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Schlagwort-Archive: April 2012

Wenn die Bedeutung des Feiertags verloren geht…


Ostern ist im Anmarsch, hat am Gründonnerstag begonnen.
Karfreitag ist im Christentum einer der höchsten Feiertage. Und weil das nun mal so ist, dürfen in den Bundesländern keine Jahrmärkte öffnen und auch keine Tanz- oder Sportveranstaltungen stattfinden. Deshalb gibt es in der Bundesliga keine Freitagsspiele.
Gegen dieses nicht mehr zeitgemässe Gesetz wurde gestern demonstriert. Begründung: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland würde sich nicht dafür interessieren, was der Karfreitag bedeute. Für sie sei es nur ein ganz normaler Feiertag und zudem ein Ärgernis, weil es halt dieses Tanzverbot gebe. Wurde deshalb gestern Abend auch nicht „Let’s Dance“ auf RTL gezeigt? Die Möglichkeit sollte man erwägen.
Ich erinnere mich, dass vor Jahren die Diskussion war, ob Kneipen in Bayern an den stillen Feiertagen Punkt Mitternacht schliessen müssen. Die FDP wollte damals, dass auch nach Mitternacht noch die jeweiligen Lokalitäten geöffnet bleiben können. Dagegen wehrte sich die CSU vehement. Am Ende km ein Kompromiss heraus. Kneipen & Co. durften bis 2 Uhr feiern, dann erst kommt die Sperrstunde, wenn ein stiller Feiertag ansteht. Aber danach darf eben nicht mehr getanzt werden.
In der heutigen Zeit mutet es tatsächlich etwas seltsam an, dass weder getanzt oder gefeiert oder sich vergnügt werden darf. Denn im Gegensatz zu früher, sind den meisten Menschen die christlichen Feiertage bedeutungslos geworden. Einerseits weil sie sich als Atheisten sehen, gar nicht wissen, was Ostern eigentlich bedeutet oder eben einer anderen Religion angehören. Wobei ich da denke, dass diese die christlichen Feiertage tolerieren und sich nicht darüber beschweren werden.
Heutzutage freuen sich viele, dass sie einen arbeitsfreien Tag haben, warum das so ist, ist ihnen völlig egal. Nun gut, nicht alle haben an Feiertagen frei, denn der Strom soll bekanntlich dauerhaft aus der Steckdose fliessen und Rettungskräfte können auch nicht sagen, dass sie frei machen, weil Feiertag ist.
Da wurde also gegen das Tanzverbot protestiert. Gut, protestieren kann man gegen alles, nur bleibt am Ende die Frage, ob es auch was bringen wird. Ich glaube nicht, dass sich etwas daran ändern wird. Ausserdem hängt es auch davon ab, in welchem Bundesland man sich befindet. In den vornehmlich katholischen Bundesländern wie beispielsweise Bayern oder Baden-Württemberg wird das Tanzverbot strenger gehandelt als in den Stadtstaaten. Wobei dort natürlich auch keine Jahrmärkte geöffnet haben. In Bremen war in diesem Jahr allerdings eine Ausnahme ergangen wegen des stürmischen Wetters Anfang der Woche, in Hamburg hingegen nicht.

Das kleine Kuhkalb aus dem Leipziger Zoo hat es nicht geschafft. Am Mittwoch musste es eingeschläfert werden, nachdem sich seine Werte verschlechtert hatten. Das ist nun schon das zweite Drama um Elefantin Hoa und ihren Nachwuchs. Erst tritt sie bei ihrem ersten Jungtier zu fest zu, dass dieses stirbt, nun waren die anderen beiden anwesenden Elefanten zu rabiat gegenüber dem kleinen Mädchen und brachem ihm unabsichtlich den Oberschenkel. Keine Frage, dass Kuhkalb war mit 68 Kilo überaus zart. Ich würde fast von Untergewicht sprechen. Hat man da zu sehr bei Hoa darauf geachtet, dass sie nicht zuviel zunimmt? Das wurde immer mal wieder bei „Elefant, Tiger & Co.“ gezeigt. Aber eben nur Spekulation mit der Gewichtsüberwachung.
Nächstes Jahr steht dann die Geburt bei Elefantin Thura an. Gerade der Elefant, die dafür bekannt ist, dass sie ihre Jungtiere hasst wie die Pest und sie nicht trinken lassen will. Wenn das kleine Elefäntchen zu ihr kommt, um zu trinken, dann tritt sie es weg oder attackiert es noch schlimmer. Bei Ratna, ihrem ersten Jungtier, kehrte erst Ruhe ein, als eine ältere Elefantin in die Box neben sie gestellt wurde. Diese Aufgabe übernahm nach deren Tod Elefantin Shandra, die anfangs Angst vor kleinen Elefanten hatte, weil sie selbst diese nicht kannte. Heutzutage merkt man davon nichts mehr, avancierte zum Liebling von Thuras Nachwuchs. Aber Shandra ist weiterhin in Hamburg, Thura in Leipzig.
Thura ist mit ihrer besten Freundin Saida zusammen, die seit April 2006 nicht mehr mit einem Jungtier zusammengekommen ist. Gut, Rani kam letztes Jahr mit ihrer Mutter an, ist erst fünf Jahre alt. Aber Saida mochte sie nicht besonders, sodass Rani am Ende von Mutter und Tante abgetrennt werden musste. Eigentlich hätte man erwarten können, dass Saida Rani vor Thura beschützt. Doch nein, Mutter und Tante vermöbelten Rani. So ist sie nun alleine. Sie soll nun wohl in die Gruppe um Hoa integriert werden. Hoffentlich klappt das, sonst hat man in Leipzig drei Gruppen, aber immer noch keine wirklich funktionierende Herde.
Was wird sein, wenn Saida nicht die Rolle übernimmt, die Elefantin Shandra in Hamburg bei den letzten Jungtieren von Thura übernommen hat. Wird Shandra dann nach Leipzig reisen müssen. Jonas hält von dieser Idee absolut nichts. Einmal wäre Shandra der wichtigste Elefant in der Hamburger Herde und zweitens hätte sie in den letzten Monaten stark abgebaut. Sie sei immer noch hellwach und habe eine gesunden Appetit, aber sie macht dennoch einen schlechten Eindruck. So wäre ein Umzug nach Leipzig für sie nichts.
Dann bleibt nur die Dauerüberwachung durch die Pfleger, so wie es bei Ratna in den ersten acht Wochen nach ihrer Geburt war. Da wird auf Leipzig etwas zukommen.
Was ist eigentlich, wenn Rani nicht in die Gruppe von Don Chung, Trinh und Hoa integriert werden kann? Kehrt sie dann nach Hamburg zurück? Da muss man sagen, dass das EEP bei Thura und Rani lieber nicht auf das Mutter-Tochter-Gespann bestanden hätte. Hinterher ist man immer schlauer. Aber wie ich von Jonas weiss, hatte Rani in Hamburg als engere Freundin nur Shandra und wie lange die das noch machen wird, ist fraglich. Vielleicht hätte man sie mit Salvana vergesellschaften können, denn die soll laut Jonas auch allein in der Gruppe sein. Aber mit Rani hatte sie es nie so. Mal sehen, wie sich das alles entwickeln wird. Vielleicht wird mit Thura und Saida und Thuras Nachwuchs im nächsten Jahr alles gutgehen. Vielleicht aber auch nicht. Dann ist die nächste Katastrophe da.
Nein, ich sehe nicht alles schwarz, ich bin nur realistisch. Thura hätte gar nicht nach Leipzig gehen dürfen, wenn die Vermutung nahelag, dass sie ein weiteres Jungtier bekommt. Aber der Umzug nach Leipzig war schon lange beschlossene Sache und hätte auch schon im Jahr zuvor stattfinden sollen. Aber es ist so, wie es nun einmal ist. Irgendjemand wird immer die Suppe auslöffeln müssen.

