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Vier Jahre – Europas klügster Elefant wartet und wartet


Auf den Tag genau vor vier Jahren oder 1461 Tagen verliess Elefantendame Mala den Ort, wo sie bis dahin fast ihr gesamtes Leben verbracht hatte.
In Belgien lebt sie seit ihrem Umzug und hat dort in der Zeit schon einiges erlebt.
Im vergangenen Jahr durfte sie das belgische Königspaar treffen. Gemeinsam mit Genossin Rani machte sie ihnen ihre Aufwartung.
Ihrer Lieblingsfeindin würde sie seitdem zu gerne erzählen, dass sie schon Könige begrüsst hätte. Eitel ist die alte Kuh überhaupt nicht. Doch Mogli würde bloss müde abwinken und erwidern, sie hätte bereits den „King of Pop“ getroffen. Das sei zwar schon etwas her, aber ein weitaus bedeutenderes Ereignis.
Mala würde dagegen sicherlich wieder anstinken und sagen, dass das alte Faltenmonster gar nicht wisse, ob sie das Original oder einen Doppelgänger getroffen habe. Sie hingegen wisse genau, dass sie keine Doppelgänger begrüsst habe.
Die Elefantendame hat in ihrem Leben bereits allerhand Menschen getroffen und in den vier Jahren in Belgien auch. Die Liste geht von alten Bekannten, über Besucher, die aus einem speziellen Anlass da waren, bis zu Königen.
Nicht, dass Mala solche Leute früher nicht auch schon getroffen hätte. So waren schon Otto Waalkes oder Karl Dall da, um ihr einen Besuch abzustatten, als sie noch in ihrer alten Heimat lebte.
Ja, an die Zeit denkt sie gerne zurück. Wie sie damals immer mal wieder für die Zeitung posierte, schöne Ausflüge in die nähere Umgebung unternahm oder in Film und Fernsehen auftreten durfte.
Heute kommen noch die sozialen Netzwerke dazu oder TV-Dokumentationen. Doch ihre Auftritte sind leider rar geworden. Das findet die alte Kuh traurig, lässt sich allerdings nicht ändern. Dennoch glaubt sie weiterhin an den Titel eines Liedes, das „Kein Star wird jemals grösser sein“ heisst. Denn Mala ist ein Star, auch wenn man von ihr nicht mehr so viel hört oder sieht wie es früher gewesen ist. Man hat ihr den Rang abgelaufen. Erst war es Mogli, der sie sich beugen musste, jetzt sind es die Grossen Pandas, auch als Bambusfresser bekannt. Daran hat sie sich gewöhnt, auch wenn sie sich lieber selbst im Rampenlicht stehen sieht. Denn wer ist der Star? Richtig, es ist Mala.
So fand sie schliesslich auch den Weg in eine Romanreihe. In den Isis Just-Abenteuern taucht sie in jedem Roman immer kurz auf. Im November wird ein weiterer Thriller erscheinen, der den Titel „Im Zeichen des Denkmals“ tragen wird. Mala ist natürlich wieder dabei. Frech wie immer.
Im November letzten Jahres musste sie von ihrer Genossin Rani Abschied nehmen, die zurück in die Schweiz ging. Allein blieb sie nicht zurück, war doch noch die aus Köln gekommene Aye Chan May da. Mit ihr ihr versteht sich Mala auch ganz gut. Solange man sie machen lässt und die anderen sich ihr unterordnen, kann sie sehr freundlich sein.
Und dann durfte die Elefantin die Hannoveraner auf die neue riesige Anlage führen. Das tat sie natürlich gerne und die grosse Herde folgte ihr problemlos.
Nun lebt sie mit ihnen auf der Anlage, bleibt meist lieber für sich, weil sie die anderen nicht sonderlich interessieren. Manchmal sind ihr die Hannoveraner auch zu laut. Mit fast 54 Jahren möchte man auch mal seine Ruhe haben.
Für Fütterungen oder das Elefantenbaden wird sie aus der Gruppe genommen. Es sind schöne Abwechslungen, doch wenn man Mala baden sieht und diese Aufnahmen mit älteren vergleicht, fällt einem vielleicht auf, dass sie nicht mehr mit dem Elan von früher dabei ist. Sie führt die Aufgaben aus, aber die Freude dahinter ist weg, es scheint zur Routine geworden zu sein.
Selbst Menschenansammlungen sind ihr zu viel geworden. Früher konnte die alte Kuh davon praktisch nicht genug bekommen, sonnte sich in der Aufmerksamkeit. Heute macht sie eher den Eindruck, dass sie das alles möglichst schnell hinter sich bringen will.
Hängt es mit Malas Alter zusammen oder ist ihr alles relativ gleichgültig geworden, seitdem sie gemerkt hat, dass sie nicht wieder nach Hause gehen wird? Man weiss es nicht genau.
46 Jahre hat sie in ihrem geliebten Zuhause verbracht. Eine sehr lange Zeit für einen Elefanten. Mala kannte dort alles, kannte ihre Umgebung, einige der wiederkehrenden Besucher und die Menschen, die tagtäglich mit ihr zu tun hatten.
Jetzt im Pairi Daiza sieht sie auch täglich die Menschen, die mit ihr arbeiten, aber in den letzten vier Jahre hat sie neue Elefanten kennengelernt und sie innerhalb kürzester Zeit auch wieder verloren – aus der Sicht eines Elefanten gesehen. Den Anfang machte Ani, die an den Folgen einer schweren Geburt starb, schliesslich der Weggang von Rani im vergangenen November. Ein Elefant braucht Kontinuität, vor allem jemand wie Mala, die ihr Zuhause, ihre Heimat, verloren hat.
Dann zog sie innerhalb des Pairi Daiza von einer Anlage zur anderen. Erst war sie beim Mersus Emergo, dann im Palace d’Ani, wieder beim Mersus Emergo und nun auf der neuen Anlage, wo sie hoffentlich verbleiben wird. Falls sie nicht noch einmal den Zoo wechselt.
Vier Jahre sind seit Malas Weggang vergangen und eigentlich müsste sie sich mit ihrem neuen Wohnort arrangiert haben. Dennoch ist da immer noch die Hoffnung, dass es irgendwann Retour gehen könnte. Mala wartet auf diesen Tag X, der höchstwahrscheinlich niemals eintreten wird.
Mala wartet. Sie wartet noch immer, gibt die Hoffnung nicht auf. Und eines Tages, vielleicht…

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Drei Jahre – Europas klügster Elefant hofft noch immer


