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Schlagwort-Archive: 112. Papst

Ein Papst der Armen und dennoch umstritten


Nachdem man sich tagelang fragte, ob sich Papst Franziskus wirklich nach dem heiligen Franz von Assisi benannt hat, haben wir nun Gewissheit. Bei einem ersten Treffen des Papstes mit Medienvertretern erklärte der Pontifex, wie er sich im Laufe des Konklaves für den Namen Franziskus entschied, der Franz von Assisi seine Reverenz erweise.
Zuvor hatten bereits die Kardinäle Dolan, Marx und Woelki dazu etwas gesagt.
Morgen wird der neue Papst sein erstes Angelusgebet halten und am Dienstag wird seine Amtseinführung sein.
Seinen Schwerpunkt wird der neue Papst auf die Armen in der Welt legen. Nicht wirklich verwunderlich, da er bereits den Spitznamen „Engel der Armen“ trägt. Armut wichtiges Thema, aber ob es auch passend für Europa ist, bleibt ein grosses Fragezeichen. Denn hier herrschen ganz andere Probleme. Hier geht es darum, ob der Zölibat noch zeitgemäss ist oder die veralteten Ansichten der Kirche zu Verhütung und gleichgeschlechtlichen Ehen. Gerade hier muss die katholische Kirche mit der Zeit gehen.
Doch auch den Menschen den Glauben an Gott wieder näherzubringen, ist wichtig. Und da dürfte Franziskus, wie es momentan den Anschein hat, der richtige sein. Seine bodenständige, herzliche Art ist es, die die Menschen für ihn einnehmen.
Da fuhr er am Donnerstag mit einem VW Phaeton zur Kirche Maria Maggiore zum beten, anstatt ein luxoriöseres Auto zu nehmen. Prompt brachte ihm das Kritik aus den eigenen Reihen ein, da ein Papst doch nicht mit so einem einfachen Auto fahren könne. Er kann doch, wie man sieht. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange er die Dinge durchsetzen kann, die er für richtig hält.
Papst Johannes Paul I. starb nach nur 33 Tagen unter mysteriösen Umständen. Es wird vermutet, dass er vergiftet wurde, weil er die Kurie umkrempeln wollte. Indirekt macht das Franziskus auch, indem er auf soviel Prunk und Pomp wie möglich verzichtet. Bereits die Messe zum Abschluss des Konklaves machte dies deutlich. Seine Mitra (hatte er mitgebracht) war sehr schlicht, auch der Umhang mit den aufgestickten Muscheln.
Wir werden uns an eine neue Schlichtheit gewöhnen müssen. Wie sagte noch jemand beim TV-Sender Phoenix? „Das Amt des Zeremonienmeisters scheint überflüssig zu werden.“ Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Wir werden Guido Marini und eventuell einen Nachfolger von ihm sicherlich weiterhin sehen. Denn der Zeremonienmeister ist auch für den Ablauf der Messe zuständig und nicht für Prunk und Pomp.
Seien wir gespannt, wie sich das Pontifikat von Franziskus entwickeln wird.

Und dann sind da noch die Vorwürfe, die gegen den Pontifex erhoben werden. Wie nun soll man seine Rolle in Argentinien während der Militärdiktatur deuten? Hat er Dreck am stecken, wie die Mehrheit der Stimmen sagt oder hat er sein grösstmögliches getan, um seinen Mitbrüdern zu helfen und nicht selbst in den Foltergefängnissen zu laden?
Der Vatikan weist die Anschuldigungen zurück. Verständlich, denn wie es momentan aussieht, wird versucht, den Papst durch die Vorwürfe gleich wieder zum Rücktritt zu zwingen. Wenn das geschieht, ist die katholische Kirche nicht mehr glaubwürdig. – Das ist sie heute schon an einigen Stellen nicht, aber dann hat sie alles verspielt.

Interessant ist übrigens, dass niemand mehr von der Prophezeiung des Malachias spricht. – Deshalb tue ich an dieser Stelle das einmal. – Nicht, dass ich daran glaube, denn wie so viele Prophezeiungen wird sich auch diese nicht erfüllen. Erinnern wir uns noch an die Weltuntergangsstimmung Ende Dezember letzten Jahres? Und das nur, weil ein Kalender der Maya endete.
Die Prophezeiung des Malachias ist, was die Namen betrifft, nachweislich eine Fälschung. Die Namen wurden erst in Ende des 16. Jahrhunderts hinzugefügt. Und so kam man nun darauf, wenn man weiterzählte, dass Papst Benedikt XVI. der vorletzte Papst vor dem letzten und damit 112. auf der Liste sei. Dass nun dieser nicht dran ist, sieht man schon daran, dass wir keinen Petrus II. aus Rom als Papst haben.

