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Schlagwort-Archive: afrikanischer Elefant

… und sind genauso schlau als wie zuvor


Nachdem ich in meiner Statistik sehen konnte, dass in den vergangenen Woche die Suche nach dem Obduktionsergebnis von Hussein zugenommen hat, also immer mehr Besucher meiner Seite wissen wollten, woran denn nun der imposante Elefantenbulle gestorben ist, kann ich nun etwas dazu sagen. Das Ergebnis ist da, aber ob wir es nun kennen oder nicht kennen, es ändert nichts an der Tatsache, dass wir Aussenstehenden genauso schlau als wie zuvor sind, um es einmal mit Goethes Faust zu sagen.
Also hier das Obduktionsergebnis, dass im NDR-Fernsehen verbreitet wurde und auf dem hauseigenen Internetauftritt des Tierparks steht. In einer Zeitung hat es nicht gestanden.
Man hat aus offizieller Sicht nicht den Grund herausgefunden, woran Hussein nun wirklich gestorben ist. Klar ist, dass der Elefantenbulle an Herz-Kreislaufversagen starb. Ob nun eine Überdosis an Beruhigungsmittel, wie ich bereits kurz nach Husseins Tod vermutete, dass wird nicht ersichtlich aus dem Text.
Hussein habe eine „routinemässige Beruhigungsspritze“ bekommen. Das klingt nun beinahe danach, als wäre es nur eine gewesen. Im Artikel „Tod eines Patriarchen“ vom 18. Juni 2012 aus dem Hamburger Abendblatt geht aus dem Text hervor, dass man Hussein noch einmal nachgespritzt hat, weil er noch zu wach wirkte. Kurz nach der zweiten Dosis, die nicht höher als die zuvor ausgefallen ist, legte der Dickhäuter sich in seiner Box hin und verstarb. Lebensrettende Massnahmen konnten ihm nicht mehr helfen.
Eine Vorerkrankung kann ausgeschlossen werden, dennoch bleibt rätselhaft, woran er nun gestorben ist. Eine Medikamentenunverträglichkeit könnte möglich sein, muss aber nicht. Man weiss es nicht. Oder wir erfahren nicht, was wirklich ist. Alles ist möglich.
Der medizinische Laie gibt sich mit einem Herz-Kreislauf-Versagen zufrieden. Habe mal Lei gefragt, die vom Fach ist, sie sagte mir, dass es bei einer Überdosierung zu einem Herz-Kreislauf-Versagen kommen könne, genauso wie bei einer Unverträglichkeit. Also, es kann sein, muss aber nicht, möglich wäre es.
Das Ergebnis ist bekannt, doch irgendwie bleibt dieser leise Hauch, als solle uns – der Öffentlichkeit – Sand in die Augen gestreut werden. Die Wahrheit werden wir nie erfahren. Aber das schrieb ich im letzten Monat ja schon in einem Artikel.
Freunden wir uns vielleicht mit der Version an, dass Hussein einfach nicht seine Heimat hatte verlassen wollen nach 25 Jahren. Vielleicht hat er sich gesagt: ‚Ohne Mala gehe ich nicht.‘ Dann hat er aufgehört zu atmen und ist gestorben. Möglich ist alles, vor allem bei diesem nichtssagenden Obduktionsergebnis.

Und wo ich gerade die einzig wahre Mala erwähnt habe: Jenala hat ein Bild von Mala in ihrem neuen Zuhause (ihre Heimat ist immer noch Hamburg und wird Pairi Daiza niemals werden) gesehen. Auf den ersten Blick sehe die Elefantin zufrieden aus. Aber Jenala kennt sie besser und sie sagt, dass Mala nicht glücklich ist. Zwar weine sie nicht, aber das ist noch nie Malas Art gewesen, selbst wenn sie tieftraurig war, höchstens Hussein war wieder nicht nett zu ihr gewesen. Sie scheint nicht glücklich, was man an der Haltung sehen könne, wie sie da steht und wie sie guckt. Gut, ich sehe da nichts, aber Jenala kennt Mala besser als andere.
Zwei Elefanten werden Pairi Daiza irgendwann wieder verlassen. Sandry (Tochter von Hussein) und Claudy (deren Mutter). Sandry ist trächtig und wenn alles gut geht, werden beide zurück nach Rapperswil gehen. Mala wird nicht alleine zurückbleiben, aber ist der Ort dort wirklich besser? Wenn ich an den afrikanischen Elefanten denke, wird mir ganz mulmig, aber da bin ich nicht der einzige, der das denkt. Habe mir auf Youtube mal angesehen, was da – glaube dreimal täglich – mit den Elefanten gemacht wird. Eine völlig abstruse Show für die Zuschauer. Da mag Mala dann Bewegung haben, aber ich glaube kaum, dass ihr das sehr gefallen wird. Sie mag es lieber ruhig und gemächlich und natürlich schönes Futter, das ist ein Muss.
Und im November wird sie ihren 50. Geburtstag feiern. Am 10.11.12, also dem 10. November 2012.
Noch gibt Jenala die Hoffnung nicht auf, dass Mala zurückkehren wird. Wie heisst es so schön: Die Hoffnung stirbt immer noch zuletzt.

