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Schlagwort-Archive: Juli 2012

Drei Jahre – Europas klügster Elefant hofft noch immer


Es ist nun drei Jahre oder 1095 Tage her, dass Elefantendame Mala ihr geliebtes Zuhause verlassen und gegen eine neue Wohnstatt im belgischen Brugelette eintauschen musste. Ja, es sind schon drei Jahre vergangen – wie schnell die Zeit doch vergeht. Für einige ist es noch wie gestern gewesen, dass sie Mala in ihrem Gehege angetroffen und ihr einen Apfel oder eine Möhre in den ausgestreckten Rüssel gelegt haben.
Doch sie ist nicht mehr da, wird immer noch schmerzlich vermisst, denn niemand der anderen Elefanten kann sie wirklich ersetzen und in ihre Fussstapfen treten.
Drei Jahre sind vergangen in denen sich Mala an ihre neue Wohnstätte gewöhnen konnte. Ja, sie hat sich eingelebt und dennoch hofft sie weiterhin, dass es irgendwann wieder nach Hause geht.
Als die Elefantin im Pairi Daiza ankam, war sie unbestritten der Star neben den anderen grauen Riesen, die bald darauf den Weg zurück in die Schweiz antraten. Ihr zur Seite gestellt wurden Rani – hier immer old Rani genannt – und Ani, die im März 2013 an den Folgen von Geburtskomplikationen starb.
Inzwischen wimmelt es in Brugelette nur so von asiatischen Elefanten. Den Anfang machte Aye Chan May mit ihrem Sohn, dann kam Ende letzten Jahres eine Gruppe aus dem Zoo Hannover. Einige Zeit später konnte die Geburt eines Elefantenjungtiers bekannt gegeben werden. Fortan dreht sich beinahe alles nur noch um Nang Faa, sodass Malas Stern langsam erneut am verblassen ist. Seitdem wird nicht mehr so häufig über sie berichtet, wie es noch am Anfang gewesen war, als sie in den Pairi Daiza kam.
Der erste Dämpfer kam, als aus China zwei große Pandas kamen. Das Hauptinteresse wurde nun auf die beiden Bambusfresser gelegt. Mala trat fortan in den Hintergrund. Schließlich die Ankunft der Hannoveraner, die ihr endgültig den Rang abliefen.
Das war für Mala nichts Neues, kannte sie es gut aus ihrem Heimatzoo, wo sie einst auch der große Star war bis ihr Mogli schleichend den Rang ablief.
Man muss sich immer noch fragen, wieso das eigentlich so gewesen ist, denn Mala ist nicht nur der weitaus hübschere Elefant, sondern auch sehr klug. Dafür hat sie mitunter ihren eigenen Kopf und wenn sie was nicht will, hat sie keine Lust dazu. Nur genauso ist Shandra ebenfalls. Wenn diese gerade in einer ihrer Total-egal-Phasen ist, lässt sie sich nur sehr schwer dazu bewegen, etwas auszuführen.
Vielleicht mag Mogli besser zu händeln sein. Vor allem liegen ihr eher Fototermine als Mala. Denn wenn der klügste Elefant Europas zu einem Foto keine Lust hat, weil derjenige, mit dem sie aufs Bild soll, ihr nicht gefällt, macht sie ein griesgrämiges Gesicht und guckt nicht besonders erfreut in die Kamera. Da ist Mogli ganz anders. Mit einem Apfel lässt sie sich für alles bestechen, sogar für den Bau der Elbphilharmonie.
Tja, Mala mag drei Jahre fort sein, aber vergessen ist sie immer noch nicht.
Da hat es Taschen gegeben, auf denen ihr Konterfrei abgebildet ist. Die erste Version erschien, bevor Mala Hamburg verlassen musste, während die überarbeitete Version lange nach ihrem Weggang herauskam. Hätte man die Elefantin nicht durch Mogli oder Shandra ersetzen können? Es gibt ähnliche Posen von den beiden. Es wäre also ein Leichtes gewesen, Mala zu ersetzen, wo man ein Walross in die überarbeitete Version hineingefügt hatte. Bei den jetzigen Leinenbeuteln erkennt man an den Umrissen Mala, aber ein Laie könnte genauso gut denken, dass es sich um Mogli handeln würde. Denn wenn man nicht genau hinsieht, sehen sich die beiden zum Verwechseln ähnlich.
Weiter verwendet man einen Ausschnitt dieses Bildes, wo es neben den Köpfen anderer Tiere steht. Ich weiss nicht, wieso man das Bild eines Tieres oder besser einer Persönlichkeit verwenden muss, dass nicht mehr da ist? Hängt es damit zusammen, dass Mala die fotogenste unter den Hamburger Elefanten war und ist? Oder hofft man darauf, dass sowieso kein Besucher erkennt, dass dieser Elefant nicht mehr da ist?
Auf alle Fälle wird immer noch nach Mala gefragt – drei Jahre nach ihrem Weggang!
So wird die Elefantin gesucht, die dem Elefantenbullen stets als Gesellschaft leistete. Wenn man sie nicht sieht, werden viele Vermutungen angestellt, die darauf hinauslaufen, dass Mala wohl gestorben sein müsse, wo sie doch die Älteste war. Mit grosser Verwunderung wird schliesslich die Nachricht aufgenommen, dass die Elefantin in einen anderen Zoo gezogen ist und dann auch noch so wit weg nach Belgien.
Mala wird schmerzlich vermisst und immer noch wird sich gefragt, ob man sie nicht trotz aller Querelen mit Mogli in diesen zusammengewürfelten Haufen namens Herde hätte integrieren können. Bei Thura hat es auch halbwegs funktioniert. Mala ist intelligent und weiss, wann sie sich etwas leisten kann und wann sie sich zurückhalten muss. So lange sie sich beobachtet fühlt, macht sie einen auf lammfromm, das sie kein Wässerchen trüben können, aber sobald sie weiss, dass niemand auf sie achtet, schlägt sie eiskalt zu oder schmeisst ihre unliebsame Konkurrenz in den Graben. Also hätte es funktionieren können. Allerdings hätte es einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Da war es weitaus einfacher, die Elefantin abzugeben. Dass sie praktisch ihr gesamtes Leben in Hamburg verbracht hatte, trat in den Hintergrund.
So war es kein Wunder, dass Mala sich mit ihrem neuen Wohnort arrangierte, aber nicht wirklich glücklich geworden ist. Dabei hat sie alles, was sie sich wünschen kann: Die Aufmerksamkeit der Besucher, die Position der Leitkuh und sie darf ihre alten Tricks zeigen. Doch trotz allem hofft Mala immer noch, dass sie eines Tages dorthin zurückkehren kann, wo sie die längste Zeit ihres Lebens verbrachte.
Die Augen der Elefantin glänzen nicht mehr so wie früher, das einzige Anzeichen, dass Belgien für sie nicht ihre neue Heimat geworden ist. Sie hat sich arrangiert, wie man es im Laufe der Zeit eben macht.
Nächstes Jahr kann Mala ein weiteres Jubiläum feiern. Denn am 8. Juni 2016 wird es heissen: 50 Jahre Ankunft in Europa. Höchstwahrscheinlich wird man es genauso vergessen, wie man auch ihren offiziellen 50. Geburtstag nicht gross begangen hat.
Dabei wäre es sicherlich ein Spektakel geworden und könnte es im nächsten Jahr auch werden. Denn so sehr die Hannoveraner mit Jungtier Nang Faa oder die grossen Pandas ihr den Rang abgelaufen haben, ist sie für die Menschen wichtig geblieben.
Als im Frühjahr eine Fütterung ausfallen musste, weil Mala ein paar Zipperlein plagten, wurde der der Pairi Daiza mit Anfragen überhäuft, wie es der Elefantendame gehe und sie wieder wohlauf sei. Es beruhigte sich erst, als Entwarnung gegeben wurde.
An dieser kleinen Episode kann man sehen, wie wichtig Mala den Menschen ist. Nicht umsonst heisst es, wer diese Elefantin nicht gesehen hat, der ist nicht da gewesen. Das galt für Hamburg und gilt nun für den Pairi Daiza.
Doch tief in ihrem Inneren hofft Mala auf eine Rückkehr.
1095 Tage sind bisher vergangen und es werden noch mehr Tage vergehen…

 

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Zwei Jahre – Europas klügster Elefant wartet noch immer


