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Drei Jahre – Europas klügster Elefant hofft noch immer


Es ist nun drei Jahre oder 1095 Tage her, dass Elefantendame Mala ihr geliebtes Zuhause verlassen und gegen eine neue Wohnstatt im belgischen Brugelette eintauschen musste. Ja, es sind schon drei Jahre vergangen – wie schnell die Zeit doch vergeht. Für einige ist es noch wie gestern gewesen, dass sie Mala in ihrem Gehege angetroffen und ihr einen Apfel oder eine Möhre in den ausgestreckten Rüssel gelegt haben.
Doch sie ist nicht mehr da, wird immer noch schmerzlich vermisst, denn niemand der anderen Elefanten kann sie wirklich ersetzen und in ihre Fussstapfen treten.
Drei Jahre sind vergangen in denen sich Mala an ihre neue Wohnstätte gewöhnen konnte. Ja, sie hat sich eingelebt und dennoch hofft sie weiterhin, dass es irgendwann wieder nach Hause geht.
Als die Elefantin im Pairi Daiza ankam, war sie unbestritten der Star neben den anderen grauen Riesen, die bald darauf den Weg zurück in die Schweiz antraten. Ihr zur Seite gestellt wurden Rani – hier immer old Rani genannt – und Ani, die im März 2013 an den Folgen von Geburtskomplikationen starb.
Inzwischen wimmelt es in Brugelette nur so von asiatischen Elefanten. Den Anfang machte Aye Chan May mit ihrem Sohn, dann kam Ende letzten Jahres eine Gruppe aus dem Zoo Hannover. Einige Zeit später konnte die Geburt eines Elefantenjungtiers bekannt gegeben werden. Fortan dreht sich beinahe alles nur noch um Nang Faa, sodass Malas Stern langsam erneut am verblassen ist. Seitdem wird nicht mehr so häufig über sie berichtet, wie es noch am Anfang gewesen war, als sie in den Pairi Daiza kam.
Der erste Dämpfer kam, als aus China zwei große Pandas kamen. Das Hauptinteresse wurde nun auf die beiden Bambusfresser gelegt. Mala trat fortan in den Hintergrund. Schließlich die Ankunft der Hannoveraner, die ihr endgültig den Rang abliefen.
Das war für Mala nichts Neues, kannte sie es gut aus ihrem Heimatzoo, wo sie einst auch der große Star war bis ihr Mogli schleichend den Rang ablief.
Man muss sich immer noch fragen, wieso das eigentlich so gewesen ist, denn Mala ist nicht nur der weitaus hübschere Elefant, sondern auch sehr klug. Dafür hat sie mitunter ihren eigenen Kopf und wenn sie was nicht will, hat sie keine Lust dazu. Nur genauso ist Shandra ebenfalls. Wenn diese gerade in einer ihrer Total-egal-Phasen ist, lässt sie sich nur sehr schwer dazu bewegen, etwas auszuführen.
Vielleicht mag Mogli besser zu händeln sein. Vor allem liegen ihr eher Fototermine als Mala. Denn wenn der klügste Elefant Europas zu einem Foto keine Lust hat, weil derjenige, mit dem sie aufs Bild soll, ihr nicht gefällt, macht sie ein griesgrämiges Gesicht und guckt nicht besonders erfreut in die Kamera. Da ist Mogli ganz anders. Mit einem Apfel lässt sie sich für alles bestechen, sogar für den Bau der Elbphilharmonie.
Tja, Mala mag drei Jahre fort sein, aber vergessen ist sie immer noch nicht.
Da hat es Taschen gegeben, auf denen ihr Konterfrei abgebildet ist. Die erste Version erschien, bevor Mala Hamburg verlassen musste, während die überarbeitete Version lange nach ihrem Weggang herauskam. Hätte man die Elefantin nicht durch Mogli oder Shandra ersetzen können? Es gibt ähnliche Posen von den beiden. Es wäre also ein Leichtes gewesen, Mala zu ersetzen, wo man ein Walross in die überarbeitete Version hineingefügt hatte. Bei den jetzigen Leinenbeuteln erkennt man an den Umrissen Mala, aber ein Laie könnte genauso gut denken, dass es sich um Mogli handeln würde. Denn wenn man nicht genau hinsieht, sehen sich die beiden zum Verwechseln ähnlich.
Weiter verwendet man einen Ausschnitt dieses Bildes, wo es neben den Köpfen anderer Tiere steht. Ich weiss nicht, wieso man das Bild eines Tieres oder besser einer Persönlichkeit verwenden muss, dass nicht mehr da ist? Hängt es damit zusammen, dass Mala die fotogenste unter den Hamburger Elefanten war und ist? Oder hofft man darauf, dass sowieso kein Besucher erkennt, dass dieser Elefant nicht mehr da ist?
Auf alle Fälle wird immer noch nach Mala gefragt – drei Jahre nach ihrem Weggang!
So wird die Elefantin gesucht, die dem Elefantenbullen stets als Gesellschaft leistete. Wenn man sie nicht sieht, werden viele Vermutungen angestellt, die darauf hinauslaufen, dass Mala wohl gestorben sein müsse, wo sie doch die Älteste war. Mit grosser Verwunderung wird schliesslich die Nachricht aufgenommen, dass die Elefantin in einen anderen Zoo gezogen ist und dann auch noch so wit weg nach Belgien.
Mala wird schmerzlich vermisst und immer noch wird sich gefragt, ob man sie nicht trotz aller Querelen mit Mogli in diesen zusammengewürfelten Haufen namens Herde hätte integrieren können. Bei Thura hat es auch halbwegs funktioniert. Mala ist intelligent und weiss, wann sie sich etwas leisten kann und wann sie sich zurückhalten muss. So lange sie sich beobachtet fühlt, macht sie einen auf lammfromm, das sie kein Wässerchen trüben können, aber sobald sie weiss, dass niemand auf sie achtet, schlägt sie eiskalt zu oder schmeisst ihre unliebsame Konkurrenz in den Graben. Also hätte es funktionieren können. Allerdings hätte es einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Da war es weitaus einfacher, die Elefantin abzugeben. Dass sie praktisch ihr gesamtes Leben in Hamburg verbracht hatte, trat in den Hintergrund.
So war es kein Wunder, dass Mala sich mit ihrem neuen Wohnort arrangierte, aber nicht wirklich glücklich geworden ist. Dabei hat sie alles, was sie sich wünschen kann: Die Aufmerksamkeit der Besucher, die Position der Leitkuh und sie darf ihre alten Tricks zeigen. Doch trotz allem hofft Mala immer noch, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren kann, wo sie die längste Zeit ihres Lebens verbrachte.
Die Augen der Elefantin glänzen nicht mehr so wie früher, das einzige Anzeichen, dass Belgien für sie nicht ihre neue Heimat geworden ist. Sie hat sich arrangiert, wie man es im Laufe der Zeit eben macht.
Nächstes Jahr kann Mala ein weiteres Jubiläum feiern. Denn am 8. Juni 2016 wird es heissen: 50 Jahre Ankunft in Europa. Höchstwahrscheinlich wird man es genauso vergessen, wie man auch ihren offiziellen 50. Geburtstag nicht gross begangen hat.
Dabei wäre es sicherlich ein Spektakel geworden und könnte es im nächsten Jahr auch werden. Denn so sehr die Hannoveraner mit Jungtier Nang Faa oder die grossen Pandas ihr den Rang abgelaufen haben, ist sie für die Menschen wichtig geblieben.
Als im Frühjahr eine Fütterung ausfallen musste, weil Mala ein paar Zipperlein plagten, wurde der der Pairi Daiza mit Anfragen überhäuft, wie es der Elefantendame gehe und sie wieder wohlauf sei. Es beruhigte sich erst, als Entwarnung gegeben wurde.
An dieser kleinen Episode kann man sehen, wie wichtig Mala den Menschen ist. Nicht umsonst heisst es, wer diese Elefantin nicht gesehen hat, der ist nicht da gewesen. Das galt für Hamburg und gilt nun für den Pairi Daiza.
Doch tief in ihrem Inneren hofft Mala auf eine Rückkehr.
1095 Tage sind bisher vergangen und es werden noch mehr Tage vergehen…

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Quo vadis, Venezuela?


