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Machtkampf oder zu viel Geld?


Die Züge stehen wieder still. Nein, nicht alle, aber die Mehrheit ist in den Depots geblieben.
Es wird wieder gestreikt, innerhalb einer Woche, in einem Abstand von nur drei Tagen. Waren es beim letzten Streik der Lokführer 14 Stunden gewesen, sind es nun 50 Stunden.
Erschwerend kommt dieses Mal hinzu, dass in sieben Bundesländern die Ferien begonnen haben und in einem die Ferien enden, während sie in anderen noch laufen. Da ist ein Chaos vorprogrammiert. Aber nicht nur das. Die letzten Sympathien, die noch aufseiten der Lokführer waren, dürften dort nun verloren gehen.
Am Mittwoch war auch ich unmittelbar vom Streik betroffen, denn eine kurze Strecke muss ich von der Arbeit mit der S-Bahn fahren, um dann in die U-Bahn umzusteigen. Ich wusste nicht, ob die S-Bahn fuhr, in der Nähe gab es auch eine Bushaltestelle, da fuhr der Bus alle zwanzig Minuten. Es gibt noch einen anderen, aber der fährt einige Umwege, weshalb ich den nun wirklich nicht nehmen wollte. Habe extra geguckt, wann der fährt und dann war er doch gerade weg. Äusserst ärgerlich, aber nicht zu ändern. Was also tun? Die Strassenbahn nehmen? Tja, die gab es hier nicht. Nur den Bus und der war weg und der andere fuhr Umwege und war restlos überfüllt. Also zu Fuss gehen. Ja, blieb mir nichts anderes übrig und ich war auch schneller als der nachfolgende Bus.
Wenigstens war die U-Bahn nicht überfüllt, was ich auch schon mal erlebt hatte.
Ich habe schon seit längerem kein Verständnis mehr für die streikenden Lokführer und für die GDL sowieso nicht.
Warum?
Ganz einfach: Ein Streik führt zu nichts, ausser zu genervten Menschen, die auf die Bahn angewiesen ist. Die Schuld nun der Deutschen Bahn zuzuschreiben, wie es von der GDL getan wird, ist natürlich sehr einfach, zieht aber irgendwann nicht mehr. Vor allem nicht, wenn man den Streik auf Ferienbeginn setzt. Dann reisst auch bei dem Verständnisvollsten der Geduldsfaden.
Ich habe jetzt mal gehört, wie viel ein Lokführer so verdient. Der herausgepickt wurde, war schon einige Jahre dabei und es sollen um die 2900 Euro gewesen sein. Ob Brutto oder Netto wurde nun nicht gesagt, dafür hiess es aber, dass es noch eine Zulage gibt, die auch um mehrere hundert Euro variiert.
Andere, die auch wichtige Dinge leisten, können von so einem Gehalt nur träumen. Und die streiken auch nicht, um mehr Geld zu bekommen, weil sie es haben wollen. Sie würden es auch nicht kriegen, obwohl sie es weit mehr verdient hätten, als die Lokführer.
Ja, ich bin fast davon überzeugt, dass die GDL hier einen Machtkampf ausspielt, wer den längeren Atem habe. Denn es geht nicht nur darum, dass die GDL ihr Forderungen durchsetzen will, sondern auch um eine Vormachtstellung. Schliesslich gibt es da noch eine andere Gewerkschaft, die EVG, und der will die GDL den Rang ablaufen. Also nicht nur im Hinterkopf haben, dass die Lokführer mehr Geld bekommen sollen und einen geregelteren Arbeitsalltag, sondern auch, dass die GDL ihre Vormachtstellung ausbauen möchte.
Gut, in einem stimme ich mit den Lokführern überein, dass ihre Schichtarbeit besser koordiniert sein muss. Dafür kann man auch streiken, aber wenn man es andauernd macht, wird das auch nicht viel bringen – ausser verärgerte Kunden natürlich und das niemand mehr Verständnis für die Lokführer zeigt.