Hat irgendjemand am Dienstag die neue Vorabend-Serie „Rentnercops“ in der ARD gesehen? Das ist eine der besten Serien, die ich seit langem in der ARD gesehen habe.
Die Handlung ist glaubhaft, nicht überdreht, die Witze richtig gesetzt und nicht übertrieben. Vor allem ist es mit Tilo Prückner und Wolfgang Winkler exzellent besetzt. Man nimmt den beiden ihre Rollen als pensionierte Kommissare sofort ab.
Nach dieser schrecklich überdrehten Serie „Unter Gaunern“, die hoffentlich eingestellt werden wird, wird endlich wieder eine Serie gezeigt, auf die man sich freut und nicht genervt nach fünf Minuten wegschaltet.
Aber man sieht, dass diese Folgen von Autoren geschrieben wurden, die bereits Erfahrung darin haben, wie man eine gute Serie schreibt. Denn die Drehbuchautoren zeigen sich auch für „Mord mit Aussicht“ verantwortlich. Gut, die letzte Staffel war ein wenig zu klaumaukhaft, aber immer noch besser als der Blödsinn, der sonst in der ARD gezeigt wird.
Auch die Einschaltquoten der ersten Folge lassen hoffen. 1,96 Millionen Zuschauer haben sich den Einstand angesehen. In der für die ARD so wichtigen werberelevanten Gruppe der 14 bis 49jährigen sahen allerdings weniger als erhofft zu. Vielleicht geht man bei der ARD endlich mal den Weg von RTL und setzt das Alter auf 59 herauf. Dann stimmt die Quote auch wieder.
Aber es ist doch auch so, dass die ARD bedenken muss, dass die jüngeren Zuschauer um die Zeit noch gar nicht zu Hause sind, weil sie noch arbeiten, von der Arbeit kommen oder privaten Hobbys nachgehen. Natürlich gibt es auch Zahlen für die Mediathekabrufe, aber die werden uns nicht bekannt gegeben.
Dennoch stimmt es hoffnungsfroh, dass diese Serie so gut anzukommen scheint. Kann man nur hoffen, dass die Serie es auch die nächsten sieben Folgen auch schafft, die Zuschauer vor den Fernseher zu locken.
Die Handlung ist wirklich gut. Das kann man bei „Hubert & Staller“ leider nicht mehr sagen. Da geht einem Girwidz inzwischen dermassen auf die Nerven, dass man gar nicht mehr gucken will. Inzwischen muss man sich schon fragen, wie der eigentlich Polizist werden konnte, so blöd wie der ist. So verpeilt sind nicht einmal Hubert und Staller, die fallen höchstens mit der Tür ins Haus, weil sie es nicht so mit dem Überbringen einer Todesnachricht haben. Dennoch hat die Serie in der momentan laufenden vierten Staffel sehr nachgelassen.
Das sieht man auch an den Zuschauerzahlen, die sind nicht mehr so hoch, wie sie einstmals waren. Die dümpeln unter der Zwei-Millionen-Marke. Aber irgendwann ist jede Serie vorbei. Und bevor es noch schlimmer wird, sollte man vielleicht einmal darüber nachdenken, ob man nicht einfach aufhört. Spätestens dann, wenn die blauen Uniformen eingeführt werden, die nun Bayern als letztes Bundesland einführen werden.
Aber erst einmal freue ich mich sehr über die neue ARD-Serie „Die Rentnercops“, die hoffentlich noch lange laufen wird.

Dass Toyota mit Elefantendame Mala ein neues Werbegesicht hätte, war eine zu schöne Nachricht, die ich am Mittwoch verkündet habe. Leider war alles nur ein Aprilscherz. Mala hat zwar wirklich mal Kastenwagen getestet, aber noch ist kein Autohersteller an sie herangetreten, um sie als Werbegesicht zu verpflichten.
Ausserdem hat Elefantendame Mala ab sofort nur noch wenig Zeit, denn bei ihr ist wieder geöffnet. Folglich kann sie wieder bewundert werden. Noch wird sie nicht baden gehen und die Besucher nass machen, aber gefüttert wird sie dennoch werden. Darauf freut sie sich schon sehr, denn ein Schleckermaul war sie immer schon.
Natürlich hofft sie, dass nicht alle zu den ollen Pandas, diesen Bambusfressern, stürmen werden, denn sie sei viel netter und vor allem intelligenter.
Obwohl die Elefantendame so viel zu tun hat, fand sie dennoch die Zeit, das Spiel des FC St. Pauli gegen Fortuna Düsseldorf zu tippen. Mala ist wieder höchst euphorisch und sagt einen Sieg gegen Düsseldorf voraus. Hingegen ist die Pusteblume ganz anderer Meinung und sagt, dass St. Pauli Unentschieden spielen würde.
Am Montagabend wird man sehen, ob eines der beiden Rüsselorakel recht behalten hat.

 

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Ein Denkmal für einen Elefanten