Diese Nachricht kam nicht wirklich überraschend: Hugo Chavez, Venezuelas Machtinhaber ist gestern Nachmittag Ortszeit gestorben. Nach den letzten Meldungen vom Wochenende war es nur eine Frage der Zeit, wann uns diese Nachricht erreichen würde. Bis zuletzt hat Chavez versucht, seine Wähler hinters Licht zu führen. Obwohl todkrank gab er den Staatsmann, den so schnell nichts umhaut, der auch von diesen Komplikationen genesen würde. Dabei wusste doch im Grunde jeder vernünftig denke Mensch, dass Chavez nicht zurückkehren würde.
Seine Vereidigung nach dem Wahlsieg war bereits verschoben worden. Nun wird sie für seinen Nachfolger sein.
Was haben wir nun von Venezuela zu erwarten? Wird der Kurs fortgeführt werden, den Chavez seit 1999 eingeschlagen hat? Chavez wurde damals vor allem ins Amt gewählt, weil er versprach, die Benzinpreise niedrig zu halten. Noch heute kann man Benzin dort spottbillig bekommen. Natürlich geht das nicht, ohne woanders zu sparen. Stromausfälle waren an der Tagesordnung, seine Wähler, vor allem seine Familie wurde bevorzugt. Da bekamen seine Verwandten Pöstchen zu geschoben, ob sie dafür geeignet waren oder nicht, Hauptsache es blieb in der Familie. Stundenlang hielt Chavez seine Reden im hauseigenen Sender. Dann redete er meist über seinen Lieblingsfeind die USA. Von ihnen fühlte er sich bedroht, George W. Bush bezeichnete er sogar bei einer UN-Versammlung als Teufel, dessen Schwefel am Rednerpult noch zu riechen sei. Klammheimlich hat Chavez den USA allerdings sein Erdöl verkauft, wie hätte er auch sonst seine ganzen Hilfsprogramme und das subventionierte Benzin bezahlen sollen? Gelddrucken ist natürlich immer möglich, aber das hat eine Inflation zur folge und verschärft die Armut nur noch. Also wird es nicht getan. Stattdessen Krieg führen, wie es Hitler getan hat, als ihm gar keine andere Möglichkeit mehr blieb, da die Wirtschaft im Dritten Reich am Boden lag durch das ewige Aufrüsten? Nein, ebenfalls eine schlechte Idee. Also doch lieber gegen die USA wettern und sich Anti-USA-Freunde suchen wie Ahmadinedschad oder Assad und natürlich Kuba. Dort hat sich Chavez auch bei seiner Krebserkrankung behandeln lassen. Das muss schon was zu bedeuten haben. Denn dort war er besser vor der Presse geschützt und vor allem seinen Gegnern. Denn die Presse kontrollierte er genauso wie das Fernsehen bzw. Liess es von seinen Untergebenen kontrollieren. Denn seit Chavez an der Macht war, wurde die Pressefreiheit massiv eingeschränkt. Zwar gab es sie offiziell noch, aber wenn ein Sender etwas ausstrahlte, was Chavez nicht passte, dann wurde dieser Sender einfach ausgeschaltet.
Tja, was wird nun mit Venezuela werden? In 30 Tagen werden Neuwahlen sein, ob dann Chavez‘ Vize Nicolas Maduro gewählt wird? Vermutlich ja, aber die Lichtgestalt ist weg. Es kann genauso gut sein, dass es ganz anders kommen wird. Schlimmer geht bekanntlich immer. Wir müssen abwarten, was geschehen wird, ob das Land sich irgendwann wieder stabilisiert. Die zeit wird es zeigen.

Das ist nicht der einzige Todesfall, der uns heute Morgen erreichte. Der zweite betrifft die deutsche Fim- und Fernsehwelt. Denn Dieter Pfaff ist mit 65 Jahren gestorben. Mit ihm verliert Deutschland einen großen Schauspieler, einen, der durch seine Rollen wie „Bloch“ oder „Sperling“ die Fernsehwelt geprägt hat.
Wer erinnert sich nicht an Pfaffs Rolle des Polizisten Otto Schatzschneider in der Serie „Der Fahnder“, wo er in jeder Folge irgend etwas anderes zu verkaufen hat? Oder aber die ZDF-Serie „Sperling“, den ihn bekannt machte?
Dieter Pfaff füllte seinen Rollen aus (nicht wegen seines Gewichts), hauchte ihnen Leben ein und versah sie mit einem Augenzwinkern. Nicht immer spielte er den Guten, wie in der RTL-Serie „Die Cleveren“, aber meistens doch. Seine letzte Rolle war die des Balthasar Berg im ZDF mit der der Sender eine neue Reihe mit Dieter Pfaff starten wollte. Es sollte nicht mehr dazu kommen. Die erste Folge war zugleich die Letzte. Ich hatte den Anfang des Films gesehen, als dieser im Fernsehen lief, hatte dann aber recht schnell weggeschaltet, weil mir Pfaff damals schon nicht mehr ganz gesund vor kam und ich es mir deshalb nicht ansehen wollte.
Vor knapp einem halben Jahr Dieter Pfaff bekannt, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. Die Dreharbeiten zu „Der Dicke wurden daraufhin unterbrochen und der Schaupieler unterzog sich einer Chemotherapie. Im Februar verkündete er dann, der Krebs sei weg. In diesem Monat wollte er bereits wieder die Dreharbeiten zu „Der Dicke“ aufnehmen. Dazu kam es nicht mehr.
In der vergangenen Woche musste Dieter Pfaff erneut ins Krankenhaus. Der beginn der Dreharbeiten verschob sich auf unbestimmte Zeit. Nun haben wir leider die Gewissheit, dass der Schauspieler es leider nicht geschafft hat, den Lungenkrebs zu besiegen. Im Kreise seiner Familie schloss er für immer die Augen.
Ich erinnere mich noch gut an den Darsteller, denn er war einer der ersten, die ich Frischling interviewen durfte.
Im Zuge der Recherchen fand ich heraus, dass seine unmittelbaren Vorfahren nicht älter als 57 Jahre alt wurden. So hing diese Zahl immer über ihm bis er den 60. Geburtstag feierte. Acht Jahre mehr hat er geschafft.
Dieter Pfaff mag tot sein, aber durch seine Filme und Serien wird er weiterleben.

In Hamburgs zoologischer Einrichtung scheint sich eine Sensation anzubahnen. Denn wie es aussieht, kehrt Elefantendame Mala zurück! Wie ich darauf komme? Nun, mit Mala wird für die Ferienaktion „Gib mir fünf“ Reklame gemacht. Und das würde man doch nicht tun, wenn die Dickhäuterin weiterhin im belgischen Exil bleiben würde. Die Zeichen stehen gut, daß die Elefantin zurückkehren wird. Noch wird es ein wenig dauern, schliesslich sind Shahruhk und Shanti noch da, aber dann ist der Weg frei, damit Hamburgs schlaueste Elefantenkuh zurückkehren kann.
Interessant ist übrigens, dass Mala in Belgien einen Paten hat, also gesponsert wird. Ist bei den anderen Elefanten nicht so.

 

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Wie vergiftet sind unsere Lebensmittel?