Es ist nun drei Jahre oder 1095 Tage her, dass Elefantendame Mala ihr geliebtes Zuhause verlassen und gegen eine neue Wohnstatt im belgischen Brugelette eintauschen musste. Ja, es sind schon drei Jahre vergangen – wie schnell die Zeit doch vergeht. Für einige ist es noch wie gestern gewesen, dass sie Mala in ihrem Gehege angetroffen und ihr einen Apfel oder eine Möhre in den ausgestreckten Rüssel gelegt haben.
Doch sie ist nicht mehr da, wird immer noch schmerzlich vermisst, denn niemand der anderen Elefanten kann sie wirklich ersetzen und in ihre Fussstapfen treten.
Drei Jahre sind vergangen in denen sich Mala an ihre neue Wohnstätte gewöhnen konnte. Ja, sie hat sich eingelebt und dennoch hofft sie weiterhin, dass es irgendwann wieder nach Hause geht.
Als die Elefantin im Pairi Daiza ankam, war sie unbestritten der Star neben den anderen grauen Riesen, die bald darauf den Weg zurück in die Schweiz antraten. Ihr zur Seite gestellt wurden Rani – hier immer old Rani genannt – und Ani, die im März 2013 an den Folgen von Geburtskomplikationen starb.
Inzwischen wimmelt es in Brugelette nur so von asiatischen Elefanten. Den Anfang machte Aye Chan May mit ihrem Sohn, dann kam Ende letzten Jahres eine Gruppe aus dem Zoo Hannover. Einige Zeit später konnte die Geburt eines Elefantenjungtiers bekannt gegeben werden. Fortan dreht sich beinahe alles nur noch um Nang Faa, sodass Malas Stern langsam erneut am verblassen ist. Seitdem wird nicht mehr so häufig über sie berichtet, wie es noch am Anfang gewesen war, als sie in den Pairi Daiza kam.
Der erste Dämpfer kam, als aus China zwei große Pandas kamen. Das Hauptinteresse wurde nun auf die beiden Bambusfresser gelegt. Mala trat fortan in den Hintergrund. Schließlich die Ankunft der Hannoveraner, die ihr endgültig den Rang abliefen.
Das war für Mala nichts Neues, kannte sie es gut aus ihrem Heimatzoo, wo sie einst auch der große Star war bis ihr Mogli schleichend den Rang ablief.
Man muss sich immer noch fragen, wieso das eigentlich so gewesen ist, denn Mala ist nicht nur der weitaus hübschere Elefant, sondern auch sehr klug. Dafür hat sie mitunter ihren eigenen Kopf und wenn sie was nicht will, hat sie keine Lust dazu. Nur genauso ist Shandra ebenfalls. Wenn diese gerade in einer ihrer Total-egal-Phasen ist, lässt sie sich nur sehr schwer dazu bewegen, etwas auszuführen.
Vielleicht mag Mogli besser zu händeln sein. Vor allem liegen ihr eher Fototermine als Mala. Denn wenn der klügste Elefant Europas zu einem Foto keine Lust hat, weil derjenige, mit dem sie aufs Bild soll, ihr nicht gefällt, macht sie ein griesgrämiges Gesicht und guckt nicht besonders erfreut in die Kamera. Da ist Mogli ganz anders. Mit einem Apfel lässt sie sich für alles bestechen, sogar für den Bau der Elbphilharmonie.
Tja, Mala mag drei Jahre fort sein, aber vergessen ist sie immer noch nicht.
Da hat es Taschen gegeben, auf denen ihr Konterfrei abgebildet ist. Die erste Version erschien, bevor Mala Hamburg verlassen musste, während die überarbeitete Version lange nach ihrem Weggang herauskam. Hätte man die Elefantin nicht durch Mogli oder Shandra ersetzen können? Es gibt ähnliche Posen von den beiden. Es wäre also ein Leichtes gewesen, Mala zu ersetzen, wo man ein Walross in die überarbeitete Version hineingefügt hatte. Bei den jetzigen Leinenbeuteln erkennt man an den Umrissen Mala, aber ein Laie könnte genauso gut denken, dass es sich um Mogli handeln würde. Denn wenn man nicht genau hinsieht, sehen sich die beiden zum Verwechseln ähnlich.
Weiter verwendet man einen Ausschnitt dieses Bildes, wo es neben den Köpfen anderer Tiere steht. Ich weiss nicht, wieso man das Bild eines Tieres oder besser einer Persönlichkeit verwenden muss, dass nicht mehr da ist? Hängt es damit zusammen, dass Mala die fotogenste unter den Hamburger Elefanten war und ist? Oder hofft man darauf, dass sowieso kein Besucher erkennt, dass dieser Elefant nicht mehr da ist?
Auf alle Fälle wird immer noch nach Mala gefragt – drei Jahre nach ihrem Weggang!
So wird die Elefantin gesucht, die dem Elefantenbullen stets als Gesellschaft leistete. Wenn man sie nicht sieht, werden viele Vermutungen angestellt, die darauf hinauslaufen, dass Mala wohl gestorben sein müsse, wo sie doch die Älteste war. Mit grosser Verwunderung wird schliesslich die Nachricht aufgenommen, dass die Elefantin in einen anderen Zoo gezogen ist und dann auch noch so wit weg nach Belgien.
Mala wird schmerzlich vermisst und immer noch wird sich gefragt, ob man sie nicht trotz aller Querelen mit Mogli in diesen zusammengewürfelten Haufen namens Herde hätte integrieren können. Bei Thura hat es auch halbwegs funktioniert. Mala ist intelligent und weiss, wann sie sich etwas leisten kann und wann sie sich zurückhalten muss. So lange sie sich beobachtet fühlt, macht sie einen auf lammfromm, das sie kein Wässerchen trüben können, aber sobald sie weiss, dass niemand auf sie achtet, schlägt sie eiskalt zu oder schmeisst ihre unliebsame Konkurrenz in den Graben. Also hätte es funktionieren können. Allerdings hätte es einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Da war es weitaus einfacher, die Elefantin abzugeben. Dass sie praktisch ihr gesamtes Leben in Hamburg verbracht hatte, trat in den Hintergrund.
So war es kein Wunder, dass Mala sich mit ihrem neuen Wohnort arrangierte, aber nicht wirklich glücklich geworden ist. Dabei hat sie alles, was sie sich wünschen kann: Die Aufmerksamkeit der Besucher, die Position der Leitkuh und sie darf ihre alten Tricks zeigen. Doch trotz allem hofft Mala immer noch, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren kann, wo sie die längste Zeit ihres Lebens verbrachte.
Die Augen der Elefantin glänzen nicht mehr so wie früher, das einzige Anzeichen, dass Belgien für sie nicht ihre neue Heimat geworden ist. Sie hat sich arrangiert, wie man es im Laufe der Zeit eben macht.
Nächstes Jahr kann Mala ein weiteres Jubiläum feiern. Denn am 8. Juni 2016 wird es heissen: 50 Jahre Ankunft in Europa. Höchstwahrscheinlich wird man es genauso vergessen, wie man auch ihren offiziellen 50. Geburtstag nicht gross begangen hat.
Dabei wäre es sicherlich ein Spektakel geworden und könnte es im nächsten Jahr auch werden. Denn so sehr die Hannoveraner mit Jungtier Nang Faa oder die grossen Pandas ihr den Rang abgelaufen haben, ist sie für die Menschen wichtig geblieben.
Als im Frühjahr eine Fütterung ausfallen musste, weil Mala ein paar Zipperlein plagten, wurde der der Pairi Daiza mit Anfragen überhäuft, wie es der Elefantendame gehe und sie wieder wohlauf sei. Es beruhigte sich erst, als Entwarnung gegeben wurde.
An dieser kleinen Episode kann man sehen, wie wichtig Mala den Menschen ist. Nicht umsonst heisst es, wer diese Elefantin nicht gesehen hat, der ist nicht da gewesen. Das galt für Hamburg und gilt nun für den Pairi Daiza.
Doch tief in ihrem Inneren hofft Mala auf eine Rückkehr.
1095 Tage sind bisher vergangen und es werden noch mehr Tage vergehen…

 

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Es geht in die nächste Runde…


Es sollte der längste Streik der Lokführer werden. Nun wird er überraschend heute Abend um 18 Uhr beendet. Hat das nun damit zu tun, dass die Bahn geklagt hat, der Streik müsse beendet werden, kein Geld mehr in der GDL-Streikkasse ist oder die GDL in der Bevölkerung nun völlig unten durch ist?
Ja, es bleibt die Frage aller Fragen, warum die GDL auf einmal umschwenkt und den Streikt bereits am Samstag um 18 Uhr beendet anstatt am Montag um 2 Uhr.
Mir egal, hauptsache ich kann wieder problemlos von A nach B kommen, ohne dass ich ein Stück zu Fuss gehen muss. Abends mag das weniger ein Problem sein, aber morgens bedeutet es, dass ich bald eine halbe Stunde früher los muss. Nein, nicht aufstehen, denn in der halben Stunde gehe ich immer erst einmal durch, was ich noch so zu erledigen habe und packe mir meine Mittagsmahlzeit ein. Ja, ich esse nicht in der Kantine. Die haben da meist Sachen, die ich nicht mag.
Die Bahn hatte gegen den Streik geklagt, aber nicht auf eigene Initiative hin, sondern weil Verkehrsminister Dobrindt dies gesagt hatte. – Ja, das ist der, der sich diese hübsche PKW-Maut ausgedacht hat, die niemand von uns haben will.
Natürlich glaubte die Bahn nicht, dass sie Erfolg haben werde vor Gericht – denn Streik ist in Deutschland ein Grundrecht -, weshalb sie diesen Schritt auch bisher gescheut hatten. Und tatsächlich, wie nicht anders zu erwarten verlor die Bahn in erster wie auch in zweiter Instanz. Dennoch ist ein negativer Fleck auf der Weste der GDL geblieben, denn der Richter schlug einen Vergleich vor, den die Bahn sofort angenommen hätte, bloss die GDL wollte natürlich nicht.
Und je öfters gestreikt wird, desto weniger Verständnis bringt man für die Lokführer und vor allem die GDL auf.
Es mag schön und gut sein, dass die GDL für die Rechte der Lokführer kämpft, aber was haben sie denn mit den Zugbegleitern zu tun? Hier herrscht eindeutig ein Machtkampf, wer die stärkere Gewerkschaft ist: Die GDL oder die EVG.
Nun wird also der Streik heute schon beendet? Wurde ein Kassensturz bei der GDL gemacht und festgestellt, dass man nicht mehr genügend Geld auf dem Konto hat? Denn man muss bedenken, dass Gewerkschaften immer dann zum Streik aufrufen, wenn sie zuviel Geld auf dem Konto haben. Das müssen sie loswerden und deshalb wird gestreikt. Denn die Gewerkschaftsmitglieder bekommen dann Streikgeld anstelle ihres normalen Lohns.
Aber vielleicht ist noch eine kleine Reserve da, denn die GDL hat angekündigt, dass sie weiter streiken wollen. Wenn auch nicht mehr morgen, am 09. November, dem 25. Jahrestags des Mauerfalls.
So oder so ist die GDL nun so langsam unten durch bei den Menschen.