Da war ich gestern doch ganz schön überrascht, als ich mal wieder die Anzahl der Klicks auf meinen Blog sah. Dümpelte er in den letzten Wochen nur so herum, hatte ich auf einmal ein richtiges überdimensionales Besucherplus. Woher das kommen mochte? Tja, das fand ich dann noch heraus. Am Donnerstag und Freitag liefen in der ARD-Doku „Leopard, Seebär & Co.“ Berichte über Malas Weggang nach Belgien. Und auf einmal war der Artikel vom Juli letzten Jahres wieder gefragt. Tja, hätte ich nicht gedacht.
Muss sagen, dass ich beide Sendungen nicht gesehen habe, weshalb ich auch nicht sagen kann, was da alles für ein Blödsinn gesprochen wurde und ob Mala wieder in dem Sinne „verhöhnt“ wurde, sie solle dort Leitkuh werden, was ihr in Hamburg nicht vergönnt war.
Aus meinen Suchkriterien sehe ich, dass viele sich dafür interessieren, wie es Mala im Pairi Daiza geht. Wenn ich das bewerte, sieht sie eigentlich fast aus wie früher auch, obwohl ich nicht leugnen kann, dass irgendeine Änderung mit ihr vonstatten gegangen ist. Aber wozu kenne ich jemanden, der nur ein Elefantenohr sehen muss, und sagen kann, um welchen Dickhäuter es sich handelt? So habe ich denn den Mala-Experten schlechthin gefragt, wie es der Dickhäuterin nun wirklich geht. Antwort: Sie hat ihre Fröhlichkeit verloren, ihre Augen glänzen nicht mehr. Aber wenn sie unter Menschen ist, setzt sie wieder ihre Maske auf, wie sie es immer getan hat, um zu verschleiern, wie es ihr wirklich geht.
Klingt nicht besonders. Na ja, eigentlich kein Wunder, wenn man ausser seiner Heimat Indien 46 Jahre lang nur einen Ort kennt, immer im engen Kontakt zu den Zoo-Besuchern. Und nun: Das mit den Futtern ist vorbei. Im letzten Jahr bekam Mala nach ihren Vorführungen immer noch Bananen. Jetzt macht die diese gemeinsam mit „Faltenmonster“ Rani und da scheint es am Ende nichts mehr zu geben. Mala führt ihre Tricks vor, die sie alle gelernt hat. Das ist wunderbar, denn in Hamburg wurde sie in den letzten zwanzig Jahren sehr vernachlässigt, während sie dort hofiert wird und bei den Besuchern sehr beliebt ist. Wer mal auf der Facebookseite des Pairi Daiza guckt, kann sich davon selbst überzeugen. Zudem wird nun endlich auf Malas Gewicht geachtet, Nina sagte ja immer, dass die Elefantin abnehmen müsse. Damit Mala gut beschäftigt wird, geht man mit ihr auch oft durch den Park spazieren. Das mag sie besonders gern, wenn sie dann doch nur auch am Wegesrand mal naschen dürfte.
Wenn man sie genau beobachtet, wird einem vielleicht auffallen, dass das Weben nicht mehr so ist, wie es in Hamburg war. Kurz nach ihrer Ankunft in Belgien bis in den Oktober hinein, war es ganz schlimm. Da wippte – so wird Malas Weben wahrgenommen – sie mit dem Kopf ganz schnell auf und ab. Das ist das so genannte Einsamkeitsweben, was Trauer bei Mala bedeutete. Der Pairi Daiza schrieb dies auch auf seiner Facebook-Seite. Nun weiss ich nur nicht, ob ich es richtig übersetzt habe, aber ich verstand es so, als sagten sie, dass Mala so bereits gekommen sei. Nicht mit dem Einsamkeits-Weben. Das machte sie bekanntlich in Hamburg nur, wenn Hussein sich rüde ihr gegenüber benommen hatte. Gab da mal mehrere unschöne Szenen im August 2010 und April 2012. Ansonsten hat Mala ganz normal gewebt. Keine Ahnung, wann sie damit angefangen hat, im Jahr 1986 machte sie es bereits. Vielleicht hätte sie noch mehr gefördert werden müssen. Ist nicht umsonst die klügste Elefantenkuh, die der Hamburger Tierpark jemals hatte. Mit Mala haben sie ihren Star verloren und an Bedeutung.
Zurück zum Weben. Mala webt immer noch schneller als früher, auch nicht mehr so entspannt, wie nach dem Tod von Elefantenbulle Hussein. Ob es daran lag, weil man sich mehr mit ihr beschäftigte? Keine Ahnung, aber sie war ja an den Leckereien der Besucher auch nicht mehr so sehr interessiert wie früher. Könnte also gut möglich sein. Denn Mala will Aufmerksamkeit. Wenn sie die bekommt, geht es ihr gut. Mag komisch klingen, aber Mala ist sehr auf Menschen fixiert. Als sie mit dreieinhalb Jahren nach Hamburg kam, machte sie mit den Elefantenpflegern Ausflüge auch ausserhalb des Parks, sie zog im Winter, wenn genügend Schnee lag, einen Schlitten in dem Kinder sassen, und sie diente als Reitelefant beim inzwischen eingestellten Elefantenreiten.
In Belgien webt sie immer noch, vom ganz schlimmen Einsamkeitsweben, fast zum normalen Weben, wie man es von ihr kennt. Allerdings immer noch ein wenig schneller als man es von ihr kennt. Ob das ein Zeichen ist?
Wenn man Mala sich ansieht, dann sieht sie nicht mehr so aus, wie sie in Hamburg aussah. Sie wirkt ein wenig in sich gekehrter, trauriger, auch wenn man das kaum wahrnimmt. Sie mag sich mit ihrer Situation arrangiert haben, aber das grosse Glück ist es für sie nicht.
Sie wird beschäftigt, nicht immerzu und ständig, aber mehr als es in Hamburg gewesen sein mag. Aber was würde Mala sagen, wenn sie Sprechen könnte – falls sie es nicht ohnehin beherrscht? Würde sie sagen: „Nach Hause!“ oder etwas anderes?
Jedenfalls macht sie ihre Vorführungen nun gemeinsam mit Rani. Ani ist, wie ich bereits vor einiger Zeit schrieb, gestorben. Dabei folgt Mala übrigens Rani. Wer sich darüber wundert. Mala mag es nicht, wenn sie von einem anderen Elefanten am Schwanz angefasst wird. Ani wollte das mal machen, da hat Mala ihren Schwanz wegezogen, eingekringelt oder sogar zwischen ihre Beine geklemmt. Scheint sich wohl daran zu erinnern, was sie mal bei Mogli gemacht hat.
Und wenn beide allein im Gehege stehen, dann werden sie zu den Rhythmus-Rüsseltanten. Will sagen: Beide weben. Eine schlimmer als die andere. Mala nickt, Rani dreht den Kopf hin und her und bewegt die Füsse. Wie die Freundschaft zwischen beiden ist, kann ich nicht sagen. Wo ich beide auf der Anlage sah, standen die wenige Meter voneinander getrennt, auch beim Fressen sind sie getrennt und stehen nicht nebeneinander.
Es wird immer gesagt, ein Elefant soll nicht allein stehen, aber Mala ist anders. So komisch sich das anhören mag, aber ihr sind Menschen und vor allem menschliche Aufmerksamkeit wichtiger, als ein Artgenosse. Unter den Kriterien hätte sie bleiben können, aber dazu hätte sie nicht weben dürfen. Das war ihr Fehler und so ging sie.
Irgendwann wird sie vergessen sein, aber mit dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor wird Mala ewig leben. Sie kommt dort nicht nur selbst vor, sondern diente unter anderem auch als Vorbild für Elefantenkuh Bertha, die eine wichtige Rolle in der Handlung einnimmt. Mala wurde in diesem Roman ein kleines Denkmal gesetzt.

Kurze Info zu Gajendra: Noch ist er nicht zu sehen, wie mir Jonas schrieb. Wird wohl noch einige Tage dauern. In Leipzig soll er ja ziemlich „gewütet“ haben. Soll ein ganz ruhiger und netter Bulle sein, aber dafür arbeitet er an allem, was ihm vor den Rüssel kommt. Und wie ich gestern bei „Elefant, Tiger & Co.“ gesehen habe, sind genau die beiden Pfleger hier aus Hellabrunn gekommen, die ich vermutet hatte.
So eine imposante Erscheinung wie sein Vorgänger in Hamburg ist Gajendra mit seinen Stosszähnen nicht. Aber guckt euch Naing Thein an. Dessen Stummelchen sind noch schlimmer.

Noch etwas, weil ich es in meiner Suche gefunden habe. Es wurde bereits vor zehn Jahren die Totgeburt eines Elefanten im Fernsehen gezeigt. Das ist eine richtige Doku, die anscheinend mal auf Vox lief und danach in dem inzwischen nicht mehr existenten Sender XXP. Da handelte es sich ebenfalls um eine Hamburger Elefantenkuh. Es war Lai Sinh, bei der damals die Geburt knapp 26 Stunden dauerte. Nicht zu vergleichen mit dem Geburtsmarathon von Salvana, der, wenn ich mich erinnere, das doppelte an Zeit dauerte.

Hat am Donnerstag jemand den Maibockanstich im Bayerischen Fernsehen gesehen? Wenn nicht, dem sei gesagt, er hat was verpasst. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte kurzfristig abgesagt, so dass jemand anderes in den Saal einmarschieren musste. Dies war Markus Söder, dem das durchaus zu gefallen schien. Ich sagte gerade zu Regina, dass Söder wie ein König durch den Saal schritt, als er auch schon diese typische Königs-Winke-Pose einnahm. Irgendwie kann man gut voraussehen, was Söder als nächstes macht.
Seine Rede war nicht schlecht, vor allem die verschiedenen Biersorten, die er einzelnen Politikern oder deren Partei zugedachte. So bekam Seehofer ein Hallodri-Bier, die Grünen ein Lenin-Hanfbier und Aiwanger ein Neanderthaler Gesöffbier. Die FDP bekam einen Schnaps, der sich auf Brüderle bezog.
Am Ende kam dann Söder mit der Ikea-Lampe Söder. Das war zwar lustig, aber ich war doch verwundert. Da hat er beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg darüber gemosert, dass das nun ein alter Hut sei und dann kommt er selbst damit. Hat er wohl in der Zwischenzeit vergessen. Ansonsten war die Rede wirklich lustig, enthielt genügend Spitzen, vor allem gegen Seehofer. Das Verhältnis zwischen Seehofer und Söder ist ja nicht das beste, vor allem seit Weihnachten.