Ein Lebensmittel-Skandal jagt den nächsten. Erst das Pferdefleisch in der Tiefkühl-Lasagne, dann der Missbrauch des Bio-Siegels und schliesslich das mit einem Schimmelpilz verunreinigte Tierfutter.
Was können wir noch essen? Was ist wirklich so angebaut bzw. aufgewachsen, dass wir es guten Gewissens verzehren können?
Das mit einem Schimmelpilz verunreinigte Tierfutter, der Krebs auslösen kann, ist für den Menschen angeblich nicht gefährlich. Milch von Tieren, die dieses Futter gefressen haben, soll für den Menschen unbedenklich sein. Stimmt das wirklich oder ist das nur so ein Spruch, damit keine Hysterie entfacht wird? Im Grunde genommen sind wir Verbraucher doch ahnungslos. Wir kaufen Dinge, von denen erwarten wir, dass sie auch so sind, wie sie sein sollen. Also wenn Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein. Wie wir nun anhand der Eier aus Niedersachsen erfahren haben, ist das nicht immer der Fall. Aber das ist ja nicht der einzige Fall. Es gibt eine kleine regionale Bio-Siegel, die weitaus strenger sind, als die grossen. Da wird wirklich darauf geachtet, dass die vorgegebenen Massnahmen auch wirklich eingehalten werden. Da sind allerdings auch nicht hunderte oder tausende Betriebe drin. Also ist das auch weitaus leichter zu überprüfen. Und wenn zuviele in einem grossen Bio-Siegel sind, kommt eben das raus, was eben mit dem Hühnerbetrieb in Niedersachsen war. Eine Masse an Tieren auf einem Haufen, die zwar ein Bio-Siegel tragen, aber im Grunde genommen dagegen verstossen. Bloss bemerkt dies niemand. Ist also Bio wirklich die grosse Alternative? Es ist schon besser, aber auch nicht perfekt.
Sollen wir nun aufgrund der ganzen Lebensmittelskandale eigentlich Vegetarier werden? Ist das die grosse Zukunft? Nur noch Obst, Gemüse, Milch, Käse und Joghurt? Ist es das, was die Zukunft bringt? Können wir so den Lebensmittelskandalen entgehen?
Ich glaube kaum, denn anhand des neuesten Skandals mit dem kontaminierten Tierfutters, zeigt sich, dass es überall passieren kann. Nichts ist sicher. Erinnern wir uns doch an die EHEC-Epidemie vor zwei Jahren. Da wurden Bakterien auf spanischen Gurken gefunden. Auf einmal waren diese wie auch Salate und Tomaten verpönt, denn überall könnten sich die Erreger ja befinden. Am Ende war es ganz etwas anderes: Bockshornkleesamen aus Ägypten. In einem Betrieb in Bienenbüttel waren diese zum keimen gebracht worden und wurden schliesslich als Sprossen verkauft. Das war der Auslöser, der sich über ganz Deutschland ausbreitete.
Vor allem dürfen wir nicht vergessen, dass man als Vegetarier nicht automatisch ein besser umweltverträgliches Leben führt. Man hat im Gegenteil sogar festgestellt, dass es der Welt schlecht bekommen würde, wären alle Menschen auf einmal Vegetarier. Kaum zu glauben, aber wahr. Denn wenn wir Vegetarier würden, würden wir den Konsum von Milchprodukten verdoppeln. Und wie wir alle wissen, verbraucht ein Rind nicht nur viel Wasser und Tierfutter, sondern sorgt auch noch dafür, dass der Methangehalt ansteigt, was wiederum schlecht für die Atmosphäre der Erde ist.
Am besten wären noch Veganer dran, allerdings nehmen diese wiederum Sojaprodukte zu sich. Und für Soja wird bekanntlich Regenwald zerstört. Ausserdem weiss man nicht, wie sich diese genveränderten Pflanzen auf den menschlichen Körper auswirken. Bei Schweinen wurde festgestellt, dass die Vermehrungsrate stetig sinkt, also die Fruchtbarkeit kaum noch gewährleistet ist.
Das ist übrigens auch noch so etwas, was mich persönlich aufregt. Zwar müssen Produkte gekennzeichnet sein, die genveränderte Zutaten enthalten. Allerdings braucht kein Fleisch gekennzeichnet werden, wenn das Tier mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurde. Genauso Milchprodukte. Also wissen wir wirklich, was wir da zu uns nehmen? Vergiften wir uns nicht selbst langsam?
Warum boomt gerade das selbst anbauen von Obst und vor allem Gemüse. Überall schiessen diese kleinen Vereinigungen aus dem Boden. Denn Bio ist nicht nur in, wenn man es selbst anbaut, weiss man wenigstens, was man getan hat, welchen Dünger man verwendete und wie man seinen Ertrag steigern kann, ohne dazu starke Chemiekeulen zu verwenden. Das einzige, was noch problematisch werden könnte, wäre die Erde, der Boden, wo man sein Gemüse anbaut. Selbst Gemüse anbauen ist die Zukunft. Da können nur noch die Samen verunreinigt sein, aber wenn man selbst Gemüse zieht und danach deren Samen aufhebt, sollte man diesem Kreislauf entfleuchen können.

Die 25 beliebtesten TV-Tiere wurden am Donnerstag in der ARD vorgestellt. An erster Stelle schaffte es natürlich Flipper, aber danach kam eine Zeichentrickfigur – Biene Maja. Und das war nicht das einzige nicht reale Tier, das auf einem der 25 Plätze landete. Da waren unter anderem noch Samson aus der Sesamstrasse, Alf oder Tom & Jerry. Das sind für mich keine TV-Tiere. Vor allem Alf ist kein Tier, sondern irgendein Ausserirdischer, der am liebsten Katzen verspeist. Die hätten bei den TV-Tieren darauf achten sollen, dass es diese auch in der Realität gibt. Also eben keine Zeichentrick oder sonst welche Figuren. Natürlich sind Flipper, Lassie & Co. genauso wenig echt, da es nur Charaktere einer Tierart sind. Aber die kann man sich eben auch in echt ansehen. Zeichentrick, bleibt einfach nur eine animierte Zeichnung. Und ich bin echt enttäuscht, dass „Mr Ed, das sprechende Pferd“ nicht unter den Top 25 war, genauso wenig habe ich Lama Horst vermisst. Stattdessen kam das kleine Nashorn aus Leipzig vor. Das ist doch wirklich kein Niedlichkeitsfaktor. Wenn ich gewusst hätte, dass die beliebtesten TV-Tiere gewählt werden können, hätte ich sofort meine Wahl abgegeben. Und die wäre weitaus anders ausgegangen. Flipper niemals an erster Stelle, eher noch Kommissar Rex, Lama Horst oder eben Mr Ed. Stattdessen kommt Fury auf den vierten Platz. Ein langweiliges Pferd, aber wohl noch immer aktuell. Wobei mich mal das Durchschnittsalter der Wähler dieser Liste interessieren würde. Denn bei denen scheint Lassie absolut unpopulär zu sein. Ausserdem kommt noch das echte Walross Antje auf Platz 22 vor. Und das ist seit knapp zehn Jahren tot, war aber jahrzehntelang das Maskottchen des NDR, bevor es dann eine Figur von Janosch wurde.
Und welche Biene Maja wurde überhaupt auf den zweiten Platz gewählt? Die Zeichentrick-Biene, die wir kennen oder die neue 3D-animierte, die zu Ostern auf dem ZDF laufen soll? An der überholten Biene scheiden sich die Geister.
Sie sei zu dünn und sehe hässlich aus, heisst es auf der einen Seite, die andere hingegen findet sie modern und den neuen Sehgewohnheiten angepasst. Selbst Kindergartenkinder wissen nicht genau, für welche Biene sie sich entscheiden sollen. Der eine findet die alte gut, der andere die neue Maja.
Meine Meinung dazu: Ich bin mit der 70er Jahre Maja aufgewachsen, auch wenn ich nur selten die Serie geguckt habe, hatte vielmehr ein Malbuch von der Biene Maja. Dadurch ist für mich die alte Maja die einzig wahre. Nur sie ist es, die ich gut finde. Die neue hingegen sieht so aus, wie nun viele Zeichentrickserien ablaufen. Sie mag modern sein, aber der Kopf wirkt zum Körper riesig und sie wirkt tot. Lebendiger war die alte Zeichentrickfigur, nicht einmal Willi mag zu überzeugen. Der sieht aus, als habe er mit einer Diät übertrieben. Gesund ist bei Willi etwas anderes, eher krank, so wirkt er. Hingegen ist Flip, der Grashüpfer der einzige, der so ist, wie er war. Vielleicht hat mich da auch nur der Ausschnitt getäuscht, aber er sah noch so aus, wie man ihn kannte.
An Ostern kann dann jeder selbst entscheiden, welche Biene Maja er bevorzugt – die Neue oder die Alte.
Gut, zurück zur Auswahl der beliebtesten TV-Tiere. Man kann nicht erwarten, dass genau die Tiere gewählt werden, die man sich selbst wünscht, aber man kann doch wenigstens erwarten, dass keine Zeichentrick- oder Puppen-Tiere in so einer Liste auftauchen. Da könnte doch bei den beliebtesten Kino-Darstellerinnen genauso gut Betty Boop auftauchen. Auch eine Zeichentrickfigur, allerdings auch eine Frau. Man sieht, wie man es dreht und wendet, der Begriff TV-Tier ist ein grosser. Er schliesst nichts aus.
Wenn es nach Jenala gegangen wäre, hätte auch Elefantendame Mala einen Platz verdient, schliesslich hatte sie eine relativ grosse Rolle in der ZDF-Serie „Unsere Hagenbecks“. Bloss wäre wahrscheinlich wieder Mogli genommen worden, allerdings mit Malas Bildern, denn Mala hat Mogli beinahe in jeder Szene gedoubelt.

