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Ein Jahr – Europas klügste Elefantenkuh will nach Hause


Auf den Tag genau vor einem Jahr, brach für Elefantendame Mala eine neue Ära an. Nach 46 Jahren verließ sie ihr Zuhause in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem Lieblingspfleger machte sie sich auf den weiten Weg nach Belgien, genauer gesagt nach Brugelette in den Pairi Daiza, der dieses Jahr Jubiläum feiert.
365 Tage sind vergangen – Zeit, Bilanz zu ziehen:
Wie geht es der Dickhäuterin in ihrem neuen Wohnort? Hat sie sich gut eingelebt, ist sie glücklich und vergnügt? Geht es ihr gut, fühlt sie sich wohl? Und vor allem, fühlt sie sich endlich heimisch? Diese Fragen, sollen in diesem Artikel geklärt werden, so gut es geht.
Für Mala wurde alles anders. Nach 46 Jahren in Hamburg und zuvor wenigen in Indien, verliess sie ihre Heimat, um in ein fremdes Land zu kommen. Als sie noch jung war – und genauso hübsch wie heute, wie Mala sicherlich anfügen würde -, war dies sicherlich kein Problem. Aber nun mit damals knapp fünfzig Jahren? Da nimmt man eine grosse Veränderung nicht mehr so leicht.
Mala kleine beschauliche Welt zerbrach und sie ist bis heute noch nicht darüber hinweg, dass sie ihr Zu hause verlassen musste. Man sieht es der Elefantenkuh an: Malas Augen haben ihren Glanz verloren. Zwar macht sie immer noch einen auf fröhliche Elefantin, allerdings nur, wenn sie Aufmerksamkeit bekommt. Nicht umsonst, ist sie eine Meisterin der Maske.
Wer Mala kennt, der sieht, wie sie sich wirklich fühlt. Es ist nicht mehr die Dickhäuterin, die sie in Hamburg war. Mit ihrem Weben drückt sie ihre Trauer aus, es ist immer noch schneller als Zuhause. Dort gab es dieses Schnelle Weben nur, wenn Hussein sie rüde behandelt hatte.
Es hat sich zwar die Hoffnung ihrer ehemaligen Betreuer erfüllt und Mala ist Leitkuh geworden, aber old Rani ordnet sich unter. Bei beiden ist es nicht mehr, wie ein nebeneinanderherleben, ähnlich wie bei Mala und Hussein.
Positiv zu vermelden ist, dass sich um Mala weitaus mehr gekümmert wird. Bei einem Elefanten mit Fehlprägung wie bei ihr besonders wichtig. Und Mala führt wieder ihre Tricks vor, diese sie vor ewigen Jahrzehnten einmal lernte.
Mala unterlag Mogli in einer ungerechten Entscheidung, die Konsequenz hat sie erst letztes Jahrmahssbu zu spüren bekommen, als sie ihr Zu hause verliess.
Inzwischen ist Mala vor wenigen Tagen noch einmal – innerhalb des Pairi Daiza – umgezogen. Ein neues Gehege können Rani und Mala als ihren neuen Aufenthaltsort bezeichnen. Eine grosszügige Fläche mit schönem Innenbereich. Sogleich versuchte die Elefantenkuh an die Pflänzchen auf der gegenüberliegenden Seite zu kommen. Oder wie Nina es interpretrierte: Mala suche sich eine geeignete Stelle, um nach Hause auszubüchsen. Sie kann’s einfach nicht lassen, an Malas Rückkehr festzuhalten. Wunder gibt es bekanntlich immer wieder und ein Gehege ist frei. Außerdem sollen, seit dem Weggang der Dickhäuterin, viele Stammbesucher ihre Jahreskarten nicht mehr verlängert haben. Wenn das nicht für Mala spricht. (Gut, kann eventuell auch mit Hussein zu tun haben.)
Mala ist der grosse Star, deshalb wurde ihr auch im Thriller „Die Rollen des Seth“ ein Denkmal gesetzt. Auch in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe, wird Mala eine bedeutende Nebenrolle spielen. Das ebook ist im Internet an verschiedenen Stellen erhältlich.
Mala ist unvergessen, dennoch ist nicht zu übersehen, dass die Augen der Elefantendame ihren Glanz verloren haben. Sie hat Heimweh.

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Ein Denkmal für einen Elefanten