Am Mittwoch berichtete ich, dass die aktuelle Titanic-Ausgabe gerichtlich verboten wurde. Und danach setzte genau der Hype ein, den ich prophezeit habe. Die aktuelle Ausgabe ist fast überall ausverkauft. Bei Ebay werden zum Teil 25 Euro oder mehr für eine Ausgabe gezahlt. Hätte ich das zuvor gewusst, ich hätte doch noch mehr als nur die eine Ausgabe gekauft. Aber wer hätte mir dann die Aufgabe bei Ebay abgenommen? Ich will damit nämlich nichts zu tun haben. Na gut, ich hätte schon einen Arbeitskollegen gefunden, der das für mich erledigt hätte. Aber mit dem dann auch noch das Geld teilen? Nee, da kenne ich keine Freunde mehr, denn bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf.
Aber es ist die beste Reklame für die Satirezeitschrift. So was nennt sich übrigens der „Streisand-Effekt“. Benannt nach Barbra Streisand, die 2003 gegen ein Foto vorging, wo ihr Haus abgebildet war. Danach wurde man natürlich erst recht darauf aufmerksam. Genauso ist es hier auch. Die Ausgabe ist verboten worden mit dem Cover, die Öffentlichkeit erfährt es und schon sind sie wie nichts in die Zeitungsläden gestürmt, um sich eine Ausgabe zu sichern oder gleich mehrere, um den grossen Reibach machen zu können.
Ich habe eine Ausgabe, die ich auch nicht verkaufen werde. In einigen Monaten kräht eh kein Hahn mehr danach.

Heute ist wie alljährlich französischer Nationalfeiertag. Damit wird bekannt an den Sturm auf die Bastille erinnert, mit der die französische Revolution 1789 begonnen hat. Was damals blutig begann, wurde im Laufe der Jahre noch blutiger, erinnern wir uns nur an die Guillotine. Der Grande Terreur mit Robbespierre an der Spitze. Am Ende frass dann die Revolution ihre eigenen Kinder: Danton und schliesslich Robbespierre. Und irgendwann dann kam Napoleon.
Und mich erinnert dieses Datum nur wieder daran, dass ich in drei Tagen Geburtstag habe. Und zu meiner aller Ärger habe ich dieses Jahr nicht frei bekommen. Ich habe immer an meinem Geburtstag frei gehabt, denn da will ich nirgendwo sein, wo man mir gratuliert. Das hasse ich, weshalb ich mich immer dann verdrücke. Und ich bin auch nicht wirklich interessiert daran, was die Kollegen sich wieder für mich ausgedacht haben. Dabei habe ich das schon Anfang des Jahres genehmigt haben wollen, aber nein, da war nichts zu machen. Haben die das extra gemacht? Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass niemand wusste, ob ich denn überhaupt nach meiner Volontärzeit auch übernommen würde. Aber das kann man doch nicht auf meinen Schultern ausbaden. Ich will frei haben!

Heute soll ein ziemlicher Sonnensturm herrschen. Ich habe es auch schon gemerkt, als ich mein Internet eine halbe Stunde lang nicht funktionierte. Jetzt geht es wieder, aber ich sollte diesen Artikel schnellstmöglich beenden.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 14. Juli 2012 in Elefant, Fernsehen, Kultur, Real life, Sommer, Technik, Tiere, Wetter, Zoo

 

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Einmal ist es zuviel! – Mit dem Papst ist nicht zu spaßen


Über die Nachricht habe ich mich wirklich sehr gefreut. Der Hamburger Tatort bekommt noch einen weiteren Kommissar hinzu. Dargestellt wird dieser durch Wotan Wilke Möhring.
Das mag vielleicht kein Weltstar sein wie Til Schweiger, dafür hat er aber hundertmal mehr Klasse. Leider wird nur der erste Tatort direkt in Hamburg spielen, die anwderen werden im Umland stattfinden. So soll dann die Konkurrenz zu Schweiger verhindert werden. Eigentlich schade, denn es dürfte doch schon jetzt klar sein, wen die Zuschauer lieber sehen wollen. Und das ist nicht der Nuschelpott vom Dienst.
Warum dem die Rolle eines Tatort-Kommissars eigentlich angeboten wurde, frage ich mich jetzt noch. Der hat weder Ausstrahlung, Charisma noch kann er die Leute wirklich begeistern. Ja, seine Erfolge mögen vielleicht für ihn sprechen, aber dennoch muss es einem doch irgendwie komisch vorkommen, wenn sich ein Schauspieler in mehreren Filmen, wo er als Regisseur tätig ist und noch dazu das Drehbuch geschrieben hat, selbst als Hauptdarsteller auftritt. Entweder bedeutet das ein überdimensionales Ego oder aber derjenige bekommt nicht die großen Hauptrollen für andere Filme angeboten. Was mag denn nun stimmen? Vielleicht gibt es sogar noch eine dritte Möglichkeit.
Irgendwie könnte man zu ersterem tendieren, aus dem Grund, weil Schweiger nach seinem Engagement beim Tatort die Sprache auf den vierzig Jahre alten Vorspann der Sende-Reihe brachte. Er hielt ihn für angestaubt und wollte was Neues, also für seine Tatort-Filme. Glücklicherweise wurde sich dagegen entschieden. Denn auch wenn der Vorspann angestaubt sein mag – ich persönlich finde ihn zeitlos -, so ist er doch das Erkennungszeichen. Gut, der Vorspann des Polizeiruf 110 mag in den letzten zwanzig Jahren mindestens dreimal verändert worden sein, aber da fällt das irgendwie nicht auf. Zudem ist es auch eine andere Sende-Reihe.
Es gibt einen Disney-Film, den hat meine kleine Schwester gehasst wie die Pest: Hercules. Gegen die Handlung hatte sie nichts, aber sie mochte die Stimme von Hercules nicht. Und wer hat diese Figur gesprochen? Richtig, Til Schweiger. Und damit komme ich auch schon dazu, was der grösste Kritikpunkt an diesem Darsteller ist, seine Stimme. Nicht nur, dass er beinahe sämtliche Worte durch sein nuscheln undeutlich ausspricht, dass man sich fragen muss, was der denn genommen haben könnte, nein, diese Stimme ist auch absolut nicht für die Ohren geeignet. Ich weiss, warum ich sofort wegschalte, wenn er irgendwo auftaucht, denn diese Stimme ist die reinste Folter. Ein Grund weshalb ich ihn auch niemals interviewen will. Das würde ich einfach nicht durch stehen.
Wie ich schon vor Monaten erwähnte, werde ich den Schweiger-Tatort boykottieren. Weiss nicht, was es bringen wird, aber wenn das wirklich ein Flopp mit dem werden sollte, kann ich sagen, ich hab’s auch nicht gesehen.
Wotan Wilke Möhring ist die weitaus bessere Wahl. In seinen Tatorten, die leider auch nur einmal im Jahr gezeigt werden, wird Wert auf die Polizei Arbeit gelegt und nicht auf das Geplänkel dazwischen. Ddenn in vielen Krimis wird dem Privatleben des Ermittlers beinahe ein höherer Stellenwert eingeräumt als dem eigentlichen Fall. Bei der ZDF-Krimireihe „Stolberg“ ist das etwas anders. Da wird mehr Wert auf den Fall gelegt. Allerdings hat die Serie nun schon ihren dritten Sendeplatz. Von Freitag 20.15 Uhr auf Samstag 22 Uhr irgendwas auf nun Dienstag 20.15 Uhr. Und gerade der Dienstag ist ein toter Tag, da auf der ARD um die Zeit recht erfolgreiche Serien laufen, wie momentan „Der Dicke“ mit Dieter Pfaff.
Zurück zum Tatort. Die Dreharbeiten mit Möhring als Kommissar haben am Dienstag, also gestern, begonnen. Wir dürfen gespannt sein, was für ein Krimi es werden wird. Besser als der mit Schweiger auf jeden Fall. Das macht allein schon der Hauptdarsteller aus.
Möhring ist weder affektiert, noch will er sich im Scheinwerferlicht sonnen. Ihm nimmt man die Rollen ab, die er darstellt.
Ich hoffe, dass die Zuschauer es auch so sehen und seine Tatort-Fälle mehr gucken, auch in der Wiederholung, als die von Schweiger. Dessen Tatorte sollte man einfach nur boykottieren. Jedenfalls werde ich das machen und ich weiss, dass aus meiem Freundes- und Bekanntenkreis mehr als zwei Dutzend das auch machen werden.