Auf den Tag genau vor 750 Tagen oder eben zwei Jahren musste sich Europas klügster Elefant auf den Weg zu seinem neuen Wohnort machen.
46 Jahre und einen Monat hatte sie in Hamburg verbracht – fast ihr ganzes Leben.
Nun lebt Mala seit zwei Jahren in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza, dem ehemaligen Parc Paradiso.
Anfangs war Mala allein auf einer Anlage, wurde von Zeit zu Zeit zum Elefantenbaden geführt. Später wurde sie mit der inzwischen verstorbenen Ani und dem Neuzugang Rani, hier old Rani genannt, vergesellschaftet. Die Elefantendame akzeptierte die anderen beiden, aber wirklich was mit ihren zu tun haben, wollte sie nicht. Deutlich wurde es, als Ani operiert werden musste. Kümmern tat sich fast nur old Rani um die dann später Verstorbene. Auch wollte Mala anfangs nicht, dass jemand sie der anderen am Schwanz anfasst. Da wurden wohl alte Erinnerungen wach, als sie Mogli in den Schwanz biss, oder sie mochte es einfach nicht, weil es zwanzig Jahre bei ihr nicht gemacht wurde. Inzwischen hat sie es akzeptiert und so laufen Mala und old Rani auch immer ins Elefantenbad ein.
Doch warum musste die Elefantendame eigentlich gehen? Sie war der Liebling der Besucher. Wer sie nicht sah, verpasste das Beste, wie es hiess.
Hätte man versuchen können, Mala wieder in die Gruppe zu integrieren? Die Elefantendame ist ein sehr kluger Elefant, die genau weiss, dass sie sich nur dann was erlauben kann, wenn kein Pfleger zusieht. Folglich hätte sie unter Dauerbewachung gestellt werden müssen. Denn ihre Konkurrenten schmiss sie immer in den Graben, wenn niemand zusah, genauso biss sie Mogli in den Schwanz, weil sie wusste, dass sie unbeobachtet war. Aber das erfordert wieder erhöhtes Personal und nur Mala und Thura im Auge zu behalten, geht nun auch nicht lückenlos.
Genauso gut hätte man versuchen können, dass Mala sich bei Shandra einschmeichelt, denn Shandra ist der Schlüssel der Herde. Mogli konnte nur durch Shandras Hilfe 1992 Leitkuh werden. Mala hingegen hatte niemanden, weshalb sie verlor, was sie nie akzeptierte, denn sie war schliesslich acht Jahre länger da als Mogli. Doch wie gesagt, Mogli hatte ihre Freundin Shandra, beide waren 1974 gemeinsam gekommen, die ihr half, den Posten der Leitkuh zu bekommen. Nun, 22 Jahre später, hat der Zahn der Zeit an Mogli nicht halt gemacht, ihre Füsse machen Probleme, sie bewegt sich nur noch langsam vorwärts. Dennoch ist sie weiterhin Leitkuh, obwohl es jüngere Anwärterinnen gibt wie den Spukbeutel Yashoda. Doch solange Shandra lebt, wird Mogli Leitkuh bleiben. Deshalb hatte Mala damals keine Chance, jemals Leitkuh zu werden, denn sie hatte keinen Vertrauten unter den Elefanten, und wenn es so gewesen war, war diese Elefantin entweder tot oder woanders hingekommen. Mala vertraute und vertraut immer noch eher den Menschen um sie herum, denn in jungen Jahren wurde sie auf den Menschen fehlgeprägt. Deshalb hätte man Mala theoretisch auch allein halten können, denn solange sie menschliche Aufmerksamkeit bekommt, geht es ihr gut. Aber dazu hätte sie nicht weben dürfen, was sie immer noch tut – schlimmer als früher.
Das soll nun nicht heissen, dass Mala den lieben langen Tag weben und trauern würde. Nein, den Anschein will ich nicht erwecken. So wie wir eben nicht unentwegt an die Kopf-, Rücken- oder sonstigen Schmerzen denken, die uns plagen, ist es auch bei Mala. Sie denkt nicht immer daran, dass sie lieber zu Hause wäre. Genauso webt sie auch nicht immer. Das hat sie schon in Hamburg so gehalten. Es wurde gewebt, aber eben nicht immer. Manchmal steht sie nur herum, wirkt entspannt und dann webt sie wieder. Nina sagt immer, dass Mala das so in sich drin hat. Sie muss ab und zu halt weben.
Ja, Mala webt, immer noch, immer wieder, wird es immer tun. Inzwischen hat sich ihr normales Weben, wenn sie sich langweilt bzw. wenn sie einfach mal weben muss, in ein stetes Einsamkeitsweben verwandelt. Es ist ein minimal schnelleres Weben, als sie es in Hamburg getan hat. Mala hat alles, was sie hat: Darf endlich, endlich Leitkuh sein, führt ihre Tricks vor, die sie vor langer Zeit gelernt hat, wird gehegt und gepflegt. Und dennoch, dennoch ist Mala nicht glücklich. Das Weben ist zwar ein sichtbares Zeichen, kann aber nur schwer analysiert werden, wenn man Malas vorheriges Weben nicht kennt. Nun gut, Mala hat auch in ihrer Hamburger Zeit das Einsamkeitsweben gezeigt, aber das war dann, wenn Hussein sie arg malträtiert hatte, wie beispielsweise im August 2010. Die Verletzung von damals sieht man immer noch an Malas Hüfte.
Aber ganz deutlich ist, dass Malas Augen ihren Glanz verloren haben. Ich würde zwar nicht davon sprechen, dass sie erloschen sind, aber dieser besondere Glanz, den sie ausstrahlten, ist verschwunden.
Selbst wenn sie beschäftigt oder an bestimmten Zeiten von den Besucher gefüttert wird, kehrt dieser Glanz nicht wieder. Sie wirkt dann zwar fröhlicher, aber das ist eine Maske. Mala hat es immer beherrscht, nicht genau zu zeigen, wie es ihr wirklich geht. Die Meisterin der Maske, das ist sie.
Man darf nie vergessen, dass 46 Jahre eine verdammt lange Zeit sind. Und im Grunde gilt dann der Satz, einen alten Baum verpflanzt man nicht. Man hätte wenigstens eine Zusammenführung versuchen können.
Ich und andere können darauf noch so lange rumreiten, wie wir wollen. Mala ist fort und dabei wird es bleiben. Wie es ihr wirklich geht? Egal.
Aber warum wird dann noch mit ihr Werbung gemacht? Stärker denn je, seitdem sie nicht mehr da ist. Es gibt Leinenbeutel, auf denen sie zu sehen ist und sei es nur ihre Silhouette, dazu die Plakate, wo auch Malas Kopf neben anderen zu sehen ist. Nun gut, der normale Besucher erkennt das nicht. Aber die Mala erkennen, die ärgert es.
Warum mit jemandem Werbung machen, der gar nicht mehr da ist? Ja, das ist die Frage aller Fragen. Wobei, kein Elefant ist schöner als Mala anzusehen. Sie sieht nett aus, wirkt immer, als würde sie lächeln. Da können Salvana, Lai Sinh, Mogli, Shandra, Kandy, Thura oder Shila nicht mithalten. Die eine hat eine eingefallene Mundpartie, die andere sieht immer etwas traurig aus, die nächste ist faltig ohne Ende, wieder eine andere, hat ein zu weissgescheuertes Gesicht und die nächste guckt irgendwie hinterhältig, als hätte sie schon wieder irgendetwas ausgeheckt.
Wie würde die Elefantendame sich entscheiden, wenn man sie fragen würde und sie antworten könnte? Nach Hause oder hierbleiben? Eine Frage, die nicht beantwortet werden kann.
Mala macht weiterhin bei den Vorführungen mit, wo sie gebadet wird. Doch so langsam scheint es ihr keinen richtigen Spass mehr zu machen. Der Elan ist weg, den sie anfangs noch zeigte. Aber überere mehrere Monate zweimal am Tag immer wieder ja und nein sagen zu müssen, kann irgendwann auch nerven. Bald ist damit auch wieder Schluss und wird erst im nächsten Jahr weitergehen.
Wo Mala nun zwei Jahre weg ist, frage ich mich natürlich, wie es mit dem letzten noch verbliebenen Problemelefanten in Hamburg weitergehen wird. Vielleicht erinnert sich jemand, dass ich 2012 schrieb, dass Thura spätestens im Jahr 2014 gehen wird. Das Jahr haben wir nun. Ende 2013 sollte es wohl schon einmal so weit sein, es kam aber doch nicht zu einem Umzug. Aber das Jahr 2014 ist noch lang. Wir haben erst Anfang Juli. Es kann also noch viel passieren. Und Thura wird definitiv gehen, obwohl sie sich eigentlich recht gut integriert hat in den letzten Monaten. Aber sie hat immer wieder ihre Aussetzer.

Mala wird nie vergessen sein, dafür hat sie zu viele Spuren hinterlassen und dafür wird auch noch viel zuviel Werbung mit ihr gemacht. Nun, wo sie nicht mehr da ist, triumphiert sie endlich über ihre ärgste Konkurrentin.
Im Gegensatz zu Mogli hat die Elefantendame die Ehre erfahren dürfen, zu einer Romanfigur zu werden. Sie stand unter anderem Patin für die Figur Bertha in dem Thriller „Die Rollen des Seth“. Doch nicht nur in diesem Roman taucht sie auf, sondern auch in den folgenden Abenteuern der Isis Just-Reihe, dann immer als sie selbst.
Ja, Mala hat es geschafft – doch auf ihre Rückkehr wartet sie vergebens!

 

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Ein Jahr – Europas klügste Elefantenkuh will nach Hause


Auf den Tag genau vor einem Jahr, brach für Elefantendame Mala eine neue Ära an. Nach 46 Jahren verließ sie ihr Zuhause in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem Lieblingspfleger machte sie sich auf den weiten Weg nach Belgien, genauer gesagt nach Brugelette in den Pairi Daiza, der dieses Jahr Jubiläum feiert.
365 Tage sind vergangen – Zeit, Bilanz zu ziehen:
Wie geht es der Dickhäuterin in ihrem neuen Wohnort? Hat sie sich gut eingelebt, ist sie glücklich und vergnügt? Geht es ihr gut, fühlt sie sich wohl? Und vor allem, fühlt sie sich endlich heimisch? Diese Fragen, sollen in diesem Artikel geklärt werden, so gut es geht.
Für Mala wurde alles anders. Nach 46 Jahren in Hamburg und zuvor wenigen in Indien, verliess sie ihre Heimat, um in ein fremdes Land zu kommen. Als sie noch jung war – und genauso hübsch wie heute, wie Mala sicherlich anfügen würde -, war dies sicherlich kein Problem. Aber nun mit damals knapp fünfzig Jahren? Da nimmt man eine grosse Veränderung nicht mehr so leicht.
Mala kleine beschauliche Welt zerbrach und sie ist bis heute noch nicht darüber hinweg, dass sie ihr Zu hause verlassen musste. Man sieht es der Elefantenkuh an: Malas Augen haben ihren Glanz verloren. Zwar macht sie immer noch einen auf fröhliche Elefantin, allerdings nur, wenn sie Aufmerksamkeit bekommt. Nicht umsonst, ist sie eine Meisterin der Maske.
Wer Mala kennt, der sieht, wie sie sich wirklich fühlt. Es ist nicht mehr die Dickhäuterin, die sie in Hamburg war. Mit ihrem Weben drückt sie ihre Trauer aus, es ist immer noch schneller als Zuhause. Dort gab es dieses Schnelle Weben nur, wenn Hussein sie rüde behandelt hatte.
Es hat sich zwar die Hoffnung ihrer ehemaligen Betreuer erfüllt und Mala ist Leitkuh geworden, aber old Rani ordnet sich unter. Bei beiden ist es nicht mehr, wie ein nebeneinanderherleben, ähnlich wie bei Mala und Hussein.
Positiv zu vermelden ist, dass sich um Mala weitaus mehr gekümmert wird. Bei einem Elefanten mit Fehlprägung wie bei ihr besonders wichtig. Und Mala führt wieder ihre Tricks vor, diese sie vor ewigen Jahrzehnten einmal lernte.
Mala unterlag Mogli in einer ungerechten Entscheidung, die Konsequenz hat sie erst letztes Jahrmahssbu zu spüren bekommen, als sie ihr Zu hause verliess.
Inzwischen ist Mala vor wenigen Tagen noch einmal – innerhalb des Pairi Daiza – umgezogen. Ein neues Gehege können Rani und Mala als ihren neuen Aufenthaltsort bezeichnen. Eine grosszügige Fläche mit schönem Innenbereich. Sogleich versuchte die Elefantenkuh an die Pflänzchen auf der gegenüberliegenden Seite zu kommen. Oder wie Nina es interpretrierte: Mala suche sich eine geeignete Stelle, um nach Hause auszubüchsen. Sie kann’s einfach nicht lassen, an Malas Rückkehr festzuhalten. Wunder gibt es bekanntlich immer wieder und ein Gehege ist frei. Außerdem sollen, seit dem Weggang der Dickhäuterin, viele Stammbesucher ihre Jahreskarten nicht mehr verlängert haben. Wenn das nicht für Mala spricht. (Gut, kann eventuell auch mit Hussein zu tun haben.)
Mala ist der grosse Star, deshalb wurde ihr auch im Thriller „Die Rollen des Seth“ ein Denkmal gesetzt. Auch in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe, wird Mala eine bedeutende Nebenrolle spielen. Das ebook ist im Internet an verschiedenen Stellen erhältlich.
Mala ist unvergessen, dennoch ist nicht zu übersehen, dass die Augen der Elefantendame ihren Glanz verloren haben. Sie hat Heimweh.