Die Situation in der Ukraine scheint wieder einmal zu eskalieren. So langsam kann man es wirklich nicht hören. Dass das russische Militär die prorussischen Separatisten ausbilden soll, ist nun wirklich nichts Neues. Jetzt sollen mal wieder russsische Panzer auf ukrainischen Boden gekommen. Angeblich war es dieses Mal kein Grenzversehen, sondern volle Absicht und sie waren auch weit hinter der Grenze und mehr als nur ein Panzer. Die nächste Provokation folgt gleich im Anschluss.
Militär-Transporter mit Ausrüstung sollen sich auf den Weg zu den pro-russischen Separatisten gemacht haben. Da folgt praktisch eine Hiobsbotschaft der nächsten und man fragt sich wirklich, was davon noch echt ist und was nicht. Damit will ich der ukrainischen Regierung nicht unterstellen, dass sie sich was ausdenken würden, um Russland als Buhmann hinzustellen. Aber wieso scheint sich erst die Situation zu entspannen und dann eskaliert sie wieder? Alles Taktik von Putin oder was?
Nein, so langsam habe ich keine Lust mehr, davon zu berichten, deshalb werde ich es nun auch endlich sein lassen. Es reicht langsam.
Dennoch ein kleiner Nachtrag: Michail Gorbatschow macht den Westen für die Ukraine-Krise verantwortlich. Hätte Russland denn nicht einfach sagen können. Schön, die Krim will zu uns, das ist ganz nett, aber sie gehört zur Ukraine. Da soll sie auch bleiben. Aber wenn da jemand an der Spitze des Staates ist, der sich als neuer Imperator sieht, der den Westen erobern bzw. zurückerobern will, dann eskaliert die Situation eben. Natürlich hätte der Westen auch einfach zusehen können und hätte geschwiegen. Wobei die ganzen Sanktionen recht lächerlich waren und die Wirtschaft des Westens auch in Mitleidenschaft gezogen hat. Aber man Opfer bringen, wenn man was durchsätzen will, das stimmt.
Gorbatschow warnt weiter vor einem neuen Kalten Krieg. Das habe ich bereits letzte Woche erwähnt, dass praktisch ein neuer Kalter Krieg drohen kann. Und so wie es momentan aussieht, könnte es tatsächlich dazu kommen, auch wenn die Politiker gerne vom Gegenteil überzeugt sind. Aber Politiker sagen viel, wenn der Tag lang ist, das kennen wir doch.

Arte weiss wohl auch nicht, was sie eigentlich wollen. Erst hiess es, dass nicht mehr jeden Montag einen Stummfilm gezeigt wird. Seit April wurde praktisch auch keiner mehr gezeigt, wenn man von den Max Davidson-Kurzfilmen absieht, die im Juni liefen und als Dick und Doof-Kurzfilme deklariert wurden. Und nun kommt bald jede Woche ein Stummfilm. Das ist nun wirklich übertrieben. Aber ein Film mit Ivan Mosjoukine ist dennoch nicht dabei. Nächstes Jahr vielleicht? Es gibt da jede Menge Filme. Es muss nicht gerade „Michel Strogoff“ sein, der beinahe drei Stunden läuft, gibt auch noch andere Filme.
Mal sehen, was an Weihnachten gezeigt wird. Bisher war das immer eine einzige Enttäuschung. Letztes Jahr die Charlie Chaplin-Kurzfilme, die schon vor einigen Jahren gezeigt wurden, oder die Max Davidson-Kurzfilme. Gut, vielleicht wollen einige diese Filme sehen, aber ich gehöre einfach nicht dazu. Ich will interessante Filme sehen. Die Stummfilm-Fassung von „Im Western nichts Neues“ wäre doch mal interessant.

Elefantendame Mala schäumt mal wieder. Der Grund? Na, es kann nur einen geben. Nein, es geht nicht darum, dass sie endlich nach Hause will und immer noch in der Ferne festhängt, auch old Rani ist nicht der Grund ihres Ärgernisses. Es ist wieder einmal der FC St. Pauli, der einfach nicht aus dem Ligakeller herausfindet. Heute verloren sie 0:3 gegen Heidenheim. Auch noch ein Heimspiel und dann so sang- und klanglos zu verlieren, ist wirklich armselig. Was ist mit dem Verein eigentlich los?
Mala steht bereits in den Startlöchern, um als Torwart oder in der Abwehr anzuheuern. Da ihr Wohnort am Montag in die Winterpause gegangen ist, hat sie jede Menge Zeit. Ausser am Montag, denn da feiert sie ihren 52. Geburtstag.
Old Rani wird ihr ein Geburtstagsständchen Trompeten, dazu werden die Hannoveraner den Takt schlagen. Die Fresspakete sind auch schon alle angekommen, die sie erwartet hat. Bloss auf das Öffnen der Pakete kann sie kaum noch warten.
Wenn sie dann am Montag die Pakete geöffnet und den Inhalt vertilgt hat, ist erst einmal BEwegung angesagt. Da wird sie sich auf den Weg zu den Pandabären machen und sich wieder einmal die Frage stellen, wenn sie diese beobachtet, wieso die so viel beliebter sind als sie selbst. Verstehen kann sie es wirklich nicht. Dann wird sie sich die neue Baustelle ansehen, wo bis nächstes Jahr eine grosse Anlage unter anderem für die Hannoveraner entstehen wird. Mala ist froh, dass sie nicht mit denen zusammensteht, die sind ihr manchmal doch ein wenig zu laut und quirlig. Sie ist schliesslich nicht mehr die Jüngste. Da will sie auch ab und an mal ihre Ruhe haben.
Was aber nicht heisst, sie wäre alt. Mitnichten! Sie ist noch so flott wie ein Jungspund namens Darjeeling. Bloss piekt sie nicht jedem ihre Stosszähnchen in den Rüssel. Kann sie auch gar nicht mehr, seitdem sie diese Anfang der 90er Jahre verloren hat. Denn wenn man so was hat, nutzt man es auch gerne, um jemand anderen zu piesacken. Da stellt Mala keine Ausnahme dar.
Aber wie hatte Mala denn nun das Spiel St. Pauli gegen Heidenheim getippt. Sie war für eine Niederlage St. Paulis gewesen, denn Heidenheim sei Anfang der Saison ziemlich gut gewesen, auch wenn sie nachgelassen haben und noch nicht auswärts gesiegt hatten.
Die Pusteblume hingegen tippte auf einen Heimsieg, also dass St. Pauli gewinnen würde. Aber Jonas nimmt sie eh nicht mehr ernst. Ein penetranter Linksrüssler sei sie, weshalb man ihre Tipps nicht für bare Münze nehmen sollte. Deshalb wird er sich wohl nach der Winterpause ein neues Orakel suchen. Bin ich nur gespannt, wer das sein wird. Zwei stehen zur Auswahl: Plattfuss oder das wohlgenährte Dickerchen.