Am Mittwoch lief der allseits beliebte jährliche Starkbieranstich auf dem Nockherberg auf dem Bayerischen Rundfunk. Wer’s verpasst haben sollte, findet das Stück auf youtube oder der Mediathek des BR.
Wie bekannt, inszenierte in diesem Jahr zum aller ersten Mal Marcus H. Rosenmüller das Singspiel. Bis fast zuletzt war noch nicht viel herausgekommen. Worum würde es gehen, welche Politiker würden dieses Mal auf die Schippe genommen werden?
Nach der recht deftigen Fastenrede von Mutter Bavaria, die allerdings als nicht so scharf angesehen wurde, wie ich sie fand, begann das Singspiel.
Das Stück konnte nur besser werden als die letzten zwei Jahre, obwohl es immer heisst: Schlimmer geht immer.
Doch dieses Mal wurden die Zuschauer nicht enttäuscht. Im Wald sind bekanntlich die Räuber, dieses Mal die Münchener Politiker. Allen voran Horst Seehofer mit seinem Schlattenschammes Markus Söder. Hier wurde wieder die Tradition fortgeführt, wie es am Ende bei der Konstellation Stoiber/Söder. Der eine gibt vor, der andere folgt ihm wie sein Schatten, buckelt und hofft auf die Nachfolge. Dies war in diesem Jahr aber nicht Söder, sondern Ilse Aigner, die Kronprinzessin, die 333 Dirndl zuhause hätte und der sogar ein Dirndl nachwächst, wenn sie mal gar nichts trägt.
Dann die bekannte Opposition, mit Uli Bauer als Christian Ude, der nach drei Aufführungen Abstinenz endlich wiederkehrte. Bauer ist der bessere Ude. Bei dem anderen Ude-Darsteller sah man doch zu sehr heraus, dass er mal Schröder gespielt hatte. Uli Bauer spielte auch auf seine Rückkehr an, indem er sagte, dass sich nach all den Jahren nicht viel verändert hätte. Ob wir Bauer auch im nächsten Jahr sehen werden, hängt davon ab, ob Ude mit der SPD und seinen Koalitionspartnern, die wahrscheinlich aus Grünen und eventuell den Freien Wählern besteht, Seehofer stürzen kann. Dann werden wir allerdings auf Wolfgang Krebs und Stephan Zinner verzichten müssen. Auch irgendwie schade, aber vielleicht kehren sie in kleinen Röllchen wieder. Auf Guttenberg wurde in diesem Jahr ganz verzichtet, dennoch war sein Darsteller präsent auf der Bühne, denn er spielt den Freie Wähler-Kandidaten Aiwanger. Und auch wenn das Gebiss Bayerns im Singspiel nur kurz erwähnt wurde, kann ihre Darstellerin dennoch vor, als Ilse Aigner, wo sie viel besser zur Geltung kam als wie die letzten beiden Jahre als Haderthauer.
Plötzlich tauchte noch Peer Steinbrück auf, der Darsteller hatte früher Beckstein dargestellt, der in eine Bärenfalle getreten war. Er hielt einen grossen Vortrag, der immer wieder unterbrochen wurde durch ein Piepen, wo in seine Geldbörse Bares gefüllt wurde, damit er weitersprach. Am Ende verlor er noch ein Bein, aber hauptsache er bekam sein Geld und wenn es bei einem Vortrag über Motivation war.
Interessant war auch die Szene, wo plötzlich im Zuschauerraum das Rösler-Double auftauchte. Ich hatte ihn da zuvor schon sitzen sehen und gedacht, was macht der denn da? Und kurz darauf meldete er sich zu Wort und wurde prompt aus dem Saal geführt.
Am besten war dann das plötzliche Auftauchen des Revierförsters, der sich als unehelicher Sohn von Franz Josef Strauß herausstellte. Und wie man es vom Nockherberg kennt, wurde er gleich zu einem Sozialdemokraten umgewandelt.
Am Ende schwächelte das Stück dann ein wenig, aber im Grossen und Ganzen das beste Singspiel seit eigentlich 2009. Damals hatte zum letzten Mal ein Team sich für das Singspiel verantwortlich gezeichnet, dass nach herber Kritik zurückgetreten war. Zu den Schreibern hatte unter anderem auch Uli Bauer gehört. Danach sollte etwas Neues kommen. Mit „Bavaria sucht den Super-Politiker“ war man schon angenehm überrascht, doch danach ging es nur bergab. Letztes Jahr war es wieder etwas besser, aber dennoch schwach.
Wer es ein wenig CSU-lastig fand, mag schon recht haben, aber es geht hier hauptsächlich um Bayern, da ist die Bundespolitik nur Nebensache.
Was mir noch aufgefallen ist: Es wird anscheinend mehr darauf geachtet, dass die Darsteller auch wirklich singen können. Wenn ich da an die frühere Darstellerin von Angela Merkel denke, das war furchtbar. Letztes Jahr hatte dann auch die Darstellerin gewechselt, die war besser.
Dieses Jahr war das Singspiel in der Tradition der Singspiele, die man früher kannte. Lustig, nicht langweilig und vor allem richtig auf den Punkt. Marcus H. Rosenmüller hat seine Sache gut gemacht. Hoffen wir, dass es so bleiben wird.