Wie gesagt, dass mit dem Lohn ist so eine Sache. Natürlich ist es keine leichte Aufgabe, dort im Führerhaus der Lok zu sitzen. Man kann nicht einfach Däumchen drehen, sondern muss wie beim Autofahren hellwach sein, um kein Signal zu übersehen.
Dann immer die Gefahr, dass sich ein Lebensmüder vor einen Zug wirft. Obwohl der Lokführer selbst keine Schuld daran hat, den Tod eines Menschen verschuldet zu haben, nimmt es ihn mit und sehr wahrscheinlich macht sich der Lokführer auch Vorwürfe, warum er nicht eher gebremst habe. Das ist das Gefährliche an dem Beruf, dass man von jetzt auf gleich aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann.
Hat jetzt nicht wirklich was damit zu tun, warum es gerechtfertigt ist, dass die Lokführer mehr Geld bekommen sollten, aber erwähnenswert ist es allemal. Denn jeder Lokführer – auch wenn niemand es sehr wahrscheinlich zugeben würde – fürchtet sich genau davor, dass ihm so etwas passiert.
Aber wenn man das GEhalt betrachtet, dann kommt man beinahe zu dem Schluss, was die Lokführer eigentlich wollen. Sie werden doch recht grosszügig bezahlt, wenn man da andere Berufe ansieht, wo die körperliche Arbeit viel höher ist, aber der Lohn mickrig.
Es wird gestreikt. Gerade einmal 30 Prozent aller Fernzüge sollen fahren. Im Regionalverkehr wird häufig auf Busse gesetzt. Einige S-Bahnen in den Grossstädten fahren gar nicht, andere nur unregelmässig in grossem Zeitabstand. Aber sie fahren, dass ist schon mal was. Dennoch wird dieser fünfzig Stunden lage Streik, ziemlich viele Menschen getroffen haben, die heute oder morgen in den Urlaub fahren wollten. Wenn sie Glück haben, fährt ihr Zug, kommen sie vielleicht mit Umwegen zum Ziel oder sie kommen nicht weg vom Fleck.
Das ist dann ärgerlich für die Bahn, denn die muss diese Ausfälle ersetzen. Entweder mit der Erstattung des Reisepreises oder sogar einer Übernachtung oder ich weiss nicht was.
Das schadet natürlich der DB selbst. Die Kunden werden sich wieder auf ihre Autos konzentrieren, vielleicht auch aufs Flugzeug, falls da nicht auch gerade gestreikt wird, wie am Donnerstag bei GermanWings. Aber momentan soll auf den Strassen nicht übermässig viel los sein. Das kommt vielleicht erst am Montag. Aber da sollen die Züge wieder fahren.
Die GDL sagt auch, dass die Bahn die Verhandlungen verschleppe, weil sie auf ein Gesetz zur Tarifeinheit warte, dass die Bundesregierung irgendwann verabschieden will. Dieses GEsetz besagt, dass dann nur noch die mitgleiderstärkste Gewerkschaft Verhandlungen führen darf. Ist das dann nicht die GDL, sondern eine andere Gewerkschaft? Hm, sollte man drüber nachdenken.
Die DB kann es natürlich auch so machen, dass sie mehr Lokführer verbeamten, denn die dürfen dann bekanntlich nicht streiken. Kostet natürlich auch mehr, aber sollte sich die Bahn mal überlegen. Lieber das, als immer nur Streiks und Notfallpläne und verärgerte Kunden und Erstattung des Reisepreises. Da kommt eine Verbeamtung doch viel billiger.
Voerst müssen wir die Streiks akzeptieren. Was können wir selbst auch schon machen? Solidarität mit den Lokführern zeigen? Nö, irgendwann hat sich das wirklich.
Bin wirklich gespannt, wann das nächste Mal gestreikt wird. Schon am Dienstag? Ach, da fällt mir noch was ein? Hat die GDL zu viel Geld auf den Konten, dass sie diese loswerden müssen? Denn an jedem Streiktag bekommt derjenige, der in der Gewerkschaft ist, Streikgeld ausgezahlt. Der Gedanke kam mir schon im letzten Jahr, als Ver.di andauernd zum Streik aufrief. Daran hat nun noch keiner gedacht. Aber dafür gibt es schliesslich mich, um andere darauf zu stossen.