Das Thema der Woche war wohl schlechthin die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß. Tja, der Saubermann der Bundesliga, der Gutmensch, hat eiskalt mehrere Millionen auf einem Konto in der Schweiz gebunkert, ohne es zu versteuern. Warum sonst würde man es auch sonst in der Schweiz anlegen?
Der Aufschrei war gross. Jede Polit-Sendung änderte ihr Thema und berichtete über Uli Hoeneß. Dieser selbst sagte übrigens, dass das nicht richtig war, was er getan hat, aber dafür hat er doch auch immer viel Gutes getan und gespendet. Irgendwie passt das doch nicht zusammen. Das versucht er sich reinzuwaschen. Zudem wurden die Spenden steuerlich vergütet und das andere lief dann einfach so auf sein Schweizer Konto.
Stellt sich nun die Frage, wie hoch die Strafe für Hoeneß ausfallen wird.
Dem FC Bayern hat es nicht geschadet. Sie gewannen gegen den FC Barcelona mit 4:0.
Jetzt wird übrigens auch gegen Karl-Heinz Rummenigge wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Bricht nun der FC Bayern auseinander? Wohl kaum.

 

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Wie originell! – Ein hamburgischer Elefant bekommt einen bayerischen Namen


Der kleine Bulle in Hamburg ist nicht mehr namenlos, sondern heisst jetzt Assam. Absolut unoriginell? Ja, toll finde ich den Namen auch nicht, und wenn ich den schon nicht toll finde, wie wird ihn da erst Jenala finden. Grauenhaft, scheusslich, völlig unpassend. Das sind ihre Worte gewesen. Vor allem schäumt sie, dass nicht das Herkunftsland von Mutter Lai Sinh berücksichtigt wurde, die bekanntlich aus Vietnam stammt und nicht aus Indien. Anscheinend wird aber mit asiatischer Name immer gleich indischer Name gleichgesetzt. Nun ein Tee-Name. Wer Shahruhk schon bescheuert fand, wird diesen Namen noch weniger mögen. Ich frage mich, wie der sich eigentlich gut rufen lassen soll. As-saam! Nicht besonders, eher gewöhnungsbedürftig. Aber wenn die da so entschieden haben, sollen sie damit glücklich werde. Mainstream nennt sich das wohl, nach dem sie gehen, war ja bei Rani nicht anders. Auch ein Allerweltsname. Da finde ich wirklich, dass der kleine Bulle lieber einen vietnamesischen Namen hätte bekommen sollen. Hätte ja nicht Dung Hung sein müssen. Jenala hat Thao favorisiert, was meiner Meinung nach reichlich chinesisch klingt. Vielleicht bin ich da aber auch einfach „The Closer“ behaftet, wo einer der Hauptnebencharaktere Tao heisst.
Vietnamesisch wäre wirklich besser gewesen, vor allem kenne ich das auch so, dass die Kinder nach dem Herkunftsland der Mutter benannt werden. Deshalb habe ich ja auch einen finnischen Vornamen, der in der Schule immer für allerlei Verwirrung gesorgt hat. Anfangs jedenfalls.
Für mich steht der Name Assam ja nicht nur für eine Tee-Sorte, sondern auch für ein bayerisches Brüderpaar. Die werden zwar nur mit einem S geschrieben, aber ausgesprochen wird’s genauso. Deshalb ist der Name für mich bayerisch. Das wird die ganz schön wurmen, dass sie sich da so einen vieldeutigen Namen ausgesucht haben. Zurück können sie es nicht mehr nehmen, aber eventuell mal darüber nachdenken, wenn sich irgendwann mal wieder Nachwuchs bei den Elefanten ankündigen sollte. Falls da überhaupt noch was kommen wird. Der neue Elefantnbulle Thisiam soll schliesslich seit mehreren Jahren schon keinen Artgenossen mehr gesehen haben, weshalb er auch ziemlich unleidlich sein soll. Mit dem jetzigen Zuchtbullen Hussein haben sie grosses Glück gehabt, der benutzte bloss Mala mal als seinen Punchingball. Aber wie das mit Thisiam werden wird? Das könnte noch was werden. Hoffentlich dann ohne besagte Mala als seine Gesellschafterin, dazu ist sie wirklich zu alt. Und alt meine ich nun wörtlich. Jenala hat mir Bilder von letzter Woche geschickt, da war ich schon etwas geschockt. Mala wird alt, bekommt rosa Stellen und Altersflecken. Niemand ist davor gefeiht, auch ein Elefant nicht.
Zu Salvana noch kurz: Ihr geht es augenscheinlich gut. Jenala konnte keine grosse Traurigkeit an ihr entdecken. Hat einen gesunden Appetit und steht nun nicht nur bei Thura an der Box in der Elefantenhalle, sondern auch bei Shandra. Dennoch will sie mit ihrer eigenen Gruppe immer noch nichts zu tun haben.
Und der kleine Darjeeling hält sich oft bei Tante Yashoda auf, liegt unter Schwester Shilas Bauch und ruht sich aus oder rennt unter dem Bauch von Mutter Lai Sinh hindurch. Noch kann der kleine Racker das, aber schon bald wird er zu gross dafür sein.
Ein bayerischer Name für einen hamburgischen Elefanten. Ich amüsiere mich darüber immer noch.
Gestern titelte die Bild-Zeitung, die wir ja alle kennen und lieben, dass Dieter Bohlen die Bundesrepuboik Deutschland wegen Verletzung der Menschenrechte verklagt hat – vor dem Europäischen Gerichtshof in Strassburg. Worum es eigentlich geht?
Um eine alte Werbung von Lucky Strike aus dem Jahr 2008. Ich habe die damals auch gesehen, mir aber nichts weiter dabei gedacht, weil ich eh nicht rauche und auch noch nie geraucht habe. Dieter Bohlen war damals nicht der einzige, der von dieser Werbung „betroffe“ war, sondern auch Ernst-August von Hannover, der mit einer zerknüllten Zigarettenschachtel und dem Spruch „War das Ernst oder August?“ dargestellt wurde. Wir sollten uns daran erinnern, dass Ernst August als „Prügelprinz“ Einzug in die Medien gehalten hat, da er unter anderem auf einen Kameramann oder Fotografen mit einem Schirm losgegangen ist. Aber das lässt sich alles im Internet nachlese, weshalb ich darauf verzichte ausführlicher zu werden.
Dieter Bohlen und Ernst August von Hannover fühlten sich durch die Zigarettenreklame verunglimpft und verlangten Schadensersatz. Da haben sie noch nicht genug Geld, mag man sich da fragen. Der Bundesgerichtshof wies die Klagen ab, das war 2008, nachdem das Oberlandesgericht Hamburg beiden eine fiktive Lizengebühr zugesprochen hatte. Ein Jahr später, also 2009, zogen beide vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
In der Zwischenzeit sind drei Jahre fast vergangen. Nun aber soll es zu einer Entscheidung kommen. Hat der Bundesgerichtshof richtig entschieden, als er beider Klagen abwies? Die Begründung war, dass der Name Prominenter benutzt werden darf, wenn es satirisch gemeint ist. Und das war die Werbng eindeutig, obwohl ich damals schon dachte, dass Ernst August sich das sicherlich nicht gefallen lässt. Hörte nur nie was davon.
Nun hat die Bild-Zeitung, eventuell in Ermangelung grossartiger Schlagzeilen, einen langweiligen Fall herausgekramt, der eigentlich niemanden zu interessieren hat.
Egal wie entschiden werden wird, was lernen wir daraus? Nehmt nie ungefragt einen Prominenten für irgendeine Werbung, selbst wenn sie ironisch gemeint ist.