Eine traurige Nachricht erreicht einen aus dem Pairi Daiza, Elefantendame Malas Wohnort. Letzte Woche Freitag hatten dort bei der schwangeren Ani die Wehen eingesetzt. Am Sonntag wurde dann erst festgestellt, dass das Kind im Becken falsch liegt. Am Ende konnte nur noch der Tod des kleinen festgestellt werden. Die Wehen hatten ausgesetzt und vom Jungtier gab es keinen feststellbaren Herzschlag mehr. Ani geht es momentan den Umständen entsprechend gut. Noch ist das Jungtier in ihr, man hofft aber, dass sie es bald austreiben wird. Sollte dies nicht geschehen, könnte sich eine Steinfrucht bilden und Ani wäre damit ein für alle Mal nicht mehr für die Zucht geeignet.
Rani soll sie bei der Geburt sehr unterstützt haben. Beide waren ja auch bei den Spaziergängen immer ganz eng zusammen. Elefantendame Mala hingegen hat mit den beiden nicht viel am Hut. Sie mag zwar die Chefin der Gruppe sein, aber mehr ist das auch nicht. Die beiden wollen mit ihr nichts zu tun haben und sie nichts mit ihnen. Ein kurzes Interesse mag bestehen, aber mehr auch nicht. Mala ist genauso einsam, wie sie es schon in Hamburg war, als sie mit Hussein zusammenlebte. Das war auch mehr eine Zweckgemeinschaft, wo eigentlich jeder für sich lebte.
Deshalb bleibt es auch unverständlich, warum die Dickhäuterin nach 46 Jahren mit knapp fünfzig einfach abgegeben wurde. Gut, momentan mag kein Gehege frei sein und den neuen Bullen, diese Tbc-Bazille, wollte man Mala wirklich nicht zumuten oder umgekehrt. Aber wenn Shahruhk und Shanti gehen werden, ist die Mutter-Kind-Anlage frei. Und solange nichts frei gewesen wäre, hätte man Mala tagsüber in der Elefantenhalle lassen können, ganz allein zwar, aber mit ein wenig Beschäftigung hätte sie das nicht weiter gestört. Mala hätte in aller Ruhe abnehmen können. Und wenn die anderen Elefanten nicht hätten raus können, wäre Mala eben im alten Nashornstall geblieben. Bei Schnee und Eis kam sie doch eh nie raus. Also wäre es kein Problem gewesen. Aber die Elefantin war zu nichts mehr nütze, sie hatte mit Husseins Tod ihre Schuldigkeit als Gesellschafterin getan. Zudem webt sie auch recht stark, war zuvor niemanden gestört haben schien, obwohl sie dies schon seit mehr als 27 Jahren macht. Aber es fällt mehr auf, wenn ein Elefant allein in einem Gehege steht. Und so verschwand Mala.
Jenala hat es noch nicht aufgegeben, dass die Elefantenkuh zurückkehren wird. Man kann nur hoffen, aber vielleicht wird der Tag kommen, an dem Mala lebend zurückkehren wird.
Nichtsdestotrotz ist die Elefantendame weiterhin als Rüsselorakel aktiv. So hat sie in der letzten Woche wieder einmal bewiesen, den richtigen Riecher zu haben. Morgen wird nun der FC St. Pauli gegen den VfR Aalen spielen. Was Mala sagt, wie dieses Spiel ausgeht? Tja, sie tippt auf einen Sieg St. Paulis. Recht optimistisch, aber wichtig für die Kiezkicker. Zwar werden sie sich um keinen Platz verbessern, aber Boden gutmachen gegen den Abstieg.

 

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Mut kann auch bestraft werden


Die Angst vor einer Radikalisierung des Islams geht immer noch um in vielen Köpfen. Besonders in den arabischen Ländern, wo es einen Umsturz gegeben hat, wurde mit Sorge gesehen, dass diese sich mehr islamisierten als zuvor. Nur in Libyen scheint es nicht so zu sein. Dort hatten Anfang September Islamisten die Stadt Bengasi eingenommen und den US-Botschafter getötet. Die Bewohner der Stadt liessen sich das nicht länger gefallen und verjagten nun mit allen möglichen Waffen die islamische Miliz aus ihren Quartieren.
Mutig nenne ich das, zugleich stellt sich mir aber auch die Frage, ob daraus nicht ein Straßenkampf hinaufbeschworen wird, wie er immer noch iN Syrien herrscht. Gut, Syrien ist nun ganz etwas anderes, denn dort ist der Präsident immer noch am Ruder, obwohl ihn die Mehrheit (?) der Menschen nicht mehr haben wollen. So gehen dort die Kämpfe täglich weiter und es wird nicht besser.
Den Volkszorn in Libyen kann man verstehen, denn dort haben sich vielerorts Milizen gebildet, da die Regierung nicht vorankommt. Und diese Milizen scheinen meist islamistisch orientiert und gegen den Westen zu sein. Da kann man verstehen, dass die Menschen so was nicht haben wollen. Aber den Mut zu haben, dagegen vorzugehen muss man erst einmal haben. Vor allem weiss man ja nicht, wie diese Milizen sich noch rächen werden. Das ist alles noch offen.

Das Oktoberfest hat begonnen. Zwei Schläge hat Oberbürgermeister Christian Ude gebraucht, um das erste Bierfass anzustechen. Es ist das letzte Mal gewesen, dass er es gemacht hat. Er wird nun das Rentenalter für Oberbürgermeister erreichen, weshalb er nicht noch für eine weitere Amtszeit kandidieren kann. Dafür will er nun gegen Horst Seehofer bei der nächsten Landtagswahl antreten. Ob man ihm Chancen einräumen kann? Tja, ich weiss nicht. Sympatischer als Seehofer ist er mir allemal. Aber ich vertrete ja nicht die breite Masse.
Zwei Wochen nun Oktoberfest. Ich werde wieder einmal versuchen, mich dort nicht blicken zu lassen. Solche Volksfeste haben mich noch nie interessiert. Eventuell gehe ich auf diese Landwirtsschaftsausstellung. Das ist auch das einzige, was mich in die Nähe der Theresienwiese treiben wird.

So langsam frage ich mich, ob die Kinder in Deutschland so einen schlechten Geschmack haben. Denn wie sonst lässt es sich erklären, dass nur hier diese dämlichen Twistheads „Crazy Connection“ erhältlich sind, während in Österreich eine ganz andere Serie zu haben ist. Und das ist neu, denn sonst gab es in Deutschland und Österreich immer dieselben Serien. In Österreich gab es erst eine weitere Asterix-Serie, nun sind es die Simpsons. Die sind zwar schon vor zwei Jahren in Italien erschienen, aber sind die mir immer noch lieber, als diese Twistheads, die im Übrigen auch die nächste Serien bilden werden: Star Wars.
Was nur für ich wieder für eine neue Happy Hippo-Serie geben, oder den Maulwürfen oder, oder, oder… Doch nein, es kommt nichts, es kommt einfach nichts, immer nur Twistheads, Winx Club und Barbie. Nicht einmal die Weihnachtsserie ist herausragend. Das ist beinahe so etwas wie eine Neuauflage der Weihnachtshelfer, die vor ein paar Jahre erschienen ist. Bloss sind es jetzt keine Wichtel mehr, sondern die Figuren oder Gerätschaften haben neue Köpfe bekommen. Was soll man das dann noch kaufen? Ich weiss es einfach nicht. Nun gut, die Nebenserien sind nicht schlecht. Aber das kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die Hauptserien einfach nur Blödsinn sind. Was anderes kann ich dazu wirklich nicht sagen.

