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Tag der Entscheidung – Scheitert Deutschland zum dritten Mal?


Heute ist es also so weit: Deutschland trifft heute Abend im Halbfinale auf Gastgeber Brasilien. Ein Gegner, den die deutsche Mannschaft nicht unbedingt haben wollte. Aber die Niederlande wären genauso unbequem, außerdem hätten sie zuvor Argentinien bezwingen müssen. Dann doch lieber Brasilien.
Die Brasilianer gehen „geschwächt“ in dieses Spiel. Superstar Neymar ist verletzt und Kapitän Thiago Silva fällt wegen einer Gelbsperre aus. Daraus könnte sich natürlich eine Trotzreaktion der Spieler gebildet haben, die nun alles daran setzen, um ihrem Teamkollegen Neymar den WM-Titel zu widmen. Auch wird gesagt, dass Silvas Ausfall nicht wirklich scmerzen würde, denn man habe schliesslich noch Dante. Wieso wollte der brasilianisce Verband dann allerdings erwirken, dass die zweite gelbe Karte von Silva für ungültig erklärt werde, damit er doch noch spielen könne? Das mact mich doch ein wenig stutzig. Einerseits wird gesagt, man habe Ersatz und andererseits wird diese Aussage Lügen gestraft. Was ist da los mit der Selecao?
Ich würde sie nicht als haushpche Favoriten bezeichnen. In der Vorrunde haben sie sich schwergetan, wenn man das Spiel gegen Kamerun aussen vor lässt. Gegen Kroatien gab es einen Arbeitssieg, zudem gilt der Sieg aufgrund von Fehlentacheidungen des Schiedsrichters als umstritten. Gegen Mexiko gab es nur ein mageres Unentschieden, während man gegen Chile beinahe im Achtelfinale rausgeflogen wäre und nur weiter kam, weil man die besseren Elfmeterschützen hatte. Das nenne ich Glück, aber auch nicht mehr. Genauso war es gegen Kolumbien Glück, dass man den Elfmeter bekam, ansonsten hätte es vielleicht Verlängerung und erneut Elfmeterschiessen gegeben. Wer weiss, ob sie da gegen Kolumbien bestanden hätten.
Aber wer sagt, dass Deutschland der Haus Höhe Favorit ist? Gut, sie stehen zum vierten. all hintereinander in einem Halbfinale. Von den drei bisherigen könnten sie nur mit Müh und Not 2002 das Spiel gegen Südkorea gewinnen. Gegen Italien 2006 und Spanien 2010 hingegen sah die deutsche Nationalmannschaft alt aus. Aber man wollte auch gar nicht gewinnen, wie ich immer sage, da man sonst als Weltmeister zum Confed-Cup hätte reisen müssen, der immer ein Jahr vor einer Weltmeisterschaft im Gastgeberland stattfindet. Das wäre 2009 Südafrika und 2013 Brasilien gewesen. 2017 hingegen wird der Confed-Cup in Russland stattfinden. Das ist ja nicht so weit von Deutschland entfernt. Außerdem verlor man 2002 nur durch den damaligen Torhüter Oliver Kahn das Finale der WM, was dieser inzwischen auch sagt.
Deutschland hat seit dem Spiel gegen Portugal bei keinem Spiel mehr wirklich überzeugen können. Gegen Ghana und vor allem Algerien war es eine einzige Katastrophe. Aber vielleicht war das auch alles Taktik, denn Deschamps soll, nachdem er sich das Algerien-Spiel angesehen hatte, gesagt haben: „Wenn die Deutschen so spielen, wie gegen Algerien, schlagen wir sie.“