 

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Gehofft und gehofft, doch vergebens – Totgeburt für Elefant Salvana


Es ist das eingetreten, was Jenala und ich bereits gestern vermuteten, es aber noch nicht wussten: Salvana hatte eine Todgeburt. Sehr wahrscheinlich hat die Geburt zu lange gedauert. Bei Lai Sinh war es damals im Jahr 2003 auch nicht anders. Wobei man bei Lai Sinh bedenken muss, dass sie damals noch kleiner und zarter war als heute. Jetzt ist sie für ihre 15-Minuten-Geburten bekannt.
Wenigstens Salvana hat die Geburt überstanden. Es mag schrecklch und traurig sein, dass sie eine Todgeburt hatte, aber das Leben geht weiter. Sie kann noch weitere Kinder bekommen und muss dafür auch nicht mehr umziehen. Im Herbst wie ein neuer Bulle kommen (ich berichtete). Bloss stellt sich dann die Frage, wie der Bulle sich anstellen wird, wo er doch schon seit Jahren keine Artgenossen mehr hatte. Nicht das er so ein fauler Sack wie Mekong ist. Abwarten…
Der Zoo Leipzig kann bloss froh sein, dass Salvana nicht bei ihnen gebleben ist, sonst wäre dies das zweite tote Elefantenbaby innerhalb von zwei Wochen.
Stellt sich natürlich die Frage, ob der lange Geburtsvorgang hätte verhindert oder verkürzt werden können.
Beim Menschen macht man einen Kaiserschnitt, aber bei einem Lefantenist das nicht möglich, da dessen Organe sofort aus dem Schnitt quellen würden. Hab das mal in einer Doku gesehen, wo ein toter Elefant seziert wurde. Ein grosser Schnitt am Bauch wurde gemacht und alles quoll heraus. Und selbst wenn das nicht passieren würde. – Am Konjunktiv dürfte man merken, wie unwahrscheinlich das ist. – Die Naht würde die halten, denn das ganze Gewicht würde darauf drücken und sie immer weder aufreissen lassen. Selbst ein extrem festgewickelt Mega-Verband und das Einbrngen des Elefanten in einen Flaschenzug brächte nichts. Letzteres wäre eh nur Quälerei, dann ein Elefant will sich bewegen und nicht in der Luft schweben. Also keine Möglichkeit. Das Elefantenbaby muss immer den natürlichen Weg nehmen. Vielleicht wird es in einigen Jahrzehnten eine Möglichkeit geben, aber jetzt eben nicht.
Hätte Mutter Saida helfen können? Nein, denn was hätte sie tun können? Ihrer Tochter bei stehen, sie beruhigen und ihr vor allem das Gefühl von Sicherheit geben. Das ist wichtig und in der Gruppe, in der sich Salvana befindet, fühlt sie sich laut Jenala fremd. Sie zeigte kaum Interesse an Lai Sinhs Jungtier, hielt sich immer an der Box von Thura auf. Denn Thura war die beste Freundin von Saida. Und so was wird meist auch auf die Kinder vererbt. Bloss, wie ich schon mehrmals berichtete, gilt Thura als Problem Fall und hat draussen auf der Anlage auch fast immer jemanden der Pfleger neben sich stehen. Damit sie ja nicht Yashoda und deren Nachwchs zu Nahe kommt oder auch Salvana. Jenala hält es bei Salvana sowie Lai Sinh und Shila für Quatsch. Deshalb wäre es wohl für Thura auch nicht schlecht, wenn sie aus der Gruppe genommen und eventuell mit Mala vergesellschaftet wird. Eine Anlage wird frei sein, wenn Thisiam kommt und die könnten beide nutzen. So werden zwei Legen mit einer Klappe geschlagen, denn auch Mala ist ein Problemfall und kann nicht auf die grosse Anlage zu den anderen. Deshalb steht sie auch als Husseins Gesellschafterin im Bullengehege. Laut Jenala ist sie seit mindestens zwei Jahren aber eher sein Punchingball. Der neue Bulle ist so etwa 15 Jahre alt, Mala wird dieses Jahr fünfzig. Also keine gute Kombination.
Und was ist eigentlich damit, dass Mala früher neben mindestens einem afrikanischen Elefanten gestanden hat. Besteht noch irgendwie die Gefahr, dass sie den Herpes-Virus in sich trägt? Dann wäre ein Jungspund von Elefantenbulle absolutes Gift für sie.
Warum ich sage, dass Mala mit afrikanischen Elefanten in Berührung gekommen ist? Früher wurden auch in Hagenbeck beide Elefantenarten auf einer Anlage gehalten, denn man wusste noch nicht, dass der afrikanische Elefant Herpes überträgt, wogegen der asiatische nicht gefeiht ist. Wer sich alte Bilder anguckt oder den Film ‚Klein Erna auf dem Jungfernstieg‘, der wie das sehen. Der genannte Film ist von 1969. Mala ist leicht zu erkennen, sie ist dort zwar erst sechs Jahre alt, aber sie guckt dort schon wie heute die Besucher an – bloss gewebt hat sie nicht.
Zurück zu Salvana, ich habe von der Todgeburt erst durch die Hinweise in den Kommentaren erhalten, die man mir geschrieben hat. In keiner einzigen Zeitung habe ich es gelesen und auf dem Internetauftritt vom Tierpark ist auch nichts zu finden. Als würde das Thema bald abschtlich totgeschwiegen werden. Aber vielleicht brauchen es nur etwas Zeit und ich habe hier auch nicht die richtigen Zeitungen vorliegen (Berliner und Münchener Zeitungen).
Salvana wird schon erholen, wird noch ihre Zeit brauchen, um es zu verkraften. Thura wird ihr helfen können, denn bei der hält sie sich auch jetzt noch meist in der Halle auf.

 

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Elefantenbaby für Salvana – Bald ist es da!