St. Pauli scheint an Boden zu verlieren. Am Montag schafften sie nur ein müdes 0:0 gegen Köln, die bis jetzt noch keinen einzigen Sieg für sich verbuchen konnten. Führen oft mit einem Tor und am Ende steht es entweder Unentschieden oder sie haben verloren. Nun ist Köln endgültig im Abstiegskampf angekommen. Platz siebzehn und besser scheint es nicht zu werden.
Elefantendame Mala hatte für das Spiel gegen Köln auf einen Sieg getippt. Damit lag sie falsch, dafür hatte sie aber mit der Prognose fürs gestrige Spiel gegen den FSV Frankfurt wieder Recht. Auf eine Niederlage hatte sie getippt und genauso war es gekommen. St. Pauli verlor mit 2:1 gegen Frankfurt, steht noch im Mittelfeld, aber eher im unteren Teil. Weitere Spiele sollten sie nun nicht mehr verlieren.
Habe übrigens noch ein paar Videos gefunden, wo Mala zu sehen ist. In einem der youtube-Videos bewirft sie sich wieder mit Sand, legt sich aber sogar hin. Ist allerdings von den anderen Elefanten vollkommen getrennt. In einem anderen Video ist sie am Badeteich, wo sie das Vorführungsobjekt ist. Wie es aussieht, scheint sie sogar ihre alten Tricks wieder vorführen zu dürfen, wie Wasser mit dem Rüssel spritzen (zu sehen in „Klein Erna auf dem Jungfernstieg) oder Fragen mit Ja und Nein beantworten (ZDF-Serie „Unsere Hagenbecks“). Und danach wird sie dann von den Besuchern gefüttert und lässt sich auch streicheln. Ist eben eine gutmütige Dickhäuterin. Und wenn es was Schönes zu futtern gibt, ist Mala sowieso glücklich. Denn leckeres Obst und Gemüse geht ihr über alles. Was aber nichts anderes heissen soll, als das sie so die nötige Aufmerksamkeit erlangt, die sie verlangt. Aber mit dem Futter wird wohl aufgepasst, was Mala bekommt, schliesslich hatte die Elefantin Übergewicht als sie ankam und wurde zur Gewichtsreduzierung verdonnert.

Seit gestern wird wieder die vierte Staffel von „Castle“ auf Kabel eins gezeigt. Passend dazu fand ich gestern das Buch „Heat Wave – Hitzewelle“. Ist die deutsche Fassung des Buches, von dem in der zweiten Staffel die Rede ist. Habe mal kurz reingelesen und bin enttäuscht. Mein Fall ist es nicht. Ist ja glücklicherweise nur geliehen, also nicht so schlimm. Wer schreibt die Bücher eigentlich? Nathan Fillion als Rick Castle ist zwar hinten abgebildet, aber er schreibt das nicht, sondern stellt nur die Figur da. Wer also schreibt es nun? Muss ich mal recherchieren.

 

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… und sind genauso schlau als wie zuvor


Nachdem ich in meiner Statistik sehen konnte, dass in den vergangenen Woche die Suche nach dem Obduktionsergebnis von Hussein zugenommen hat, also immer mehr Besucher meiner Seite wissen wollten, woran denn nun der imposante Elefantenbulle gestorben ist, kann ich nun etwas dazu sagen. Das Ergebnis ist da, aber ob wir es nun kennen oder nicht kennen, es ändert nichts an der Tatsache, dass wir Aussenstehenden genauso schlau als wie zuvor sind, um es einmal mit Goethes Faust zu sagen.
Also hier das Obduktionsergebnis, dass im NDR-Fernsehen verbreitet wurde und auf dem hauseigenen Internetauftritt des Tierparks steht. In einer Zeitung hat es nicht gestanden.
Man hat aus offizieller Sicht nicht den Grund herausgefunden, woran Hussein nun wirklich gestorben ist. Klar ist, dass der Elefantenbulle an Herz-Kreislaufversagen starb. Ob nun eine Überdosis an Beruhigungsmittel, wie ich bereits kurz nach Husseins Tod vermutete, dass wird nicht ersichtlich aus dem Text.
Hussein habe eine „routinemässige Beruhigungsspritze“ bekommen. Das klingt nun beinahe danach, als wäre es nur eine gewesen. Im Artikel „Tod eines Patriarchen“ vom 18. Juni 2012 aus dem Hamburger Abendblatt geht aus dem Text hervor, dass man Hussein noch einmal nachgespritzt hat, weil er noch zu wach wirkte. Kurz nach der zweiten Dosis, die nicht höher als die zuvor ausgefallen ist, legte der Dickhäuter sich in seiner Box hin und verstarb. Lebensrettende Massnahmen konnten ihm nicht mehr helfen.
Eine Vorerkrankung kann ausgeschlossen werden, dennoch bleibt rätselhaft, woran er nun gestorben ist. Eine Medikamentenunverträglichkeit könnte möglich sein, muss aber nicht. Man weiss es nicht. Oder wir erfahren nicht, was wirklich ist. Alles ist möglich.
Der medizinische Laie gibt sich mit einem Herz-Kreislauf-Versagen zufrieden. Habe mal Lei gefragt, die vom Fach ist, sie sagte mir, dass es bei einer Überdosierung zu einem Herz-Kreislauf-Versagen kommen könne, genauso wie bei einer Unverträglichkeit. Also, es kann sein, muss aber nicht, möglich wäre es.
Das Ergebnis ist bekannt, doch irgendwie bleibt dieser leise Hauch, als solle uns – der Öffentlichkeit – Sand in die Augen gestreut werden. Die Wahrheit werden wir nie erfahren. Aber das schrieb ich im letzten Monat ja schon in einem Artikel.
Freunden wir uns vielleicht mit der Version an, dass Hussein einfach nicht seine Heimat hatte verlassen wollen nach 25 Jahren. Vielleicht hat er sich gesagt: ‚Ohne Mala gehe ich nicht.‘ Dann hat er aufgehört zu atmen und ist gestorben. Möglich ist alles, vor allem bei diesem nichtssagenden Obduktionsergebnis.

Und wo ich gerade die einzig wahre Mala erwähnt habe: Jenala hat ein Bild von Mala in ihrem neuen Zuhause (ihre Heimat ist immer noch Hamburg und wird Pairi Daiza niemals werden) gesehen. Auf den ersten Blick sehe die Elefantin zufrieden aus. Aber Jenala kennt sie besser und sie sagt, dass Mala nicht glücklich ist. Zwar weine sie nicht, aber das ist noch nie Malas Art gewesen, selbst wenn sie tieftraurig war, höchstens Hussein war wieder nicht nett zu ihr gewesen. Sie scheint nicht glücklich, was man an der Haltung sehen könne, wie sie da steht und wie sie guckt. Gut, ich sehe da nichts, aber Jenala kennt Mala besser als andere.
Zwei Elefanten werden Pairi Daiza irgendwann wieder verlassen. Sandry (Tochter von Hussein) und Claudy (deren Mutter). Sandry ist trächtig und wenn alles gut geht, werden beide zurück nach Rapperswil gehen. Mala wird nicht alleine zurückbleiben, aber ist der Ort dort wirklich besser? Wenn ich an den afrikanischen Elefanten denke, wird mir ganz mulmig, aber da bin ich nicht der einzige, der das denkt. Habe mir auf Youtube mal angesehen, was da – glaube dreimal täglich – mit den Elefanten gemacht wird. Eine völlig abstruse Show für die Zuschauer. Da mag Mala dann Bewegung haben, aber ich glaube kaum, dass ihr das sehr gefallen wird. Sie mag es lieber ruhig und gemächlich und natürlich schönes Futter, das ist ein Muss.
Und im November wird sie ihren 50. Geburtstag feiern. Am 10.11.12, also dem 10. November 2012.
Noch gibt Jenala die Hoffnung nicht auf, dass Mala zurückkehren wird. Wie heisst es so schön: Die Hoffnung stirbt immer noch zuletzt.

Am Mittwoch berichtete ich, dass die aktuelle Titanic-Ausgabe gerichtlich verboten wurde. Und danach setzte genau der Hype ein, den ich prophezeit habe. Die aktuelle Ausgabe ist fast überall ausverkauft. Bei Ebay werden zum Teil 25 Euro oder mehr für eine Ausgabe gezahlt. Hätte ich das zuvor gewusst, ich hätte doch noch mehr als nur die eine Ausgabe gekauft. Aber wer hätte mir dann die Aufgabe bei Ebay abgenommen? Ich will damit nämlich nichts zu tun haben. Na gut, ich hätte schon einen Arbeitskollegen gefunden, der das für mich erledigt hätte. Aber mit dem dann auch noch das Geld teilen? Nee, da kenne ich keine Freunde mehr, denn bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf.
Aber es ist die beste Reklame für die Satirezeitschrift. So was nennt sich übrigens der „Streisand-Effekt“. Benannt nach Barbra Streisand, die 2003 gegen ein Foto vorging, wo ihr Haus abgebildet war. Danach wurde man natürlich erst recht darauf aufmerksam. Genauso ist es hier auch. Die Ausgabe ist verboten worden mit dem Cover, die Öffentlichkeit erfährt es und schon sind sie wie nichts in die Zeitungsläden gestürmt, um sich eine Ausgabe zu sichern oder gleich mehrere, um den grossen Reibach machen zu können.
Ich habe eine Ausgabe, die ich auch nicht verkaufen werde. In einigen Monaten kräht eh kein Hahn mehr danach.