 

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Die große EU-Glühlampen-Umwelt-Lüge


In knapp einem Monat wird ein noch schärfer es Glühlampenverbot der EU in Kraft treten. Dieses Mal werden alle noch verbliebenen Glühlampen verboten, die ab sieben Watt nicht der Energieeffizienzklasse A entsprechen. Da dies für eigentlich alle Glühlampen zutrifft, ist dies das Aus der von uns über alles geliebten Glühlampe.
Doch warum wird sie eigentlich verboten? Über hundert Jahre hat doch niemanden interessiert, wie viel Energie sie eigentlich verbraucht.
Im Zuge des Kyoto-Protokolls, dem natürlich nicht alle Staaten angehören wie beispielsweise die USA, verpflichteten sich beinahe alle Länder dieser Erde dazu, ihre CO2-Emissionen bis 2020 zu verringern.
Deshalb beschloss die EU – wer auch sonst? -, dass die Glühlampen verschwinden müssen, um sie durch so genannte Energiesparlampen zu ersetzen.
Begründung: Glühlampen verbrauchen zwar nur an die fünf Prozent Energie zum Lichterzeugen, aber die restlichen 95 Prozent setzen sie in Wärme um. Dadurch wird unnötig Strom verbraucht, was natürlich an unserem Geldbeutel nagt. So weit die EU, die natürlich weniger ans Portemonnaie ihrer Mitbürger (Untertanen) denkt, sondern vor allem darauf bedacht ist, weniger CO2-Emissionen zu erzeugen, was durch die Wärmeumwandlung ja geschieht. Denn mit dem Kyoto-Protokoll verpflichteten sich die Länder nicht nur zu Verringerung des CO2, sondern auch zu einer Art Geldstrafe, falls das Ziel nicht erreicht würde. Ein Grund dafür, warum die USA, Indien und China nicht dabei sind. Sie sehen nämlich nicht ein, warum sie für etwas zahlen sollen, was durch die Produktionen der ausländischen Firmen in ihrem Land herrührt (China) oder aber sie wollen ihren wirtschaftlichen Aufschwung nicht gefährdet sehen (Indien).
Und so wird die Glühlampe verboten, was übrigens nicht nur EU-weit geschieht, sondern auch in anderen aussereuropäischen Ländern.
Empfohlen wird uns Verbrauchern die Energiesparlampe, die ja so wunderbar für die Umwelt ist. Selbst Magazine wie „Natur“ – damals noch „Natur & Kosmos“ – lobten die Lampe über den grünen Klee. Doch wenn wir die Lampe uns näher betrachten, dann fällt erstens auf: Das Ding enthält Quecksilber. Und Hg, so das chemische Symbol, ist ein Umweltgift. Also, versucht da die EU den Teufel mit de Beelzebub auszutreiben? Allem Anschein nach ja. Denn was nützt es, wenn die CO2-Emissionen gesenkt werden, da der Stromverbrauch durch die Energiesparlampen sinkt, aber die Umwelt durch das enthaltende Quecksilber geschädigt werden könnte? Und nicht nur das, auch Menschen können durch ausgetreten es Quecksilber, das in die Luft entweicht, gesundheitlich geschädigt werden. Mag draussen vielleicht nicht so schlimm sein, wie in geschlossenen Räumen, SFr scherheitshalber sollte man dafür sorgen, dass Kleinkinder nicht irgendwie an eine Energiesparlampe geraten und damit spielen.
Außerdem wird auch gerne vergessen, dass die Energiesparlampen Elektrosmog erzeugen. Wird gerne heruntergespielt, aber besonders empfindliche Menschen sind davon betroffen und können Energiesparlampen in ihrerer Nähe nicht ertragen. Diese werden dann aufgrund ihrer Symptome gerne als Hypochonder bezeichnet, da der Arzt nichts finden kann, was die Symptome erklärt, meist kann erst ein Spezialist helfen.
Und was sollen nun diese Menschen machen, die keine Energiesparlampen vertragen? Noch schnell loslaufen, um die letzten Reste an Glühlampen zu ergattern oder einfach zur LED-Lampe greifen. Die Dinger gibt es inzwischen auch schon. Sind noch relativ teuer, aber definitiv geßunder und umweltverträglicher als Energiesparlampen.
Ein grosses Manko der Energiesparlampen ist ja ihre relativ kurze Lebensdauer, das sie kurze Benutzungen nicht vertragen, nur langsam hell werden und nicht einmal hell strahlen.
Diese ach so tollen Lampen müssen mindestens zehn Minuten lang brennen, da sonst ihre Lebensdauer erheblich gekürzt wird. Also eben mal schnell was im Zimmer suchen, geht nicht. Zehn Minuten müssen’s mindestens sein. Und dabei braucht die Lampe doch mindestens zehn Minuten, um überhaupt ihrer hellstes Licht abzugeben. Dabei ist das immer noch sehr gelb und dunkel. Tageslicht sieht andere aus.
Mir persönlich ist diese dunkle Helligkeit egal, da ich künstliches Licht nicht gut vertrage. Eine Energiesparlampe reicht da bei mir völlig aus. Vor allem die LED-Lampen sind gar nichts für meine Augen. Da müsste ich bald nur mit Sonnenbrille herumlaufen. Aber so gesehen, gehören LED-Lampen die Zukunft. Zwar noch ziemlich teuer, sind sie weitaus besser als Energiesparlampen, die im Übrigen ja auch nicht gerade billig sind. Aber da soll der Verlust durch den Kauf wieder durch Stromkosteneinsparungen wettgemacht werden. Pah, wer’s glaubt…
Wenn diese Glühlampen-Verbot-Aktion nicht schon seit 2009 ginge, könnte man sagen, dass die EU sich mal wieder schrecklich gelangweilt hat. Aber so, tja, da ist alles angeblich durchdacht. Weg mit der Glühlampe, denn diese belastet die Umwelt. Her mit der Energiesparlampe, die ist zwar noch weniger umweltverträglich und auch gesundheitsschädlich, aber das muss ja nicht jeder wissen, schliesslich spart man mit ihr Energie. Und nur das zählt.
Sehen wir die Glühlampen doch mal im positiven Sinne. Sie sind umweltverträglicher als Energiesparlampen, kostengünstiger und erzeugen keinen Elektrosmog, zudem strahlen sie ein warmes Licht ab. Weiterer Pluspunkt: Im Winter wäre eine Glühlampe doch geradezu ideal. 95 Prozent werden in Wärme umgewandelt. Da kann man doch Heizkosten Daten, was auch wieder gut für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel ist. Schliesslich gibt es im Wintermehr dunkle Stunden als im Sommer. Durch die Glühlampennutzung wird Wärme erzeugt, also steigt die Temperatur im Raum, folglich muss nicht mehr so geheizt werden. Wenn das nicht das schlagen de Argument für die Glühlampe ist, dann weiss ich auch nicht, was die EU eigentlich will. Vielleicht die Überalterung stoppen, da durch die Energiesparlampen die Menschen krank werden und eventuell nicht mehr so lange leben? Aber wenn durch die Energiesparlampen ein Haufen Kranker herangezogen wird, dann geht der Schuss eindeutig nach hinten los und das Gesundheitssystem wird noch mehr überlastet als es jetzt schon ist.

Auch schon vom Flaggenstreit der MS Deutschland gehört? Das TV-Traumschiff gehörte der Reederei Deilmann, die nach der Insolvenz an einen bayerischen Investor ging. Und diese haben nun entschieden, dass die Deutschland nicht mehr unter deutscher Flagge, sondern unter maltesischer fahren soll, denn das ist billiger.
Das fanden weder Kapitän noch Crew besonders schön. Schliesslich sollte ein Schiff, das Deutschland heisst auch unter deutscher Flagge fahren.
Die Umflaggung sollte bereits in diesem Monat geschehen, da aber die Olympiamannschaft und Bundespräsident Gauck darauf gefahren sind bzw. fahren werden, wird mit der Umglaggung noch gewartet.
Ist das nicht Heuchelei? Da soll dem Bundespräsidenten Sand in die Augen gestreut werden, den Olympioniken ebenfalls und den Fernsehzuschauern am Ende auch. Kann die Deutschland weiterhin das ZDF-Traumschiff bleiben? Meiner Meinung nach nicht. Wolfgag Rademann sollte sich entweder entschliessen, die Serie einzustellen – so schlecht ist die Idee nicht – oder sich ein anderes Schiff zu suchen, das unter deutscher Flagge fährt. Aber gibt es da überhaupt ein Kreuzfahrtschiff? Die fahren doch alle lieber unter maltesischer oder irgendeiner südamerikanischen Flagge, weil es billiger ist.
Boykottiere wir doch einfach die MS Deutschland. Aber das wird höchstens gelingen, wenn das ZDF-Traumschiff und „Kreuzfahrt ins Glück“ dort nicht mehr gedreht wird. Denn dann kommen die Fans der Serie auch nicht mehr aufs Schiff. Ganz einfach, nicht wahr? Wozu sind Kreuzfahrten überhaupt gut? Umweltverträglicher als Flugzeuge sind sie auch nicht.

Elefantendame Mala meldet sich als Rüsselorakel zurück! Am Freitag beginnt die zweite Fussball-Bundesliga und sie wird wieder die Spiele des FC St. Pauli tippen. Im ersten Spiel wird St. Pauli gegen Erzgebirge Aue antreten müssen. Wir erinnern uns: Gegen diesen Verein verloren sie wichtige sechs Punkte, einer der Gründe, warum sie nicht aufgestiegen sind. Jonas sagt ja, sie wollten gar nicht aufsteigen, damit könnte er Recht haben. Dennoch bleibt es Spekulation.
Und was tippt Mala? Momentan hat sie sich noch nict entschieden, sieht aber erst en mal schwarz, wegen der letzten Saison. Spätestens am Freitagvormittag wird sie sich entschieden haben.