Es scheint sich in Hamburg wieder was anzubahnen. Das ist doch mal eine gute Nachricht.
Jenala ist schon ganz hibbelig. Als ihr Cousin gestern in Hamburg im Tierpark war, konnte er nicht ins Elefantenhaus. Warum? Tja, bei der letzten trächtigen Elefantenkuh hatten die Wehen eingesetzt. Bis jetzt ist aber noch nichts geschehen. Habe mal kurz bei Google-News und der dortigen Internetseite des Tierparks geguckt, aber es steht nach nichts von einem neuen Elefantenbaby. Immer noch ist nur von Lai Sinhs Bullenkalb die Rede. Also macht es Salvana immer noch spannend.
Es sollen sogar zwischenzeitlich mal wieder die Wehen ausgesetzt haben. Scheint wohl normal zu sein, so lange es kein Geburtsmarathon werden wird, wie bei Lai Sinhs erstem, das dann nach 26 Stunden leider tot zur Welt kam. Seitdem ist Lai Sinh bekannt dafür, dass die eigentlich Geburt bei ihr nur eine Viertelstunde dauert. Aber Salvana ist Erstgebährende, da dauert das meist immer etwas länger.
Allein ist sie wenigstens nicht. Sie kann in der Elefantenhalle umherlaufen, sich mal hinlegen oder auf die Unterstützung der anderen Herdenmitglieder hoffen. Wobei Jenala ja sagt, dass sie mit denen, mit denen sie in der Halle zusammen ist, nicht wirklich was zu tun hat. Vor Lai Sinh würde sie gerne mal abhauen, mit Yashoda hätte sie gar nichts Zutun, höchstens mit Kandy war sie zusammen. Aber wehe, es ging um die Rangordnng, da hat Salvana der jüngeren Kandy unmissverständlich klar gemacht, wer das Sagen hat. Am liebsten würde sie an der Box von Thura stehen, die sich nicht mit in der Halle befindet, da sie sich nicht mit Yashoda und deren Nachwuchs verträgt. Keine Ahnung, wieso. Ich erinnere mich noch an Bilder, wo Klein-Kandy und Klein-Thai miteinander gespielt haben. Aber das ist lange her. Erwähnter Thai lebt seit Juni 2010 in der ersten Jungbullen-WG Deutschlands, in Heidelberg.
Jenala schilderte auch, dass Salvana letzte Woche überhaupt kein Interesse an der Gruppe oder Lai Sinhs Jungtier zeigte. Sie stand immer nur bei Thuras Box, holte sich Futter, aber beim Jungtier stand sie nicht. Also warum ist se dann nicht bei Thura? Tja, die Frage aller Fragen, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass Thura recht problematisch ist. Aber Jenala glaubt, dass sie Salvana gegenüber sich normal verhalten würde, schliesslich sei Salvana die Tochter von Thuras bester Freundin Saida. Kommt einem bekannt vor? Richtig, das erzählte ich bereits das letzte Mal. Ein bisschen Wiederholung muss sein, um es besser zu verstehen.
Jenalas Cousin, Jonas war wohl sein Name, hat gesagt, dass am gestrigen Tag immer wieder lautstarkes Brüllen aus dem Elefantenhaus gekommen wäre. Und zu seiner Überraschng hätte Shahruhk darauf geantwortet. Er schien sehr daran interessiert, was in der Halle vor sich ging. Soll früher auch immer mal mit Salvana über die Anlage gestreift sein, wenn sie wieder Schwangerschaftslaufen hatte. Und sie gab ihm ständig Contra, wenn er mal wieder frech war. Nun oebt er ja mit Shanti zusammen, der aus Hannover gekommen ist. Beide sollen nach Polen übersiedeln, wenn der neue Zuchtbulle von dort nach Hamburg gekommen ist. Dazu muss aber erst einmal der jetzige Zuchtbulle Hussen nach Belgien umziehen. Und das wird immer später. Also dann wohl im Herbst der neue Bulle. Jenala freut sich jedenfalls über den Tag, an dem der neue Zuchtbulle Thisiam noch nicht da ist. Und so hofft sie auch für ihren Ersatzelefanten, dass diese de leere Anlage beziehen wird und nicht zu dem „polnischen Franzosen“ gesteckt wird. Da hört sie nämlich vrschidene Versionen: Eine besagt, dass Mala zu Thisiam kommt, die andere besagt, Mala darf in die Mutter-Kind-Anlage ziehen. Fragt sich nun bloss, was nun stimmt. Ich weiss es nämlich nicht. Und Jenala erst recht nicht, sonst wäre sie nicht so besorgt.
Na ja, erst mal abwarten, was sich nun tut. Das kann sich alles den nächsten Minuten oder Stunden entscheiden. Und dann werden wir weiter sehen.
Über Hoa gibt es auch was zu berichten. Sie hat durch de Geburt etwa 230 Kilo verloren, ist noch genauso verfressen und wasserscheu wie vor der Geburt auch. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass sie immer noch traurig ist. Die alte Fröhlichkeit ist noch nicht zurückgekehrt.
Im Übrigen sage ich immer noch, dass Hoa nicht absichtlich He Kind getötet hat. Ihre Tritte waren nur zu kräftig, ansonsten hat se es ja richtig gemacht. Elefantenmütter tretten ihr Neugeborenes, um den Kreislauf n Schwung zu bringen und es zum Aufst zu animieren. Das mag brutal aussehen, ist es aber nicht. Auf Planetopia haben sie am Montag die Geburt von Lai Sinhs Bullenkalb gezeigt. Ganz am Ende, nach dem ganzen Geplänkel ist die Geburt zu sehen. Lai Sinh steht auf der Schräge, die dann ihr Kind heruntersaust. Bei Thura ist das genauso abgelaufen, nur Yashoda hat sich eine Sandkuhle gebaut gehabt, aber vielleicht kennt die das eben so aus Indien.
All Elefanten in der Halle waren beteiligt. Alle? Nein, Salvana hielt schon bei Thura an der Box auf Nr kam keine einzige Sekunde. Ich finde, genauso wie Jenala, dass das doch schon alles sagt. Salvana hat mit dieser Gruppe nichts am Hut.
Ihr kennt ja alle mein Problem mit meinem PC: BIOS Checksum Error und so weiter. Tja, könnte eine leere Bios-Batterie sein, aber ich versuche es jetzt ja mit einem Linux-Rettungssystem. Mal sehen, ob das was bringt. Aber ich kann wenigstens noch was tun, denn Jenalas Laptop sagt überhaupt keinen einzigen Piep mehr. Nur ein schwarzer Bildschirm und sonst nichts. Hat ihren Laptop ganz normal benutzt und am nächsten Tag schaltet sie ihn ein und nichts geht mehr. Sie dachte erst einmal an einen kaputten Bildschirm, also externen Monitor angeschlossen, aber auch da tat sich nichts.
Ihren Roman hat schon bis auf wenige Kapitel anderweitig gespeichtert. Aber ihr ganzes Tagebuch ist da drauf und natürlich ihre Notizen für den Roman, sprich Recherchen. Das ist nun ganz schön ärgerlich. Kann ich gut nachvollziehen, denn auch ich bin auf mene Daten angewiesen. Erinnert mich übrigens daran, dass ich mal wieder meine Daten speichern sollte, extern natürlich. Mein Laptop ist schliesslch auch nicht mehr der jüngste. Aber mir immer noch der liebste, wie Regina immer sagt.
Wie es aussieht, muss Regina mal den Heizlüfter reinigen und Wärmeleitpaste hinzufügen. Wusste überhaupt nicht, dass es so was wie Wärmeleitpaste überhaupt gibt. Wenn es schlimmer kommt ist die Grafikkarte Schrott. Und ganz schlimm kommt es, wenn es das Mainboard sein sollte, dann kann sich Jenala einen neuen Laptop kaufen. Ein Mainboard kostet nämlich bis zu 400 Euro. Und für das Geld gibt es heutzutage schon einen neuen Laptop von Aldi.
Mal sehen, was sie machen wird. Am Ende wohl noch die Festplatte ausbauen. Ich kann bloss hoffen, dass ihr Cousin sich dabei nicht einmischt, sonst ist das Ding schneller Schrott als Jenala das selbst tun könnte.

 

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Mutterglück an Freitag, dem 13. – Lai Sinh hat das Rennen vor Salvana gemacht


Die Obduktion des kleinen Elefantenbullen hat ergeben, dass Hoa ihn tatsächlich totgetrampelt hat. Infolge seiner inneren Blutungen starb er. Eine traurige Nachricht.
Ich bin aber immer noch überzeugt davon, dass Hoa es nicht mit Absicht gemacht hat, sondern ihn nur zum aufstehn ermuntern wollte und dabei zu fest zugetreten hat.
Gestern auf den Aufnahmen von „Elefanten, Tiger & Co.“ konnte man nicht wirklich viel erkennen. Was für mich jetzt aber definitiv feststeht: Das war eine Unfähigkeit, die es überhaupt nicht gab. Gucken wir mal an den Monitoren, da werden wir ja alles sehen. Die hätten ja in zu Hoa direkt in die Halle sollen, aber wenn sie an dem Durchgang gestanden und manchmal mit ihr gesprochen hätten, dass wäre schon ein wenig tröstlich für sie gewesen. Immer noch besser, als ganz allein zu sein.
Und sie hat wahnsinnige Schmerzen gehabt, brüllte, was wir wegen des Infraschalls nicht hören konnten, nahm einen langes Stück Holz und hielt sich daran fest.
Bösartigkeit kann man ihr wirklich nicht unterstellen. Sie hat getrauert, das sah man ihr an. Ihre Augen waren nass und sie guckte traurig. – Jedenfalls sagt das Jenala und die muss das wissen.
Vielleicht hätten sie es doch mit Saida versuchen sollen, auch wenn sie Hoa nicht besonders mag. Aber in der Situation hätte sie ihr sehr wahrscheinlich beigestanden.
So ist es aber so, wie es gekommen ist. Man kann es nicht ändern. Hoa kann immer noch weiteren Nachwuchs bekommen.