Heute ist wie alljährlich französischer Nationalfeiertag. Damit wird bekannt an den Sturm auf die Bastille erinnert, mit der die französische Revolution 1789 begonnen hat. Was damals blutig begann, wurde im Laufe der Jahre noch blutiger, erinnern wir uns nur an die Guillotine. Der Grande Terreur mit Robbespierre an der Spitze. Am Ende frass dann die Revolution ihre eigenen Kinder: Danton und schliesslich Robbespierre. Und irgendwann dann kam Napoleon.
Und mich erinnert dieses Datum nur wieder daran, dass ich in drei Tagen Geburtstag habe. Und zu meiner aller Ärger habe ich dieses Jahr nicht frei bekommen. Ich habe immer an meinem Geburtstag frei gehabt, denn da will ich nirgendwo sein, wo man mir gratuliert. Das hasse ich, weshalb ich mich immer dann verdrücke. Und ich bin auch nicht wirklich interessiert daran, was die Kollegen sich wieder für mich ausgedacht haben. Dabei habe ich das schon Anfang des Jahres genehmigt haben wollen, aber nein, da war nichts zu machen. Haben die das extra gemacht? Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass niemand wusste, ob ich denn überhaupt nach meiner Volontärzeit auch übernommen würde. Aber das kann man doch nicht auf meinen Schultern ausbaden. Ich will frei haben!

Heute soll ein ziemlicher Sonnensturm herrschen. Ich habe es auch schon gemerkt, als ich mein Internet eine halbe Stunde lang nicht funktionierte. Jetzt geht es wieder, aber ich sollte diesen Artikel schnellstmöglich beenden.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 14. Juli 2012 in Elefant, Fernsehen, Kultur, Real life, Sommer, Technik, Tiere, Wetter, Zoo

 

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Wie ein Tierpark seinen größten Star abschob und damit eine Ära endete – Elefantendame Mala ist fort!


Ausnahmsweise beginne ich den Blog direkt mit einem Bild.


Dieses verwaiste Bild bietet seit Mittwoch das Bullengehege im Hamburger Tierpark. Fast hat es den Anschein, als würde Mala gleich von hinten kommen und die Anlage betreten. Doch sie wird nie mehr kommen, denn der klügste Elefant, den dieser Tierpark jemals hatte, ist fort – für immer.

Eigentlich wollte ich jetzt hier gross und breit über die langersehnte Eröffnung des Eismeeres berichten, doch die Geschehnisse dort haben sich verschoben, denn es ist etwas eingetreten, womit alle rechnen mussten und dennoch hofften, es würde nie kommen.

Nina ist wirklich zu bedauern. Erst muss sie damit zurechtkommen, dass der Elefantenbulle kurz vor dem Transport in sein neues Zuhause tot umfällt. Und nun ist ihre schlimmste Befürchtung eingetreten: Elefantenkuh Mala hat den Tierpark für immer verlassen. Nach sechsundvierzig Jahren in Hamburg, musste sie am Mittwoch den Weg nach Belgien antreten, wo sie ein Platz im Pairi Daiza, vormals Parc Paradiso, erwartete.
Klammheimlich ging sie am Mittwoch auf die Reise. Nirgendwo wurde es berichtet, stattdessen bereitete man sich auf die grosse Eröffnung des Eismeeres vor. (erst Donnerstagnachmittag wurde die Neuigkeit ins Internet gestellt. Und wie Hohn klingt es, wenn da steht, dass sie dort hoffentlich Leitkuh werden darf.) Zeitung und Fernsehen war da und berichtete gross und breit über das Spektakel des Jahres. Mala hingegen wurde mit keinem einzigen Buchstaben erwähnt. Sie ist ja auch so unbedeutend, eben das fünfte Rad am Wagen.
Durch Zufall erfuhr Nina davon. Ihr Cousin erwartete sie bereits am Donnerstag am Eismeer und teilte ihr die Hiobsbotschaft mit. Danach war für Nina alles gelaufen, was man verstehen kann, denn sie hing an Mala wie sie nicht einmal an Jenny gehangen hat. Und dann so mir nichts dir nichts zu erfahren, dass der Elefant, der einem so viel bedeutet, nicht mehr da ist, ist besonders traurig.
Ich kann es in dem Sinne nur nachempfinden, dass ich mal einen Hund namens Ajax hatte. Und als der starb, glaubte ich, eine Welt würde zusammenbrechen. Mehr als eine Woche war ich neben der Spur. Auch wenn ich nicht weinte wie ein Schlosshund, so war ich doch irgendwie am Ende. Es fehlte etwas, ein Teil von mir war plötzlich verschwunden und würde nie mehr wiederkehren.
Mala hingegen lebt noch, aber sie ist weit weg, in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza.
Ich weiss nicht, warum sie so weit weggehen musste. Wahrscheinlich deshalb, damit es auch garantiert nicht die Möglichkeit gibt, sie zurückzuholen.
Nina hat letzte Woche noch gesagt, sie würde sich irgendwelche Aktionen einfallen lassen, wenn es sein müsste, nur damit sie bleiben kann. Ernst meinte sie es, wusste nur nicht, was sie tun sollte. Ihrem Cousin wäre sicherlich was eingefallen, wobei ich da so meine Bedenken hätte, was das geworden wäre.
Nina und Mala, das war etwas Besonderes, das konnte man sehen. Wenn Mala hinten stand und Nina ging zum Gehege, stellte sich dort hin, machte weiter nichts, sondern stand einfach da, dann kam Mala. Sie sah, besser roch, Nina und kam, in ihrem typischen flotten Schritt.
Insgeheim macht Nina sich auch Vorwürfe. Denn wenn sie am Dienstag hingegangen wäre, hätte sie die Dickhäuterin noch einmal gesehen. Aber sie ging nicht hin, obwohl Rani ihren dritten Geburtstag feierte. Ninas Schwester hatte auch Geburstag, weshalb sie sich für diese entschied. Und nun nagt es an ihr, dass sie Mala an dem Tag noch hätte sehen können.
Mit Mala verliert Hagenbeck seinen grössten und beliebtesten Star. Ich sage bewusst, dass Mala ein grosser Star ist, denn sie hat die meisten Tricks beherrscht, war die gelehrtigste unter ihnen. Und vor allem die Stammbesucher haben sie gemocht. Und selbst wer sie nicht kannte, war gleich von ihrem freundlichen Wesen eingenommen.
Malas einziger Fehler war, wenn man von ihrem Weben absieht, dass sie sich nicht mit der Leitkuh Mogli verstand. Damals, 1992, starb die damalige Leitkuh und beide Kühe wollten diesen Posten haben. Kann man ja auch verstehen. Seit Mogli da war, begann Malas Stern langsam zu sinken, also wollte sie der nicht auch noch den wichtigsten Posten in der Herde überlassen.
Während einer Dschungelnacht kam es zu einem Unfall, wo ein Elefantenpfleger verletzt wurde. Auslöser war Mala, die ihrer Konkurrentin Mogli in den Schwanz gebissen hatte. Sie hatte eben die Chance gesehen, sich an ihr zu rächen. Wer sollte es ihr verdenken? Wir machen so was bei unserem Feind doch auch, wenn die Gelegenheit günstig ist. Aber ein Elefant in Menschenobhut darf so etwas nicht tun. Und so wurde später entschieden, dass Mala aus der Herde genommen und zu Hussein ins Bullengehege
Diese Anlage war anfangs als Mutter-Kind-Anlage genutzt worden, wo auch Mala als „Tante“ bei den Jungtieren stand. Dann wurden die Nashörner abgeschafft, dort kam die Mutter-Kind-Anlage hin und die ehemalige Anlage wurde zu dem, was sie eigentlich war, das Bullengehege. Hussein zog ein und mit ihm Mala als seine Gesellschafterin oder Mitbewohnerin, ganz so, wie man es auch immer sehen will.
Achtzehn Jahre ging es gut, es gab mal immer wieder Höhen und Tiefen, doch sie kamen gut miteinander aus. Dies änderte sich im August 2010, wo Hussein Mala arg malträtierte, dass sie verzweifelt um Hilfe rief. Danach war in der Beziehung der beiden nichts mehr, wie es vorher war. Mala fürchtete Hussein anfangs geradezu. Dann ging es wieder einigermassen, doch irgendetwas zwischen den beiden war zerbrochen. Für den Laien war dies nicht zu sehen, aber Nina sah es. So wie sie auch eine letzte von Husseins Attacken Anfang April diesen Jahres sah. Kandy, Tochter von Spucktante Yashoda, kam ihr zu Hilfe. Und dann kam der 15. Juni: Hussein sollte gehen und starb kurz vor dem Gang in die Transportbox. (Das Obduktionsergebnis steht immer noch aus, obwohl die zehn Tage lange genug rum sind.)
Mala nahm das ganz locker hin, wirkte richtig gehend befreit am nächsten Tag. Sie wurde zu Königin Mala, die Audienz gab. Auf einmal war das Futter ihr nicht mehr so wichtig, dass die Besucher ihr reichten.
Aber eine Woche vor ihrer Abreise wirkte die Elefantendame verändert. Sie hätte traurig gewirkt, bedrückt, niedergeschlagen. Nina deutete es als Trauer, doch nun weiss sie, dass es ganz etwas anderes war.
Nach Russland ist Mala nicht gekommen, wie Ninas Cousin geunkt hatte. Aber weit weg ist sie dennoch. Nach Belgien sind es mit dem Zug mindestens sechs bis acht Stunden.
Wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen würde? Eben noch da, am nächsten Tag schon weg.
Nun muss man sich Sorgen um Malas Gesundheit machen, denn in Pairi Daiza wird auch ein afrikanischer Elefant gehalten. Und wie es aussieht, haben die asiatischen Elefanten nahen Kontakt. Das ist gar nicht gut, denn die afrikanischen können Elefanten-Herpes übertragen. Mala könnte es kriegen. Damals, als in Hagenbeck noch asiatische und afrikanische Elefanten gehalten wurden, hat sie es nicht bekommen. Aber damals war sie ein junger Elefant. Sie ist in einer neuen Umgebung, bei Menschen und Elefanten, die sie nicht kennt. Da kann das Immunsystem in den Keller gehen und Mala hat es wirklich nicht verdient, so von dieser Welt zu gehen. – Weil sie das fünfte Rad am Wagen ist.
Ich hätte sie gerne wieder besucht, die alte Tauschgeschäftemacherin, wenn ich mir das Eismeer angesehen hätte. Sie war der grösste Star von allen und wie in diesem Lied aus dem Musical „Sunset Boulevard“, das auf dem gleichnamigen Kinofilm beruht, sank auch ihr Stern bis sie ins Abseits geriet.
In dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor ist Mala als sie selbst und als Elefantenkuh Bertha ein Denkmal gesetzt worden. Das ebook ist beispielsweise bei Amazon oder Weltbild erhältlich. Und nicht nur Mala hat ihren Platz in dem Thriller gefunden, sondern auch das alte Eismeer. Die Dickhäuterin wird in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe eine weitere bedeutende Nebenrolle spielen.
Tschüß, Mala, vielleicht finden sich ja einige Menschen zusammen, die dich wieder zurückhaben wollen. Vielleicht kannst du dann wiederkehren – wenn du darfst.