Gestern hatte ich mal wieder in einem Zeitschriftenladen gestöbert. Dabei fiel mir die aktuelle „Titanic“-Ausgabe ins Auge, wo der Papst mal wieder übel „veralbert“ (man kann passendere Wörter nehmen, aber die nehme ich nicht mal so in den Mund) wird. Es geht um die Vati-Leaks-Affäre, wo der Kammerdiener des Papstes die Inhalte geheimer Dokumente weitergegeben hat. Bloss weiss man immer noch nicht, wer denn nun der eigentliche Auftraggeber ist. Die Satire-Zeitschrift Titanic titelte dazu: Eilmeldung Leck gefunden!
Auf dem Titel war Benedikt XVI. abgebildet und auf seiner wissen Soutane zeichnete sich ein grosser gelber Urinfleck ab. Betrachtete man nun die Rückseite, war laut Titanic ein weiteres Leck gefunden worden. Nun zierte die weisse Soutane am Gesäss einen braunen Fleck. Nicht wirklich nett, sondern bitterböse, wie sich die Zeitschrift immer wieder gibt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass der Papst als Witzfigur für den Titel hin halten musste.
Ich erinnere mich eine recht harmlose Variante, wo der Papst, damals noch Kardinal Ratzinger, auf der Rückseite der Zeitschrift abgebildet war. Es war eine Anti-Ebay-Werbung. Ratzinger war mit Mitra abgebildet und daneben stand im Begleittext, dass man bei Ebay Mohren, Hirtenstäbe und noch mehr Artikel bekommen könne. Das war die März Ausgabe 2005 gewesen. Kann mich noch gut daran erinnern, weil ich diese Ausgabe der Zeitschrift in die Hände bekam, als Ratzinger kurz zuvor zum Papst gewählt worden war.
Danach machte sich Titanic immer mal wieder über den Papst lustig. Höhepunkt des ganzen nun dieses Inkontinenz-Cover.
Dieses Mal allerdings reichte es Benedikt und ließ das Cover durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg verbieten. – Frage: Wieso ist das Landgericht Hamburg für solche Sachen eigentlich immer zuständig?
Der Titel der akutellen Juli-Ausgabe der Titanic darf nicht mehr gedruckt oder auf der Internetseite gezeigt werden. Alle bereits ausgelieferten Exemplare dürften aber noch weiter verkauft werden. Das erfuhr ich noch während der Arbeit, sodass ich auf de Nachhauseweg erst einmal den nächsten Zeitschriftenladen stürmte. Leider hat der aber keine Exemplare mehr oder wollte sie mir nicht verkaufe. Wir wissen ja, wie sehr die Bayern katholisch sind. Also ab in eine Bahnhofsfiliale. Dort hatten sie auch noch wenige Exemplare. Ich mir das beste geschnappt und dann gleich gekauft. Erhoffe mir von der Ausgabe jetzt nicht den großen Wert, aber man sollte so was haben. Erinnert mich ein wenig an den Roman „Esra“, der bis heute nicht verkauft werden darf, da zwei der Figuren nur allzu deutlich von ihren realen Vorbildern als diese erkannt wurden. Vor einigen Monaten – oder war’s im letzten Jahr? – wurde erneut entschieden, dass der Roman weiterhin verboten bleibt. Wer da ein Exemplar hat, darf sich freuen, wobei die Handlung nun wirklich nichts ist.
Die Titanic hat reagiert und das Cover von ihrer Internetseite genommen, dennoch wollen sie nicht kampflos aufgeben.
Ich weiss jetzt nicht, warum sie das noch weiter breittreten, aber so schnellen die Verkaufszahlen dieser Ausgabe wahrscheinlich ähnlich in die Höhe wie damals bei der Ausgabe, wo Kurt Beck als Problembär bezeichnet wurde, hatte dieser auch eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Heft entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Denn anfangs schienen die Titanic-Leute das gar nicht so ernst zu nehmen. Es war übrigens die Juli-Ausgabe vor sechs Jahren. Ausserdem auch nicht das erste Mal, dass eine einstwilige Verfügung erwirkt wurde. Schon Björn Engholm gefiel nicht, was die Titanic da mit seinem Bild veranstaltet hatte. Bloss Helmut Kohl schien es nicht zu interessieren, obwohl er jahrzehntelange der Häme des Titanic-Magazins ausgesetzt war. Auch Angela Merkel scheint es nicht zu stören. Aber wie heisst es so schön, irgendwann ist der Punkt erreicht, der das Fass zum überlaufen bringt.
Ich besitze jetzt ein Exemplar, wo ich noch meinen Enkeln erzählen kann: Seht her, damals ist dieses Cover verboten worden, aber euer Opa hat sich noch schnell ein Exemplar gesichert.
Titanic jedenfalls kann sich freuen, denn ihr Heft ist in aller Munde. Alle Welt berichtet davon, und jeder der sich darüber aufregt, macht doch nur Reklame dafür.