Elefantendame Mala macht heute und morgen fleissig mit bei der Begrüssung der neuen Elefanten aus Hannover. Fleissig hat sie mit ihren Rüsselkontakt aufgenommen und findet sie ganz nett, aber dennoch ist sie froh, wenn sie in ihrer kleinen Gruppe bleiben kann.
Letzte Woche ärgerte Mala sich masslos über das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft. Verloren diese sang- und klanglos gegen Polen und gegen Irland sah es auch nicht besser aus. Schiessen sie irgendwann den Führungstreffer und dann kassieren sie in der 94. Minute (!) den Gegentreffer. Das ist doch nicht zu glauben, so spielt doch sonst nur der FC St. Pauli. Aber mit Max Kruse hatte auch ein ehemaliger St. Paulianer mitgespielt.
Mala tobte. So schlecht sei die Nationalmannschaft noch nie gewesen. Gemeinsam mit old Rani konnte sie Trübsal blasen, denn die Schweiz war auch nicht besser gewesen.
Aber lieber tobt Mala, als das sie Trübsal bläst. Und so hat sie auch gleich entdeckt, wo es hapert. Die Abwehr sei nichts und auf den Torwart könne man sich auch nicht verlassen. Bei der WM habe Neuer sehr gut gespielt, weit besser als sonst, aber nun ist er wieder auf dem Niveau, wo er seine alten Fehler mache.
Wahrscheinlich wäre er heute nicht die Nummer eins im Tor der deutschen Mannschaft, wenn nicht René Adler in den entscheidenen Momenten immer irgendeine Verletzung gehabt hätte. So redet von dem kein Mensch mehr. Mein Onkel glaubt, dass das bei dem irgendwas psychisches sei. Denn immer wenn es wichtig ist, sei er verletzt und wenn es nur ein Hexenschuss sei.
Vielleicht fängt die deutsche Mannschaft sich wieder. Denn wenn sie es nicht tun, wird es eng und sie sehen sich die EM nur als Zuschauer an. Dann wird hoffentlich Frankreich gewinnen, aber für Deutschland wäre es eine Blamage.
Nun geht aber erst einmal die Bundesliga weiter. Mala hat erfahren, dass Shila, die sie laut Aprilscherz in jungen Jahren hätte spielen sollen, fleissig am üben wäre, um einen Ball zu fangen und zu spielen. Allerdings hätte sie nur Zweige oder Steine zum Üben. Da wir Shila als übermütig kennen, sollte sie es lieber ganz sein lassen. Ausserdem, würde sie wirklich ein guter Torwart werden?
Darüber macht sich Mala keine Gedanken, sondern vielmehr über das nächste Spiel des FC St. Pauli. Am Montag werden sie auf Düsseldorf treffen und Mala sagt, dass sie gegen Düsseldorf nur Unentschieden spielen.
Jonas ist obenauf, denn sein Fussballorakel hatte beide Spiele richtig getippt. Besonders beim Unentschieden gegen Irland war sie sehr überzeugt vom Ergebnis. So entschlossen habe er sie noch nie erlebt gehabt. Er muss es wissen, schliesslich prüft er sie nun schon mehrere Wochen.
Was hat die Pusteblume denn nun zum St. Pauli-Spiel gegen Düsseldorf gesagt? Tja, da ist sie der MEinung, dass St. Pauli leider verlieren wird. Ein Blick auf die Tabelle könnte das bestätigen. Was sagte der Schlaubeutel zu dem Spiel? Es war das letzte, dass sie getippt hat, bevor sie sich auf den Weg nach Leipzig machte. Sie geht von einem Unentschieden aus. Und was sagt Plattfuss? Die hat Jonas auch gefragt, da er der Pusteblume nichts zutraut. Sie geht ebenfalls von einem Sieg Düsseldorfs aus. Sie sei ein furchtbarer Linksrüssler hat Jenalas Cousin über sie gesagt.
Wie es aussieht, wird es dieses Mal spannend werden, wer am Ende recht behalten wird.