 

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Wenn der Finanzminister zum Sandmännchen wird…


Seit Jahre murrt der Steuerzahler über den Solidaritätszuschlag, der seit 1991 mit wenigen Unterbrechungen erhoben wird. Der Soli sei nicht mehr zeitgemäss heisst es. Und damit haben die Kritiker recht. Denn nicht die neuen Bundesländer sind es, die nun den Erlös des Soli wirklich brauchen, sondern die alten Bundesländer wie beispielsweise Nordrhein-Westfahlen und dort besonders das Ruhrgebiet mit Städten wie Duisburg oder Gelsenkirchen.
Es gab immer wieder Stimmen, wo gesagt wurde, der Solidaritätszuschlag solle nicht konsequent für Ostdeutschland genutzt werden, sondern dorthin gelangen, wo er wirklich und dringend gebraucht wird. Folglich solle er für ganz Deutschland gelten. Aber da wurde sich immer quer gestellt.
Nun auf einmal scheint Finanzminister Schäuble doch den Soli abschaffen zu wollen. Bevor man ihn zu diesem längst fällig Schritt beglückwünscht, sollte man genauer betrachten, was er sich als Ersatz ausgedacht hat. Denn Schäuble will zwar den Soli abschaffen, im Gegenzug allerdings die Einkommens-, Körperschaftssteuer und die Kapitalertragssteuern erhöhen. Denn daraus sollen sich nun Bund und Gemeinden das Geld teilen. Die Solidaritätsabgabe von 5,5 Prozent ging ausschliesslich an den Bund, der damit dann machen konnte, was er wollte.
Die Einkommens-, Körperschaftssteuer und die Erlöse der Kapitalertragssteuern teilen sich bisher Bund und Gemeinde, natürlich in einem Verhältnis, dass der Bund mehr bekommt als die jeweilige Gemeinde. War klar, oder nicht?
Wenn nun der Soli wegfällt und sich der Bund aus den drei genannten Steuern sein ganzes Geld erhält, wird es auf kurz oder lang einige gewaltige Haushaltslöcher geben. Denn mit dem Soli macht der Bund den grössten Reibach. Denn nicht alles, was eingenommen wird, dient auch der Infrastruktur in den neuen Bundesländern. Nein, es wird in den Bundeshaushalt investiert. Wenn man Geld übrig hat, muss man es schliesslich auch verbraten. Also ab damit in den Haushalt.
Darüber hat man noch nicht nachgedacht? Ja, der Bund weiss schon, wo er sein Geld herbekommt, genauso wie die Städte und Gemeinden, die unter anderem mit Friedhofsgebühren und Hundesteuer sich die Kassen füllen.
Happig wird es nun für die Geringverdiener. Denn der Soli galt bisher nur ab einem Bruttomonatsgehalt von 1445 Euro, wenn man nicht verheiratet ist. Die Einkommenssteuer hingegen gilt bereits ab einem Bruttomonatseinkommen von 696 Euro. Damit würden also die Geringverdiener mehr belastet werden. Denn die Einkommenssteuer soll im Gegenzug steigen.
Also versucht Schäuble durch seinen Ersatz uns Sand in die Augen zu streuen – wie das Sandmännchen. Praktisch eine Mogelpackung wie auch der Bund der Steuerzahler moniert.
Und was könnte es noch geben, damit die Haushaltslöcher gestopft werden, wenn der Soli abgeschafft wird? Ganz einfach! Eine Steuererhöhung natürlich! Am besten mal wieder die Mehrwertsteuer, denn die betrifft jeden und was noch? Die Ökosteuer auf Benzin? Vielleicht noch eine weitere Stromsteuer?
Da soll der Solidaritätszuschlag doch bleiben, allerdings sollte er nicht mehr nur für die neuen Bundesländer gelten. Aber damit konnte sich noch nie jemand der zuständigen Finanzminister mit anfreunden, wieso auch immer.

Erneut hat ein Hilfskonvoi aus 35 Fahrzeugen die Ostgrenze der Ukraine überquert, um den Menschen auf der Krim zu helfen. Wie die Hilfe nun aussieht? Sind da nur Lebensmittel in den Fahrzeugen oder vielleicht eine ganz andere Art der Hilfe in Form von Waffen? Das befürchtet die Ukraine, die davon überzeugt ist, dass Putin den Staat vollständig auslöschen will. Im Grunde ist es nur noch eine Farce, was da abgeht. Russland und damit Putin macht was es will. Die Ukraine motzt rum, kann aber nichts dagegen tun. Der Rest Europas sieht hilflos zu und denkt sich irgendwelche neuen Sanktionen aus, die Russland treffen sollen. Langfristig tun sie das auch, allerdings wird sich die EU damit auch ins eigene Fleisch schneiden. Denn bereits jetzt bekommen die betroffenen Firmen zu spüren, dass sie für Russland nicht mehr produzieren dürfen. Und was ist mit dem Obstbauern? Ich sage immer noch, dass sie eine Scheinfirma in der Türkei gründen sollen, um so ihre Äpfel nach Russland exportieren zu können. Aber dafür braucht man jemanden, der in der Türkei das Unternehmen gründet. Und das ist wieder kompliziert.
Warum schreibe ich überhaupt noch über den Ukraine-Konflikt? Weil es mich dermassen aufregt, dass einfach nicht getan wird. Die Ukraine sieht hilflos zu, wie Putin und seine ausführenden Handlanger machen, was sie wollen. Das ist praktisch eine Bankrotterklärung. Aber wen interessiert das schon?

Die beiden erkrankten Elefanten im Kölner Zoo sollen auf dem Wege der Besserung sein. Die Pusteln würden nicht mehr werden. Damit wäre wohl der Höhepunkt der Virusinfektion erreicht. Die anderen Elefanten scheinen nicht erkrankt zu sein. Natürlich kann das noch nachfolgen, aber im Grunde sieht man nach dem ersten Auftreten der Pusteln auch bei den anderen Elefanten Veränderungen und einen Ausbruch der Pocken. Hier ist das bisher nicht geschehen und man kann nur hoffen, dass es auch nicht so weit kommen wird. Vielleicht sind die Elefanten auch einfach immun dagegen, weil sie es schon hatten oder sie haben einfach Glück. Wobei, ich weiss gar nicht, ob es eine lebenslange Immunität gegen die Pocken gibt, wenn ein Elefant sie einmal hatte. Also, müssen Elefanten, die es schon einmal hatten, noch mindestens alle zwei Jahre geimpft werden? Brauchen Elefantendame Mala und ihre Lieblingskonkurrentin Mogli noch eine Spritze, um nicht mehr daran zu erkranken? Denn beide sind, wie auch Shandra und Kanaudi (heute Zoo Münster), im März 1984 daran erkrankt. Ging bei allen gut aus und so wird es hoffentlich auch in Köln sein. Problematisch ist, dass die beiden Erkrankten schwanger sind. Theoretisch wäre es also möglich, dass es zu einer Austreibung des Fötus kommt. Wollen wir das nicht hoffen.
Aber wieso waren die nicht geimpft? So muss es gewesen sein? Zuviel Papierkram, wie es hiess? Das klingt für mich eher nach einer schlechten Schlagzeile. Wie auch immer, lieber impfen als behandeln zu müssen, wenn es zum Pockenausbruch kommt.