Wie ich durch einen Zufall gesehen habe, ist mein Artikel von Samstag, der über Elefantenkuh Mala, verlinkt worden. Dagegen habe ich nichts, aber eine klitzekleine Mitteilung wäre nett gewesen. Ich weiss, dass ich weder eine Impressum-Seite noch meine Email-Adresse hier stehen habe. Dennoch hätte man mir einen Kommentar schicken können, wo mir das mitgeteilt werden.
Ich überlege ja immer noch, wie der Abgang mit Elefantendame Mala gelaufen ist. Es kommt mir bald wie eine Nacht-und-Nebel-Aktion vor. Vor allem das dann auch noch das Eismeer eröffnet wurde und so die Aufmerksamkeit darauf lag. Plötzlich war das Gehege leer und die Elefantin einfach nicht mehr da. Wenn das vorher durchgesickert wäre, ich weiss nicht, ob das jedem Stammbesucher gefallen hätte.
Gut, vielleicht mag es Mala in Belgien wirklich besser gehen, aber wenn man bedenkt, dass sie da in direkter Nähe einer afrikanischen Elefantenkuh ist. Gesundheitlich eine schlechte Lösung.
Es ging wohl nicht nur darum, dass Mala nicht allein stehen sollte, sondern auch, dass die Pfleger nucht mehr andauernd gefragt wurden, was Mala denn da mache, wenn sie mal wieder webte. Dass sei in den letzten zwei Monaten extrem geworden. Vorher fragten vereinzelt mal ein paar Besucher, aber in dem Zeitraum wurde beinahe stündlich mehrmals nachgefragt. Und als Mala dann eben alleine war, fiel es ja noch mehr auf, wie ich bereits geschrieben habe. Das dürfte für mich der Hauptgrund gewesen sein, warum Mala gehen musste.
Als ich mir vorhin einen alten Artikel ansah, sprang mir ins Auge, dass ich Mala damals schon als „greatest Star of all“ bezeichnet hatte. Hatte ich am Samstag ja auch getan, da aber im Zusammenhang mit dem Film „Sunset Boulevard“ und das der Stern der Dickhäuterin im Laufe der Jahre stetig gesunken ist.
Eine der grössten Herden Europas lichtet sich langsam. Als nächstes dürfte Thura gehen, frühestens nächstes Jahr spätestens 2014. Warum? Sie ist ein weiterer Problem Elefant, unter Dauerbewachung. Ihre Tochter ist drei Jahre alt geworden letzte Woche. Noch trinkt sie Milch bei Mutter Thura, was sich im nächsten oder übernächsten Jahr erledigt haben dürfte. Dann endet Thuras Schonfrist und man darf Sucher sein, dass auch sie den Tierpark verlassen wird. Ob sie dann zu Freundin Saida nach Leipzig darf? Die würden sich sicherlich freuen, ein weiteres Problem-Tier zu bekommen. Aber für Saida wäre es gut, denn das Modell Mala ist bei ihr gescheitert. Auch wenn sie noch beim Bullen in der Anlage steht, sieht man, dass das keine Dauerlösung ist. Das ist ein Ignoriere, dass es bei Mala und Hussein so nie gegeben hat. Saida mag Naing Thein nicht und das sieht man. Falls Thura kommen würde, hätte sie wieder jemanden nach dem Weggang ihrer Tochter Salvana.
„Hagenbeck hat an Bedeutung verloren. Da könnten sie hundert Mal das Eismeer abreissen und wieder aufbauen, es ändert nichts an der Tatsache.“ Verbitterte Worte, aber irgendwie hat Nina recht. Denn der Tierpark war Mala. Sie war eine Institution.
Nina jedenfalls ist konsequent. Sie geht überhaupt nicht mehr hin. Aber das sagte sie bereits schon vor einem Jahr: Ab dem Tag, wo Mala nicht mehr da ist, wird sie den Hamburger Tierpark ignorieren.
Was mit dem Ergebnis des Obduktionsberichtes von Elefantenbulle Hussein ist, kann ich nicht sagen. Im Internet ist dazu nichts zu finden. Das bedeutet, dass das Ergebnis noch nicht bekannt ist oder aber nie bekannt gegeben werden soll. Nach zehn Tagen hätte man das obduktionsergebnis vorliegen, hiess es. Also hätte es spätestens am 30. Juni bekannt sein müssen. Aber wir wissen immer noch nichts. In der Zwischenzeit sind in Hamburg weitere Dinge geschehen, die davon ablenken, die Eröffnung des Eismeeres. Für das soll man angeblich anderthalb Stunden brauchen, um es zu durchqueren. Ninas Cousin hätte nur eine halbe Stunde gebraucht. Ist er da durch gerannt, aber das Tropen-Aquarium schafft man auch in gut zwanzig Minuten.