So hat Deutschland nicht gesielt, aber herausragend war die Leistung auch nicht. Sie konnten von Glück sagen, dass sie einen Libero hatten, der eigentlich Torwart ist und die Franzosen nicht wirklich etwas zustande brachten. Damit hiealten sie das magere 1:0. Wobei man natürloch nicht vergessen darf, dass Spanien mit 1:0-Siegen Weltmeister wurde.
Deutschland muss sich schon noch ein wenig steigern, mehr laufen, weniger Bälle verloren gehen lassen. Sie müssen einfach kämpfen und Fußball spielen. Ja, das sagt sich so leicht, vor allem bei Aussenstehenden. Die wissen alles besser und haben vor allem auch die aller besten Tipps.
Was spricht noch dafür, dass Deutschland heute Abend oder besser heute Nacht ins Finale einziehen wird? Da ist einmal der sechzigste Jahrestag des Wunders von Bern, wo Deutschland im Jahr 1954 seinen allerersten WM-Titel gewann. Dann ist das noch der vierzigste Jahrestag des Gewinns des zweiten WM-Titels. Vor 24 Jahren wurde dann der dritte und letzte Titel geholt. Und 24 Jahre dauerte es bis Deutschland zum ersten Mal den WM-Titel gewann. Damit schliesst sich der Kreis. Ich hoffe, alle verstehen, worauf ich hinaus will. Es kann kein anderes Land geben als Deutschland, das Weltmeister werden wird.
Auch Elefantendame Mala und ihre Nachfolgerin Schlaubeutel sind davon fest überzeugt. Jonas hat den Schlaubeutel auch schon das andere Halbfinale sowie das Spiel um Platz drei und das Finale tippen lassen.
Tja, was hat das Fussballorakel wohl gesagt? Deutschland wird Weltmeister! Wirklich wahr? Jonas hat mehrere Male nachgefragut, dann kurz unterbrochen und noch einmal gefragt, es kam immer dieselbe Antwort: Deutschland wird Weltmeister!
Sie werden im Finale übrigens laut dem Schlaubeutel auf die Niederlande treffen. Es gibt also eine Wiederholung des Finales von 1974. Außerdem würde Argentinien WM-Dritter werden und Brasilien besiegen. Allerdings würden sie sich schwertun. Aha, dann wollen wir mal sehen, ob der Schlaubeutel recht behalten wird. Sollte sie, dann ist sie Malas würdige Nachfolgerin. Allerdings habe ich so das Gefühl, dass Jonas sich bald nach einem neuen Fussballorakel wird umsehen müssen.
Die deutsche Mannschaft sollte auch gewinnen, sonst werde ich nämlich eiskalt mein Trikot wieder umtauschen. Begründung: Mangelnder Erfolg.
Ja, ich habe noch ein Trikot ergattert. Samstagabend bin ich noch in die Stadt gefahren und habe mir dort erst einmal das Trikot in drei Grössen geschnappt. Dann anprobiert und das mit der besten Länge genommen. Allerdings ist es ein wenig weit, geht halt nicht anders. War schon sehr geräubert, als ich ankam. Auch würden meine Trikots beäugt, die ich mir gesichert hatte. Als ich gestern noch einmal in dem Laden war, gab es bis auf ein XXL-Trikot nichts mehr. Alles geräubert. Das schienen wohl einige ähnlich gedacht zu haben wie ich und sollten sich noch rechtzeitig ein Weltmeistertrikot sichern. Falls sie heute Abend gewinnen sollten. Die beiden besten Rüsselorakel der Welt glauben jedenfalls daran.
Und wie heisst es so schön: Am Ende gewinnen die Deutschen! So sei es!