 

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Olympia 2012 – Wie eine politische Entscheidung Hamburg die Chance nahm


Gestern haben haben offiziell die Olympischen Spiele 2012 in London begonnen. Mit einiger Wehmut dachte ich daran, dass Deutschland es hätte sein können, die diese Spiele austragen. Wenn Hamburg damals die deutsche Vorauswahl gewonnen hätte, was eigentlich jeder dachte, dann hätte die Stadt sicherlich eine Chance gehabt. Doch es war damals eine politische Entscheidung, die dafür sorgte, dass Leipzig die deutsche Vorauswahl gewann.
Damals habe ich mich wirklich gefragt, was das sollte. Und selbst heute noch, obwohl ich jahrelang in Leipzig gelebt habe, stelle ich mir diese Frage.
Sicherlich, Leipzig ist eine schöne Stadt, die sich immer noch im Umbau befindet, aber das lässt dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie für ein grösseres Sportereignis bloss eine Provinzstadt ist. Leipzig ist eine Messestadt, aber niemals eine Sportstadt. Wo spielt denn der RB Leipzig? Haben den Aufstieg in die Regionalliga verpasst. Dabei ist ja deren grosses Ziel die Bundesliga. Warten wir mal ab.
RB steht bei Leipzig übrigens nicht für RedBull, obwohl dies der Hauptsponsor ist. Die Satzung des DFB verbietet einen Namen aus Werbezwecken, deshalb steht RB für Rasen Ballsport, originell nicht wahr? Besonders, da jeder weiss, wofür RB eigentlich steht. Aber mit dem Verein wollen die meisten Fans nichts zu tun haben. Bereits mehrere Freundschaftsspiele wurden aus Protest gegen diesen Kommerz-Verein abgesagt. Und selbst die Mitgliedszahlen des Vereins sollen laut Wikipedia nicht einmal zweistellig sein. Allerdings ist der Stand vom letzten Jahr, vielleicht hat sich die Zahl von sieben nun auf eventuell acht erhöht?
Das ehemalige Zentralstadion ist bis 2040 an RedBull gebunden. Wer unterschreibt denn einen Vertrag, der beinahe 30 Jahre gilt? Wissen wir, ob es denn Verein dann überhaupt noch gibt oder ob RedBull dann überhaupt noch das Geld hat? Aber solche angeblichen Energy-Drinks laufen wohl immer. Habe das Zeug mal als Gratispackung gehabt, danach war ich so müde, dass ich hätte schlafen gehen können, dabei wurde doch das Gegenteil behauptet. Soviel dazu. Der Exkurs ist beendet, ich widme mich wieder dem eigentlichen Thema.
Leipzig wurde damals, also 2003, von Nationalen Olympische Komitee ausgewählt. Die Wahl war mehr als überraschend, denn jeder hatte damit gerechnet, dass Hamburg es werden würde. Doch die Politik hatte etwas anderes im Sinn gehabt. Nicht eine Stadt aus den alten Bundesländern sollte es sein, sondern eine aus den neuen und da war nun mal Leipzig der einzige Kandidat, obwohl sie eines der schlechtesten Konzepte hatten und viele Wettkämpfe hätten ausgelagert werden müssen. Gerüchte von Halle und Chemnitz machten damals die Runde. Aber die SPD-Bundesregierung, hatte sich damals nun mal in den Kopf gesetzt, den Osten zu stärken, ohne Rücksicht auf Verluste und welche Chancen Leipzig denn beim IOC hätte.
Und so kam es, wie es kommen musste. Bereits in der Vorrunde wurde Leipzig rausgewählt, da es keine grosse Stadt sei, eher Privinzstadt. Tut mir leid, dass sagen zu müssen, aber so muss man Leipzig sportlich gesehen nun einmal so betrachten.
Wäre Hamburg es gewesen, die ja „Feuer und Flamme“ waren, dann hätte Deutschland eine reelle Chance gehabt, aber nicht mit Leipzig.
Und so ging Olympia 2012, die Spiele der XXX. Olympiade der Neuzeit, an London.
Vielleicht sollten wir aber auch froh sein, dass wir nicht Olympia bekamen, denn einen Tag nach Verkündung, am 07. Juli 2005, wurde London von einem furchtbaren Terroranschlag heimgesucht. Ob das auch Hamburg hätte treffen können, wenn es denn gewonnen hätte? Ich weiss es nicht. Sollen wir vielleicht darüber froh sein, dass es nicht Deutschland geworden ist? Fragen über Fragen, auf die ich keine Antwort weiss.
Ich weiss bloss, dass die deutschen Schwimmer mal wieder unter allen Erwartungen gestartet sind. Man sollte nicht immer das beste erwarten, denn sonst wird man enttäuscht.

Da habe ich doch mal was lustiges – meiner Meinung nach – zu berichten. Im Hamburger Tierpark Hagenbeck sind aus dem Eismeer ein paar Pinguine entflohen und liefen zwischen den Besuchern umher. Jonas ist ganz enttäuscht, dass das nicht passierte, als er gestern da war. Denn gestern soll das passiert sein. Aber er hatte auch eher damit zu tun, einen neuen Rekord aufzustellen: Das Eismeer in knapp 12 Minuten zu durchqueren. Bloss irgendso einen Turm hätte er ausgelassen.
Na ja, davon kann ich mir immer noch ein Bild machen, wenn ich mir das Eismeer ansehe. Wird in einiger Zeit der Fall sein, denn ich habe ja noch Urlaubstage übrig, da ich an meinem Geburtstag ja nicht Urlaub nehmen durfte. – Ja, das nehme ich denen immer noch übel.
Also, es sollen nicht die Pinguine entflohen sein, die draussen zu sehen sind, sondern die im Inneren, deren Kolonie aus Esels- und Königspinguinen besteht. Besser bekannt ist das Gehege laut Jonas als Stinkbombe mit Gruseleffekt. Den Gestank kann man sich erklären, aber was ist mit Gruseleffekt gemeint? Werde ich noch ergründen, soll aber was mit fast kompletter Dunkelheit zu tun haben.
Jonas findet es nicht verwunderlich, dass aus dem Gehege ein Pinguin entfliehen konnte, denn das Wasser würde so hoch stehen, dass man schon nass würde, wenn man da direkt neben einem schwimmenden Pinguin steht. Zudem vermutet er auch, dass die Frackträger sich erschrocken haben, weil wieder ein paar unvernünftige Menschen nicht lesen und Symbole deuten können und ungeniert mit ihren Kameras blitzen, was sie nicht dürfen.
Könnte durchaus sein, dass so die Pinguine sich erschreckt haben. Aber deshalb gleich aus dem Wasser springen? Also davon habe ich noch nie gehört? Aber irgendwie muss denen ja die Flucht gelungen sein.
Einige Besucher sollen dann versucht haben, die Pinguine wieder ins Becken zu „werfen“. Also Tuch über den Pinguin, vor allem über den Schnabel, aber nicht zu fest, denn atmen muss er ja auch noch, und zurück ins kühle Nass. Tja, hört sich einfach an, ist es aber nicht. Als Rat, falls es nochmals passieren sollte, wurde gesagt, dass man einem Pfleger bescheid sagen soll. Laut Jonas, sei sogar immer einer in der Nähe, da bei den Papageientauchern eine Daueraufsicht sei.
Ich würde ja einfach einen Kescher bereithalten und dann ab mit den Pinguinen zurück dorthin, wo sie hingehören. Aber das erfordert auch erst einmal Übung, zudem könnte der Frackträger sich ja auch mit dem Schnabel im Netz verheddern. Da kann viel passieren.

Ich habe es endlich ins Verzeichnis der „Bloggerei“ geschafft. Mühsam war der Weg, hat mich vier Wochen immer einen Tag gekostet. Und bei bei den ersten drei Absagen fragte ich mich, was ich denn wohl falsch gemacht habe. Nun weiss ich es: Es lag wirklich am RSS-Feed und dessen korrekter Angabe. Denn dieses Mal hat es geklappt. Ich wollte eigentlich schon gar nicht mehr, aber aufgeben sollte man erst, wenn man alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat.
Und weiter habe ich die Chance gleich genutzt, mich noch bei ein paar RSS-Feeds anzumelden. Als nächstes dann noch ein paar andere Anbieter, wo mein Blog gelistet wird. Aber das hat noch Zeit und kann warten.

 

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Wenn die Marktanteile vor langjährigen Serien gehen – Wie die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Zuschauern umspringen