 

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Keine Extra-Tour für Politiker trotz Tierorakeln


Die EM hat gestern begonnen. Polen hat gegen Griechenland Unentschieden gespielt. Elefantendame Citta aus Krakau hatte einen Sieg für Polen vorhergesagt. Elefantenkuh Mala hingegen hatte auf die Griechen getippt. Tja, wenn die den Elfmeter nicht verschossen hätten, wäre das gewiss auch richtig gewesen. So lagen aber beide daneben. Vielleicht hätten sie sich zusammentun sollen, dann wäre bestimmt ein Unentschieden herausgekommen.
So aber lag niemand von beiden richtig.
Weit interessanter ist ja, dass Tschechien – die Favoriten – gestern gegen Russland haushoch verloren haben. Alles Taktik, oder was? Ich habe keine Ahnung.
Heute spielt eh erst einmal Deutschland, dann können wir sehen, ob wir es wirklich ins Finale schaffen, die letzten beiden tests nur reine Taktik waren – wie gestern Jürgen von der Lippe sagte (Herberger-Taktik) – oder Deutschland tatsächlich in der Vorrunde ausscheiden wird.
Die Tierorakel haben jedenfalls fleissig getippt. Da ist einmal Elefantenkuh Nelly aus dem Serengeti-Park Hodenhagen. Sie tippte darauf, dass Deutschland gewinnt. Bloss verwirrend, dass sie dazu ins portoguiesische Tor schoss. Im anderen stand Sepp Maier, vielleicht hat sie deshalb dort nicht reingeschossen.
Aus Hamburg kommt nicht nur das inoffizielle Rüsselorakel Mala, sondern auch Shahruhk und Shanti. Die beiden Racker tippten darauf, dass Portugal überrannt wird und Deutschland siegt.
Was hat Mala gesagt? Sie ist weit weniger optimistisch, konnte sich anfangs nämlich gar nicht entscheiden, für wen sie sein sollte. Schließlich wählte sie Deutschland aus, was wohl heisst, es wird eine knappe Entscheidung geben. Orakel Yvonne, die berühmte Kuh aus Aiderbichl, die letzten Sommer die Bayern in Atem hielt, sagt voraus, dass Portugal gewinnt. Aber können Kühe so etwas bewerten, wenn es nicht gerade Elefantenkühe sind?
Ohne Tierorakel geht es nicht mehr, hat man das Gefühl. Was wir dagegen tun können. Uns darüber amüsieren und der deutschen mannschaft die Daumen drücken. Oder eben der französischen nationalelf, für die ich natürlich bin. Für die hat Mala übrigens ein Unentschieden gegen England vorausgesagt. Mal sehen, was da rauskommt, wo doch die Franzosen der Geheimfavorit sind. Mein Favorit sowieso, wo die Deutschen landen, interessiert mich recht wenig. Da werde ich mir wieder Sprüche in der Redaktion anhören müssen. Nun gut, auch egal.

Nächste Woche wird Elefantenbulle Hussein seinen Weg nach Belgien finden. Was dann aus Elefantenkuh Mala werden wird? Ich weiss es genauso wenig wie Jenala oder sonst jemand. Es gibt nur Gerüchte. Angeblich soll sie in eine Renter-WG, dann wieder da bleiben. Stellt sich die Frage, welche Rentner-WG denn das Ziel sein könnte? Mir fällt nur Stuttgart ein. Dort gibt es Pama und Zella (II). Aber eine fast 50jährige Elefantenkuh dorthin verfrachten? Ist das wirklich was, das Mala möchte? Ich glaube nicht. und ich vermute, dass sie auch ganz gut allein zurechtkommt. Aber was würden die Tierschützer sagen? Tja, das ist so eine Sache.
In Rostock lebt eine 50 Jahre alte afrikanische Elefantenkuh zusammen mit Kamerunziegen. Das wäre doch auch eine Überlegung für Mala. Also keine Kamerunziegen, aber Ziegen halt oder Schafe oder ich weiss nicht was. Oder eine ganz andere Überlegung. Das Gehege, was frei wird, wenn die beiden Jungbullen Shahruhk und Shanti gehen werden, wurde vorher als Erholungsstätte für die Jungtiere genutzt. Das könnte man doch weiterhin so halten, bloss das Mala nun dauerhaft dort sich aufhält. Sie ist an Jungtiere gewöhnt und hat als einzige „Feindin“ nur Mogli. So hätte Mala manchmal ein wenig Abwechslung und ansonsten ihre Ruhe.
Problematerische Zusammenführung wäre, wenn sie zu den anderen Elefanten käme, dann müsste sie eine Dauerbewachung bekommen, denn Erzfeindin Mogli wäre ja auch dann in der Nähe. Aber ob Mala noch darauf aus wäre, die Leitkuh zu verprügeln, weil sie im Rang aufsteigen will? Keine Ahnung, jedenfalls wäre sie in der Rangordnung ziemlich weit unten, da sie nicht wirklich Teil der Herde ist seit etwa zwanzig Jahren.
Aber was soll aus Mala werden? Das weiss niemand. Jenala fürchtet bloss, dass die Elefantenkuh gehen wird, dabei ist Mala diejenige, die die meisten Tricks beherrscht. Also wäre der Tierpark schön blöd, sie abzugeben. Aber das dürfte wohl nicht wirklich interessieren.
Gestern jedenfalls hat Mala erst einmal ihr 46jähriges Heimatjubiläum gefeiert. Beachtet hat es wahrscheinlich niemand, aber die Elefantendame ist ja eh irgendwie nur das fünfte Rad am Wagen.

Bleiben wir doch einfach mal beim Fussball und der EM. Co-Trainer Hansi Flick hat sich für einen Satz entschuldigt, wo er sagte, dass die deutschen Spieler einen „Stahlhelm“ aufsetzen würden, um gegen die Freistösse von Cristiano Ronaldo anzugehen.
Ich weiss jetzt nicht, wer sich da alles beschwert hat, aber wenn ich das Wort Stahlhelm höre, denke ich zwar auch gleich an Deutschlands dunkelstens Zeitalter, aber ich habe damit kein Problem. Denn es war ja weder abwertend noch sonst irgendwie anders gemeint. Aber als Deutscher sollte man dieses Wort wohl nicht in den Mund nehmen. Na ja, ist eben so und nicht zu ändern.