Elefantendame Mala freut sich, dass sie heute Abend auf RTL-TVi zu sehen sein wird. Vielleicht ist sie auch erst in einer der kommenden Folgen, die bis zum 8. November ausgestrahlt werden, zu sehen. Aber hauptsache, sie hat mehr Minuten als die Pandas oder wie Mala immer zu sagen pflegt „diese langweiligen Bambusfresser“.
Und was macht Mala sonst noch? Natürlich fressen und verdauen, das ist der Lauf des Lebens. Und daneben? Ein paar Vorführungen, Kontakt mit den Besuchern aufnehmen, ab und an mal weben, old Rani sagen, wer die Chefin ist und natürlich die Spiele des FC St. Pauli tippen. Das macht sie nun schon seit mehr als drei Jahren und es macht ihr immer noch Spass, auch wenn sie manchmal aus der Haut fahren könnte, wie St. Pauli seine Chancen versiebt. Und so glaubt sie auch nicht daran, dass St. Pauli morgen gegen 1860 München gewinnen wird. Auch ein neuer Trainer kann das nicht wuppen, wie sie sagt. Da muss erst mal einiges geschehen, dann könnte es was werden mit dem guten Mittelfeld. Die Pusteblume hingegen hat auf ein Unentschieden getippt, genau wie der Schlaubeutel.
Übrigens verstehen sich Thura und Saida in Leipzig immer besser. Eigentlich war das von Anfang an klar, denn sie sind alte Freundinnen und habe schwere Zeiten in Spanien heil überstanden. Dann für acht Jahre die Trennung, vor zwei Wochen die Zusammenführung. Anfangs spielte sich Saida leicht als Chefin auf, was völlig normal ist. Mit Rani wurde sich anfangs nicht so recht warm. Das ist besser geworden und mit Thura ist sie nun auch am berüsseln. Dieses Berüsseln ist nicht nur eine freundliche Kontaktaufnahme, sondern bedeutet, dass ein Elefant den anderen mag. Es ist kein so genanntes „Schmusen“ mehr zu sehen. Denn das nehmen wir zwar als Schmusen wahr, dennoch ist es eine Zurechtweisung, wer von beiden Elefanten das Sagen hat. Momentan ist es noch Saida, aber das kann sich innerhalb des nächsten Jahres schnell ändern. Dürfte Schritt für Schritt von statten gehen. Dann wird Thura Chefin sein.

 

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Zwei Jahre – Europas klügster Elefant wartet noch immer


Auf den Tag genau vor 750 Tagen oder eben zwei Jahren musste sich Europas klügster Elefant auf den Weg zu seinem neuen Wohnort machen.
46 Jahre und einen Monat hatte sie in Hamburg verbracht – fast ihr ganzes Leben.
Nun lebt Mala seit zwei Jahren in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza, dem ehemaligen Parc Paradiso.
Anfangs war Mala allein auf einer Anlage, wurde von Zeit zu Zeit zum Elefantenbaden geführt. Später wurde sie mit der inzwischen verstorbenen Ani und dem Neuzugang Rani, hier old Rani genannt, vergesellschaftet. Die Elefantendame akzeptierte die anderen beiden, aber wirklich was mit ihren zu tun haben, wollte sie nicht. Deutlich wurde es, als Ani operiert werden musste. Kümmern tat sich fast nur old Rani um die dann später Verstorbene. Auch wollte Mala anfangs nicht, dass jemand sie der anderen am Schwanz anfasst. Da wurden wohl alte Erinnerungen wach, als sie Mogli in den Schwanz biss, oder sie mochte es einfach nicht, weil es zwanzig Jahre bei ihr nicht gemacht wurde. Inzwischen hat sie es akzeptiert und so laufen Mala und old Rani auch immer ins Elefantenbad ein.
Doch warum musste die Elefantendame eigentlich gehen? Sie war der Liebling der Besucher. Wer sie nicht sah, verpasste das Beste, wie es hiess.
Hätte man versuchen können, Mala wieder in die Gruppe zu integrieren? Die Elefantendame ist ein sehr kluger Elefant, die genau weiss, dass sie sich nur dann was erlauben kann, wenn kein Pfleger zusieht. Folglich hätte sie unter Dauerbewachung gestellt werden müssen. Denn ihre Konkurrenten schmiss sie immer in den Graben, wenn niemand zusah, genauso biss sie Mogli in den Schwanz, weil sie wusste, dass sie unbeobachtet war. Aber das erfordert wieder erhöhtes Personal und nur Mala und Thura im Auge zu behalten, geht nun auch nicht lückenlos.
Genauso gut hätte man versuchen können, dass Mala sich bei Shandra einschmeichelt, denn Shandra ist der Schlüssel der Herde. Mogli konnte nur durch Shandras Hilfe 1992 Leitkuh werden. Mala hingegen hatte niemanden, weshalb sie verlor, was sie nie akzeptierte, denn sie war schliesslich acht Jahre länger da als Mogli. Doch wie gesagt, Mogli hatte ihre Freundin Shandra, beide waren 1974 gemeinsam gekommen, die ihr half, den Posten der Leitkuh zu bekommen. Nun, 22 Jahre später, hat der Zahn der Zeit an Mogli nicht halt gemacht, ihre Füsse machen Probleme, sie bewegt sich nur noch langsam vorwärts. Dennoch ist sie weiterhin Leitkuh, obwohl es jüngere Anwärterinnen gibt wie den Spukbeutel Yashoda. Doch solange Shandra lebt, wird Mogli Leitkuh bleiben. Deshalb hatte Mala damals keine Chance, jemals Leitkuh zu werden, denn sie hatte keinen Vertrauten unter den Elefanten, und wenn es so gewesen war, war diese Elefantin entweder tot oder woanders hingekommen. Mala vertraute und vertraut immer noch eher den Menschen um sie herum, denn in jungen Jahren wurde sie auf den Menschen fehlgeprägt. Deshalb hätte man Mala theoretisch auch allein halten können, denn solange sie menschliche Aufmerksamkeit bekommt, geht es ihr gut. Aber dazu hätte sie nicht weben dürfen, was sie immer noch tut – schlimmer als früher.
Das soll nun nicht heissen, dass Mala den lieben langen Tag weben und trauern würde. Nein, den Anschein will ich nicht erwecken. So wie wir eben nicht unentwegt an die Kopf-, Rücken- oder sonstigen Schmerzen denken, die uns plagen, ist es auch bei Mala. Sie denkt nicht immer daran, dass sie lieber zu Hause wäre. Genauso webt sie auch nicht immer. Das hat sie schon in Hamburg so gehalten. Es wurde gewebt, aber eben nicht immer. Manchmal steht sie nur herum, wirkt entspannt und dann webt sie wieder. Nina sagt immer, dass Mala das so in sich drin hat. Sie muss ab und zu halt weben.
Ja, Mala webt, immer noch, immer wieder, wird es immer tun. Inzwischen hat sich ihr normales Weben, wenn sie sich langweilt bzw. wenn sie einfach mal weben muss, in ein stetes Einsamkeitsweben verwandelt. Es ist ein minimal schnelleres Weben, als sie es in Hamburg getan hat. Mala hat alles, was sie hat: Darf endlich, endlich Leitkuh sein, führt ihre Tricks vor, die sie vor langer Zeit gelernt hat, wird gehegt und gepflegt. Und dennoch, dennoch ist Mala nicht glücklich. Das Weben ist zwar ein sichtbares Zeichen, kann aber nur schwer analysiert werden, wenn man Malas vorheriges Weben nicht kennt. Nun gut, Mala hat auch in ihrer Hamburger Zeit das Einsamkeitsweben gezeigt, aber das war dann, wenn Hussein sie arg malträtiert hatte, wie beispielsweise im August 2010. Die Verletzung von damals sieht man immer noch an Malas Hüfte.
Aber ganz deutlich ist, dass Malas Augen ihren Glanz verloren haben. Ich würde zwar nicht davon sprechen, dass sie erloschen sind, aber dieser besondere Glanz, den sie ausstrahlten, ist verschwunden.
Selbst wenn sie beschäftigt oder an bestimmten Zeiten von den Besucher gefüttert wird, kehrt dieser Glanz nicht wieder. Sie wirkt dann zwar fröhlicher, aber das ist eine Maske. Mala hat es immer beherrscht, nicht genau zu zeigen, wie es ihr wirklich geht. Die Meisterin der Maske, das ist sie.
Man darf nie vergessen, dass 46 Jahre eine verdammt lange Zeit sind. Und im Grunde gilt dann der Satz, einen alten Baum verpflanzt man nicht. Man hätte wenigstens eine Zusammenführung versuchen können.
Ich und andere können darauf noch so lange rumreiten, wie wir wollen. Mala ist fort und dabei wird es bleiben. Wie es ihr wirklich geht? Egal.
Aber warum wird dann noch mit ihr Werbung gemacht? Stärker denn je, seitdem sie nicht mehr da ist. Es gibt Leinenbeutel, auf denen sie zu sehen ist und sei es nur ihre Silhouette, dazu die Plakate, wo auch Malas Kopf neben anderen zu sehen ist. Nun gut, der normale Besucher erkennt das nicht. Aber die Mala erkennen, die ärgert es.
Warum mit jemandem Werbung machen, der gar nicht mehr da ist? Ja, das ist die Frage aller Fragen. Wobei, kein Elefant ist schöner als Mala anzusehen. Sie sieht nett aus, wirkt immer, als würde sie lächeln. Da können Salvana, Lai Sinh, Mogli, Shandra, Kandy, Thura oder Shila nicht mithalten. Die eine hat eine eingefallene Mundpartie, die andere sieht immer etwas traurig aus, die nächste ist faltig ohne Ende, wieder eine andere, hat ein zu weissgescheuertes Gesicht und die nächste guckt irgendwie hinterhältig, als hätte sie schon wieder irgendetwas ausgeheckt.
Wie würde die Elefantendame sich entscheiden, wenn man sie fragen würde und sie antworten könnte? Nach Hause oder hierbleiben? Eine Frage, die nicht beantwortet werden kann.
Mala macht weiterhin bei den Vorführungen mit, wo sie gebadet wird. Doch so langsam scheint es ihr keinen richtigen Spass mehr zu machen. Der Elan ist weg, den sie anfangs noch zeigte. Aber überere mehrere Monate zweimal am Tag immer wieder ja und nein sagen zu müssen, kann irgendwann auch nerven. Bald ist damit auch wieder Schluss und wird erst im nächsten Jahr weitergehen.
Wo Mala nun zwei Jahre weg ist, frage ich mich natürlich, wie es mit dem letzten noch verbliebenen Problemelefanten in Hamburg weitergehen wird. Vielleicht erinnert sich jemand, dass ich 2012 schrieb, dass Thura spätestens im Jahr 2014 gehen wird. Das Jahr haben wir nun. Ende 2013 sollte es wohl schon einmal so weit sein, es kam aber doch nicht zu einem Umzug. Aber das Jahr 2014 ist noch lang. Wir haben erst Anfang Juli. Es kann also noch viel passieren. Und Thura wird definitiv gehen, obwohl sie sich eigentlich recht gut integriert hat in den letzten Monaten. Aber sie hat immer wieder ihre Aussetzer.