Da war ich gestern doch ganz schön überrascht, als ich mal wieder die Anzahl der Klicks auf meinen Blog sah. Dümpelte er in den letzten Wochen nur so herum, hatte ich auf einmal ein richtiges überdimensionales Besucherplus. Woher das kommen mochte? Tja, das fand ich dann noch heraus. Am Donnerstag und Freitag liefen in der ARD-Doku „Leopard, Seebär & Co.“ Berichte über Malas Weggang nach Belgien. Und auf einmal war der Artikel vom Juli letzten Jahres wieder gefragt. Tja, hätte ich nicht gedacht.
Muss sagen, dass ich beide Sendungen nicht gesehen habe, weshalb ich auch nicht sagen kann, was da alles für ein Blödsinn gesprochen wurde und ob Mala wieder in dem Sinne „verhöhnt“ wurde, sie solle dort Leitkuh werden, was ihr in Hamburg nicht vergönnt war.
Aus meinen Suchkriterien sehe ich, dass viele sich dafür interessieren, wie es Mala im Pairi Daiza geht. Wenn ich das bewerte, sieht sie eigentlich fast aus wie früher auch, obwohl ich nicht leugnen kann, dass irgendeine Änderung mit ihr vonstatten gegangen ist. Aber wozu kenne ich jemanden, der nur ein Elefantenohr sehen muss, und sagen kann, um welchen Dickhäuter es sich handelt? So habe ich denn den Mala-Experten schlechthin gefragt, wie es der Dickhäuterin nun wirklich geht. Antwort: Sie hat ihre Fröhlichkeit verloren, ihre Augen glänzen nicht mehr. Aber wenn sie unter Menschen ist, setzt sie wieder ihre Maske auf, wie sie es immer getan hat, um zu verschleiern, wie es ihr wirklich geht.
Klingt nicht besonders. Na ja, eigentlich kein Wunder, wenn man ausser seiner Heimat Indien 46 Jahre lang nur einen Ort kennt, immer im engen Kontakt zu den Zoo-Besuchern. Und nun: Das mit den Futtern ist vorbei. Im letzten Jahr bekam Mala nach ihren Vorführungen immer noch Bananen. Jetzt macht die diese gemeinsam mit „Faltenmonster“ Rani und da scheint es am Ende nichts mehr zu geben. Mala führt ihre Tricks vor, die sie alle gelernt hat. Das ist wunderbar, denn in Hamburg wurde sie in den letzten zwanzig Jahren sehr vernachlässigt, während sie dort hofiert wird und bei den Besuchern sehr beliebt ist. Wer mal auf der Facebookseite des Pairi Daiza guckt, kann sich davon selbst überzeugen. Zudem wird nun endlich auf Malas Gewicht geachtet, Nina sagte ja immer, dass die Elefantin abnehmen müsse. Damit Mala gut beschäftigt wird, geht man mit ihr auch oft durch den Park spazieren. Das mag sie besonders gern, wenn sie dann doch nur auch am Wegesrand mal naschen dürfte.
Wenn man sie genau beobachtet, wird einem vielleicht auffallen, dass das Weben nicht mehr so ist, wie es in Hamburg war. Kurz nach ihrer Ankunft in Belgien bis in den Oktober hinein, war es ganz schlimm. Da wippte – so wird Malas Weben wahrgenommen – sie mit dem Kopf ganz schnell auf und ab. Das ist das so genannte Einsamkeitsweben, was Trauer bei Mala bedeutete. Der Pairi Daiza schrieb dies auch auf seiner Facebook-Seite. Nun weiss ich nur nicht, ob ich es richtig übersetzt habe, aber ich verstand es so, als sagten sie, dass Mala so bereits gekommen sei. Nicht mit dem Einsamkeits-Weben. Das machte sie bekanntlich in Hamburg nur, wenn Hussein sich rüde ihr gegenüber benommen hatte. Gab da mal mehrere unschöne Szenen im August 2010 und April 2012. Ansonsten hat Mala ganz normal gewebt. Keine Ahnung, wann sie damit angefangen hat, im Jahr 1986 machte sie es bereits. Vielleicht hätte sie noch mehr gefördert werden müssen. Ist nicht umsonst die klügste Elefantenkuh, die der Hamburger Tierpark jemals hatte. Mit Mala haben sie ihren Star verloren und an Bedeutung.
Zurück zum Weben. Mala webt immer noch schneller als früher, auch nicht mehr so entspannt, wie nach dem Tod von Elefantenbulle Hussein. Ob es daran lag, weil man sich mehr mit ihr beschäftigte? Keine Ahnung, aber sie war ja an den Leckereien der Besucher auch nicht mehr so sehr interessiert wie früher. Könnte also gut möglich sein. Denn Mala will Aufmerksamkeit. Wenn sie die bekommt, geht es ihr gut. Mag komisch klingen, aber Mala ist sehr auf Menschen fixiert. Als sie mit dreieinhalb Jahren nach Hamburg kam, machte sie mit den Elefantenpflegern Ausflüge auch ausserhalb des Parks, sie zog im Winter, wenn genügend Schnee lag, einen Schlitten in dem Kinder sassen, und sie diente als Reitelefant beim inzwischen eingestellten Elefantenreiten.
In Belgien webt sie immer noch, vom ganz schlimmen Einsamkeitsweben, fast zum normalen Weben, wie man es von ihr kennt. Allerdings immer noch ein wenig schneller als man es von ihr kennt. Ob das ein Zeichen ist?
Wenn man Mala sich ansieht, dann sieht sie nicht mehr so aus, wie sie in Hamburg aussah. Sie wirkt ein wenig in sich gekehrter, trauriger, auch wenn man das kaum wahrnimmt. Sie mag sich mit ihrer Situation arrangiert haben, aber das grosse Glück ist es für sie nicht.
Sie wird beschäftigt, nicht immerzu und ständig, aber mehr als es in Hamburg gewesen sein mag. Aber was würde Mala sagen, wenn sie Sprechen könnte – falls sie es nicht ohnehin beherrscht? Würde sie sagen: „Nach Hause!“ oder etwas anderes?
Jedenfalls macht sie ihre Vorführungen nun gemeinsam mit Rani. Ani ist, wie ich bereits vor einiger Zeit schrieb, gestorben. Dabei folgt Mala übrigens Rani. Wer sich darüber wundert. Mala mag es nicht, wenn sie von einem anderen Elefanten am Schwanz angefasst wird. Ani wollte das mal machen, da hat Mala ihren Schwanz wegezogen, eingekringelt oder sogar zwischen ihre Beine geklemmt. Scheint sich wohl daran zu erinnern, was sie mal bei Mogli gemacht hat.
Und wenn beide allein im Gehege stehen, dann werden sie zu den Rhythmus-Rüsseltanten. Will sagen: Beide weben. Eine schlimmer als die andere. Mala nickt, Rani dreht den Kopf hin und her und bewegt die Füsse. Wie die Freundschaft zwischen beiden ist, kann ich nicht sagen. Wo ich beide auf der Anlage sah, standen die wenige Meter voneinander getrennt, auch beim Fressen sind sie getrennt und stehen nicht nebeneinander.
Es wird immer gesagt, ein Elefant soll nicht allein stehen, aber Mala ist anders. So komisch sich das anhören mag, aber ihr sind Menschen und vor allem menschliche Aufmerksamkeit wichtiger, als ein Artgenosse. Unter den Kriterien hätte sie bleiben können, aber dazu hätte sie nicht weben dürfen. Das war ihr Fehler und so ging sie.
Irgendwann wird sie vergessen sein, aber mit dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor wird Mala ewig leben. Sie kommt dort nicht nur selbst vor, sondern diente unter anderem auch als Vorbild für Elefantenkuh Bertha, die eine wichtige Rolle in der Handlung einnimmt. Mala wurde in diesem Roman ein kleines Denkmal gesetzt.

Kurze Info zu Gajendra: Noch ist er nicht zu sehen, wie mir Jonas schrieb. Wird wohl noch einige Tage dauern. In Leipzig soll er ja ziemlich „gewütet“ haben. Soll ein ganz ruhiger und netter Bulle sein, aber dafür arbeitet er an allem, was ihm vor den Rüssel kommt. Und wie ich gestern bei „Elefant, Tiger & Co.“ gesehen habe, sind genau die beiden Pfleger hier aus Hellabrunn gekommen, die ich vermutet hatte.
So eine imposante Erscheinung wie sein Vorgänger in Hamburg ist Gajendra mit seinen Stosszähnen nicht. Aber guckt euch Naing Thein an. Dessen Stummelchen sind noch schlimmer.

Noch etwas, weil ich es in meiner Suche gefunden habe. Es wurde bereits vor zehn Jahren die Totgeburt eines Elefanten im Fernsehen gezeigt. Das ist eine richtige Doku, die anscheinend mal auf Vox lief und danach in dem inzwischen nicht mehr existenten Sender XXP. Da handelte es sich ebenfalls um eine Hamburger Elefantenkuh. Es war Lai Sinh, bei der damals die Geburt knapp 26 Stunden dauerte. Nicht zu vergleichen mit dem Geburtsmarathon von Salvana, der, wenn ich mich erinnere, das doppelte an Zeit dauerte.