 

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Hertha BSC und der Krieg


Nun ist es also endgültig entschieden worden: Hertha BSC ist abgestiegen. Es wird kein Wiederholungsspiel geben. Wer immer auch damit gehofft hat, wurde bitterlich enttäuscht. Aber es war klar, dass so entschieden würde, schliesslich ist ja nicht wirklich was passiert. So wurde in der ersten Instanz ja begründet. Wenn ein Hertha-Spieler oder sonstwer verletzt worden wäre, dann hätte es eine Wiederholung gegeben, aber nicht so.
Da frage ich mich doch wirklich, ob es wirklich immer erst zum äussersten kommen muss, bis wirklich was passiert. Aber wie sagt die Polizei doch so schön? Wenn bei Ihnen eingebrochen wird und der Einbrecher sie bedroht, müssen sie eigentlich schon fast tot sein bis sie sich gegen ihn zur Wehr setzen dürfen. Wer nun sagt, dass das Schwachsinn sei, so haben es mal mehrere Polizisten ausgedrückt.
In den USA kann man ja in einigen Bundesstaaten des Mordes verurteilt werden, wenn man beim Mord anwesend war. Ob man dazu allerdings den Täter kennen muss, weiss ich nicht.
Es war doch von Anfang an klar, dass das Relegationsspiel zwischen Hertha und Düsseldorf niemals wiederholt würde, denn sonst wäre es damals schon abgebrochen worden. Und da das nicht geschah, war klar, dass es nicht wiederholt würde. So ist es nun mal und Hertha hat sich das ganze selbst zuzuschreiben. Was entlassen sie Markus Babbel, bloss weil der seinen Vertrag nicht verlängern will? Die standen auf Platz elf. Und dann holen sie Skibbe. Damit begann doch der Abstieg. Otto Rehagel versuchte noch schlimmeres zu verhindern und schaffte es sogar noch mit der Mannschaft auf den Relegationsplatz, aber das war es dann auch schon. Am Ende hat die Mannschaft versagt und vielleicht ist ihnen wirklich eine Chance genommen worden, das weiss niemand.
Sechszehn Menschen sind gestern gehört worden. Von denen holte Otto Rehagel am weitesten aus und erzählte von den Luftangriffen auf Essen im Jahr 1943. Etwas weit hergeholt, aber wenn er sagte, dass das in seiner vierzigjährigen Trainerlaufbahn noch nie passiert ist, dann mag er damit recht haben.
Haben ziemlich lange verhandelt, bis um halb elf war jedenfalls noch kein Ergebnis bekannt. Ob es dieses Mal wieder so knapp war wie in der Instanz davor? Tja, keine Ahnung.
Was Hertha jetzt machen kann? Preetz entlassen und einen Neuanfang machen, denn Preetz ist der Stein des Anstosses für den erneuten Abstieg gewesen.

Die EM 2012 kann sich vor möglichen Fussball-Orakeln gar nicht retten. Doch einzig wahre Fussball-Rüsselorakel ist nicht in Krakau zu finden, sondern ganz woanders. Ja, in Deutschland, genauer in Hamburg. Dort hat es sich die Elefantenkuh Mala zur Aufgabe gemacht, die Fussballspiele ihres Lieblingsvereins St. Pauli zu tippen. Zu hundert Prozent lag sie nicht richtig, aber dafür lag sie beim Finale des DFB-Pokals richtig. Der BVB gewann. Die Champions League hat sie nicht getippt, dafür ist das heutige Testspiel Brasilien gegen Dänemark dran sowie Deutschland gegen die Schweiz.
Einmal sagt Mala, dass Brasilien gewinnen wird. Kurz schien sie zu schwanken, dann wählte sie zielzicher Brasilien. Und bei Deutschland? Tja, da war sie schon etwas unentschlossener bis sie sich hier nicht für Deutschland entschied, sondern tatsächlich für die Schweiz.
Nun aber die Frage? Ist sie ein Rechts- oder ein Linksrüssler? Also ein Links- oder Rechtshänder? Das hat sie nicht verraten, aber wenn sie ein Rechtsrüssler ist, wird sie sich für all die Dinge entscheiden, die auf ihrer rechten Seite liegen.
Aber warten wir erst einmal ab, was heute Abend denn rauskommt. Werden Brasilien und die Schweiz siegen?
Und zur EM 2012 in Polen und der Ukraine wird Mala die Spiele der französischen und der deutschen Nationalmannschaft tippen. So kommt sie Elefantenkuh Citta aus dem Zoo Krakau nicht wirklich in die Quere, die die Spiele der polnischen Nationalmannschaft tippen wird. Wenn man vom Eröffnungsspiel absieht.
Für die Ukraine wird ein Schwein an den Start gehen. Mal sehen, wie der Keiler namens Funtik abschneiden wird.
Und abwarten, wie sich Mala heute macht.