Auch Minister können nicht einfach einen teuren Teppich kaufen und ihn unverzollt in Deutschland einführen. Bundeskanzlerin merkel sprach ein Machtwort mit Dirk Niebel, so dass dieser nun einen Antrag auf Nachverzollung gestellt hat. So geht es aber auch wirklich nicht. Otto-Normalverbraucher (übrigens eine Filmrolle mit Gerd Fröbe) muss blechen, aber die Politiker winden sich heraus. In Zeiten von Korruption und Finanzkrise ist so was nun gar nicht gern gesehen.
Stellt sich bloss die Frage: Wer hat da gepetzt? Das wäre jetzt doch wirklich mal interessant.

Und hier noch ein lustiges Video, ganz passend zur EM:

 

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Gehofft und gehofft, doch vergebens – Totgeburt für Elefant Salvana


Es ist das eingetreten, was Jenala und ich bereits gestern vermuteten, es aber noch nicht wussten: Salvana hatte eine Todgeburt. Sehr wahrscheinlich hat die Geburt zu lange gedauert. Bei Lai Sinh war es damals im Jahr 2003 auch nicht anders. Wobei man bei Lai Sinh bedenken muss, dass sie damals noch kleiner und zarter war als heute. Jetzt ist sie für ihre 15-Minuten-Geburten bekannt.
Wenigstens Salvana hat die Geburt überstanden. Es mag schrecklch und traurig sein, dass sie eine Todgeburt hatte, aber das Leben geht weiter. Sie kann noch weitere Kinder bekommen und muss dafür auch nicht mehr umziehen. Im Herbst wie ein neuer Bulle kommen (ich berichtete). Bloss stellt sich dann die Frage, wie der Bulle sich anstellen wird, wo er doch schon seit Jahren keine Artgenossen mehr hatte. Nicht das er so ein fauler Sack wie Mekong ist. Abwarten…
Der Zoo Leipzig kann bloss froh sein, dass Salvana nicht bei ihnen gebleben ist, sonst wäre dies das zweite tote Elefantenbaby innerhalb von zwei Wochen.
Stellt sich natürlich die Frage, ob der lange Geburtsvorgang hätte verhindert oder verkürzt werden können.
Beim Menschen macht man einen Kaiserschnitt, aber bei einem Lefantenist das nicht möglich, da dessen Organe sofort aus dem Schnitt quellen würden. Hab das mal in einer Doku gesehen, wo ein toter Elefant seziert wurde. Ein grosser Schnitt am Bauch wurde gemacht und alles quoll heraus. Und selbst wenn das nicht passieren würde. – Am Konjunktiv dürfte man merken, wie unwahrscheinlich das ist. – Die Naht würde die halten, denn das ganze Gewicht würde darauf drücken und sie immer weder aufreissen lassen. Selbst ein extrem festgewickelt Mega-Verband und das Einbrngen des Elefanten in einen Flaschenzug brächte nichts. Letzteres wäre eh nur Quälerei, dann ein Elefant will sich bewegen und nicht in der Luft schweben. Also keine Möglichkeit. Das Elefantenbaby muss immer den natürlichen Weg nehmen. Vielleicht wird es in einigen Jahrzehnten eine Möglichkeit geben, aber jetzt eben nicht.
Hätte Mutter Saida helfen können? Nein, denn was hätte sie tun können? Ihrer Tochter bei stehen, sie beruhigen und ihr vor allem das Gefühl von Sicherheit geben. Das ist wichtig und in der Gruppe, in der sich Salvana befindet, fühlt sie sich laut Jenala fremd. Sie zeigte kaum Interesse an Lai Sinhs Jungtier, hielt sich immer an der Box von Thura auf. Denn Thura war die beste Freundin von Saida. Und so was wird meist auch auf die Kinder vererbt. Bloss, wie ich schon mehrmals berichtete, gilt Thura als Problem Fall und hat draussen auf der Anlage auch fast immer jemanden der Pfleger neben sich stehen. Damit sie ja nicht Yashoda und deren Nachwchs zu Nahe kommt oder auch Salvana. Jenala hält es bei Salvana sowie Lai Sinh und Shila für Quatsch. Deshalb wäre es wohl für Thura auch nicht schlecht, wenn sie aus der Gruppe genommen und eventuell mit Mala vergesellschaftet wird. Eine Anlage wird frei sein, wenn Thisiam kommt und die könnten beide nutzen. So werden zwei Legen mit einer Klappe geschlagen, denn auch Mala ist ein Problemfall und kann nicht auf die grosse Anlage zu den anderen. Deshalb steht sie auch als Husseins Gesellschafterin im Bullengehege. Laut Jenala ist sie seit mindestens zwei Jahren aber eher sein Punchingball. Der neue Bulle ist so etwa 15 Jahre alt, Mala wird dieses Jahr fünfzig. Also keine gute Kombination.
Und was ist eigentlich damit, dass Mala früher neben mindestens einem afrikanischen Elefanten gestanden hat. Besteht noch irgendwie die Gefahr, dass sie den Herpes-Virus in sich trägt? Dann wäre ein Jungspund von Elefantenbulle absolutes Gift für sie.
Warum ich sage, dass Mala mit afrikanischen Elefanten in Berührung gekommen ist? Früher wurden auch in Hagenbeck beide Elefantenarten auf einer Anlage gehalten, denn man wusste noch nicht, dass der afrikanische Elefant Herpes überträgt, wogegen der asiatische nicht gefeiht ist. Wer sich alte Bilder anguckt oder den Film ‚Klein Erna auf dem Jungfernstieg‘, der wie das sehen. Der genannte Film ist von 1969. Mala ist leicht zu erkennen, sie ist dort zwar erst sechs Jahre alt, aber sie guckt dort schon wie heute die Besucher an – bloss gewebt hat sie nicht.
Zurück zu Salvana, ich habe von der Todgeburt erst durch die Hinweise in den Kommentaren erhalten, die man mir geschrieben hat. In keiner einzigen Zeitung habe ich es gelesen und auf dem Internetauftritt vom Tierpark ist auch nichts zu finden. Als würde das Thema bald abschtlich totgeschwiegen werden. Aber vielleicht brauchen es nur etwas Zeit und ich habe hier auch nicht die richtigen Zeitungen vorliegen (Berliner und Münchener Zeitungen).
Salvana wird schon erholen, wird noch ihre Zeit brauchen, um es zu verkraften. Thura wird ihr helfen können, denn bei der hält sie sich auch jetzt noch meist in der Halle auf.