Hat am Donnerstag jemand den Maibockanstich im Bayerischen Fernsehen gesehen? Wenn nicht, dem sei gesagt, er hat was verpasst. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte kurzfristig abgesagt, so dass jemand anderes in den Saal einmarschieren musste. Dies war Markus Söder, dem das durchaus zu gefallen schien. Ich sagte gerade zu Regina, dass Söder wie ein König durch den Saal schritt, als er auch schon diese typische Königs-Winke-Pose einnahm. Irgendwie kann man gut voraussehen, was Söder als nächstes macht.
Seine Rede war nicht schlecht, vor allem die verschiedenen Biersorten, die er einzelnen Politikern oder deren Partei zugedachte. So bekam Seehofer ein Hallodri-Bier, die Grünen ein Lenin-Hanfbier und Aiwanger ein Neanderthaler Gesöffbier. Die FDP bekam einen Schnaps, der sich auf Brüderle bezog.
Am Ende kam dann Söder mit der Ikea-Lampe Söder. Das war zwar lustig, aber ich war doch verwundert. Da hat er beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg darüber gemosert, dass das nun ein alter Hut sei und dann kommt er selbst damit. Hat er wohl in der Zwischenzeit vergessen. Ansonsten war die Rede wirklich lustig, enthielt genügend Spitzen, vor allem gegen Seehofer. Das Verhältnis zwischen Seehofer und Söder ist ja nicht das beste, vor allem seit Weihnachten.

Das Thema der Woche war wohl schlechthin die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß. Tja, der Saubermann der Bundesliga, der Gutmensch, hat eiskalt mehrere Millionen auf einem Konto in der Schweiz gebunkert, ohne es zu versteuern. Warum sonst würde man es auch sonst in der Schweiz anlegen?
Der Aufschrei war gross. Jede Polit-Sendung änderte ihr Thema und berichtete über Uli Hoeneß. Dieser selbst sagte übrigens, dass das nicht richtig war, was er getan hat, aber dafür hat er doch auch immer viel Gutes getan und gespendet. Irgendwie passt das doch nicht zusammen. Das versucht er sich reinzuwaschen. Zudem wurden die Spenden steuerlich vergütet und das andere lief dann einfach so auf sein Schweizer Konto.
Stellt sich nun die Frage, wie hoch die Strafe für Hoeneß ausfallen wird.
Dem FC Bayern hat es nicht geschadet. Sie gewannen gegen den FC Barcelona mit 4:0.
Jetzt wird übrigens auch gegen Karl-Heinz Rummenigge wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Bricht nun der FC Bayern auseinander? Wohl kaum.

 

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Die Gerechtigkeit siegt


Eine Nachricht, die mich wahrlich erfreut hat: Die Staatsanwalt Hannover hat gegen Christian Wulff Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben. Nun leider die Ernüchterung. Bis es so weit ist, werden noch einige Monate vergehen und es bleibt fraglich, ob es überhaupt zu einer Verhandlung kommen wird. Denn erst einmal haben nun Wulffs Anwälte/Anwalt die Chance, ein Verteidigungschreiben, wie ich es mal so nenne, zu verfassen. Dann wird man sehen.
Wir erinnern uns, dass die Staatsanwaltschaft Hannover Wulff und David Groenewold einen Vergleich angeboten hat, damit es zu keinem Verfahren kommt. Da sollten beide eine fünfstellige Geldsumme zahlen. Im Grunde nicht schlecht, aber beide streben einen Freispruch an und nicht einen Freikauf. Also sind nun die Verfahren erhoben worden. Ob es dann wirklich zum Freispruch kommen wird? Wir werden es sehen. Ich glaube nicht so ganz daran, denn an Wulff soll ein Exempel statuiert werden. Da ich ihn nicht mag, finde ich das ganz in Ordnung.

Im Fall Nordkorea scheint sich endlich was zu tun. Aussenminister Kerry bat China um Mithilfe und diese reagierten prompt, indem sie zur nuklearen Abrüstung aufriefen. Bloss wird sich Nordkorea daran halten?
Im Grunde kann ich gar nicht verstehen, dass sich die Bevölkerung in Nordkorea sich das alles gefallen lässt. Die nagen da am Hungertuch, Kinder verhungern, aber die Regierung ist grössenwahnsinnig. Es erinnert mich wirklich an George Orwells Roman „1984“.
Abwarten, was geschehen wird.

Eine gute Nachricht für alle Stummfilmfreunde gibt es nicht nur am Dienstag auf Arte, wenn „Der Student von Prag“ aus dem Jahr 1913 läuft, sondern auch auf der Berlinale 2014. Dort wird die restaurierte Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ laufen. Für mich kein interessanter Stummfilm, aber der Film schlechthin, wenn es um Expressionismus im Film geht. Da kann man genauso gut auch noch den Film „Von Morgens bis Mitternacht“ nennen. Auch einer der ersten ganz in schwarz-weiss gehaltenen Stummfilme. Denn die meisten Filme wurden zur damaligen Zeit noch viragiert, um Tag oder Nacht anzuzeigen.
Ich würde mich viel eher freuen, wenn endlich mal der Fritz Lang-Film „Harakiri“ auf DVD erscheint oder im Fernsehen gezeigt wird. Im Internet gibt es zwar eine Version zum herunterladen, allerdings ist die nicht nur grottig, sondern hat auch noch niederländische Zwischentitel. Also nix, was ich wirklich verstehe.