Es ist Pfingsten, was bedeutet, ich habe wieder einen freien Tag. Wie ich mich freue. Da kann ich mich dann weitaus wichtigeren Dingen widmen. Mal sehen, wie ich das schaffen werde, was ich mir vorgenommen habe.

 

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Zensus 2011 – Wie anonym sind die Daten wirklich?


Ich habe nun von diesem ominösen Befrager ein Kärtchen im Briefkasten gefunden. Es handelt sich um eine Frau und die Uhrzeiten, die sie mir da angeboten hat, sind mir absolut nicht möglich. Schliesslich muss ich arbeiten. Und bloss wegen dieser dämlichen Haushaltsbefragung mache ich doch nicht früher Schlussl, auch wenn ich den Job hasse wie die Pest. Ach ja, solch eine Frage kommt da übrigens nicht vor. „Lieben Sie ihre Arbeit?“ Antwortmöglichkeiten: Ja, nein, ich weiss nicht. Was mir bei hinkommen würde, ist ja klar. Jedenfalls ist diese Befragung der grösste Quatsch, den es gibt. Natürlich von der EU vorgeschrieben, aber von der Bundesrepublik Deutschland auf die Spitze getrieben.
Aber zurück zu dieser Befragerin, die ich mal Sylvie Smallipp nenne. Netterweise hat sie nicht einmal auf dem schönen Infokärtchen eine Telefonnummer oder eine Emailadresse hinterlassen, wo ich mich darüber beschweren kann, dass ich zu besagten Uhrzeiten nicht zuhause bin. Regina im Übrigen auch nicht. Und am Wochenende kann sie wirklich nciht erwarten, dass ich dann eventuell da sein werde. Werde ich eben einen Zettel am Briefkasten befestigen. „Bitte Unterlagen hier reinschmeissen. Fülle es selbständig aus.“ Und fertig ist die Laube, wie es so schön heisst.
Im Übrigen frage ich mich immer noch, wie anonym die Daten wirklich sind. Gut, die Befrager sollen nicht in ihrem eigenen Wohnbezirk herumfragen, aber die brauchten doch nur einen Bekannten beauftragen, dass dieser sich melden soll. Und schon kann der dann eventuell den Nachbarn ausspionieren, von dem man schon immer wissen wollte, was er beruflich eigentlich macht, welchen Schulabschluss er hat oder ob er überhaupt berufstätig ist. Denn die Fragebögen – jedenfalls die, die nicht online oder per Post beantwortet werden – nimmt der Befrager wieder mit und sammelt sie erst einmal bei sich zuhause. Nun kann er natürlich sich heimlich Notizen machen und dann seinem Bekannten zeigen, was denn der Lieblingsnachbar so geschrieben hat. Zwar wurden alle Befrager zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber wer prüft denn nach, ob das wirklich auch eingehalten wird? Richtig, macht niemand. Ausserdem liegen dann die Fragebögen auch noch bei dem Befrager einige Tage zuhause. Glaubt ja wohl niemand dran, dass die Fragebögen im Safe eingeschlossen werden. Da kann dann eventuell jeder ran.
Und ausserdem sind die Fragebögen überhaupt nicht anonym. Man kann genau zurückverfolgen, wer die beantwortet hat und ob die Person die Wahrheit gesagt hat. Und wenn sie nicht die Wahrheit sagt, dann droht ein Bussgeld. Und durch dieses wunderschöne Bussgeld werden wieder die Kosten reingeholt, die zuvor ausgegeben worden sind bei diesem Schwachsinnszensus.
Also ich weiss schon, wo ich ein wenig flunkern werde, denn da können die mir nichts unterstellen. Ich mag vielleicht immer noch in der Kirche sein, aber einen Gottesdienst habe ich das letzte Mal besucht, als ich getauft wurde. – Falsch, als ich konfirmiert wurde. Und das ist auch schon tausend Jahre her. Im Übrigen bin ich sowieso nur noch in der Kirche, weil ich denke, dass es für meine späteren Kinder von Vorteil ist. Also haben die nicht so viele Probleme, wenn sie getauft und eventuell auch konfirmiert werden. Ansonsten habe ich mit der Kirche einfach nichts am Hut, kann mich nicht einmal mit Jesus anfreunden. Ich sehe ihn nun einmal nicht als Gottes Sohn an. Aber die Geschichte kann ich auch ein anderes Mal erzählen.
Zensus 2011, ich weiss einfach nicht, was das bringen soll. Die haben doch schon alle Daten aus den Melderegistern, warum muss ich denen dann noch Rede und Antwort stehen? Weiss das jemand? Daten lügen doch nicht, aber Menschen schon. So einfach ist das. Und dann werden die Daten auch noch mindestens vier Jahre gespeichert. Kann ich doch gleich mich bei Google häuslich einrichten. Die Speichern doch auch alles, was sie kriegen können von einem unbescholtenen Internetnutzer. Ich hasse es, wie man die eigenen Daten, die man sorgsam zurückhält und hütet, so preisgegeben werden müssen.
Man hat aus 1987 gelernt, aber ist es das, was gewollt war? Wohl kaum. Man wird zwangsverpflichtet Auskunft zu geben. Und bei manchen Fragen bin ich ja immer noch unsicher, was ich da eigentlich beantworten soll.