Bei der ARD scheint man sich wohl nur noch um die Marktanteile des Senders zu kümmern. Bloss vor RTL stehen, das scheint wohl das neue Ziel zu sein. Oder wie erklärt es sich, dass die ARD nun zum allerersten Mal die „Lindenstrasse“ gleich zweimal wegen Olympia komplett ausfallen lässt?
Bis jetzt war ja immer noch ein Plätzchen gefunden worden, wo die Weekly-Soap eingeschoben wurde. Aber das hat die ARD wohl nun nicht mehr nötig. Man habe keinen freien Sendeplatz gefunden, heisst es. Ich habe mal nach geguckt und am Sonntag um neun Uhr wäre schon ein Plätzchen frei gewesen. Da wird nämlich am 05. August nur eine Zusammenfassung vergangener Olympiaden gezeigt. Könnte man ruhig ausfallen lassen. Aber das soll ja auf den Olympia-Tag einstimmen. Also fällt die „Lindenstrasse“ komplett aus, ein Novum in ihrer 26jährigen Geschichte.
Mich interessiert das nun überhaupt nicht, da ich diese Serie noch nie geguckt habe und mich dafür auch nicht interessiere. Ich habe noch nie eine Daily-Soap oder eine dieser dämlichen Telenovelas geguckt. Regina hatte ja mal so’n Anflug von Telenovela-Manie. Da hat sie mir dauert erzählt, was da in der Serie geschah, was sie guckte. Fand ich das nervig, denn ich wusste überhaupt nicht, von wem sie da eigentlich sprach, da ich ja keine Ahnung von der Handlung hatte. Und wehe, ich sagte ihr, dass mich das nicht interessierte, was war die beleidigt. Also habe ich den Mund gehalten und so getan, als würde ich zuhören. Inzwischen ist das auch Vergangenheit.
Dass die „Lindenstrasse“ komplett ausfällt, soll auch damit zusammenhängen, dass immer mehr Zuschauer weg bleiben. Ist das nicht bei jeder Serie so? Irgendwann wird es langweilig. Das musste auch Deutschlands erste Daily-Soap erfahren. Im letzten Jahr wurde „Marienhof“ nach beinahe 19 Jahren eingestellt, wegen sinkender Quoten. Was soll denn da das ZDF sagen? Deren neue Telenovelas sind allesamt Quotenkiller, siehe „Herzflimmer“ oder die noch aktuelle „Wege zum Glück – Spuren im Sand“. Beide wurden ins Frühprogramm verschoben und man zeigt nun wieder einmal „Die Rettungsflieger“. Kommt diese uralte Serie besser an? Billiger in der Wiederholung ist sie allemal.
Aber der ARD scheint der Sport über alles zu gehen, denn da kann der Sender immer mit Quoten punkten und sich gegen RTL und auch gegen das ZDF behaupten. Wenn da eine Serie angeblich nicht ankommt, hat das manchmal auch den Grund, dass sie wegen irgendwelcher Sport Ereignisse wochenlang ausgefallen ist. Da haben die Zuschauer dann doch schon irgendwann vergessen, dass es die Serie überhaupt noch gibt. Ich weiss jetzt nicht, wie die Zuschauerzahlen bei der Krimi-Serie „Alles Klara“ sind, aber die ist beispielsweise dreimal hintereinander ausgefallen. Und das ist eine verdammt gute Serie, wie überhaupt die ganzen „Heiter bis tödlich“-Serien mit Ausnahme von „München 7“, die war langweilig. Aber die ist dafür auch nicht konzipiert worden, sondern existierte bereits zuvor eigenständig im Bayerischen Rundfunk – wo sie meiner Meinung auch bleiben kann. Die ist genauso langweilig wie das „Großstadtrevier“, eben das bayerische Pendant.
Und nun wird es auch „Waldis Club“ nicht mehr geben. Ich hatte ja zur EM gesagt, dass die Sendung ein wenig an Witz eingebüsst hat. Damit hat es aber nichts zu tun, dass es die Reihe nicht mehr geben wird.
Waldemar Hartmann hat sich zu diesem Schritt entschlossen, da ihm nur ein Ein-Jahres-Vertrag angeboten worden war. Und da wäre mitten in der WM-Qualifikation Schluss gewesen. Deshalb hat er sich dazu entschlossen, „Waldis Club“ zu beenden. Denn er hätte immer gute Quoten gehabt, aber das scheint die ARD nicht honorieren zu wollen.
Die ARD hat sich schon einiges verbaut. Gab es nicht irgendein Konzept, dass ihnen angeboten wurde und das sie ausschlugen? Bei einem anderen Sender kam es gut an. Wenn ich bloss wüsste, was das noch mal war.
Übrigens fallen mir zu den Markt Anteilen auch gleich noch die Verjüngungsmassnahmen in einigen Krimireihen an. Jüngstes Opfer ist das Krimi-Gespann des „Polizeiruf 110“ aus Halle. Da ist nun Schluss, weil sie angeblich zu alt sind. Ich fand die Filme mit Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler immer als einen kleinen Pluspunkt unter den vielen Ermittlern. Aber damit wird nun auch Schluss sein.
Im ZDF übrigens wurde und wird auch auf die Verjüngungsquote gesetzt. Erst wurde vor wenigen Jahren die Sekretärin bei „Ein Fall für Zwei“ durch so eine ziegige Darstellerin ersetzt. Und nun wird bei „Der Alte“ einfach der Polizeiarzt ausgetauscht – gegen eine Frau. Soll das jetzt die Frauenquote in den Krimiserien des ZDF erhöhen? Möglichkeit zwei: Die Serie soll jünger werden. Bei „Soko 5113“ wurde das ja schon vor knapp über zwei Jahren gemacht. Da wurde die Figur des Manne Brand rausgeschrieben, obwohl es die beliebteste Figur war unter den Zuschauern. Mein Meinung nach könnten sie den Chef der Soko wieder rausschreiben. Der passt da nämlich absolut nicht hin. Aber die ganze Serie hat sich zum negativen entwickelt, zeigt nur noch so gelbliche Farben. Da denke ich jedes Mal, mein Fernseher wäre kaputt.
Aber wenn einem diese Serien nicht mehr gefallen, kann man sie ja auch einfach nicht mehr einschalten. So mache ich das.

Der HSV hat es gestern übrigens geschafft, gegen die B-Elf der B-Elf des FC Barcelona zu verlieren. War auch kein interessantes Spiel. Lionel Messi hatte sich angeblich vor dem Spiel am Vortag verletzt, also war der einzige Weltstar auch nicht dabei, den Barcelona momentan zu bieten hatte. Und was lernen wir daraus? Wenn der HSV nicht einmal gegen die C-Mannschaft gewinnt, wie wird das dann erst in der Bundesliga werden? Und wie lange wird Fink Trainer bleiben? Bis jetzt hat ja kein Trainer der letzten Jahre die ganze Saison auf der Trainerbank überdauert. Man darf also gespannt sein, wie der HSV sich in der Saison zu seinem 125jährigen Jubiläum schlägt.

 

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Wenn die Demokratie nur noch auf dem Papier existiert


Auch schon von SuperMUC gehört? Das ist nicht „Der kleine Muck – reloaded“, sondern der stärkste Computer Europas. Der Welt nicht, da ist er auf dem vierten Platz.
SuperMuc steht in Garching bei München im Leibniz-Rechenzentrum. Seit gestern läuft er und man fragt sich, wofür wir so einen Super-Computer eigentlich brauchen? Zu allererst kostet er wahnsinnig viel Energie und davon werden wir ja immer weniger haben. Wie auch schon Altmaier sagte, werden wir wohl bis 2022 nicht alle Energie mit erneubaren ersetzen können. Denn der Stromverbrauch steigt und nicht immer scheint die Sonne, nicht immer weht der Wind in der richtigen Stärke und vor allem will nicht jeder ein Windrad vor der Tür stehen haben, verschandelt schliesslich auch die Landschaft.
Zurück zum Super-Computer. Es ist nicht der erste Hochleistungsrechner, der in Deutschland steht. Es gibt noch den in Jülich und einen in Stuttgart. Zudem soll dieser Rechner in Garching nicht nur den deutschen Forschern zur Verfügung stehen, sondern allen Wissenschaftlern in Europa. – Wie selbstlos.
Aber brauchen wir solchen einen Super-Rechner wirklich? Anscheinend schon, denn die Simulationen der Forscher werden immer komplizierter, braucht also immer mehr Rechenleistung, so dass man diese Rechenmonster braucht. Terrabyte ist schon längst out, wir bewegen uns inzwischen im Penta-Bereich. Vorteil des neuen Super-Rechner ist, dass Simulationen nur noch ein paar Tage brauchen, was früher mindestens ein Jahr dauerte. Wenn das nicht von Vorteil ist. Gebrauchen kann man SuperMUC auch weiter, weil ein europäischer Wissenschaftler das menschliche Gehirn elektronisch nachbaut. Dazu braucht er Rechnerleistung und die bekommt er unter anderem nun auch von SuperMUC.
Weiss das niemand, dass das menschliche Gehirn so nachgebaut wird? Ist ein interessanter Wissenschaftsartikel gewesen, den ich da gelesen habe. Weiss gar nicht mehr, welche Zeitschrift dies war. Kann mir nicht alles merken, sonst würde meine Gehirn noch irgendwann platzen, wenn ich mir jede Kleinigkeit merken würde. Wobei es das auch geben soll. Da ist irgendetwas im Gehirn zerstört, weshalb es Menschen gibt, die sich jede kleinste Kleinigkeit merken können.
Zu Beginn des Artikels sagte ich noch, dass der Hochleistungsrechner Unmengen an Strom kostet. Das ist faktisch auch richtig, auch wenn er energieeffizient arbeitet. Denn er hat eine Warm-Wasser-Kühlung. Mit 55 Grad warmem Wasser werden der Hauptspeicher und die Prozessoren gespeichert. Damit dürfte man erkennen, dass es sich um eine Warmwasserkühlung handelt. Dafür braucht man keine Kühlaggregate, die das Wasser runterkühlen müssen. Und das heisst, es wird Strom gespart. Denn das Wasser muss nicht extrem runtergekühlt werden, sondern ist 55 Grad warm.
Der Stromverbrauch liegt 40 Prozent niedriger als bei einem luftgekühlten System. So verbraucht der Super-Rechner „nur“ noch drei Megawatt, wenn er läuft.
Sind drei Megawatt aber nicht auch ein Windrad? Oder waren das schon acht, was so ein Windrad schafft? Na ja, muss ich noch mal nachschauen, aber viel ist es nicht, was so ein Windrad schafft.

Russland macht mal wieder Schlagzeilen mit seiner sogenannten Demokratie. Nichtregierungsorganisationen die sich für Menschenrechte einsetzen oder das Regime kritisieren werden es künftig schwer in Russland haben.
Putin habe das international umstrittene Gesetz unterschrieben, wie verkündet wurde.
Was aber bedeutet das Gesetz eigentlich, dass es international die Gemüter erregt? Es besagt, dass sich vom Ausland unterstützte Organisationen beim Justizministerium registrieren lassen und zudem regelmässig Rechenschaftsberichte vorlegen müssen. Und wenn dies nicht gemacht wird, dann kann die Organisation ohne Gerichtsurteil für ein halbes Jahr verboten werden. Einzelpersonen droht eine dreijährige Gefängnisstrafe.
Woran erinnert denn das? Richtig, an die Dreissiger Jahre in Deutschland, die Sowjetunion und die DDR – die anderen ehemaligen kommunistischen Länder auch. Natürlich darf China nicht vergessen werden, da verschwindet man schneller hinter Gefängnismauern, als man sich bewusst wird, was man eigentlich getan hat. Man erinnere sich nur da an den Deutschen, der schon seit Monaten in einem chinesischen Gefängnis sitzt, weil er angeblich Kunst geschmuggelt haben soll. Für alles, was ihm vorgeworfen ist, ist er nicht verantwortlich, sondern seine Kunden. Er führt es am Ende nur aus. Tja, die Chinesen sind da anderer Meinung, wer weiss, was sie damit wieder bezwecken.
Zurück zu Russland. Das Gesetz ist doch nur dazu da, um die Aktivitäten von Menschenrechtsorganisationen einzudämmen bis ganz auszuschalten. Russland entfernt sich immer weiter von der Demokratie, was man auch daran sehen kann, dass die Mitglieder der Frauen-Punkband Pussy-Riot bis Januar 2013 in Untersuchungshaft bleiben sollen.
Was erklärt eine Untersuchungshaft von zehn Monaten? Pussy Riot hatte ein Punk-Gebet gegen Putin gesungen, wo sie Maria – die Mutter Gottes – baten, Putin zu verjagen. Dies geschah in einer Moskauer Kathedrale. Im weitesten Sinne eine Gotteslästerung, aber mehr auch nicht. Da könnte die orthodoxe Kirche was gegen sagen und fertig. Aber nein, das geht ja nicht, denn Putin wurde ja angegriffen. Die Mutter Gottes – warum eigentlich Mutter Gottes, schliesslich ist sie nur die Mutter von Jesus, aber mehr auch nicht -, also Maria solle Putin verjagen. Und so was sagt man in einem pseudodemokratischen Staat nicht. Da kommt man dann ins Gefängnis. Und dann wird gegen sie ein Exempel statuiert, wie man es hier sehen kann. Zehn Monate Untersuchungshaft und dann ab nach Sibieren ind die Gulags. Ja, die gibt es immer noch oder wieder, aber definitiv existieren diese Arbeitslager.
Und damit steht fest: Russland ist nur noch nach aussen hin ein demokratischer Staat. Im Inneren ist er längst das geworden, wogegen die Menschen sich in Tunesien, Ägypten und Libyen aufgelehnt haben.
In Syrien dauert der „Kampf“ immer noch an. Die Rebellen sagen, es würde nicht mehr lange dauern, bis Assad gefallen ist. Warten wir ab, der hat bis jetzt immer noch ein Schlupfloch gefunden. Da behindert unter anderem Russland, dass etwas gegen das Assad-Regime unternommen werden kann. Diktatoren müssen zusammenhalten, nicht wahr?
Habe ich eigentlich schon erzählt, dass man seinen Vermögensstand angeben muss, wenn man nach Russland fährt. Die haben wohl Angst, dass man dort bleibt. Also wirklich, wer bleibt den freiwillig in einem Staat, wo sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nur der Name und die Grösse des Landes sich geändert hat? Also mich kriegen da keine zehn Pferde hin.