Dafür gibt es eine umso schönere Nachricht aus Hamburg. In dortigen Tierpark Hagenbeck erblickte am frühen Freitagmorgen (Freitag, der 13.) ein kleiner Elefantenbulle das Licht der Welt. Doch wer nun mit Salvana als glücklicher Mutter gerechnet hat, der hat sich verrechnet. Denn es war ja noch eine andere Elefantenkuh schwanger. Beide Kühe sollen, wie es heisst, am selben Tag gedeckt worden sein. Die eine in Leipzig, die andere in Hamburg. Lai Sinh, die Elefanten, die gerne auch mal für ein Jungtier gehalten wird, ist die glückliche Mutter. Wobei glücklich relativ ist, besonders bei Lai Sinh. Sie ist leicht autistisch veranlagt und nicht gerade die Mutter, wie man es sich vorstellt. Sie kümmert sich, aber bloss nicht zuviel. Das ist bei ihrer Tochter Shila schon so gewesen, die deshalb zu einer Tante ging, um dort Milch zu trinken. Die hatte dann selbst Nachwuchs und musste nun zwei kleine Elefanten versorgen. Sie wurde dadurch ganz schön dünn, nun wird es langsam wieder.
Übrigens wurde das Jungtier genau zwei Tage nach dem fünften Geburtstag seiner Vollschwester (Mutter und Vater identisch). Da kann man es verstehen, wenn Jenala sagt, Lai Sinh sei autistisch veranlagt. Alles muss gleich sein. Dieses mal wieder in aller Frühe, bloss zwei Stunden eher als das letzte Mal, aber wieder eine Viertelstunde.
Jenala ist gestern gleich hin und war recht erstaunt, dass Salvana sich so gar nicht für die Gruppe und den Nachwuchs interessierte. Als würde sie gar nicht zur Gruppe gehören, sondern wäre ein Fremdkörper. Vielleicht auch erste Anzeichen für Wehen? Wir wissen es nicht.
Der kleine Bulle soll immer versucht haben zu trinken, bloss suchte er die Milchbar immer vergeblich bei Tante und Halbschwester. Da gab es dann natürlich nichts. Aber besonders auf die Halbschwester hatte er es abgesehen. Und die liess alles geduldig über sich ergehen.
Jenala hatte prophezeit, dass es ein Bullenkalb werden würde. Hat irgendwelche Berechnungen angestellt bezüglich des Nachwuchs des Vaters und dem der Mutter. Und da stand dann die Chance höher, dass es ein Bullenkalb würde.
Hier ein Bild von dem neuen Elefanten.

Und was ist heute noch für ein Tag? Richtig, vor 100 Jahren sank die Titanic in die Fluten des Ozeans. Ein Schiff, das als unsinkbar galt, wurde zum Mythos. Warum eigentlich? Wegen der missglückten Schiffstaufe? Wegen der Tatsache, dass das Schiff als unsinkbar galt? Wegen der fehlenden Rettungsboote?
Bezüglich der Rettungsboote kann man nur sagen, dass damals nicht vorgeschrieben wurde, wie viele Rettungsboote sich an Bord befinden mussten. Es war eine Sache der Reederei. Da kann man nur sagen, dass die White Star Line sogar mehr Rettungsboote als überhaupt nötig zugelassen hat. Wird gerne vergessen, aber Rettungsboote waren nun wirklich nicht Pflicht.
Bei der Schiffstaufe ging wirklich nicht die Flasche kaputt. Das wird dann gleich als schlechtes Omen angesehen. Nun ja, ist nun mal so. Kann man nicht ändern.
Im Grunde genommen, ist die Titanic wahrscheinlich zum Mythos geworden wegen mehrerer Tatsachen: 1. Das Schiff galt als unsinkbar.
2. Viele Menschen sind gestorben.
3. Die genauen Umstände, wieso es eigentlich zu dem Unglück kam, sind nie geklärt worden.
James Cameron’s Film ist nun auch wieder in 3D im Kino zu bewundern und die Leuten strömen immer noch wegen des Films in die Kinos. Ich habe den schon 1997 nicht gesehen und falls nun Regina auf die Idee kommen würde, dass ich mir den mit ihr ansehen muss, würde ich jeglichen Konsequenzen in Kauf nehmen. Aber ich will diese Schnulze nicht sehen. Was anderes ist der Film nun mal nicht.
Gestern wurde eine der deutschen Fassungen gezeigt. Nicht der Stummfilm von 1912, sondern der Film von 1943. Kann man sich schon vorstellen, wie das war. Ein wenig einseitig gefärbt, aber ansonsten eben ein Spielfilm mit Dramatik.
Nächste Woche kommt an selber Stelle übrigens ein ganz anderer Film. Jenala hat gesagt, dass ich darauf aufmerksam machen soll: Klein Erna auf dem Jungfernstieg.
Wurde 1969 in Hamburg gedreht, die Handlung ist nicht besonders, aber ein ganz spezieller Elefant ist dort zu sehen. Um wen es sich handelt? Gibt doch nur eine Elefantenkuh, die seit mehr als 45 Jahren in Hagenbeck ansässig ist. Jenalas Ersatzelefant Mala. Die hat sich nach eigener Aussage gestern übrigens sehr den Bauch vollgeschlagen.

 
 

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Ist Elefant Hoa für den Tod ihres Jungtiers verantwortlich?