Und wo ich gerade vom Film „Harakiri“ geschrieben habe. Der ist bekanntlich im Tierpark Hagenbeck gedreht worden. Da gibt es nun einen Thriller, der in besagter zoologischer Einrichtung spielt. Der Name lautet „Die Rollen des Seth“. Es beginnt im Jahr 1912, wo ein junger Ägypter mit einem Familiengeheimnis und zwei mysteriösen Gegenständen in Hamburg ankommt. Er ist Mitglied der Völkerschau „Am Nil“, die im Stellinger Tierpark stattfindet. Dort befreundet er sich mit einem Tierpfleger und dem Enkel eines Kaufmanns. Gemeinsam versuchen sie gegen die bösen Mächte zu kämpfen, die in den Besitz der Gegenstände kommen wollen. Die Gegenstände bergen ein Geheimnis, dass die Weltordnung erschüttert, wenn es ans Licht kommt.
Knapp hundert Jahre später tauchen die Gegenstände dann wieder beim Abriss des Eismeeres im Tierpark auf. Eine junge Ägyptologin ersteigert diese und versucht hinter das Geheimnis des Inhalts zu kommen. Dabei stösst sie nicht nur auf ein Rätsel ihrer Familie, sondern auch auf eine Mumie, die einen Brief bei sich trägt, der in Hieroglyphen verfasst wurde. Als die Ägyptologin das Geheimnis der Rollen entschlüsselt, wird eine alte Bruderschaft auf sie aufmerksam. Als Isis Just die Gefahr erkennt, ist es beinahe zu spät…
So, war das nun spannend geschildert? Nicht, dann sollte man vielleicht eine andere lesen. Und das geht am besten auf neobooks.de und xinxii.de. Amazon wird nächste Woche folgen. Derweil bei neobooks oder xinxii einfach „Die Rollen des Seth“ in die Suchmaske eingeben. Der Preis beträgt 4,99 Euro, ist aber jeden Cent wert. Denn es geht nicht nur um Hatschepsut, Senenmut, Nofretete und Echnaton, sondern auch um die Geschichte des Stellinger Tierparks im Zeitraum von 1912 bis 1922.
Ein spannendes Stück Geschichte, das durch einen schlitzohrigen Elefanten aufgewertet wird. Welche Züge dieser Elefant unter anderem trägt? Ja, Elefantendame findet sich in der Dickhäuterin aus dem Roman wieder. Aber sie taucht auch höchstselbst mit ihrem nunmehr verstorbenen Artgenossen Hussein auf.
Wer es also nicht liest, ist selbst Schuld. Ich habe es probegelesen und kann sagen, dass es einer der besten Romane ist, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Und das waren nicht wenige.
Bleibe ich noch einmal beim Stellinger Tierpark. Morgen vor 100 Jahren starb der Gründer des ersten gitterlosen Zoos der Welt: Carl Hagenbeck. Es blieb nicht der einzige Zoo, der so konzipiert wurde. Bereits zu seinen Lebzeiten hatte Carl Hagenbeck unter anderem den Zoo in Rom mit seinen künstlichen Felsbauten aufgebaut.
Kurz nach Eröffnung des Tierparks wurde Hagenbeck von anderen Zoo-Direktoren verlacht und als Tierhändler boykottiert. Denn der Tierpark diente immer noch dazu, Tiere unterzustellen und danach weiterzuverkaufen. Deshalb gab es bis 1937 auch noch kein Elefantengehege, sondern nur ein Haus, das sich bei der Dressurhalle befand. Denn die Dickhäuter wurden kurz nach ihrer Ankunft gleich weiter vermittelt. Ob dies bei allen Elefanten gemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Denn schon damals wurden die grauen Riesen fürs Elefantenreiten genutzt.
Als Carl Hagenbeck starb, verfügte er, dass jeweils einer aus den Linien seiner beiden Söhne an der Doppelspitze steht. Auch ein Grund, weshalb es die heutigen Streitgkeiten und Kleinkindereien gibt, die momentan die Zeitungen beschäftigt.
Noch etwas Aktuelles: Es gibt Gerüchte, dass angeblich ein neuer Elefantenbulle ankommen würde. Allerdings handelt es sich nicht um TBC-Bazille Thisiam, sondern um den Hellabrunner Bullen Gajendra, der momentan in Leipzig untergestellt ist. Wenn das der Wahrheit entspricht, wäre das eine Sensation. Und wie ich Jenala kenne, wäre sie unglaublich erleichtert, denn Gajendra ist ein rundherum gesunder Bulle. Zwar gibt es Gerüche, dass der Hellabrunner Bestand unter Herpes-Verdacht steht, allerdings stimmt das nicht. Es gibt zwar eine Kuh, die aus einem Herpes-Zoo kommt, Zürich, allerdings traten dort erst Jahre später Herpes-Fälle auf. Und die Dickhäuterin, die dafür verantwortlich angesehen wird, kam, nachdem Panang ging. Also kein Grund zur Sorge. Zudem weiss man ja bis heute nicht genau, was nun genau Elefanten-Herpes auslöst. Es wird immer noch gesagt, dass die afrikanischen Elefanten diesen Erreger in sich tragen, daran allerdings nicht erkranken. Wenn sie nun mit asiatischen Elefanten gehalten werden, bekommen diese Herpes – auch nicht immer, Elefantendame Mala ist ein gutes Beispiel -, weil sie keine Immunabwehr dagegen haben. Deshalb rückte man von der gemischten Haltung ab.
Wenn nun tatsächlich Gajendra kommt, wird er wohl bis etwa 2015 bleiben können. Denn bis Ende nächsten Jahres soll das Elefantenhaus in Hellabrunn saniert werden. Momentan leben die Elefantenkühe samt Klein-Ludwig in einem Provisorium. Ein Zelt für Elefanten, wie ich es nenne.
Mal abwarten, was sich tut und wie das EEP entschieden hat. Und was wird aus Thisiam? Den soll jemand anderes nehmen, jemand, der sich an einem ehemals positiv auf TBC getesteten Elefanten nicht stört.

Hat jeder letzten Samstag den Tatort von 1986 – gezeigt 1987 – gesehen? Elefantendame Mala in einer grossen kleinen Rolle. Ganz am Ende tauchte sie auf und identifizierte den Mörder in einer Gegenüberstellung. Bloss der Elefant, der dann mit dem Kopf schüttelte, das war dann wieder Mogli. Sieht man ja schon an den Falten, aber nicht am Ohr. Das war damals beim Faltenmonster noch ganz.
Um beim Fernsehen zu bleiben. Ich habe vor einigen Wochen mich bereits über die neueste Staffel von Caslte beschwert. Heute tue ich das noch einmal, denn die gestrige Folge war so was von schwach. Schön, dass Esposito auch einmal im Vordergrund steht, aber die Handlung selbst war richtig lasch. Und das ist fast die gesamte fünfte Staffel. Es gibt zwei Folgen, die herausstechen, aber ansonsten ist es einfach langweilig geworden.
Stelle ich zu hohe Ansprüche oder geht es anderen genauso?

 

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Wie vergiftet sind unsere Lebensmittel?