Die Stimmen werden laut, dass Sepp Blatter endlich als Präsident der FIFA zurücktreten soll. Darüber kann der Schweizer nur müde lächeln, denn er tritt nicht ab, freiwillig schon gar nicht. Da kann kommen was will, er wird bleiben. Und so wird die Kommission bestimmt auch nichts finden, dass Blatter irgendwie in irgendwelche Schmiergeldaffären verstrickt ist.
Die dritte Liga hat gerade begonnen, bald ist die zweite Liga dran. Und wir hören nun mal wieder was von Ailton. Ja, dass ist der, der beim diesjährigen Dschungelcamp mitgemacht hat. In der sechsten Liga, der Verbandsliga, soll er spielen, bei Hassia Bingen. Nur noch die Unterschrift unter dem Vertrag würde fehlen.
Das war mal ein richtig guter Spieler, aber nachdem er bei Werder Bremen weggegangen ist, ging es mit ihm und seiner Karriere bergab. Und nun ist es ein Sechsligist geworden.

 

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Das Runde muss ins Eckige – auch bei der FIFA ist das so


Eigentlich ist es ja eher im Norden mau mit der Sonne, aber dieses Mal scheint es uns hier im Süden auch getroffen zu haben. Allein das Wochenende war total begegnet. Da heisst es Sommer, aber die Temperaturen liegen im Keller. Kein Wunder, dass da die Gegner der Klimaerwärmung Zulauf bekommen. Schliesslich heisst es doch immer, die Temperaturen würden steigen, stattdessen sinken sie und es regnet ohne Unterlass.
Das ist es übrigens, was bei uns bei der Klimaerwärmung geschehen wird: Es wird mehr regnen als früher. Irgendwie scheinen wir also im falschen Klimabereich zu leben. Ein wenig wärmer könnte es schon werden, müssen ja keine Wüstentemperaturen werden.
Aber nur Regen? Das ist wirklich nicht das, was man sich wünscht. Ich habe nichts dagegen, aber wenn das tagelang anhält, dann denkt man schon, dass da irgendwas mit dem Klima nicht stimmt.

Momentan ist der Weltverband FIFA mit seinem Präsidenten Sepp Blätter mal wieder in aller Munde. Worum es geht? Um Fußball nicht, sondern eher um Schmiergelderm die geflossen sind.
Blätter fühlte sich angegriffen von der deutschen Seite, was ihn prompt dazu begleitete zu sagen, wenn er „gekaufte WM“ höre, müsse er an die Vergabe 2006 denken. Wieso bloss wird der Mehrheit der Menschen nun eher die WM 2018 und vor allem 2022 einfallen? Weil es da nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Vor allem die WM-Vergabe 2022 hängst immer noch der Hauch von Korruption und Schmiergeld an. Aber davon wollte Blätter nichts hören, sondern lenkte lieber ab. Allerdings kam er mit seinem „Ablenkungsmanöver“ nicht weit. Es wurde sogleich durchschaut, was er eigentlich damit bezweckte.
Es ist übrigens bei der Vergabe für 2006 kurz vor der letzten Abstimmung wirklich jemand aus dem Raum gegangen. Wenn man diese Person aber hört, warum sie das getan hat – hätte die Wahl nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können -, glaubt man, dass Blätter damals schon Druck ausgeübt hat.
Ich erinnere mich dunkel, dass Blätter für 2006 schon Südafrika vorgesehen hatte. Er wollte das Land unbedingt als Ausrichter sehen. Im letzten Wahldurchgang hätte es eine Pattsituation gegeben, also Gleichstand zwischen Deutschland und Südafrika. Das hätte dann von oberster Stelle entschiede werden müssen, wer Ausrichter der WM 2006 wird. Ich brauche wohl nicht weitet zu sagen, dass die Entscheidung dann für Südafrika gefallen wäre. Also ging einer der Wahl Männer aus dem Raum und es wurde mit einer Stimme Mehrheit für Deutschland sich entschieden.
Südafrika bekam die WM 2010 und war damit auch gut bedient. Zwischen drin wurde immer mal wieder gezwefelt, ob das was werden könne, da der Bau der Stadien im Rückstand war. Aber dasselbe haben wir auch aus Polen und der Ukraine gehört. Und für die WM 2014 in Brasilien gibt es ganz andere Probleme zu meistern. Da herrscht nämlich in einigen Stadien Alkoholverbot und das gefällt der FIFA natürlich nicht. Der brasilianisce Fussball-Verband kann da nichts machen, da das nicht in seiner Macht liegt.
Gut, jetzt bin ich abgeschweift. Zurück zur FiFA und den Korruptionsvorfällen. Konkret betrifft es Blatters Vorgänger und nicht den jetzigen Präsidenten. Da frage ich mich doch, wie der es doch immer wieder schafft, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Kann man doch wirklich nicht fassen. Er wäscht wie Pontius Pilatus seine Hände in Unschuld.
Die Kritik an Blätter wird lauter, den scheint es nicht zu interessieren, bläst lieber zum Gegenangriff, wo er eben auch die „gekaufte WM-Vergabe 2006“ erwähnte.
Nun ist mal wieder eine Kommission gegründet worden, der unter anderem ein US-Amerikaner und ein Deutscher angehören, die alles lückenlos aufklären soll. Da bin ich wirklich gespannt, was da rauskommen mag.
Blätter jedenfalls steht nicht zur Debatte, wird vom ehemaligen DFB-Präsidenten Zwanziger auch verteidigt. Niersbach hingegen, der jetzige DFB-Präsident, sagt da schon was anderes. Aber der kommt einem eh so vor, als würde er sich mit seiner Meinung wie das Fähnlein im Winde drehen. Also immer gerade das von sich haben, was man von ihm erwartet.
Wie heisst es so schön beim Fußball: Das Runde muss ins Eckige. Dies kann man auch so sehen, dass das Eckige Geldscheine sind, und das Tun de bleibt der Fußball. Bloss geht der Ball – das Runde – nur dorthin, wo genug Schmiergelder geflossen sind.
Das bei der FIFA einiges nicht mit rechten Dingen zugeht, wissen wir seit der Doppelvergabe der WM 2018 und 2022. Stellt nun nur noch die Frage, ob es auch Ergebnisse geben wird oder man uns wieder nur Sand in die Augen streut.
Doch egal wie es ausgehen wird, ein Neuanfang ist nur möglich, wenn Blätter nicht mehr dabei ist. Da hat Bayern-Präsident Honeß ganz rechat. Bei Blätter hat man das Gefühl, dass er an seinem Stuhl klebt und erst mit den Füssen voran geht.

Um beim Fußball zu bleiben, dieses Mal dem deutschen. Bei einem Sicherheitsgipfel wurde beschlossen, das Pyrotechnik nichts im Stadion zu suchen hat – nichts Neues. Die Stehplätze werden bleiben, denn sie sind ein Stück Kultur und Zusamenhalt der Fans.
Chaoten wird es immer geben. Ob nun bei Steh- oder Sitzplätzen. Da wird sich nichts ändern.
Dafür wurden, zum allgemeinen Ärger der Fan-Vereinigungen, die Sperre von drei auf zehn Jahre erhöht, wo ein allgemeines Stadionverbot für einen raiaten „Fan“ gilt.
Sehen wir uns in der nächsten Saison an, ob diese Massnahmen fruchten werden. Denn wer die Pyrotechnik reinschmuggeln will, der bekommt die auch rein. Noch ist es relativ leicht, wenn ich mir da die Zäune vorstelle, die das Stadion von der Aussenwelt trennt.
Und wenn nicht irgendweche Fanausschreitungen für Meldungen sorgen, so tun es die Vereine selbst.
Zum einen sind da Werder Bremen und der VfL Wolfsburg. Verteidiger Naldo wollte von Bremen nach Wolfsburg wechseln. Bloss leider ist der Medizinchec nicht so verlaufe, wie gedacht. Durchgefallen oder nicht, ist hier die Frage. Momentan eher durchgefallen. Wieder einmal machen Naldo seine alten Verletzungen zu schaffen. Ob er nun wechseln wird, bleibt fraglich.
Die andere und grössere Schlagzeile dürfte der HSV machen, wo sich erst zwei Spieler beim Training prügeln und ein Unbeteiligter verletzt wird.
Slobodan Rajkovic hatte sich mit Meint Min Sonst angelegt, wobei Tolgay Arslan eine Platz wunde erhielt, die mit vier Stichen genäht werden musste. Konsequenz: Rajkovic wurde von Trainer Fink suspendiert und durfte nicht an der Südkorea-Reise teilnehmen. Im Grunde genommen, kann er sich gleich auf die Suche nach einem anderen Verein machen. Frank Arnesen hingegen versuchte noch mal zu beschwichtigen, denn Rajkovic sei schliesslich nicht billig gewesen. Aber da besagter Spieler nun auch ein unerlaubt es Interview gegeben hat, wo er sich bitterböse über Trainer Fink beklagte, dürfte wohl nicht damit zu rechnen sein, dass er wieder Fuss fassen wird in der ersten Mannschaft. Auch Arnesen rudert nun zurück.
Aber schon komisch, wie da ein Spieler systematisch ins Abseits gestellt worden scheint.