Samstag schrieb ich noch, dass Elefantenkuh Hoa aus Leipzig in den nächsten Tagen ihr Jungtier bekommen würde. Dies ist auch geschehen, nachdem Hoa mehr als einen Tag Wehen hatte. Doch anstatt das nun ein putzmunteres Bullenkalb durch die Halle des Leipziger Elefantenhauses trudelt, wird der Zoo mit Vorwürfen jeglicher Art überschüttet. Denn der kleine Bulle ist tot, sehr wahrscheinlich wurde er durch die eigene Mutter totgwtrampelt. Absicht oder einfach nur unglücklichen Umständen geschuldet? Das ist die Frage, die halb DeutschLand beschäftigt. Ist Elefantenkuh Hoa Schuld am Tod ihres Jungtiers?
Wer die Zeitungs- und Internetberichte liest, wird zu keinem anderen Schluss kommen, als das die unerfahrene Hoa ihr Jungtier getötet hat. So wird es uns jedenfalls vermittelt. Sollte man nicht zuallererst von der Unschuldsvermutung ausgehen? Es wird ja sogar vermutet, dass das Jungtier bereits tot geboren sein konnte bzw. kurz danach gestorben ist, ohne Hoas Zutun. Was ist beispielsweise mit dem Geburtsgewicht, das bei knapp 130kg gelegen hat? Für mich klingt das nach einem Koloss. Kurz mal Jenala gefragt, ob denn das Elefantenbaby nicht zu dick war und deshalb gestorben ist. In Hamburg ist vor über zehn Jahren auch ein Elefantenbaby mit erheblich erhöhten Körpergewicht geboren worden, das kurz nach der Geburt verstarb. Nicht einmal Mund-zu-Mund-Beatmung hatte geholfen. Also lag meine Vermutung nahe, dass Hoas Jungtier auch ein erhöhtes Geburtsgewicht vorwies und eventuell aufgrund dessen verstorben war. Hoa ist ja ein Fressbeutel und immer schon recht propper gewesen.
Jenala sagte mir, dass ein Gewicht zwischen 90 und 110 kg normal sei, ein Jungtier aber durchaus auch bis zu 140kg wiegen könnte. Also war es doch nicht zu schwer? Ich bleibe weiterhin skeptisch.
Dann ist da noch die Sache, dass Hoa ganz alleine in der Halle war und entbunden hat. Sie konnte sich frei bei der Geburt bewegen, was ja heute eigentlich zum Standard gehören sollte. Einziger Nachteil: Sie war ganz allein. Nirgends eine andere Elefantenkuh, die sie bei der Geburt hätte unterstützen können. Keine Trinh, keine Don Chung und vor allem keine Saida, die bereits Erfahrung mit Herdengeburten vorweisen kann, da sie aus Hamburg stammt. Und Hagenbeck rühmt sich ja immer mit seinen seit 2003 stattfindenden Herdengeburten.
So kann selbst ein Problemelefant vor seinem Jungtier geschützt werden, da die Tanten oder eventuell auch eine Tante eingreift und der Mutter zeigt, wo es längs geht. Das war in Leipzig nicht möglich. Dort war Hoa ganz alleine, wurde von Pflegern überwacht, die im Zweifelsfall aber auch nicht eingreifen konnten. Und so soll es eben zu dem Unglück gekommen sein.
Man muss bei Hoa auch bedenken, dass sie erstens die rangniedrigste der Gruppe ist und von den anderen nicht wirklich akzeptiert. Weder Saida noch die anderen beiden mögen sie besonders. Und Saida steht eh beim Bullen, da sie immer versuchen soll Chefin zu werden. Eigentlich will jeder Elefant außer Hoa Leitkuh sein. 2006 war Saida gekommen, um genau so eine Situation zu vermeiden, wie sie nun vorherrscht. Damals hatte Rhani noch gelebt, aber selbst diese mochte Hoa nicht besonders.
Das Verhältnis zwischen Hoa, Thrinh und Don Chung hat sich etwas gebessert und ist nicht mehr ganz so schlimm wie vor ein paar Jahren. Aber die dicksten Freunde sind die drei nicht geworden, das ist eher ein dulden.
Wenn man Hoa betrachtet, so ist sie bei allen Elefanten das fünfte Rad am Wagen. Vielleicht sollte sich der Leipziger Zoo wirklich überlegen, ob sie Hoa nicht abgeben an einen anderen Zoo, die sie besser in eine Gruppe integrieren können. Meine Vermutung, dass der Zoo Leipzig Hoa als gleichwertigen Ersatz für Salvana Hagenbeck anbot, hält sich immer noch. Aber was wollten die mit einem weiteren Problemfall? Davon haben sie schliesslich schon zwei, wobei Mala beim Bullen meist gut aufgehoben ist und Thura geniesst eben Dauerbewachung und wird in der Halle von den anderen getrennt gehalten. Hier muss man aber auch wissen – Jenala sei Dank -, dass Thura erst seit Saidas Weggang diesen schweren Stand hat. Die beiden waren dickste Freundinnen und kamen aus einer Einrichtung in Spanien, wo sie wohl schlimmes durchgemacht hatten. Thura ist nun alleine, kann eine der anderen Kühe, und folglich deren Nachwuchs, nicht ausstehen. Also nicht leicht.
Aber ich schweife ab, zurück zu den Leipziger Elefanten.
Hoa war allein in der Halle, niemand konnte eingreifen. Es wird ja kritisiert, dass der ehemalige Cheftierpfleger Tempelhoff kurz vor der Geburt wegen irgendwelcher internen Querelen abgesetzt und in ein anderes Revier versetzt wurde. Ich weiss nicht, ob er etwas hätte ändern können. Wobei Hoa ja angeblich eine enge Bindung zu ihm hatte. Wenn das stimmt, hat Hoa wirklich die Bezugsperson verloren, der sie vertraut hat. Hoa hat ja eher eine Bindung zu den Menschen um sie gehabt als zu ihren Artgenossen, vor denen sie angeblich sogar Angst hatte. Deshalb ist es mir unverständlich, dass niemand bei der Geburt eingreifen konnte. Ja, es mag gefährlich sein, gerade bei einer Geburt. Aber Hoa? Solange ich keine Aufnahmen der Geburt gesehen habe, kann ich dazu wirklich nichts sagen.
Vielleicht hätte Hoa wirklich an die Kette gelegt werden sollen. Aber wissen wir, ob es dann besser ausgegangen wäre. Die Kette kann doch keine Lösung sein. Bei allein erstgebährenden Elefanten vielleicht doch. Tja, ich weiss es nicht. Geburten an der Kette sind veraltet, da mag Leipzig schon mit einer Geburt in der Halle recht gehabt haben. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Leipzig das nur veranstaltet hat, um nicht als veraltet zu gelten. Damit sie qeiterhin ihrem Ruf als „Zoo der Zukunft“ gerecht werden. Aber die Zukunft hat sie schon lange überholt. Wenn man hinter die Fassade schaut, wird es deutlich.
Kommen wir nun zu den Tierschützern, die sich immer dan zu Wort melden, wenn etwas schief gegangen ist. Mit denen hat nicht nur der Leipziger Zoo zu kämpfen, sondern jede Zoologische Einrichtung, ob in Deutschland oder der ganzen Welt.
Da werden einmal die Haltungsbedingungen kritisiert. Ich will ja nicht sagen, dass die Elefanten ein supertolles Leben im Zoo geniessen, aber wirklich schlecht geht es ihnen dort auch nicht. Sie kregen jeden Tag ihr Futter und müssen nicht fürchten von Wilderern getötet oder von einer Tretmine zerfetzt zu werden. Natürlich haben sie sich an die Befehle der Pflegerzu halten und können nicht tun und lassen was sie wollen. Das ist dem Schutz der Menschen gechuldet, die mit den Elefanten arbeiten. Das ist allerdings noch lange kein Freifahrtsschein, um die Elefanten zu trietzen.
Natürlich sind auch immer mal welche dazwischen, die lieber nicht mit Elefanten arbeiten sollten, aber solange den grauen Riesen kein Schaden zugefügt wird, geht es noch.
In Asien werden den Elefanten auf grausame Art und Weise der Willen gebrochen. Gefesselt stehen die Elefanten da und versuchen sich zu befreien, bis sie aufgeben und sich dem Menschen fügen. So etwas nenne ich grausam, aber dagegen scheint niemand gegen angehen zu wollen. Nein, kritisieren wir doch lieber das, was direkt vor unserer Haustür sitzt.
Da wird von den Tierschützerin die Herdenstruktur oder nicht vorhandene Homogenität kritisiert. Ja, dass in Leipzig seit spätestens Rhanis Tod nichts mehr geht, ist allgemein bekannt und nichts Neues. Daran wird sich mich ziemlocher Sicherheit auch nichts ändern.
Dass eine Erstgebährende allein in der Halle ist ohne die Unterstützung von erfahrenen Tanten, mag durchaus rechtens sein. Aber wer Hoas Stand kennt, muss sich doch fragen, welche Kuh denn wirklich geeignet dafür gewesen wäre? Mir fehlt keine ein.
Dass leichtsinnig gehandelt wurde mit einer Geburt ohne Ankettung, ich weiss nicht. Bei beiden Methoden kann durchaus was schiefgehen.
Zu guter Letzt, dass dem Leipziger Zoo verboten werden sollte zu züchten. Das ist wirklich starker Tobak, wie ich finde. Denn ist es nicht gerade das erklärte Ziel eines jeden Zoos durch Nachzuchten eine Art zu erhalten? Und gerade die asiatischen Elefanten sind vom Aussterben weitaus bedrohter als ihre afrikanischen Verwandten.
Hoa ist noch ein Wildfang und würde frisches Blut in die europäischen Gruppen bringen.
Durch diese erste Schwangetschaft von ihr, ist gewährleistet, dass sie auch weitere Kinder wird haben können. Denn bei weiblichen Elefanten ist es so, dass sie bis ungefähr zwanzig wenigstens einmal ein Kind hätten kriegen sollen, damit sich ihre Gebärmutter nicht verändert. Es gibt immer wieder Ausnahmen wie Hoa, die 24 war, oder Shandra, die 30 war, aber leider eine Fehlgeburt hatte.
Hoas Baby ist tot. Einige äussern sich darüber auch im Dinne von: Na und? War doch eh nur ein Bulle, die gibt es schon genug. Richtig, es war ein BullenkAlb, aber Naing Thein ist nun einmal bekannt dafür männlichen Nachwuchs zu zeugen. Das steht in einem Verhältnis von 4:1. Deshalb Jenalas Vermutung, der Nachwuchs von Salvana könnte auch männlich sein.
Seien wir froh, dass wenigstens Hoa die Geburt gut überstanden hat.
Und vielleicht war es wirklich besser so, dass das Jungtier nicht überlebt hat. Wer weiss, was da für ein Bulle herangewachsen wäre, der eine Mutter voller Komplexe hat.
Warten wir nun das Obduktionsergebnis ab. So lange gilt für mich die Unschuldsvermutung.

 

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