 

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Ist Elefant Hoa für den Tod ihres Jungtiers verantwortlich?


Samstag schrieb ich noch, dass Elefantenkuh Hoa aus Leipzig in den nächsten Tagen ihr Jungtier bekommen würde. Dies ist auch geschehen, nachdem Hoa mehr als einen Tag Wehen hatte. Doch anstatt das nun ein putzmunteres Bullenkalb durch die Halle des Leipziger Elefantenhauses trudelt, wird der Zoo mit Vorwürfen jeglicher Art überschüttet. Denn der kleine Bulle ist tot, sehr wahrscheinlich wurde er durch die eigene Mutter totgwtrampelt. Absicht oder einfach nur unglücklichen Umständen geschuldet? Das ist die Frage, die halb DeutschLand beschäftigt. Ist Elefantenkuh Hoa Schuld am Tod ihres Jungtiers?
Wer die Zeitungs- und Internetberichte liest, wird zu keinem anderen Schluss kommen, als das die unerfahrene Hoa ihr Jungtier getötet hat. So wird es uns jedenfalls vermittelt. Sollte man nicht zuallererst von der Unschuldsvermutung ausgehen? Es wird ja sogar vermutet, dass das Jungtier bereits tot geboren sein konnte bzw. kurz danach gestorben ist, ohne Hoas Zutun. Was ist beispielsweise mit dem Geburtsgewicht, das bei knapp 130kg gelegen hat? Für mich klingt das nach einem Koloss. Kurz mal Jenala gefragt, ob denn das Elefantenbaby nicht zu dick war und deshalb gestorben ist. In Hamburg ist vor über zehn Jahren auch ein Elefantenbaby mit erheblich erhöhten Körpergewicht geboren worden, das kurz nach der Geburt verstarb. Nicht einmal Mund-zu-Mund-Beatmung hatte geholfen. Also lag meine Vermutung nahe, dass Hoas Jungtier auch ein erhöhtes Geburtsgewicht vorwies und eventuell aufgrund dessen verstorben war. Hoa ist ja ein Fressbeutel und immer schon recht propper gewesen.
Jenala sagte mir, dass ein Gewicht zwischen 90 und 110 kg normal sei, ein Jungtier aber durchaus auch bis zu 140kg wiegen könnte. Also war es doch nicht zu schwer? Ich bleibe weiterhin skeptisch.
Dann ist da noch die Sache, dass Hoa ganz alleine in der Halle war und entbunden hat. Sie konnte sich frei bei der Geburt bewegen, was ja heute eigentlich zum Standard gehören sollte. Einziger Nachteil: Sie war ganz allein. Nirgends eine andere Elefantenkuh, die sie bei der Geburt hätte unterstützen können. Keine Trinh, keine Don Chung und vor allem keine Saida, die bereits Erfahrung mit Herdengeburten vorweisen kann, da sie aus Hamburg stammt. Und Hagenbeck rühmt sich ja immer mit seinen seit 2003 stattfindenden Herdengeburten.
So kann selbst ein Problemelefant vor seinem Jungtier geschützt werden, da die Tanten oder eventuell auch eine Tante eingreift und der Mutter zeigt, wo es längs geht. Das war in Leipzig nicht möglich. Dort war Hoa ganz alleine, wurde von Pflegern überwacht, die im Zweifelsfall aber auch nicht eingreifen konnten. Und so soll es eben zu dem Unglück gekommen sein.
Man muss bei Hoa auch bedenken, dass sie erstens die rangniedrigste der Gruppe ist und von den anderen nicht wirklich akzeptiert. Weder Saida noch die anderen beiden mögen sie besonders. Und Saida steht eh beim Bullen, da sie immer versuchen soll Chefin zu werden. Eigentlich will jeder Elefant außer Hoa Leitkuh sein. 2006 war Saida gekommen, um genau so eine Situation zu vermeiden, wie sie nun vorherrscht. Damals hatte Rhani noch gelebt, aber selbst diese mochte Hoa nicht besonders.
Das Verhältnis zwischen Hoa, Thrinh und Don Chung hat sich etwas gebessert und ist nicht mehr ganz so schlimm wie vor ein paar Jahren. Aber die dicksten Freunde sind die drei nicht geworden, das ist eher ein dulden.
Wenn man Hoa betrachtet, so ist sie bei allen Elefanten das fünfte Rad am Wagen. Vielleicht sollte sich der Leipziger Zoo wirklich überlegen, ob sie Hoa nicht abgeben an einen anderen Zoo, die sie besser in eine Gruppe integrieren können. Meine Vermutung, dass der Zoo Leipzig Hoa als gleichwertigen Ersatz für Salvana Hagenbeck anbot, hält sich immer noch. Aber was wollten die mit einem weiteren Problemfall? Davon haben sie schliesslich schon zwei, wobei Mala beim Bullen meist gut aufgehoben ist und Thura geniesst eben Dauerbewachung und wird in der Halle von den anderen getrennt gehalten. Hier muss man aber auch wissen – Jenala sei Dank -, dass Thura erst seit Saidas Weggang diesen schweren Stand hat. Die beiden waren dickste Freundinnen und kamen aus einer Einrichtung in Spanien, wo sie wohl schlimmes durchgemacht hatten. Thura ist nun alleine, kann eine der anderen Kühe, und folglich deren Nachwuchs, nicht ausstehen. Also nicht leicht.
Aber ich schweife ab, zurück zu den Leipziger Elefanten.