Tschüß ihr alle! Vielleicht komme ich wieder! Bleibt mir treu und vergesst mich nicht – niemals!

Weitere Berichte über Mala:
Quo vadis, Mala
1. Jahrestag
50. Geburtstag
2. Jahrestag
3. Jahrestag
4. Jahrestag

Und dann doch noch zum Eismeer. Am Donnerstag ist es feierlich eröffnet worden, mit Zeitung, Fernsehen und allem drum und dran. Die Besucher haben nun die Möglichkeit, auch das Innere des Baus zu begutachten.
Hierzu darf ich Jonas erwähnen, der so nett war und mir seine Eindrücke überlassen hat. Nina kann dazu gar nichts sagen, hat alles nur durch einen Schleier wahrgenommen.
Man kommt in einen Gang, sieht das Wasserbecken der Eisbären, wo sich allerdings keiner der beiden tummelte. Das Männchen soll recht ramdösig sein und sieht auch nicht gerade wie eine wahre Eisbärenschönheit aus, soll heissen: Es ist das hässlichste Exemplar, das Jonas je gesehen hat. – Wie viele Eisbärenmännchen hat er denn bis jetzt in seinem Leben schon gesehen?
Dann weiter und man kommt zum Becken, wo sich das Walross mit zwei Kegelrobben drin tummelt. (Ganz ehrlich, wenn ich Kegelrobben sehen will, fahre ich nach Helgoland, das gleiche gilt für Papageientaucher) Der Clou hier sind die beheizten Sitzsteine, so dass man sich als nierenkranker Mensch und garantiert keine Blasenentzündung holt.
Weiter durch lange, zum Teil dustere Gänge, die geradezu dazu einladen, dass sich da ein paar Erschrecker hinstellen. Ganz ehrlich, Jonas ist der festen Überzeugung, dass das die perfekte Geisterbahn wäre. Phantasie hat er, das kann man wirklich nicht leugnen. An den Wänden würde passend zur jeweiligen Landschaft auch was stehen. Weitere Becken kommen, dann auch die Pinguine, deren hintere Anlage man auch begutachten kann. Schliesslich der Raum für die Freiflieger mit Trottellummen und Papageientauchern. Dann übersieht man beinahe die Tür für die Königs- und Eselspinguine. Dort ist es nicht nur eiskalt – Jonas benutzte ein anderes, ähnliches Wort -, sondern stinkt auch ziemlich nach Fisch und Pinguin. Nunkommt man auf einen langen Gang, der mit der Geschichte des Eismeeres von damals bis heute geschmückt ist. Schliesslich betritt man eine Treppe und sieht an den Wänden die bedeutenden Daten fürs neue Eismeer. Noch schnell ein Blick über den Rand der Fläche geworfen und man hat es dann auch schon fast geschafft.
Jonas‘ Meinung: So toll ist das gar nicht. Der Vorgänger war besser.
Uriger wird er wohl gemeint haben. Die Bilder, die ich hier gesehen habe, sprechen für sich. Es mag alles grösser sein, aber schöner ist es bei weitem nicht. Viel zu eckig. zu steril, zu kalt. Das ist nicht das, was es war. Aber es war klar, dass das alte niemals wiederkommen würde. Und dennoch, man trauert dem Original-Eismeer hinterher. Denn dies war der Ort, wo „Die Spinnen“ gedreht wurde und noch andere Stummfilme.
Ach ja, Vorsicht vor dem Walross bei der Vorführung: Es spuckt auf Kommando. Da sollte man als Zuschauer nicht in den ersten Reihen stehen, sonst wird man unter Garantie nass.
Unter den „Gesammelten Werken“ gibt es ein paar Bilder vom neuen Eismeer. (Nicht mehr, vielleicht stelle ich sie irgendwann wieder ein.)

 
 

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