Ein Lebensmittel-Skandal jagt den nächsten. Erst das Pferdefleisch in der Tiefkühl-Lasagne, dann der Missbrauch des Bio-Siegels und schliesslich das mit einem Schimmelpilz verunreinigte Tierfutter.
Was können wir noch essen? Was ist wirklich so angebaut bzw. aufgewachsen, dass wir es guten Gewissens verzehren können?
Das mit einem Schimmelpilz verunreinigte Tierfutter, der Krebs auslösen kann, ist für den Menschen angeblich nicht gefährlich. Milch von Tieren, die dieses Futter gefressen haben, soll für den Menschen unbedenklich sein. Stimmt das wirklich oder ist das nur so ein Spruch, damit keine Hysterie entfacht wird? Im Grunde genommen sind wir Verbraucher doch ahnungslos. Wir kaufen Dinge, von denen erwarten wir, dass sie auch so sind, wie sie sein sollen. Also wenn Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein. Wie wir nun anhand der Eier aus Niedersachsen erfahren haben, ist das nicht immer der Fall. Aber das ist ja nicht der einzige Fall. Es gibt eine kleine regionale Bio-Siegel, die weitaus strenger sind, als die grossen. Da wird wirklich darauf geachtet, dass die vorgegebenen Massnahmen auch wirklich eingehalten werden. Da sind allerdings auch nicht hunderte oder tausende Betriebe drin. Also ist das auch weitaus leichter zu überprüfen. Und wenn zuviele in einem grossen Bio-Siegel sind, kommt eben das raus, was eben mit dem Hühnerbetrieb in Niedersachsen war. Eine Masse an Tieren auf einem Haufen, die zwar ein Bio-Siegel tragen, aber im Grunde genommen dagegen verstossen. Bloss bemerkt dies niemand. Ist also Bio wirklich die grosse Alternative? Es ist schon besser, aber auch nicht perfekt.
Sollen wir nun aufgrund der ganzen Lebensmittelskandale eigentlich Vegetarier werden? Ist das die grosse Zukunft? Nur noch Obst, Gemüse, Milch, Käse und Joghurt? Ist es das, was die Zukunft bringt? Können wir so den Lebensmittelskandalen entgehen?
Ich glaube kaum, denn anhand des neuesten Skandals mit dem kontaminierten Tierfutters, zeigt sich, dass es überall passieren kann. Nichts ist sicher. Erinnern wir uns doch an die EHEC-Epidemie vor zwei Jahren. Da wurden Bakterien auf spanischen Gurken gefunden. Auf einmal waren diese wie auch Salate und Tomaten verpönt, denn überall könnten sich die Erreger ja befinden. Am Ende war es ganz etwas anderes: Bockshornkleesamen aus Ägypten. In einem Betrieb in Bienenbüttel waren diese zum keimen gebracht worden und wurden schliesslich als Sprossen verkauft. Das war der Auslöser, der sich über ganz Deutschland ausbreitete.
Vor allem dürfen wir nicht vergessen, dass man als Vegetarier nicht automatisch ein besser umweltverträgliches Leben führt. Man hat im Gegenteil sogar festgestellt, dass es der Welt schlecht bekommen würde, wären alle Menschen auf einmal Vegetarier. Kaum zu glauben, aber wahr. Denn wenn wir Vegetarier würden, würden wir den Konsum von Milchprodukten verdoppeln. Und wie wir alle wissen, verbraucht ein Rind nicht nur viel Wasser und Tierfutter, sondern sorgt auch noch dafür, dass der Methangehalt ansteigt, was wiederum schlecht für die Atmosphäre der Erde ist.
Am besten wären noch Veganer dran, allerdings nehmen diese wiederum Sojaprodukte zu sich. Und für Soja wird bekanntlich Regenwald zerstört. Ausserdem weiss man nicht, wie sich diese genveränderten Pflanzen auf den menschlichen Körper auswirken. Bei Schweinen wurde festgestellt, dass die Vermehrungsrate stetig sinkt, also die Fruchtbarkeit kaum noch gewährleistet ist.
Das ist übrigens auch noch so etwas, was mich persönlich aufregt. Zwar müssen Produkte gekennzeichnet sein, die genveränderte Zutaten enthalten. Allerdings braucht kein Fleisch gekennzeichnet werden, wenn das Tier mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurde. Genauso Milchprodukte. Also wissen wir wirklich, was wir da zu uns nehmen? Vergiften wir uns nicht selbst langsam?
Warum boomt gerade das selbst anbauen von Obst und vor allem Gemüse. Überall schiessen diese kleinen Vereinigungen aus dem Boden. Denn Bio ist nicht nur in, wenn man es selbst anbaut, weiss man wenigstens, was man getan hat, welchen Dünger man verwendete und wie man seinen Ertrag steigern kann, ohne dazu starke Chemiekeulen zu verwenden. Das einzige, was noch problematisch werden könnte, wäre die Erde, der Boden, wo man sein Gemüse anbaut. Selbst Gemüse anbauen ist die Zukunft. Da können nur noch die Samen verunreinigt sein, aber wenn man selbst Gemüse zieht und danach deren Samen aufhebt, sollte man diesem Kreislauf entfleuchen können.

Die 25 beliebtesten TV-Tiere wurden am Donnerstag in der ARD vorgestellt. An erster Stelle schaffte es natürlich Flipper, aber danach kam eine Zeichentrickfigur – Biene Maja. Und das war nicht das einzige nicht reale Tier, das auf einem der 25 Plätze landete. Da waren unter anderem noch Samson aus der Sesamstrasse, Alf oder Tom & Jerry. Das sind für mich keine TV-Tiere. Vor allem Alf ist kein Tier, sondern irgendein Ausserirdischer, der am liebsten Katzen verspeist. Die hätten bei den TV-Tieren darauf achten sollen, dass es diese auch in der Realität gibt. Also eben keine Zeichentrick oder sonst welche Figuren. Natürlich sind Flipper, Lassie & Co. genauso wenig echt, da es nur Charaktere einer Tierart sind. Aber die kann man sich eben auch in echt ansehen. Zeichentrick, bleibt einfach nur eine animierte Zeichnung. Und ich bin echt enttäuscht, dass „Mr Ed, das sprechende Pferd“ nicht unter den Top 25 war, genauso wenig habe ich Lama Horst vermisst. Stattdessen kam das kleine Nashorn aus Leipzig vor. Das ist doch wirklich kein Niedlichkeitsfaktor. Wenn ich gewusst hätte, dass die beliebtesten TV-Tiere gewählt werden können, hätte ich sofort meine Wahl abgegeben. Und die wäre weitaus anders ausgegangen. Flipper niemals an erster Stelle, eher noch Kommissar Rex, Lama Horst oder eben Mr Ed. Stattdessen kommt Fury auf den vierten Platz. Ein langweiliges Pferd, aber wohl noch immer aktuell. Wobei mich mal das Durchschnittsalter der Wähler dieser Liste interessieren würde. Denn bei denen scheint Lassie absolut unpopulär zu sein. Ausserdem kommt noch das echte Walross Antje auf Platz 22 vor. Und das ist seit knapp zehn Jahren tot, war aber jahrzehntelang das Maskottchen des NDR, bevor es dann eine Figur von Janosch wurde.
Und welche Biene Maja wurde überhaupt auf den zweiten Platz gewählt? Die Zeichentrick-Biene, die wir kennen oder die neue 3D-animierte, die zu Ostern auf dem ZDF laufen soll? An der überholten Biene scheiden sich die Geister.
Sie sei zu dünn und sehe hässlich aus, heisst es auf der einen Seite, die andere hingegen findet sie modern und den neuen Sehgewohnheiten angepasst. Selbst Kindergartenkinder wissen nicht genau, für welche Biene sie sich entscheiden sollen. Der eine findet die alte gut, der andere die neue Maja.
Meine Meinung dazu: Ich bin mit der 70er Jahre Maja aufgewachsen, auch wenn ich nur selten die Serie geguckt habe, hatte vielmehr ein Malbuch von der Biene Maja. Dadurch ist für mich die alte Maja die einzig wahre. Nur sie ist es, die ich gut finde. Die neue hingegen sieht so aus, wie nun viele Zeichentrickserien ablaufen. Sie mag modern sein, aber der Kopf wirkt zum Körper riesig und sie wirkt tot. Lebendiger war die alte Zeichentrickfigur, nicht einmal Willi mag zu überzeugen. Der sieht aus, als habe er mit einer Diät übertrieben. Gesund ist bei Willi etwas anderes, eher krank, so wirkt er. Hingegen ist Flip, der Grashüpfer der einzige, der so ist, wie er war. Vielleicht hat mich da auch nur der Ausschnitt getäuscht, aber er sah noch so aus, wie man ihn kannte.
An Ostern kann dann jeder selbst entscheiden, welche Biene Maja er bevorzugt – die Neue oder die Alte.
Gut, zurück zur Auswahl der beliebtesten TV-Tiere. Man kann nicht erwarten, dass genau die Tiere gewählt werden, die man sich selbst wünscht, aber man kann doch wenigstens erwarten, dass keine Zeichentrick- oder Puppen-Tiere in so einer Liste auftauchen. Da könnte doch bei den beliebtesten Kino-Darstellerinnen genauso gut Betty Boop auftauchen. Auch eine Zeichentrickfigur, allerdings auch eine Frau. Man sieht, wie man es dreht und wendet, der Begriff TV-Tier ist ein grosser. Er schliesst nichts aus.
Wenn es nach Jenala gegangen wäre, hätte auch Elefantendame Mala einen Platz verdient, schliesslich hatte sie eine relativ grosse Rolle in der ZDF-Serie „Unsere Hagenbecks“. Bloss wäre wahrscheinlich wieder Mogli genommen worden, allerdings mit Malas Bildern, denn Mala hat Mogli beinahe in jeder Szene gedoubelt.