Mala wird nie vergessen sein, dafür hat sie zu viele Spuren hinterlassen und dafür wird auch noch viel zuviel Werbung mit ihr gemacht. Nun, wo sie nicht mehr da ist, triumphiert sie endlich über ihre ärgste Konkurrentin.
Im Gegensatz zu Mogli hat die Elefantendame die Ehre erfahren dürfen, zu einer Romanfigur zu werden. Sie stand unter anderem Patin für die Figur Bertha in dem Thriller „Die Rollen des Seth“. Doch nicht nur in diesem Roman taucht sie auf, sondern auch in den folgenden Abenteuern der Isis Just-Reihe, dann immer als sie selbst.
Ja, Mala hat es geschafft – doch auf ihre Rückkehr wartet sie vergebens!

 

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Happy Birthday, Mala! – Europas klügster Elefant feiert seinen offiziellen 50. Geburtstag


Endlich ist es so weit!, wird sich Europas klügster Elefant wohl denken. Denn heute feiert Elefantendame Mala ihren offiziellen fünfzigsten Geburtstag.
Ofiiziell deshalb, weil das Jahr 1964 als Malas Geburtsjahr gilt. Doch in Wirklichkeit wurde sie Ende des Jahres 1962 geboren. Den 10. November hat sich die Elefantin bloss ausgedacht, weil es so schön klang, wenn sie 50 wird: am 10., 11., 12. Das konnte sich jeder merken.
Damals hoffte Mala, gross feiern zu können, doch auf einmal ging es 2012 in die Fremde. Dort, im Pairi Daiza, im belgischen Brugelette, lebt Mala noch immer, obwohl sie stetig auf ihre Rückkehr hofft. Die Hoffnung hat sie nicht aufgegeben. Sie fühlt sich einfach nicht wohl, obwohl sie gehegt und gepflegt wird. Die Elefantendame darf ihre Tricks vorführen, die sie in ihrem langen Leben gelernt hat und in ihrem Zuhause schon lange nicht mehr vorführte. Sie wurde wieder der Star, der sie einmal gewesen war. Es heisst sogar, wenn man Mala nicht gesehen hat, war man nicht im Pairi Daiza. So ähnlich hiess es auch in Malas Zuhause. Wer sie nicht gesehen hat, verpasste das Beste. Und obwohl die Dickhäuterin wieder die Aufmerksamkeit der Massen geschenkt bekommt, die sie verdient hat, trauert sie ihrem Zuhause hinterher. Man sieht es an ihrem schnellen Weben, dem so genannten Einsamkeitsweben. Gewebt hat Mala immer, macht es seit mindestens 1986, aber es war eher ein „gemütliches“ Weben. Nie so schnell. Gut, einige Male hat die Elefantendame dann doch dieses Einsamkeits- bzw. Trauerweben gezeigt. Meist immer dann, wenn der inzwischen verstorbene Elefantenbulle Hussein sie besonders malträtiert hatte. Dann ging es Mala nicht gut.
Nun hat sie eine dauerhafte Artgenossin – Rani – und ist dennoch nicht glücklich. Eigentlich war sie mit einem weiteren Elefanten vergesellschaftet worden, doch Ani starb im März vergangenen Jahres. So blieb old Rani übrig. – Old nenne ich Rani deshalb, um sie von der Hamburger Rani (Young Rani) zu unterscheiden und von allen weiteren Elefantenkühen, die ebenfalls diesen Allerweltsnamen tragen. – Mit ihr versteht sie sich, obwohl Mala lieber für sich allein steht. Aber wenn es darum geht, zu zeigen, wer in dieser Mini-Gruppe das Sagen hat, ist Mala natürlich obenauf. Sie zeigt gerne, wer Chefin ist. Doch old Rani macht das nichts aus – hat ein unterwürfiges Wesen -, sie will den Chefposten gar nicht haben. So ist wenigstens das in Erfüllung gegangen. Was Mala wegen Mogli nicht haben konnte, hat sie nun. Aber der Preis war hoch – der Verlust ihres Zuhauses.
Geboren wurde Europas klügster Elefant in Indien – Mala gehört also zur Unterart Elephas maximus indicus – und machte dort in ihren ersten Lebenjahren die Strassen unsicher. Beliebt war sie unter der Bevölkerung nicht immer, davon zeugen die Schrotkugelnarben an ihrer Stirn. Nichtsdestotrotz überstand die Dickhäuterin diese Zeit relativ unbeschadet. Allerdings ging einmal das Gerücht um, dass sie in ihren ersten Lebensjahren angepflockt in einem dunklen Raum zugebracht hätte, weshalb sie damals mit dem Weben anfing. Ob sie tatsächlich schon in dem Alter mit dem Weben begann? Als sie für den Film „Klein Erna auf dem Jungfernstieg“ vor der Kamera stand, war davon nichts zu sehen. Beim NDR-Tatort „Tod im Elefantenhaus“ hingegen schon. Zwischen den Dreharbeiten liegen 17 Jahre.
Mala wurde in Indien von der Strasse weggeholt und nach Deutschland verschifft. Am 08. Juni 1966 kam sie schliesslich in ihrem neuen Zuhausean – dem Tierpark Hagenbeck.
Es wird gemunkelt, dass Mala bereits im Jahr zuvor im Edgar Wallace-Streifen „Neues vom Hexer“ mitgewirkt hätte. Ich habe mir den Film mal angesehen, aber beschwören kann ich nicht, dass der junge Elefant Mala gewesen ist. Die Ohren sehen so aus, als waren sie nach hinten geklappt. – Dennoch sag ich mal, sie ist es nicht.
In Hamburg angekommen, begleitete Mala, in den kommenden Jahren ihres noch jungen Lebens, ihre Tierpfleger auch ausserhalb des Tierpark-Geländes. Es war die Zeit, in der sich ihre Prägung auf den Menschen entwickelte. Mala ist zwar ein Elefant – vom Aussehen sowieso -, aber noch wichtiger als Artgenossen ist für sie menschliche Aufmerksamkeit. Da kam ihr das Elefantenfüttern durch die Besucher oder das Elefantenreiten natürlich entgegen.
Die Elefantin verlebte viele glückliche Jahre im Tierpark, lernte allerlei Tricks und stand ab und zu in der Zeitung. In besonders schneereichen Wintern zog sie einen Schlitten in dem Kinder sassen. Doch dann kam ein Elefant, der Malas Alleinstatus als Star ein Ende machte – Mogli.
Nun begann der Stern der Elefantin zu sinken. Auch Mogli wurde einiges beigebracht, auch wenn sie nie auf Kommando trompeten lernte oder Fragen mit ja oder nein zu beantworten. Das alles kann Mala, genauso wie sie auf Kommando die Besucher mit Wasser nasspritzen kann.
Elefant Yashoda macht das immer, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber das ist eine völlig andere Geschichte.
In der ZDF-Serie“Unsere Hagenbecks“ tauchte Mala des Öfteren auf. Meist musste sie sich mal wieder als Mogli ausgeben, weil es um ja-und-nein-Fragen ging. Aber sie hat sich auch selbst gespielt. Besonders interessant sind die Szenen mit Shandra, wo es um eine graue und eine rote Kiste geht.