Aktuell legt die Uni Bayreuth offen, wie Guttenberg denn nun seine Doktorarbeit zusammengeklaut hat. Viele sind übrigens empört, dass die Gutachter ungeschoren davonkommen sollen. Denn wie kann es sein, dass Guttenbergs Doktorvater nicht einmal gemerkt hat, dass Guttenberg aus dessen eigenen Arbeiten zitiert hat? Richtig, man könnte argumentieren, man hat doch nicht alle seine eigenen Texte im Kopf. Aber es hätte ihm doch bekannt vorkommen müssen.
Guttenberg selbst argumentiert, dass ihm durch seinen Stress als Abgeordneter die Sache über den Kopf gewachsen ist. Dann hätte er eben sich nicht so als Abgeordneter reinhängen sollen. Das eine, was man will, das andere, was man muss. Hätte ja nicht einmal eine herausragende Doktorarbeit werden müssen, hauptsache am Ende hat man den Titel vor seinem Namen stehen. Bayreuth hat in ihrer Pressekonferenz Guttenberg ziemlich auseinandergenommen. Sogar „Studenten arbeiten sorgfältiger.“ Also ich kenne ein paar, bei denen habe ich mich immer gefragt, wie die bloss weitergekommen sind.
Wer den Abschlussbericht lesen möchte: Abschlussbericht Uni Bayreuth

Übrigens hat Stoibers Tochter ihren Doktortitel auch verloren. Sie soll viele Seiten aus einem Werk wörtlich übernommen haben.
Haben die alle noch nie etwas von Exzerpten gehört? Eine blöde Sache so was, aber diese Stichwortaussagen sind so schlecht nun auch wieder nicht. Wenn man das exzerpieren (oder wie es auch immer heisst) auch beherrscht.
Nachteil an der Uni Bayreuth haben nun die Studenten der juristischen Fakultät. Sie will niemand mehr. Deshalb wollen die Studenten sich jetzt selbst mit Guttenbergs Doktorarbeit auseinandersetzen und zudem wollen sie auch, dass die Gutachter auch gerügt werden. Mitgehangen mitgefangen hat es schliesslich so schön.