 
 

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… und sind genauso schlau als wie zuvor


Nachdem ich in meiner Statistik sehen konnte, dass in den vergangenen Woche die Suche nach dem Obduktionsergebnis von Hussein zugenommen hat, also immer mehr Besucher meiner Seite wissen wollten, woran denn nun der imposante Elefantenbulle gestorben ist, kann ich nun etwas dazu sagen. Das Ergebnis ist da, aber ob wir es nun kennen oder nicht kennen, es ändert nichts an der Tatsache, dass wir Aussenstehenden genauso schlau als wie zuvor sind, um es einmal mit Goethes Faust zu sagen.
Also hier das Obduktionsergebnis, dass im NDR-Fernsehen verbreitet wurde und auf dem hauseigenen Internetauftritt des Tierparks steht. In einer Zeitung hat es nicht gestanden.
Man hat aus offizieller Sicht nicht den Grund herausgefunden, woran Hussein nun wirklich gestorben ist. Klar ist, dass der Elefantenbulle an Herz-Kreislaufversagen starb. Ob nun eine Überdosis an Beruhigungsmittel, wie ich bereits kurz nach Husseins Tod vermutete, dass wird nicht ersichtlich aus dem Text.
Hussein habe eine „routinemässige Beruhigungsspritze“ bekommen. Das klingt nun beinahe danach, als wäre es nur eine gewesen. Im Artikel „Tod eines Patriarchen“ vom 18. Juni 2012 aus dem Hamburger Abendblatt geht aus dem Text hervor, dass man Hussein noch einmal nachgespritzt hat, weil er noch zu wach wirkte. Kurz nach der zweiten Dosis, die nicht höher als die zuvor ausgefallen ist, legte der Dickhäuter sich in seiner Box hin und verstarb. Lebensrettende Massnahmen konnten ihm nicht mehr helfen.
Eine Vorerkrankung kann ausgeschlossen werden, dennoch bleibt rätselhaft, woran er nun gestorben ist. Eine Medikamentenunverträglichkeit könnte möglich sein, muss aber nicht. Man weiss es nicht. Oder wir erfahren nicht, was wirklich ist. Alles ist möglich.
Der medizinische Laie gibt sich mit einem Herz-Kreislauf-Versagen zufrieden. Habe mal Lei gefragt, die vom Fach ist, sie sagte mir, dass es bei einer Überdosierung zu einem Herz-Kreislauf-Versagen kommen könne, genauso wie bei einer Unverträglichkeit. Also, es kann sein, muss aber nicht, möglich wäre es.
Das Ergebnis ist bekannt, doch irgendwie bleibt dieser leise Hauch, als solle uns – der Öffentlichkeit – Sand in die Augen gestreut werden. Die Wahrheit werden wir nie erfahren. Aber das schrieb ich im letzten Monat ja schon in einem Artikel.
Freunden wir uns vielleicht mit der Version an, dass Hussein einfach nicht seine Heimat hatte verlassen wollen nach 25 Jahren. Vielleicht hat er sich gesagt: ‚Ohne Mala gehe ich nicht.‘ Dann hat er aufgehört zu atmen und ist gestorben. Möglich ist alles, vor allem bei diesem nichtssagenden Obduktionsergebnis.

Und wo ich gerade die einzig wahre Mala erwähnt habe: Jenala hat ein Bild von Mala in ihrem neuen Zuhause (ihre Heimat ist immer noch Hamburg und wird Pairi Daiza niemals werden) gesehen. Auf den ersten Blick sehe die Elefantin zufrieden aus. Aber Jenala kennt sie besser und sie sagt, dass Mala nicht glücklich ist. Zwar weine sie nicht, aber das ist noch nie Malas Art gewesen, selbst wenn sie tieftraurig war, höchstens Hussein war wieder nicht nett zu ihr gewesen. Sie scheint nicht glücklich, was man an der Haltung sehen könne, wie sie da steht und wie sie guckt. Gut, ich sehe da nichts, aber Jenala kennt Mala besser als andere.
Zwei Elefanten werden Pairi Daiza irgendwann wieder verlassen. Sandry (Tochter von Hussein) und Claudy (deren Mutter). Sandry ist trächtig und wenn alles gut geht, werden beide zurück nach Rapperswil gehen. Mala wird nicht alleine zurückbleiben, aber ist der Ort dort wirklich besser? Wenn ich an den afrikanischen Elefanten denke, wird mir ganz mulmig, aber da bin ich nicht der einzige, der das denkt. Habe mir auf Youtube mal angesehen, was da – glaube dreimal täglich – mit den Elefanten gemacht wird. Eine völlig abstruse Show für die Zuschauer. Da mag Mala dann Bewegung haben, aber ich glaube kaum, dass ihr das sehr gefallen wird. Sie mag es lieber ruhig und gemächlich und natürlich schönes Futter, das ist ein Muss.
Und im November wird sie ihren 50. Geburtstag feiern. Am 10.11.12, also dem 10. November 2012.
Noch gibt Jenala die Hoffnung nicht auf, dass Mala zurückkehren wird. Wie heisst es so schön: Die Hoffnung stirbt immer noch zuletzt.

Am Mittwoch berichtete ich, dass die aktuelle Titanic-Ausgabe gerichtlich verboten wurde. Und danach setzte genau der Hype ein, den ich prophezeit habe. Die aktuelle Ausgabe ist fast überall ausverkauft. Bei Ebay werden zum Teil 25 Euro oder mehr für eine Ausgabe gezahlt. Hätte ich das zuvor gewusst, ich hätte doch noch mehr als nur die eine Ausgabe gekauft. Aber wer hätte mir dann die Aufgabe bei Ebay abgenommen? Ich will damit nämlich nichts zu tun haben. Na gut, ich hätte schon einen Arbeitskollegen gefunden, der das für mich erledigt hätte. Aber mit dem dann auch noch das Geld teilen? Nee, da kenne ich keine Freunde mehr, denn bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf.
Aber es ist die beste Reklame für die Satirezeitschrift. So was nennt sich übrigens der „Streisand-Effekt“. Benannt nach Barbra Streisand, die 2003 gegen ein Foto vorging, wo ihr Haus abgebildet war. Danach wurde man natürlich erst recht darauf aufmerksam. Genauso ist es hier auch. Die Ausgabe ist verboten worden mit dem Cover, die Öffentlichkeit erfährt es und schon sind sie wie nichts in die Zeitungsläden gestürmt, um sich eine Ausgabe zu sichern oder gleich mehrere, um den grossen Reibach machen zu können.
Ich habe eine Ausgabe, die ich auch nicht verkaufen werde. In einigen Monaten kräht eh kein Hahn mehr danach.

Heute ist wie alljährlich französischer Nationalfeiertag. Damit wird bekannt an den Sturm auf die Bastille erinnert, mit der die französische Revolution 1789 begonnen hat. Was damals blutig begann, wurde im Laufe der Jahre noch blutiger, erinnern wir uns nur an die Guillotine. Der Grande Terreur mit Robbespierre an der Spitze. Am Ende frass dann die Revolution ihre eigenen Kinder: Danton und schliesslich Robbespierre. Und irgendwann dann kam Napoleon.
Und mich erinnert dieses Datum nur wieder daran, dass ich in drei Tagen Geburtstag habe. Und zu meiner aller Ärger habe ich dieses Jahr nicht frei bekommen. Ich habe immer an meinem Geburtstag frei gehabt, denn da will ich nirgendwo sein, wo man mir gratuliert. Das hasse ich, weshalb ich mich immer dann verdrücke. Und ich bin auch nicht wirklich interessiert daran, was die Kollegen sich wieder für mich ausgedacht haben. Dabei habe ich das schon Anfang des Jahres genehmigt haben wollen, aber nein, da war nichts zu machen. Haben die das extra gemacht? Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass niemand wusste, ob ich denn überhaupt nach meiner Volontärzeit auch übernommen würde. Aber das kann man doch nicht auf meinen Schultern ausbaden. Ich will frei haben!

Heute soll ein ziemlicher Sonnensturm herrschen. Ich habe es auch schon gemerkt, als ich mein Internet eine halbe Stunde lang nicht funktionierte. Jetzt geht es wieder, aber ich sollte diesen Artikel schnellstmöglich beenden.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 14. Juli 2012 in Elefant, Fernsehen, Kultur, Real life, Sommer, Technik, Tiere, Wetter, Zoo

 

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Wie ein Tierpark seinen größten Star abschob und damit eine Ära endete – Elefantendame Mala ist fort!


Ausnahmsweise beginne ich den Blog direkt mit einem Bild.


Dieses verwaiste Bild bietet seit Mittwoch das Bullengehege im Hamburger Tierpark. Fast hat es den Anschein, als würde Mala gleich von hinten kommen und die Anlage betreten. Doch sie wird nie mehr kommen, denn der klügste Elefant, den dieser Tierpark jemals hatte, ist fort – für immer.

Eigentlich wollte ich jetzt hier gross und breit über die langersehnte Eröffnung des Eismeeres berichten, doch die Geschehnisse dort haben sich verschoben, denn es ist etwas eingetreten, womit alle rechnen mussten und dennoch hofften, es würde nie kommen.