Dann kam der Juni 1992. Einige Wochen zuvor war Leitkuh Birka gestorben und der Posten vakant. Zwei Anwärterinnen gab es: Mala und Mogli. Beide gönnten sich nichts, aber falls es Auseinandersetzungen zwischen beiden Kühen gegeben hatt, fielen die nicht weiter ins Gewicht. Am Ende konnte Mogli den Sieg für sich entscheiden. Doch Mala wollte nicht klein beigeben. Schliesslich war sie schon viel länger da als Mogli.
Mala wartete auf eine günstige Gelegenheit, um es ihrer Konkurrentin heimzuzahlen.
Es kam die Dschungelnacht im Juni 1992. Auf dem Paradeplatz, wo heute Wohnhäuser stehen, kam es zum Eklat. Mala stand hinter Mogli. Die Elefantin sah endlich die Chance gekommen, über ihre Konkurrentin zu triumphieren. Sie biss Mogli in den Schwanz, was diese nicht auf sich sitzen lassen konnte. Blitzschnell drehte sie sich um, dabei stürzte der Tierpfleger, der in Moglis Nacken gesessen hatte, zu Boden. Die Situation konnte erst entschärft werden, als ElefantenbulleHussein zwischen die beiden Streithähne geführt wurde. Danach blieben beide noch eine zeitlang auf der Anlage zusammen, aber Mala wollte sich weiterhin nicht unterordnen. Sie piesackte Mogli weiterhin, warf sie in den Graben, wenn sie sich unbeobachtet fühlte. So konnte es nicht weitergehen. Was also mit dem intelligentesten Elefanten der ganzen Gruppe machen? Abgeben? Ja, es wäre eine Lösung gewesen, aber man brauchte Mala. Und so kam es, dass Mala als Gesellschafterin zum Elefantenbullen gestellt wurde. Das ging die ersten achtzehn Jahre auch ganz gut, doch im August 2010 kam der grosse Riss. Aus welchem Grund auch immer, begann Hussein Mala zu attackieren. Die Elefanten soll kläglich trompetet haben, damit Hilfe käme. Die kam dann auch. Mala sah man die ganze Woche über nicht, erst bei der nächsten Romantischen Nacht. Sie wirkte unglücklich, traurig, webte stark, traute sich nicht nach vorne, wollte so viel Abstand wie möglich zu Hussein halten. Danach war nichts mehr so, wie es war.
Schliesslich der Juni 2012. Hussein sollte den Tierpark verlassen und starb kurz vor dem Gang in die Box unter mysteriösen Umständen (wer den Bericht, was im Obduktionsbericht gestanden haben soll, gelesen hat, kann nur zum Wort mysteriös kommen). Mala lebte auf, war gar nicht mehr so sehr an den Leckereien der Besucher interessiert. Wahrscheinlich bekam sie von den Elefantenpflegern grössere Aufmerksamkeit als sonst. Schliesslich wurde die Elefantin sehr traurig. Der Grund: Sie sollte umziehen. Es kam der 04. Juli 2012 und Mala verliess nach 46 Jahren und knapp einem Monat ihr geliebtes Zuhause. Sie kam in den Pairi Daiza, wo sie noch immer lebt.
Aber Mala hat nur einen Wunsch: Nach Hause! Ja, es mag komisch klingen, aber genau so ist es. Denn seit Malas Weggang haben die Augen der Dickhäuterin ihren Glanz verloren. Sie hat sich arrangiert, aber mehr auch nicht.
Nun wird Mala also offiziell ihren 50. Geburtstag feiern. Ein stolzes Alter für Europas klügsten Elefanten. Diesen Titel trägt sie völlig zurecht. Denn Mala ist wahnsinnig schlau und ein tolles Fussballorakel. Bei der EM 2012 hat sie sämtliche Spiele der deutschen und französischen Nationalmannschaft fehlerfrei getippt. Sie wusste bereits vor dem Spiel gegen Griechenland, dass Deutschland im Halbfinale gegen Italien verlieren würde. Nur beim Eröffnungsspiel lag sie daneben.
Mala spielte in Film und Fernsehen mit, wie ich oben bereits erwähnte. Sogar in einem Roman wurde sie verewigt: „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor. Dort taucht sie als sie selbst auf, aber auch als Bertha, einer Elefantin, die im Roman im Jahr 1912 bis 1920 in Stellingen lebte und in grossen Teilen auf der Elefantin basiert.
Was wünscht sich so ein Elefant von 50 Jahren? Natürlich Gesundheit, kein Reissen in den Gelenken und das sie steinalt wird. Mit ihrem halben Jahrhundert auf dem Buckel – den Mala nicht hat, wie sie anmerkt – ist sie noch ein wahrer Jungspund. So hat sich die Elefantendame vorgenommen, mindestens die 70 zu erreichen. Aber im Grunde genommen will sie der älteste lebende Elefant der Welt werden. Also werden die 80 von ihr angepeilt. Doch wird sie das überhaupt schaffen – in der Fremde? Wie bereits erwähnt – und nicht nur hier – fühlt sich Mala nicht wohl an ihrem Wohnort. Alle Hoffnung, dass sie sich nach knapp zwei Jahren endlich eingelebt hat, ist zunichte gemacht. Die Elefantendame hat sich arrangiert, aber wirklich glücklich ist sie nicht. Sogar für einen Laien wie mich, der sich mit dem Verhalten von Elefanten nicht so gut auskennt, ist auf einen Blick zu sehen, dass Mala noch immer trauert. Ersichtlich wird dies, wenn sie für sich allein ist. Bekommt sie menschliche Aufmerksamkeit, merkt man ihr nichts an, denn sie ist eine Meisterin der Maske. Eine gute Schauspielerin, das ist Mala immer gewesen. Nur an ihren Augen, da sieht man es wirklich.
Was ist nun Malas grösster Wunsch? Nach Hause. Tja, ob ihr dieser Wunsch eines Tages wirklich gewährt wird? Ein Gehege ist leer, aber dann wäre Mala allein und vom Futter würde sie wieder zunehmen, weil die Besucher es zu gut mit ihr meinen. Nina hat ihr immer kalorienfreie Kost gebracht, weil sie schon damals sagte, dass Mala zu dick sei. Und die Dickhäuterin in die Gruppe zu integrieren? Das hätte man schon vor zwei Jahren versuchen können. Ohne Dauerbewachung wäre es nicht gegangen. Aber unmöglich wäre es nicht gewesen. Thura, lange als Problem eingestuft, hat sich in den letzten Monaten wieder sehr gut in die Gruppe integriert. Zwar steht bei ihr immer noch jemand, aber da geht es nur darum, dass sie die anderen Elefanten wie Shila und Indra nicht verjagt, weil sie deren Futter haben will. Bei Mala hätte man es auch versuchen können, aber man hat diese Chance nicht genutzt. Das ist traurig, besonders für Europas klügsten Elefanten. Deshalb ist ihr Wunsch nach Heimkehr utopisch.
Nun ist es aber an der Zeit, Europas klügstem Elefanten zum Geburtstag zu gratulieren.
HAPPY BIRTHDAY, Mala! Alles Gute! Bon anniversaire!

 

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Droht ein Europa-Krieg?