Am Mittwoch lief der allseits beliebte jährliche Starkbieranstich auf dem Nockherberg auf dem Bayerischen Rundfunk. Wer’s verpasst haben sollte, findet das Stück auf youtube oder der Mediathek des BR.
Wie bekannt, inszenierte in diesem Jahr zum aller ersten Mal Marcus H. Rosenmüller das Singspiel. Bis fast zuletzt war noch nicht viel herausgekommen. Worum würde es gehen, welche Politiker würden dieses Mal auf die Schippe genommen werden?
Nach der recht deftigen Fastenrede von Mutter Bavaria, die allerdings als nicht so scharf angesehen wurde, wie ich sie fand, begann das Singspiel.
Das Stück konnte nur besser werden als die letzten zwei Jahre, obwohl es immer heisst: Schlimmer geht immer.
Doch dieses Mal wurden die Zuschauer nicht enttäuscht. Im Wald sind bekanntlich die Räuber, dieses Mal die Münchener Politiker. Allen voran Horst Seehofer mit seinem Schlattenschammes Markus Söder. Hier wurde wieder die Tradition fortgeführt, wie es am Ende bei der Konstellation Stoiber/Söder. Der eine gibt vor, der andere folgt ihm wie sein Schatten, buckelt und hofft auf die Nachfolge. Dies war in diesem Jahr aber nicht Söder, sondern Ilse Aigner, die Kronprinzessin, die 333 Dirndl zuhause hätte und der sogar ein Dirndl nachwächst, wenn sie mal gar nichts trägt.
Dann die bekannte Opposition, mit Uli Bauer als Christian Ude, der nach drei Aufführungen Abstinenz endlich wiederkehrte. Bauer ist der bessere Ude. Bei dem anderen Ude-Darsteller sah man doch zu sehr heraus, dass er mal Schröder gespielt hatte. Uli Bauer spielte auch auf seine Rückkehr an, indem er sagte, dass sich nach all den Jahren nicht viel verändert hätte. Ob wir Bauer auch im nächsten Jahr sehen werden, hängt davon ab, ob Ude mit der SPD und seinen Koalitionspartnern, die wahrscheinlich aus Grünen und eventuell den Freien Wählern besteht, Seehofer stürzen kann. Dann werden wir allerdings auf Wolfgang Krebs und Stephan Zinner verzichten müssen. Auch irgendwie schade, aber vielleicht kehren sie in kleinen Röllchen wieder. Auf Guttenberg wurde in diesem Jahr ganz verzichtet, dennoch war sein Darsteller präsent auf der Bühne, denn er spielt den Freie Wähler-Kandidaten Aiwanger. Und auch wenn das Gebiss Bayerns im Singspiel nur kurz erwähnt wurde, kann ihre Darstellerin dennoch vor, als Ilse Aigner, wo sie viel besser zur Geltung kam als wie die letzten beiden Jahre als Haderthauer.
Plötzlich tauchte noch Peer Steinbrück auf, der Darsteller hatte früher Beckstein dargestellt, der in eine Bärenfalle getreten war. Er hielt einen grossen Vortrag, der immer wieder unterbrochen wurde durch ein Piepen, wo in seine Geldbörse Bares gefüllt wurde, damit er weitersprach. Am Ende verlor er noch ein Bein, aber hauptsache er bekam sein Geld und wenn es bei einem Vortrag über Motivation war.
Interessant war auch die Szene, wo plötzlich im Zuschauerraum das Rösler-Double auftauchte. Ich hatte ihn da zuvor schon sitzen sehen und gedacht, was macht der denn da? Und kurz darauf meldete er sich zu Wort und wurde prompt aus dem Saal geführt.
Am besten war dann das plötzliche Auftauchen des Revierförsters, der sich als unehelicher Sohn von Franz Josef Strauß herausstellte. Und wie man es vom Nockherberg kennt, wurde er gleich zu einem Sozialdemokraten umgewandelt.
Am Ende schwächelte das Stück dann ein wenig, aber im Grossen und Ganzen das beste Singspiel seit eigentlich 2009. Damals hatte zum letzten Mal ein Team sich für das Singspiel verantwortlich gezeichnet, dass nach herber Kritik zurückgetreten war. Zu den Schreibern hatte unter anderem auch Uli Bauer gehört. Danach sollte etwas Neues kommen. Mit „Bavaria sucht den Super-Politiker“ war man schon angenehm überrascht, doch danach ging es nur bergab. Letztes Jahr war es wieder etwas besser, aber dennoch schwach.
Wer es ein wenig CSU-lastig fand, mag schon recht haben, aber es geht hier hauptsächlich um Bayern, da ist die Bundespolitik nur Nebensache.
Was mir noch aufgefallen ist: Es wird anscheinend mehr darauf geachtet, dass die Darsteller auch wirklich singen können. Wenn ich da an die frühere Darstellerin von Angela Merkel denke, das war furchtbar. Letztes Jahr hatte dann auch die Darstellerin gewechselt, die war besser.
Dieses Jahr war das Singspiel in der Tradition der Singspiele, die man früher kannte. Lustig, nicht langweilig und vor allem richtig auf den Punkt. Marcus H. Rosenmüller hat seine Sache gut gemacht. Hoffen wir, dass es so bleiben wird.