Nina ist wirklich zu bedauern. Erst muss sie damit zurechtkommen, dass der Elefantenbulle kurz vor dem Transport in sein neues Zuhause tot umfällt. Und nun ist ihre schlimmste Befürchtung eingetreten: Elefantenkuh Mala hat den Tierpark für immer verlassen. Nach sechsundvierzig Jahren in Hamburg, musste sie am Mittwoch den Weg nach Belgien antreten, wo sie ein Platz im Pairi Daiza, vormals Parc Paradiso, erwartete.
Klammheimlich ging sie am Mittwoch auf die Reise. Nirgendwo wurde es berichtet, stattdessen bereitete man sich auf die grosse Eröffnung des Eismeeres vor. (erst Donnerstagnachmittag wurde die Neuigkeit ins Internet gestellt. Und wie Hohn klingt es, wenn da steht, dass sie dort hoffentlich Leitkuh werden darf.) Zeitung und Fernsehen war da und berichtete gross und breit über das Spektakel des Jahres. Mala hingegen wurde mit keinem einzigen Buchstaben erwähnt. Sie ist ja auch so unbedeutend, eben das fünfte Rad am Wagen.
Durch Zufall erfuhr Nina davon. Ihr Cousin erwartete sie bereits am Donnerstag am Eismeer und teilte ihr die Hiobsbotschaft mit. Danach war für Nina alles gelaufen, was man verstehen kann, denn sie hing an Mala wie sie nicht einmal an Jenny gehangen hat. Und dann so mir nichts dir nichts zu erfahren, dass der Elefant, der einem so viel bedeutet, nicht mehr da ist, ist besonders traurig.
Ich kann es in dem Sinne nur nachempfinden, dass ich mal einen Hund namens Ajax hatte. Und als der starb, glaubte ich, eine Welt würde zusammenbrechen. Mehr als eine Woche war ich neben der Spur. Auch wenn ich nicht weinte wie ein Schlosshund, so war ich doch irgendwie am Ende. Es fehlte etwas, ein Teil von mir war plötzlich verschwunden und würde nie mehr wiederkehren.
Mala hingegen lebt noch, aber sie ist weit weg, in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza.
Ich weiss nicht, warum sie so weit weggehen musste. Wahrscheinlich deshalb, damit es auch garantiert nicht die Möglichkeit gibt, sie zurückzuholen.
Nina hat letzte Woche noch gesagt, sie würde sich irgendwelche Aktionen einfallen lassen, wenn es sein müsste, nur damit sie bleiben kann. Ernst meinte sie es, wusste nur nicht, was sie tun sollte. Ihrem Cousin wäre sicherlich was eingefallen, wobei ich da so meine Bedenken hätte, was das geworden wäre.
Nina und Mala, das war etwas Besonderes, das konnte man sehen. Wenn Mala hinten stand und Nina ging zum Gehege, stellte sich dort hin, machte weiter nichts, sondern stand einfach da, dann kam Mala. Sie sah, besser roch, Nina und kam, in ihrem typischen flotten Schritt.
Insgeheim macht Nina sich auch Vorwürfe. Denn wenn sie am Dienstag hingegangen wäre, hätte sie die Dickhäuterin noch einmal gesehen. Aber sie ging nicht hin, obwohl Rani ihren dritten Geburtstag feierte. Ninas Schwester hatte auch Geburstag, weshalb sie sich für diese entschied. Und nun nagt es an ihr, dass sie Mala an dem Tag noch hätte sehen können.
Mit Mala verliert Hagenbeck seinen grössten und beliebtesten Star. Ich sage bewusst, dass Mala ein grosser Star ist, denn sie hat die meisten Tricks beherrscht, war die gelehrtigste unter ihnen. Und vor allem die Stammbesucher haben sie gemocht. Und selbst wer sie nicht kannte, war gleich von ihrem freundlichen Wesen eingenommen.
Malas einziger Fehler war, wenn man von ihrem Weben absieht, dass sie sich nicht mit der Leitkuh Mogli verstand. Damals, 1992, starb die damalige Leitkuh und beide Kühe wollten diesen Posten haben. Kann man ja auch verstehen. Seit Mogli da war, begann Malas Stern langsam zu sinken, also wollte sie der nicht auch noch den wichtigsten Posten in der Herde überlassen.
Während einer Dschungelnacht kam es zu einem Unfall, wo ein Elefantenpfleger verletzt wurde. Auslöser war Mala, die ihrer Konkurrentin Mogli in den Schwanz gebissen hatte. Sie hatte eben die Chance gesehen, sich an ihr zu rächen. Wer sollte es ihr verdenken? Wir machen so was bei unserem Feind doch auch, wenn die Gelegenheit günstig ist. Aber ein Elefant in Menschenobhut darf so etwas nicht tun. Und so wurde später entschieden, dass Mala aus der Herde genommen und zu Hussein ins Bullengehege
Diese Anlage war anfangs als Mutter-Kind-Anlage genutzt worden, wo auch Mala als „Tante“ bei den Jungtieren stand. Dann wurden die Nashörner abgeschafft, dort kam die Mutter-Kind-Anlage hin und die ehemalige Anlage wurde zu dem, was sie eigentlich war, das Bullengehege. Hussein zog ein und mit ihm Mala als seine Gesellschafterin oder Mitbewohnerin, ganz so, wie man es auch immer sehen will.
Achtzehn Jahre ging es gut, es gab mal immer wieder Höhen und Tiefen, doch sie kamen gut miteinander aus. Dies änderte sich im August 2010, wo Hussein Mala arg malträtierte, dass sie verzweifelt um Hilfe rief. Danach war in der Beziehung der beiden nichts mehr, wie es vorher war. Mala fürchtete Hussein anfangs geradezu. Dann ging es wieder einigermassen, doch irgendetwas zwischen den beiden war zerbrochen. Für den Laien war dies nicht zu sehen, aber Nina sah es. So wie sie auch eine letzte von Husseins Attacken Anfang April diesen Jahres sah. Kandy, Tochter von Spucktante Yashoda, kam ihr zu Hilfe. Und dann kam der 15. Juni: Hussein sollte gehen und starb kurz vor dem Gang in die Transportbox. (Das Obduktionsergebnis steht immer noch aus, obwohl die zehn Tage lange genug rum sind.)
Mala nahm das ganz locker hin, wirkte richtig gehend befreit am nächsten Tag. Sie wurde zu Königin Mala, die Audienz gab. Auf einmal war das Futter ihr nicht mehr so wichtig, dass die Besucher ihr reichten.
Aber eine Woche vor ihrer Abreise wirkte die Elefantendame verändert. Sie hätte traurig gewirkt, bedrückt, niedergeschlagen. Nina deutete es als Trauer, doch nun weiss sie, dass es ganz etwas anderes war.
Nach Russland ist Mala nicht gekommen, wie Ninas Cousin geunkt hatte. Aber weit weg ist sie dennoch. Nach Belgien sind es mit dem Zug mindestens sechs bis acht Stunden.
Wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen würde? Eben noch da, am nächsten Tag schon weg.
Nun muss man sich Sorgen um Malas Gesundheit machen, denn in Pairi Daiza wird auch ein afrikanischer Elefant gehalten. Und wie es aussieht, haben die asiatischen Elefanten nahen Kontakt. Das ist gar nicht gut, denn die afrikanischen können Elefanten-Herpes übertragen. Mala könnte es kriegen. Damals, als in Hagenbeck noch asiatische und afrikanische Elefanten gehalten wurden, hat sie es nicht bekommen. Aber damals war sie ein junger Elefant. Sie ist in einer neuen Umgebung, bei Menschen und Elefanten, die sie nicht kennt. Da kann das Immunsystem in den Keller gehen und Mala hat es wirklich nicht verdient, so von dieser Welt zu gehen. – Weil sie das fünfte Rad am Wagen ist.
Ich hätte sie gerne wieder besucht, die alte Tauschgeschäftemacherin, wenn ich mir das Eismeer angesehen hätte. Sie war der grösste Star von allen und wie in diesem Lied aus dem Musical „Sunset Boulevard“, das auf dem gleichnamigen Kinofilm beruht, sank auch ihr Stern bis sie ins Abseits geriet.
In dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor ist Mala als sie selbst und als Elefantenkuh Bertha ein Denkmal gesetzt worden. Das ebook ist beispielsweise bei Amazon oder Weltbild erhältlich. Und nicht nur Mala hat ihren Platz in dem Thriller gefunden, sondern auch das alte Eismeer. Die Dickhäuterin wird in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe eine weitere bedeutende Nebenrolle spielen.
Tschüß, Mala, vielleicht finden sich ja einige Menschen zusammen, die dich wieder zurückhaben wollen. Vielleicht kannst du dann wiederkehren – wenn du darfst.


Tschüß ihr alle! Vielleicht komme ich wieder! Bleibt mir treu und vergesst mich nicht – niemals!

Weitere Berichte über Mala:
Quo vadis, Mala
1. Jahrestag
50. Geburtstag
2. Jahrestag
3. Jahrestag
4. Jahrestag

Und dann doch noch zum Eismeer. Am Donnerstag ist es feierlich eröffnet worden, mit Zeitung, Fernsehen und allem drum und dran. Die Besucher haben nun die Möglichkeit, auch das Innere des Baus zu begutachten.
Hierzu darf ich Jonas erwähnen, der so nett war und mir seine Eindrücke überlassen hat. Nina kann dazu gar nichts sagen, hat alles nur durch einen Schleier wahrgenommen.
Man kommt in einen Gang, sieht das Wasserbecken der Eisbären, wo sich allerdings keiner der beiden tummelte. Das Männchen soll recht ramdösig sein und sieht auch nicht gerade wie eine wahre Eisbärenschönheit aus, soll heissen: Es ist das hässlichste Exemplar, das Jonas je gesehen hat. – Wie viele Eisbärenmännchen hat er denn bis jetzt in seinem Leben schon gesehen?
Dann weiter und man kommt zum Becken, wo sich das Walross mit zwei Kegelrobben drin tummelt. (Ganz ehrlich, wenn ich Kegelrobben sehen will, fahre ich nach Helgoland, das gleiche gilt für Papageientaucher) Der Clou hier sind die beheizten Sitzsteine, so dass man sich als nierenkranker Mensch und garantiert keine Blasenentzündung holt.
Weiter durch lange, zum Teil dustere Gänge, die geradezu dazu einladen, dass sich da ein paar Erschrecker hinstellen. Ganz ehrlich, Jonas ist der festen Überzeugung, dass das die perfekte Geisterbahn wäre. Phantasie hat er, das kann man wirklich nicht leugnen. An den Wänden würde passend zur jeweiligen Landschaft auch was stehen. Weitere Becken kommen, dann auch die Pinguine, deren hintere Anlage man auch begutachten kann. Schliesslich der Raum für die Freiflieger mit Trottellummen und Papageientauchern. Dann übersieht man beinahe die Tür für die Königs- und Eselspinguine. Dort ist es nicht nur eiskalt – Jonas benutzte ein anderes, ähnliches Wort -, sondern stinkt auch ziemlich nach Fisch und Pinguin. Nunkommt man auf einen langen Gang, der mit der Geschichte des Eismeeres von damals bis heute geschmückt ist. Schliesslich betritt man eine Treppe und sieht an den Wänden die bedeutenden Daten fürs neue Eismeer. Noch schnell ein Blick über den Rand der Fläche geworfen und man hat es dann auch schon fast geschafft.
Jonas‘ Meinung: So toll ist das gar nicht. Der Vorgänger war besser.
Uriger wird er wohl gemeint haben. Die Bilder, die ich hier gesehen habe, sprechen für sich. Es mag alles grösser sein, aber schöner ist es bei weitem nicht. Viel zu eckig. zu steril, zu kalt. Das ist nicht das, was es war. Aber es war klar, dass das alte niemals wiederkommen würde. Und dennoch, man trauert dem Original-Eismeer hinterher. Denn dies war der Ort, wo „Die Spinnen“ gedreht wurde und noch andere Stummfilme.
Ach ja, Vorsicht vor dem Walross bei der Vorführung: Es spuckt auf Kommando. Da sollte man als Zuschauer nicht in den ersten Reihen stehen, sonst wird man unter Garantie nass.
Unter den „Gesammelten Werken“ gibt es ein paar Bilder vom neuen Eismeer. (Nicht mehr, vielleicht stelle ich sie irgendwann wieder ein.)

 
 

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