf ihre Rückkehr wartet sie vergebens!

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Ein Jahr – Europas klügste Elefantenkuh will nach Hause


Auf den Tag genau vor einem Jahr, brach für Elefantendame Mala eine neue Ära an. Nach 46 Jahren verließ sie ihr Zuhause in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem Lieblingspfleger machte sie sich auf den weiten Weg nach Belgien, genauer gesagt nach Brugelette in den Pairi Daiza, der dieses Jahr Jubiläum feiert.
365 Tage sind vergangen – Zeit, Bilanz zu ziehen:
Wie geht es der Dickhäuterin in ihrem neuen Wohnort? Hat sie sich gut eingelebt, ist sie glücklich und vergnügt? Geht es ihr gut, fühlt sie sich wohl? Und vor allem, fühlt sie sich endlich heimisch? Diese Fragen, sollen in diesem Artikel geklärt werden, so gut es geht.
Für Mala wurde alles anders. Nach 46 Jahren in Hamburg und zuvor wenigen in Indien, verliess sie ihre Heimat, um in ein fremdes Land zu kommen. Als sie noch jung war – und genauso hübsch wie heute, wie Mala sicherlich anfügen würde -, war dies sicherlich kein Problem. Aber nun mit damals knapp fünfzig Jahren? Da nimmt man eine grosse Veränderung nicht mehr so leicht.
Mala kleine beschauliche Welt zerbrach und sie ist bis heute noch nicht darüber hinweg, dass sie ihr Zu hause verlassen musste. Man sieht es der Elefantenkuh an: Malas Augen haben ihren Glanz verloren. Zwar macht sie immer noch einen auf fröhliche Elefantin, allerdings nur, wenn sie Aufmerksamkeit bekommt. Nicht umsonst, ist sie eine Meisterin der Maske.
Wer Mala kennt, der sieht, wie sie sich wirklich fühlt. Es ist nicht mehr die Dickhäuterin, die sie in Hamburg war. Mit ihrem Weben drückt sie ihre Trauer aus, es ist immer noch schneller als Zuhause. Dort gab es dieses Schnelle Weben nur, wenn Hussein sie rüde behandelt hatte.
Es hat sich zwar die Hoffnung ihrer ehemaligen Betreuer erfüllt und Mala ist Leitkuh geworden, aber old Rani ordnet sich unter. Bei beiden ist es nicht mehr, wie ein nebeneinanderherleben, ähnlich wie bei Mala und Hussein.
Positiv zu vermelden ist, dass sich um Mala weitaus mehr gekümmert wird. Bei einem Elefanten mit Fehlprägung wie bei ihr besonders wichtig. Und Mala führt wieder ihre Tricks vor, diese sie vor ewigen Jahrzehnten einmal lernte.
Mala unterlag Mogli in einer ungerechten Entscheidung, die Konsequenz hat sie erst letztes Jahrmahssbu zu spüren bekommen, als sie ihr Zu hause verliess.
Inzwischen ist Mala vor wenigen Tagen noch einmal – innerhalb des Pairi Daiza – umgezogen. Ein neues Gehege können Rani und Mala als ihren neuen Aufenthaltsort bezeichnen. Eine grosszügige Fläche mit schönem Innenbereich. Sogleich versuchte die Elefantenkuh an die Pflänzchen auf der gegenüberliegenden Seite zu kommen. Oder wie Nina es interpretrierte: Mala suche sich eine geeignete Stelle, um nach Hause auszubüchsen. Sie kann’s einfach nicht lassen, an Malas Rückkehr festzuhalten. Wunder gibt es bekanntlich immer wieder und ein Gehege ist frei. Außerdem sollen, seit dem Weggang der Dickhäuterin, viele Stammbesucher ihre Jahreskarten nicht mehr verlängert haben. Wenn das nicht für Mala spricht. (Gut, kann eventuell auch mit Hussein zu tun haben.)
Mala ist der grosse Star, deshalb wurde ihr auch im Thriller „Die Rollen des Seth“ ein Denkmal gesetzt. Auch in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe, wird Mala eine bedeutende Nebenrolle spielen. Das ebook ist im Internet an verschiedenen Stellen erhältlich.
Mala ist unvergessen, dennoch ist nicht zu übersehen, dass die Augen der Elefantendame ihren Glanz verloren haben. Sie hat Heimweh.

 

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