Eine traurige Nachricht erreicht einen aus dem Pairi Daiza, Elefantendame Malas Wohnort. Letzte Woche Freitag hatten dort bei der schwangeren Ani die Wehen eingesetzt. Am Sonntag wurde dann erst festgestellt, dass das Kind im Becken falsch liegt. Am Ende konnte nur noch der Tod des kleinen festgestellt werden. Die Wehen hatten ausgesetzt und vom Jungtier gab es keinen feststellbaren Herzschlag mehr. Ani geht es momentan den Umständen entsprechend gut. Noch ist das Jungtier in ihr, man hofft aber, dass sie es bald austreiben wird. Sollte dies nicht geschehen, könnte sich eine Steinfrucht bilden und Ani wäre damit ein für alle Mal nicht mehr für die Zucht geeignet.
Rani soll sie bei der Geburt sehr unterstützt haben. Beide waren ja auch bei den Spaziergängen immer ganz eng zusammen. Elefantendame Mala hingegen hat mit den beiden nicht viel am Hut. Sie mag zwar die Chefin der Gruppe sein, aber mehr ist das auch nicht. Die beiden wollen mit ihr nichts zu tun haben und sie nichts mit ihnen. Ein kurzes Interesse mag bestehen, aber mehr auch nicht. Mala ist genauso einsam, wie sie es schon in Hamburg war, als sie mit Hussein zusammenlebte. Das war auch mehr eine Zweckgemeinschaft, wo eigentlich jeder für sich lebte.
Deshalb bleibt es auch unverständlich, warum die Dickhäuterin nach 46 Jahren mit knapp fünfzig einfach abgegeben wurde. Gut, momentan mag kein Gehege frei sein und den neuen Bullen, diese Tbc-Bazille, wollte man Mala wirklich nicht zumuten oder umgekehrt. Aber wenn Shahruhk und Shanti gehen werden, ist die Mutter-Kind-Anlage frei. Und solange nichts frei gewesen wäre, hätte man Mala tagsüber in der Elefantenhalle lassen können, ganz allein zwar, aber mit ein wenig Beschäftigung hätte sie das nicht weiter gestört. Mala hätte in aller Ruhe abnehmen können. Und wenn die anderen Elefanten nicht hätten raus können, wäre Mala eben im alten Nashornstall geblieben. Bei Schnee und Eis kam sie doch eh nie raus. Also wäre es kein Problem gewesen. Aber die Elefantin war zu nichts mehr nütze, sie hatte mit Husseins Tod ihre Schuldigkeit als Gesellschafterin getan. Zudem webt sie auch recht stark, war zuvor niemanden gestört haben schien, obwohl sie dies schon seit mehr als 27 Jahren macht. Aber es fällt mehr auf, wenn ein Elefant allein in einem Gehege steht. Und so verschwand Mala.
Jenala hat es noch nicht aufgegeben, dass die Elefantenkuh zurückkehren wird. Man kann nur hoffen, aber vielleicht wird der Tag kommen, an dem Mala lebend zurückkehren wird.
Nichtsdestotrotz ist die Elefantendame weiterhin als Rüsselorakel aktiv. So hat sie in der letzten Woche wieder einmal bewiesen, den richtigen Riecher zu haben. Morgen wird nun der FC St. Pauli gegen den VfR Aalen spielen. Was Mala sagt, wie dieses Spiel ausgeht? Tja, sie tippt auf einen Sieg St. Paulis. Recht optimistisch, aber wichtig für die Kiezkicker. Zwar werden sie sich um keinen Platz verbessern, aber Boden gutmachen gegen den Abstieg.

 

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Einmal ist es zuviel! – Mit dem Papst ist nicht zu spaßen


Über die Nachricht habe ich mich wirklich sehr gefreut. Der Hamburger Tatort bekommt noch einen weiteren Kommissar hinzu. Dargestellt wird dieser durch Wotan Wilke Möhring.
Das mag vielleicht kein Weltstar sein wie Til Schweiger, dafür hat er aber hundertmal mehr Klasse. Leider wird nur der erste Tatort direkt in Hamburg spielen, die anwderen werden im Umland stattfinden. So soll dann die Konkurrenz zu Schweiger verhindert werden. Eigentlich schade, denn es dürfte doch schon jetzt klar sein, wen die Zuschauer lieber sehen wollen. Und das ist nicht der Nuschelpott vom Dienst.
Warum dem die Rolle eines Tatort-Kommissars eigentlich angeboten wurde, frage ich mich jetzt noch. Der hat weder Ausstrahlung, Charisma noch kann er die Leute wirklich begeistern. Ja, seine Erfolge mögen vielleicht für ihn sprechen, aber dennoch muss es einem doch irgendwie komisch vorkommen, wenn sich ein Schauspieler in mehreren Filmen, wo er als Regisseur tätig ist und noch dazu das Drehbuch geschrieben hat, selbst als Hauptdarsteller auftritt. Entweder bedeutet das ein überdimensionales Ego oder aber derjenige bekommt nicht die großen Hauptrollen für andere Filme angeboten. Was mag denn nun stimmen? Vielleicht gibt es sogar noch eine dritte Möglichkeit.
Irgendwie könnte man zu ersterem tendieren, aus dem Grund, weil Schweiger nach seinem Engagement beim Tatort die Sprache auf den vierzig Jahre alten Vorspann der Sende-Reihe brachte. Er hielt ihn für angestaubt und wollte was Neues, also für seine Tatort-Filme. Glücklicherweise wurde sich dagegen entschieden. Denn auch wenn der Vorspann angestaubt sein mag – ich persönlich finde ihn zeitlos -, so ist er doch das Erkennungszeichen. Gut, der Vorspann des Polizeiruf 110 mag in den letzten zwanzig Jahren mindestens dreimal verändert worden sein, aber da fällt das irgendwie nicht auf. Zudem ist es auch eine andere Sende-Reihe.
Es gibt einen Disney-Film, den hat meine kleine Schwester gehasst wie die Pest: Hercules. Gegen die Handlung hatte sie nichts, aber sie mochte die Stimme von Hercules nicht. Und wer hat diese Figur gesprochen? Richtig, Til Schweiger. Und damit komme ich auch schon dazu, was der grösste Kritikpunkt an diesem Darsteller ist, seine Stimme. Nicht nur, dass er beinahe sämtliche Worte durch sein nuscheln undeutlich ausspricht, dass man sich fragen muss, was der denn genommen haben könnte, nein, diese Stimme ist auch absolut nicht für die Ohren geeignet. Ich weiss, warum ich sofort wegschalte, wenn er irgendwo auftaucht, denn diese Stimme ist die reinste Folter. Ein Grund weshalb ich ihn auch niemals interviewen will. Das würde ich einfach nicht durch stehen.
Wie ich schon vor Monaten erwähnte, werde ich den Schweiger-Tatort boykottieren. Weiss nicht, was es bringen wird, aber wenn das wirklich ein Flopp mit dem werden sollte, kann ich sagen, ich hab’s auch nicht gesehen.
Wotan Wilke Möhring ist die weitaus bessere Wahl. In seinen Tatorten, die leider auch nur einmal im Jahr gezeigt werden, wird Wert auf die Polizei Arbeit gelegt und nicht auf das Geplänkel dazwischen. Ddenn in vielen Krimis wird dem Privatleben des Ermittlers beinahe ein höherer Stellenwert eingeräumt als dem eigentlichen Fall. Bei der ZDF-Krimireihe „Stolberg“ ist das etwas anders. Da wird mehr Wert auf den Fall gelegt. Allerdings hat die Serie nun schon ihren dritten Sendeplatz. Von Freitag 20.15 Uhr auf Samstag 22 Uhr irgendwas auf nun Dienstag 20.15 Uhr. Und gerade der Dienstag ist ein toter Tag, da auf der ARD um die Zeit recht erfolgreiche Serien laufen, wie momentan „Der Dicke“ mit Dieter Pfaff.
Zurück zum Tatort. Die Dreharbeiten mit Möhring als Kommissar haben am Dienstag, also gestern, begonnen. Wir dürfen gespannt sein, was für ein Krimi es werden wird. Besser als der mit Schweiger auf jeden Fall. Das macht allein schon der Hauptdarsteller aus.
Möhring ist weder affektiert, noch will er sich im Scheinwerferlicht sonnen. Ihm nimmt man die Rollen ab, die er darstellt.
Ich hoffe, dass die Zuschauer es auch so sehen und seine Tatort-Fälle mehr gucken, auch in der Wiederholung, als die von Schweiger. Dessen Tatorte sollte man einfach nur boykottieren. Jedenfalls werde ich das machen und ich weiss, dass aus meiem Freundes- und Bekanntenkreis mehr als zwei Dutzend das auch machen werden.