Und, was ist Samstag für ein wunderschöner Tag? Tja, Wochenende könnte man sagen. Aber nein, es kommt noch viel besser. Da ist Grand Prix, also heute besser bekannt unter dem Titel „Eurovision Song Contest“. Die eingebildete Lena soll ihren Titel verteidigen. Sie singt, besser spricht, wie ein Lied, das nach nichts klingt, wie schon der Vorjahrestitel. Ich hoffe, sie wird letzte, so lernt sie auch gleich mal die Schattenseiten des Ruhms kennen, wenn man mal von nervigen Paparazzi absieht. Favoriten sollen die irischen Zwillinge sein. Mir ist es wurscht, hauptsache es gewinnt jemand, dessen Lied auch wirklich ankommt und nicht so ein Blödsinn ist wie die deutsche Beteiligung.
Ich sehe es mir nicht an. Es gibt Besseres, um die Zeit zu vetrödeln. Vielleicht gucke ich mir die Punkteverteilung an und das war’s. Ich habe noch ein paar Bücher, die ich lesen muss. Und der Stapel muss endlich mal niedriger werden.
Und was der Grand Prix alles kostet. Kann bloss froh sein, dass München nie zur Debatte stand. Aber dafür ist ja Olympia 2018 geplant. Der Volksentscheid in Garmisch-Patenkirchen hat ja für Olympia gestimmt. Glaube dennoch nicht dran, dass München das bekommt. Da finde ich ja in Seiten der globalen Erwärmung ja eher Sommerspiele realistischer. Hatte sich da nicht mal Hamburg beworben und war gegen Leipzig ausgebootet worden? Nichts gegen Leipzig, aber die Stadt ist zurecht bei der Olympiavergabe bereits in der ersten Runde gescheitert.

Nach Osama bin Ladens Tod sollen nun seine drei Ehefrauen befragt werden. Und zwar direkt von den USA. Pakistan hat seine Erlaubnis gegeben, dass sie nicht als Zwischenwirt agieren werden. Haben wohl immer noch ein schlechtes Gewissen, das bin Laden so lange bei ihnen unbehelligt leben konnte. Aber warum werden nun die Ehefrauen befragt? Hat jemand den Sinn verstanden Was sollen die sagen, was die USA interessieren könnte. Wer seine Verbündeten sind? Das werden die auch gerade wissen. Ich persönlich halte das für ein weiteres Ablenkungsmanöver. Ausserdem bin ich immer noch der Meinung, dass bin Laden lebt. Der hat 57 Brüder gehabt. Er selbst war der 50. Sohn seines Vaters. Da wird sich schon ein Doppelgänger gefunden haben.

Nach Nordafrika und Umgebung kann man immer noch nicht reisen. In Libyen gehen die Kämpfe unentwegt weiter, wobei das in den nachrichten auch weniger zu werden scheint. Dafür gab es nun wieder Unruhen in Ägypten. Ich hatte ja noch gerade zuvor überlegt, ob ich mit Regina nicht da hinfahren sollte. Aber irgendwie erscheint mir das doch zu unsicher. Aber in Ägypten war es mal wieder das ewige Streitthema: Christen gegen Moslems oder umgekehrt. Jedenfalls ging das Gerücht um, eine Frau solle daran gehindert werden zum Islam zu konvertieren. Und wie es bei einem Gerücht ist, wo es um den Glauben geht, begann die Hetze und endete mit Toten. Warum muss es so etwas in unserer heutigen Zeit noch geben? Warum gibt es immer noch Krieg auf der Welt? Genau so eine berechtigte Frage, die kaum zu beantworten ist.
Nun legt Syrien auch wieder los. Der dortige Präsident hat Dissidenten in Fussballstadien sperren lassen. Unter der Folter (sind wir wirklich noch im Mittelalter?) sollen sie Internet-Passwörter preisgeben oder die Namen ihrer Verbündeten. Viele Internetzugänge sind schon längst gesperrt. In China sind ja bestimmte Seiten auch nciht aufrufbar oder werden ab und an gesperrt.
Syrien sind Sanktionen angedroht worden, die nun auch beschlossen wurden. Dennoch hat der Präsident die Oberhand gewonnen, heisst es. Wird es da nun auch Luftangriffe geben wie in Libyen?

 
2 Kommentare

Verfasst von - 11. Mai 2011 in Ägypten, Blog, Real life, Technik

 

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