 

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Bye-bye Elefant Hussein – Ruhe in Frieden, alter Pappsack!


Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich leb‘ in euch und geh‘ durch eure Träume.
Michelangelo Buonarotti

Diese Nachricht habe ich wirklich nicht erwartet. Ich musste es zweimal lesen, um es wirklich zu glauben. Elefantenbulle Hussein ist tot!
Gestern, kurz vor dem Verladen legte er sich in seiner Box hin, litt wahrscheinlich unter Atemnot. Sofort eingeleitete Rettungsmassnahmen konnten ihm nicht mehr helfen. Wenige Minuten später, war dieser liebenswerte Bulle tot.
In einer Todesanzeige würde nun stehen, er hinterlässt seine trauernde Mitbwohnerin Mala sowie seine Haremsdamen und seine Kinder.
Nina jedenfalls ist total geschockt, was ich ihr nicht verdenken kann. Am Donnerstag noch hat sie ihn besucht, um von ihm Abschied zu nehmen. Nichts deutete darauf hin, dass er am nächsten Tag um die Zeit schon nicht mehr leben würde. Wie immer war er bei Nina recht anhänglich. Auch konnte sie beobachten, wie er sich von einem Kind bereitwillig den Rüssel streicheln liess, obwohl er das eigentlich total verabscheute. Vielleicht wusste er da schon, dass er nicht mehr lange leben würde.
Er war ein imposanter, ruhiger, liebenswerter Bulle. Zu Mala war er in den letzten zwei Jahren nicht immer nett gewesen, aber die Gesellschaft der beiden ist zwanzig Jahre eigentlich recht gut gewesen.
Nach Belgien hätte er gehen sollen, nach Planckendael, einer Aussenstelle des Zoo Antwerpen. Er hätte noch viele glückliche Jahre verleben können. Doch nun ist er tot. Vierzig Jahre ist er alt geworden. Kein Alter für einen Elefanten, für einen Zooelefanten sehr wohl. Der Schnitt, wie alt Zooelefanten werden, liegt bei gerade mal 35 Jahren.
So ein imposanter Kerl. Nicht immer nett zu Mala, aber äusserst liebenswert, ruhig und verständig. Nina ist der Meinung, dass er sie genau verstanden hat, dass er nachvollziehen konnte, warum sie manchmal wütend auf ihn war. Hussein hat sie respektiert, dass habe ich gesehen, wenn ich sie begleitet habe, so wie sie ihn respektiert hat.
Manchmal war er recht schüchtern, blieb in einiger Entfernung stehen, wenn Mala gefüttert wurde und guckte immer, ob er nicht auf was bekommt. Dann stand er neben Mala und suchte auf der Mauer, ob da nicht was für ihn liegt. Es war aber auch das Zeichen dafür, dass er etwas haben wollte.
Nina hat sich oft über ihn aufgeregt, war zornig auf ihn, weil er sich so frech gegenüber Mala benommen hat, aber sie hat ihn doch im tiefsten Inneren ihres Herzens immer gemocht.
Der Titel für diesen Eintrag spukte mir seit zwei Wochen im Kopf herum. Bloss der Zusatz mit dem „Ruhe in Frieden“ ist neu, da hätte eigentlich etwas anderes stehen sollen. Makaber, dass man den Titel auf zweierlei Weise benutzen kann.
Nina hat bis heute morgen nichts gewusst, dann lass sie in der Zeitung „Trauer um Hussein“. Erst dachte sie, es würde getrauert werden, weil er gegangen war. Doch dann las sie den Artikel weiter und es wurde klar, dass er gestorben war.
Wahrscheinlich ein anaphylaktischer Schock durch das Narkosemittel. Nina glaubt nicht, dass sie ihn nicht sediert haben, obwohl von Hussein wirklich keine Gefahr ausgegangen sein dürfte. Aber wenn der Pfleger nicht mehr da ist, der die engste Bindung hatte, wird es schwierig. Dennoch war er ein ganz ruhiger und lieber Bulle.
In Indien war er Arbeits- und Tempelelefant gewesen, bevor er den Weg nach Hamburg fand und dort erfolgreich züchtete. Sein jüngster Nachwuchs rennt gerade durch das grosse Gehege und sorgt für allerlei Unruhe. Ein kleiner Wirbelwind, der am liebsten bei Tante Yashoda am „Rockzipfel“ hängt und von Schwester Shila bewacht wird, wenn er schläft.
Er wird nicht vergessen werden, sondern in seinen Nachkommen weiterleben. In Ratna, Corny, Kandy, Shila, Assam (alias Darjeeling), Thai, Shahruhk, Sandry, Salvana (Indra) und Rani.
Ruhe in Frieden, Hussein. Schade, dass es so gekommen ist. Mach’s gut, alter Pappsack!