Das Verfahren gegen Bestechlichkeit gegen Christian Wulff und David Groenewold wird mit ziemlicher Sicherheit eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Hannover will das Verfahren einstellen, wenn Wulff und Groenewold diese im Gegenzug einen Geldauflage in fünfstelliger Höhe bezahlen.
Damit dürfte das schon einmal vom Ex-Bundespräsidenten abgewendet sein. Fragt sich nur, ob das auch uns Bürgern gefällt? Mir ist das recht egal, denn Wulffs Ruf ist eh nicht mehr zu retten, da macht dieses eingestellte Verfahren den Kohl auch nicht mehr fett.
Stattdessen warten wir gespannt darauf, was beim Prozess gegen Wulffs ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker herauskommen wird.

Die ARD kann sich mal wieder im eigenen Schatten sonnen. – Ja, ich weiss, das passt nicht zusammen, aber gerade so ist es auch gedacht. – Erst sehen sich mehr als 12 Millionen Zuschauer den ersten Einsatz von Til Schweiger im Tatort an und dann gibt es auch noch einen Rekordabruf in der Mediathek für diesen.
Beim Fernsehen erkläre ich es mir so, dass genug Werbung gemacht wurde, damit auch wirklich der letzte Fernsehverweigerer mitbekommt, wer da am Sonntag sein Debüt geben würde. Und die Mediathek erkläre ich mir so, dass nun all jene sich den Tatort ansehen, um irgendwie nachvollziehen zu können, warum gerade diese Folge so frenetisch gefeiert wurde. Ich empfehle dazu den Ton auszuschalten, eventuell die Folge gleich herunterzuladen, um sie dann im Schnelldurchgang zu gucken. Ausser viel Geballer und einigen Humoreinlagen bezüglich des Kollegen wird man nicht viel zu sehen bekommen.
Ton aus deshalb, weil Til Schweiger sich immer anhört, als hätte er schon wieder ein paar Weinflaschen zuviel getrunken. Ist mir früher nie so aufgefallen, aber seit seinem denkwürdigen Auftritt, empfinde ich das so.
Kann bloss hoffen, dass der nach zwei Folgen aufhören wird. Ich möchte viel lieber Wotan Wilke Möhring sehen, das ist ein weitaus besserer Schauspieler. Wieso ist Schweiger bloss für die Lindenstrasse entdeckt worden? Wenn man das doch nur rückgängig machen könnte.