Hoa war allein in der Halle, niemand konnte eingreifen. Es wird ja kritisiert, dass der ehemalige Cheftierpfleger Tempelhoff kurz vor der Geburt wegen irgendwelcher internen Querelen abgesetzt und in ein anderes Revier versetzt wurde. Ich weiss nicht, ob er etwas hätte ändern können. Wobei Hoa ja angeblich eine enge Bindung zu ihm hatte. Wenn das stimmt, hat Hoa wirklich die Bezugsperson verloren, der sie vertraut hat. Hoa hat ja eher eine Bindung zu den Menschen um sie gehabt als zu ihren Artgenossen, vor denen sie angeblich sogar Angst hatte. Deshalb ist es mir unverständlich, dass niemand bei der Geburt eingreifen konnte. Ja, es mag gefährlich sein, gerade bei einer Geburt. Aber Hoa? Solange ich keine Aufnahmen der Geburt gesehen habe, kann ich dazu wirklich nichts sagen.
Vielleicht hätte Hoa wirklich an die Kette gelegt werden sollen. Aber wissen wir, ob es dann besser ausgegangen wäre. Die Kette kann doch keine Lösung sein. Bei allein erstgebährenden Elefanten vielleicht doch. Tja, ich weiss es nicht. Geburten an der Kette sind veraltet, da mag Leipzig schon mit einer Geburt in der Halle recht gehabt haben. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Leipzig das nur veranstaltet hat, um nicht als veraltet zu gelten. Damit sie qeiterhin ihrem Ruf als „Zoo der Zukunft“ gerecht werden. Aber die Zukunft hat sie schon lange überholt. Wenn man hinter die Fassade schaut, wird es deutlich.
Kommen wir nun zu den Tierschützern, die sich immer dan zu Wort melden, wenn etwas schief gegangen ist. Mit denen hat nicht nur der Leipziger Zoo zu kämpfen, sondern jede Zoologische Einrichtung, ob in Deutschland oder der ganzen Welt.
Da werden einmal die Haltungsbedingungen kritisiert. Ich will ja nicht sagen, dass die Elefanten ein supertolles Leben im Zoo geniessen, aber wirklich schlecht geht es ihnen dort auch nicht. Sie kregen jeden Tag ihr Futter und müssen nicht fürchten von Wilderern getötet oder von einer Tretmine zerfetzt zu werden. Natürlich haben sie sich an die Befehle der Pflegerzu halten und können nicht tun und lassen was sie wollen. Das ist dem Schutz der Menschen gechuldet, die mit den Elefanten arbeiten. Das ist allerdings noch lange kein Freifahrtsschein, um die Elefanten zu trietzen.
Natürlich sind auch immer mal welche dazwischen, die lieber nicht mit Elefanten arbeiten sollten, aber solange den grauen Riesen kein Schaden zugefügt wird, geht es noch.
In Asien werden den Elefanten auf grausame Art und Weise der Willen gebrochen. Gefesselt stehen die Elefanten da und versuchen sich zu befreien, bis sie aufgeben und sich dem Menschen fügen. So etwas nenne ich grausam, aber dagegen scheint niemand gegen angehen zu wollen. Nein, kritisieren wir doch lieber das, was direkt vor unserer Haustür sitzt.
Da wird von den Tierschützerin die Herdenstruktur oder nicht vorhandene Homogenität kritisiert. Ja, dass in Leipzig seit spätestens Rhanis Tod nichts mehr geht, ist allgemein bekannt und nichts Neues. Daran wird sich mich ziemlocher Sicherheit auch nichts ändern.
Dass eine Erstgebährende allein in der Halle ist ohne die Unterstützung von erfahrenen Tanten, mag durchaus rechtens sein. Aber wer Hoas Stand kennt, muss sich doch fragen, welche Kuh denn wirklich geeignet dafür gewesen wäre? Mir fehlt keine ein.
Dass leichtsinnig gehandelt wurde mit einer Geburt ohne Ankettung, ich weiss nicht. Bei beiden Methoden kann durchaus was schiefgehen.
Zu guter Letzt, dass dem Leipziger Zoo verboten werden sollte zu züchten. Das ist wirklich starker Tobak, wie ich finde. Denn ist es nicht gerade das erklärte Ziel eines jeden Zoos durch Nachzuchten eine Art zu erhalten? Und gerade die asiatischen Elefanten sind vom Aussterben weitaus bedrohter als ihre afrikanischen Verwandten.
Hoa ist noch ein Wildfang und würde frisches Blut in die europäischen Gruppen bringen.
Durch diese erste Schwangetschaft von ihr, ist gewährleistet, dass sie auch weitere Kinder wird haben können. Denn bei weiblichen Elefanten ist es so, dass sie bis ungefähr zwanzig wenigstens einmal ein Kind hätten kriegen sollen, damit sich ihre Gebärmutter nicht verändert. Es gibt immer wieder Ausnahmen wie Hoa, die 24 war, oder Shandra, die 30 war, aber leider eine Fehlgeburt hatte.
Hoas Baby ist tot. Einige äussern sich darüber auch im Dinne von: Na und? War doch eh nur ein Bulle, die gibt es schon genug. Richtig, es war ein BullenkAlb, aber Naing Thein ist nun einmal bekannt dafür männlichen Nachwuchs zu zeugen. Das steht in einem Verhältnis von 4:1. Deshalb Jenalas Vermutung, der Nachwuchs von Salvana könnte auch männlich sein.
Seien wir froh, dass wenigstens Hoa die Geburt gut überstanden hat.
Und vielleicht war es wirklich besser so, dass das Jungtier nicht überlebt hat. Wer weiss, was da für ein Bulle herangewachsen wäre, der eine Mutter voller Komplexe hat.
Warten wir nun das Obduktionsergebnis ab. So lange gilt für mich die Unschuldsvermutung.

 

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