Hussein, ein Tag vor seinem Tod

Was wird nun aus Mala werden? Wie wird es ihr gehen, einen Tag nachdem Hussein gestorben ist? Durfte sie sich von ihm verabschieden? Wie geht es der restlichen Herde? Alles Fragen, die ich nicht beantworten kann, da ich über 800 Kilometer entfernt bin. Nina wird es sagen können, aber seit heute morgen schweigt sie.

Deutschland hat gegen die Niederlande gewonnen, wie es Elefantenkuh Nelly gesagt hat. Shahruhk und Shanti lagen mit ihrem Unentschieden daneben, dafür hat Elefantendame Mala ebenfalls mit ihrer Voraussage richtig gelegen. Wie sie auch sagte, dass Frankreich gegen die Ukraine gewinnen wird.
Etwas skeptisch war ich bis zum Beginn der zweiten Halbzeit schon, ob Mala sich da nicht geirrt hätte.
Aber erst einmal war nach vier Minuten Schluss. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie, da es nicht nur goss wie aus Kübeln, sondern auch blitzte. Und die Sicherheit der Spieler geht immer vor. Das schüttete so sehr, wie man es nicht für möglich gehalten hat. Vor allem konnte man wegen des Regenteppichs die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Und dann schien noch die Drainage des Rasens das Wasser nicht aufnehmen zu können, dass dort nachgeholfen werden musste. Das erinnerte doch ein wenig an die Bilder der WM 1974. Damals in Frankfurt beim Spiel Deutschland gegen Polen hatte es vor dem Spiel einen wahren Regenschauer gegeben. Das Wasser stand auf dem Rasen. Am Ende wurde dieser platt gewalzt, damit das Wasser endlich nicht mehr auf der Spielfläche stand. Denoch ging das Spiel als Wasserschlacht in die Geschichte ein.
Nach einer Stunde ging das Spiel endlich weiter. Wegen der Verzögerung wurde England-Schweden eine Viertelstunde später angepfiffen.
Frankreich schien erst nicht recht ins Spiel zu finden, dann in der zweiten Halbzeit innerhalb von drei Minuten, schossen die Blauen zwei Tore und die Ukraine konnte dem nichts entgegensetzen. Es schien, als würden sie sich in der Schicksal ergeben, die Niederlage abkzeptieren. Dabei sahen die in der ersten Halbzeit doch beinahe wie der klare Sieger aus.
Mala hatte Recht, als sie auf Sieg entschied.

Deutschland hat die Niederlande nass gemacht, die überhaupt nicht ins Spiel zu finden schienen. Kein Wunder, wenn sie sich alle selbst Spinne Feind zu sein scheinen.
Beste Szene, wo Robben bei der Auswechslung einfach über die Bande sprang. Es wurde als kürzester Weg bezeichnet, aber im Grunde genommen dürfte er sauer gewesen sein. Er hat ja nichts gebracht, kein Tor geschossen, gar nichts. Philipp Lahm stand da, wartete und nahm Robben dann den Ball ab. Denn Robben spielt immer das gleiche. Das wissen allerdings wohl noch nicht alle.
Lustig fand ich ein Transparent: „Welche Tiere schiessen keine Tore?“ „Robben!“
Natürlich eine Verhöhnung, aber ich finde es lustig. Wird er ja wohl wahrscheinlich auch nicht gesehen haben.

Das nächste Spiel von Deutschland hat Mala übrigens auch schon entschieden. Sie tippt auf einen Sieg für Deutschland.
Sie sollten auch besser gewinnen, denn sie können trotz sechs Punkten immer noch ausscheiden.
Bei Frankreich gegen Schweden ist sie noch ein wenig Unentschlossen, Sie tendiert zwischen Sieg für Frankreich und Unentschieden hin und her.

Wer übrigens mal sehen möchte, wie Thisiam aussieht. Hier gibt es ein paar Bilder.

 

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