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Tschüß, Heiliger Vater


Nun ist also die Sedisvakanz eingetreten. Der Stuhl Petri ist unbesetzt, das Tor geschlossen. Wir waren einmal Papst!
Papst Benedikt ist seit 20 Uhr Papst emeritus, also Papst im Ruhestand. Knapp acht Jahre war er der ranghöchste unter den Katholiken, hat zwei Enzykliken veröffentlicht und seine Jesus-Trilogie.
Dazu hat er 24 Reisen unternommen, drei davon führten nach Deutschland.
Papst Benedikt XVI. ist der erste Papst seit 719 Jahren, der von seinem Amt zurücktritt. Er fühle sich den Strapazen des Amtes nicht mehr gewachsen, hatte er in seiner Rücktrittserklärung gesagt.
Wir haben es gesehen, wie er in den letzten Jahren zu den Gottesdiensten hineingefahren wurde, wie er nicht mehr so agil schien wie zu Beginn seines Pontifikats.
So entschloss sich Benedikt, das Amt aufzugeben. Ein Papst kann zurücktreten, auch wenn es seit 719 Jahren nicht mehr geschehen ist. Es ist ein mutiger Schritt gewesen, der in unser heutigen Zeit gar nicht so ungewöhnlich scheint. Der Papst hat mit seinem Rücktritt bewiesen, dass man das Amt nicht bis zum bitteren Ende ausfüllen muss, wie es sein Vorgänger getan hat. Wenn man merkt, dass die Kräfte nicht mehr ausreichen, soll man für einen jüngeren Platz machen. Das ist modern und zukunftsweisend.
Natürlich sind nie die Stimmen verklungen, die sagten, dass Benedikt aufgrund des Vatileaks-Skandals zurückgetreten sei. Wie viel Wahrheit daran ist, kann niemand sagen und werden wir auch nie erfahren.
Kurz nach 17 Uhr hob der Helikopter mit dem Papst und seinem Sekretär von den vatikanischen Gärten ab und es ging in etwa einer Viertelstunde nach Castel Gandolfo, wo Benedikt XVI. die nächsten Wochen verbringen wird. Dann wird es zurück in den Vatikan gehen, wo er ein aufgegebenes Kloster beziehen wird, das momentan für ihn umgebaut wird. Und was wird der Papst emeritus dort machen? Tja, er sagt, er wolle Beten und hat seinem Nachfolger Gehorsam gelobt.
Ob wir mal ein Bild von ihm und seinem Nachfolger sehen werden? Möglich, aber unwahrscheinlich, denn Benedikt möchte sich zurückziehen, quasi unsichtbar werden. Aber vielleicht werden wir ein paar Bilder sehen. Wir müssen abwarten.
In Castel Gandolfo angekommen, zeigte sich der Papst den Anwesenden, hielt eine kleine Rede und sagte am Ende „Grazie e bonna notte.“ Was soviel heisst wie: „Danke und Gute Nacht!“ Das waren also die letzten Worte, die Papst Benedikt am Ende seiner Amtszeit gesagt hat.
Um 20 Uhr endete das Pontifikat Benedikts XVI. nach knapp acht Jahren.
Nun wird sich bald das Kardinalskollegium treffen, zwei Kardinäle haben übrigens abgesagt, so dass es nur noch 115 sind. Und dann werden wir mit Glück schon um den 20. März herum weissen Rauch sehen, falls denn dieser auch wirklich als weisser Rauch erkannt wird. Das letzte Mal war man nicht wirklich sicher, welche Farbe der Rauch hatte.
Wer aber nun wird Benedikts Nachfolger werden? Im Grunde genommen kann dies jeder unverheiratete männliche Katholik werden. Aber seit Jahrhunderten wird es ein Kardinal. Wer dies sein mag? Ich kann niemanden benennen. Da gibt es papabile aus Nord- und Südamerika, aus Afrika und natürlich aus Europa. Aber sticht irgendein Name wirklich heraus? Ich glaube nicht. 2005 war es Josef Ratzinger, dessen Name über allen anderen lag. Da gab es gar keine andere Entscheidung. Aber dieses Mal? Nein, ich weiss wirklich nicht, wer es werden sollte. Der Ruf nach einem afrikanischen Papst wird laut. Wobei ich nicht glaube, dass er gut für die europäische Kirche ist, die sich momentan in der Krise befindet. Für Afrika wäre es gut, aber nicht für Europa. Und ein Südamerikaner? Tja, ich weiss nicht so recht, ob die mit den europäischen Problemen zurechtkommen werden.
Und dann gibt es da auch noch diese Prophezeiung des Malachias, die im 12. Jahrhundert entstand, in den Vatikanischen Archiven verschwand und Ende des 16. Jahrhunderts wieder auftauchte. Nun waren die Namen bis zu dem bis dahin letzten Papst neben die Beschreibungen der Pontifikate gesetzt. Deshalb geht man auch davon aus, dass es sich bei der Prophezeiung des Malachias um eine Fälschung handelt.
Es sind insgesamt 112 Päpste, die in der Prophezeiung des Malachias auftauchen. Papst Benedikt XVI. war der 111. und wurde als De Gloriae Olivae, also als Herrlichkeit der Olive beschrieben. Dazu muss man wissen, dass der Benediktinerorden einen Olivenzweig im Wappen trägt.
Damit ist Benedikt der vorletzte Papst gewesen. Der 112. und damit letzte Papst wird als Petrus, der Römer bezeichnet. Mit ihm wird Rom untergehen. Dazu hier der Wortlaut: In persecutione extrema Santae Romanae Ecclesiae sedebit Petrus Romanus, qui pascet oves in multis tribulationibus: quibus transactis civitas septicollis diruetur, et ludex tremendus iudicabit populum.
Und was heisst nun dieses schöne lateinische Kauderwelch? Hier die Übersetzung für alle, die nicht des Lateinischen mächtig sind: Der Papstthron der Heiligen Römischen Kirche wird in höchster Bedrängnis von Petrus, dem Römer eingenommen werden, der seine Schäfchen durch schwere Mühsal geleiten wird, an deren Ende die siebenhügelige Stadt (Rom) vernichtet und der höchste Richter über sein Volk richten wird.
Damit wird explizit der Untergang Roms benannt. Im Grunde genommen könnte es aber auch bedeuten, das der Vatikan und damit die katholische Kirche auseinanderbrechen wird. So wie es aussieht, trifft eher meine Vermutung zu, als das ein grosses Erdbeben oder was auch immer kommen wird und Italien zerstört. Ausser man setzt es mit den Wahlergebnissen gleich. Da herrscht nicht nur eine Pattsituation, sondern man muss sich grosse Sorgen um Italien machen. Wie wird es dort weitergehen? Ist das Land überhaupt regierungsfähig? Man gucke sich Belgien an. Die können seit Jahren keine Regierung bilden und es geht dennoch.
Was auch immer kommen mag, das Ende wird wohl nicht kommen. Ausser Bertone wird der nächste Papst.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 28. Februar 2013 in Bücher, Fernsehen, Kultur, Real life, Technik, Wetter, Winter

 

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