Da hat man gedacht, dass die Ukraine endlich zur Ruhe kommen würde, nachdem Janukowitsch abgesetzt wurde. Doch nein, es kommt immer schlimmer als gedacht. Der pro-russische Teil der Ukraine, die Krim, will sich offenbar abspalten. Der ebenfalls pro-russische Politiker Sergej Aksjonow habe dort die Macht übernommen. Das wird aus Kiew heftig kritisiert, denn es verstosse gegen die Verfassung.
Nun ist auch Russland in Alarmbereitschaft, die russische Schwarzmeer-Flotte kooperiert mit der Krim-Regierung. Es beginnt ein Säbelrasseln, wie es das bereits vor 100 Jahren gab.
Gut, damals betraf es halb Europa, ausgelöst durch ein paar Pistolenschüsse. Damals sah sich Russland auch in der Rolle des Beschützers, wie es jetzt auch ist. Das russische Militär will die Krim-Region unterstützen, was natürlich die Rest-Ukraine nicht auf sich sitzen lassen kann. Die mobilisiert nun ihr Militär, nennt nicht nur die Krim-Regierung verfassungswidrig. Falls die „falsche“ Regierung nicht freiwillig zurücktreten sollte, wird wohl das Militär eingreifen.
Und hinter der Ukraine steht dann sehr wahrscheinlich halb Europa und die USA. Allerdings machen die sich meist wichtiger als sie sind. Obama hat schon ein Machtwort gesprochen, aber nutzen wird es ihm nichts. Denn allein kann er gar nichts machen. Aber was ist mit der EU? werden sie ein Machtwort sprechen und Russland auf die Finger hauen? Putin wird sich natürlich nichts sagen lassen, hat er schliesslich noch nie. Ausserdem hat ihn gerade das Kreml-Parlament mit dem Krim-Einsatz beauftragt. Was das nur werden wird?
Kann ein Land das nicht einmal selbst lösen – und dazu noch friedlich?
Entweder verhält sich Russland nun ruhig, was ich persönlich nicht glaube, oder es wird noch einiges geschehen. Einen dritten Weltkrieg wird es nicht geben, dazu ist Europa zu vernünftig. Aber so ganz Europa ist die Ukraine nun auch wieder nicht. Aber aus dem Zeitalter der Kriege sollte man nun langsam raus sein. Alle sollen sich an einen Tisch setzen und vernünftig diskutieren bis eine Lösung gefunden ist. Allerdings wird das sehr wahrscheinlich nicht geschehen. Wieso auch, wenn mit der Hau-Drauf-Taktik auch alles möglich ist und man garantiert seine eigene Meinung durchsetzen kann, wenn man mehr Militär aufzubieten hat? Da setzt man sich doch nicht an einen runden Tisch – der nicht wirklich rund ist, aber man nennt es nun einmal so.
Da können wir nun noch einiges erwarten.
Das scheint nun einzutreten, denn Putin bittet das Parlament um Zustimmung für einen Militäreinsatz. Das Militär der Ukraine ist bereits in Alarmbereitschaft versetzt. Nun beginnt das Säbelrasseln.
Es hat begonnen. Das russische Parlament hat Putin zugestimmt. Angeblich sollen schon 2000 russische Soldaten auf der Krim gelandet sein. Tja, jetzt wird es wirklich spannend. Hoffentlich sind alle Beteiligten besonnen genug, dass es nicht zu Schlimmeren kommt.

Nächste Woche zeigt Arte einen Film und eine Dokumentation über Katharine Hepburn. Ist nicht wirklich ein Themenabend, aber ich nenne es eine willkommene Gelegenheit, um Arte mal wieder darauf aufmerksam zu machen, dass sie im September einen Themenabend über den franco-russischen Schauspieler Ivan Mosjoukine machen sollten. Nein, ich schreibe nicht könnten, denn das wäre nicht fordernd genug.
Also, Arte, im September ein schöner Themenabend. Ich warte schon darauf.

So, Elefantendame Mala hat endlich einen Blick auf die beiden neuen Staatsgäste aus China werden dürfen. Ein wenig empört ist Mala allerdings darüber, dass sie beiden Pandas sogar mit einem Staatsempfang bei ihrer Ankunft in Belgien empfangen wurden. Denn die alte Kuh hat darauf leider verzichten müssen. Und dass, wo sie doch Europas klügster Elefant ist. Das dämpfte natürlich ihre Freude darüber, endlich einmal echte grosse Pandas zu sehen. Die kleinen Pandas kannte sie schon, aber das seien nur Katzenbären und viel zu langweilig.
Zu den beiden Neuankömmlingen hat sie nach einem Blick auf schon einen Kommentar abgegeben: „Bambusfresser!“ Ja, die Elefantendame weiss wieder alles.
Mala fürchtet seit der Ankunft der Pandas nun natürlich ihren Status als Star sinken. Denn das beliebteste Tier ist in den letzten beiden anderthalb Jahren immer sie gewesen. Nun ist das Pandapärchen da und wird ihr mit ziemlicher Sicherheit den Rang ablaufen. Das gefällt der alten Kuh nun gar nicht. Da kann sie auch hübsch wieder nach Hause zurückkehren. Da kann sie sich wenigstens noch mit Mogli herumärgern und wird dennoch von allen gemocht. Ausserdem wird da ja noch genügend Werbung mit ihr gemacht. Aber erst einmal will sie ihren offiziellen 50. Geburtstag am 08. Juni abwarten. Falls sie genug hofiert wird, möchte sie noch ein paar Monate bleiben. Aber Zuhause ist es bekanntlich am schönsten. Und da will sie in den nächsten Jahren wieder hin.
Da sie nun nicht immer im Park umherläuft und die Pandas auch nicht so interessant findet, hat sie mal wieder nichts besseres zu tun, als das nächste Spiel des FC St. Pauli zu tippen. Am Montag wird es gegen Union Berlin gehen. Beim letzten Spiel, als es gegen Dresden ging, tippte Mala auf einen Sieg und hatte mal wieder recht. Passiert höchst selten, dass sie mal danebenliegt. Nun also das Spiel gegen Union Berlin. Was sagt die alte Kuh? Sie tippt zielsicher auf einen Sieg des FC St. Pauli. Tja, das ist auch nötig, wenn der Verein den Relegationsplatz schaffen will. Natürlich müssen sie dann noch aus den Relegationsspielen als gloreicher Sieger hervorgehen, damit Hamburg erstklassig bleibt. Denn das der HSV es bleibt, steht weiterhin in den Sternen. Zwar haben sie letzte Woche souverän gegen Dortmund gewonnen, aber der BVB litt auch irgendwie unter einem Blackout.
Heute geht es für den HSV gegen Werder Bremen. Es ist das 100. Nordderby und nicht nur deshalb bisant, weil beide Vereine sich nicht leiden können, denn beide Vereine kämpfen gegen den Abstieg. Werder weitaus weniger als der HSV, aber wirklich gerettet ist keiner von ihnen. Da ist das heutige Spiel ziemlich bedeutend, denn drei Punkte heissen Boden gutmachen gegen den Abstieg. Diese braucht der HSV weitaus dringender als Werder Bremen. Aber werden sie es auch schaffen? Tja, van der Vaart steht schon einmal nicht in der Startelf. Eine gute Entscheidung, wie ich meine, denn in den letzten Spielen hat er nicht wirklich was gebracht. Das sagen nicht nur die Fans – alle natürlich nicht -, sondern auch Lothar Matthäus. Aber wenn man Matthäus etwas sagt, kann man es natürlich nicht ernst nehmen. Dabei kann er von sich sagen, dass er schon die deutsche Nationalmannschaft besiegt hat. Nein, nicht 1998, sondern einige Jahre später, als er Nationaltrainer von Bulgarien war. Gut, gegen Bulgarien verliert Deutschland öfters mal. Mittwoch geht es erst einmal gegen Chile.
Falls der HSV doch noch absteigen sollte, kann St. Pauli aufsteigen, damit bleibt Hamburg dann erstklassig. Ich finde den Radiospruch einfach toll, weil er so furchtbar ungenau ist. Da hat mir Jonas wieder einen Floh ins Ohr gesetzt.
Elefantendame Mala wäre ein Unentschieden im Nordderby lieber. Aber was sie möchte, wird natürlich nicht berücksichtigt. Ihre Lieblingsfreundin Plattfuss hätte natürlich am liebsten einen Sieg. Aber dennoch wird sie sich weiterhin offiziell als HSV-Fan ausgeben. Nur damit sie von Mogli nichts auf die Mütze bekommt.

 

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