Gestern hatte ich mal wieder in einem Zeitschriftenladen gestöbert. Dabei fiel mir die aktuelle „Titanic“-Ausgabe ins Auge, wo der Papst mal wieder übel „veralbert“ (man kann passendere Wörter nehmen, aber die nehme ich nicht mal so in den Mund) wird. Es geht um die Vati-Leaks-Affäre, wo der Kammerdiener des Papstes die Inhalte geheimer Dokumente weitergegeben hat. Bloss weiss man immer noch nicht, wer denn nun der eigentliche Auftraggeber ist. Die Satire-Zeitschrift Titanic titelte dazu: Eilmeldung Leck gefunden!
Auf dem Titel war Benedikt XVI. abgebildet und auf seiner wissen Soutane zeichnete sich ein grosser gelber Urinfleck ab. Betrachtete man nun die Rückseite, war laut Titanic ein weiteres Leck gefunden worden. Nun zierte die weisse Soutane am Gesäss einen braunen Fleck. Nicht wirklich nett, sondern bitterböse, wie sich die Zeitschrift immer wieder gibt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass der Papst als Witzfigur für den Titel hin halten musste.
Ich erinnere mich eine recht harmlose Variante, wo der Papst, damals noch Kardinal Ratzinger, auf der Rückseite der Zeitschrift abgebildet war. Es war eine Anti-Ebay-Werbung. Ratzinger war mit Mitra abgebildet und daneben stand im Begleittext, dass man bei Ebay Mohren, Hirtenstäbe und noch mehr Artikel bekommen könne. Das war die März Ausgabe 2005 gewesen. Kann mich noch gut daran erinnern, weil ich diese Ausgabe der Zeitschrift in die Hände bekam, als Ratzinger kurz zuvor zum Papst gewählt worden war.
Danach machte sich Titanic immer mal wieder über den Papst lustig. Höhepunkt des ganzen nun dieses Inkontinenz-Cover.
Dieses Mal allerdings reichte es Benedikt und ließ das Cover durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg verbieten. – Frage: Wieso ist das Landgericht Hamburg für solche Sachen eigentlich immer zuständig?
Der Titel der akutellen Juli-Ausgabe der Titanic darf nicht mehr gedruckt oder auf der Internetseite gezeigt werden. Alle bereits ausgelieferten Exemplare dürften aber noch weiter verkauft werden. Das erfuhr ich noch während der Arbeit, sodass ich auf de Nachhauseweg erst einmal den nächsten Zeitschriftenladen stürmte. Leider hat der aber keine Exemplare mehr oder wollte sie mir nicht verkaufe. Wir wissen ja, wie sehr die Bayern katholisch sind. Also ab in eine Bahnhofsfiliale. Dort hatten sie auch noch wenige Exemplare. Ich mir das beste geschnappt und dann gleich gekauft. Erhoffe mir von der Ausgabe jetzt nicht den großen Wert, aber man sollte so was haben. Erinnert mich ein wenig an den Roman „Esra“, der bis heute nicht verkauft werden darf, da zwei der Figuren nur allzu deutlich von ihren realen Vorbildern als diese erkannt wurden. Vor einigen Monaten – oder war’s im letzten Jahr? – wurde erneut entschieden, dass der Roman weiterhin verboten bleibt. Wer da ein Exemplar hat, darf sich freuen, wobei die Handlung nun wirklich nichts ist.
Die Titanic hat reagiert und das Cover von ihrer Internetseite genommen, dennoch wollen sie nicht kampflos aufgeben.
Ich weiss jetzt nicht, warum sie das noch weiter breittreten, aber so schnellen die Verkaufszahlen dieser Ausgabe wahrscheinlich ähnlich in die Höhe wie damals bei der Ausgabe, wo Kurt Beck als Problembär bezeichnet wurde, hatte dieser auch eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Heft entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Denn anfangs schienen die Titanic-Leute das gar nicht so ernst zu nehmen. Es war übrigens die Juli-Ausgabe vor sechs Jahren. Ausserdem auch nicht das erste Mal, dass eine einstwilige Verfügung erwirkt wurde. Schon Björn Engholm gefiel nicht, was die Titanic da mit seinem Bild veranstaltet hatte. Bloss Helmut Kohl schien es nicht zu interessieren, obwohl er jahrzehntelange der Häme des Titanic-Magazins ausgesetzt war. Auch Angela Merkel scheint es nicht zu stören. Aber wie heisst es so schön, irgendwann ist der Punkt erreicht, der das Fass zum überlaufen bringt.
Ich besitze jetzt ein Exemplar, wo ich noch meinen Enkeln erzählen kann: Seht her, damals ist dieses Cover verboten worden, aber euer Opa hat sich noch schnell ein Exemplar gesichert.
Titanic jedenfalls kann sich freuen, denn ihr Heft ist in aller Munde. Alle Welt berichtet davon, und jeder der sich darüber aufregt, macht doch nur Reklame dafür.

Wie ich durch einen Zufall gesehen habe, ist mein Artikel von Samstag, der über Elefantenkuh Mala, verlinkt worden. Dagegen habe ich nichts, aber eine klitzekleine Mitteilung wäre nett gewesen. Ich weiss, dass ich weder eine Impressum-Seite noch meine Email-Adresse hier stehen habe. Dennoch hätte man mir einen Kommentar schicken können, wo mir das mitgeteilt werden.
Ich überlege ja immer noch, wie der Abgang mit Elefantendame Mala gelaufen ist. Es kommt mir bald wie eine Nacht-und-Nebel-Aktion vor. Vor allem das dann auch noch das Eismeer eröffnet wurde und so die Aufmerksamkeit darauf lag. Plötzlich war das Gehege leer und die Elefantin einfach nicht mehr da. Wenn das vorher durchgesickert wäre, ich weiss nicht, ob das jedem Stammbesucher gefallen hätte.
Gut, vielleicht mag es Mala in Belgien wirklich besser gehen, aber wenn man bedenkt, dass sie da in direkter Nähe einer afrikanischen Elefantenkuh ist. Gesundheitlich eine schlechte Lösung.
Es ging wohl nicht nur darum, dass Mala nicht allein stehen sollte, sondern auch, dass die Pfleger nucht mehr andauernd gefragt wurden, was Mala denn da mache, wenn sie mal wieder webte. Dass sei in den letzten zwei Monaten extrem geworden. Vorher fragten vereinzelt mal ein paar Besucher, aber in dem Zeitraum wurde beinahe stündlich mehrmals nachgefragt. Und als Mala dann eben alleine war, fiel es ja noch mehr auf, wie ich bereits geschrieben habe. Das dürfte für mich der Hauptgrund gewesen sein, warum Mala gehen musste.
Als ich mir vorhin einen alten Artikel ansah, sprang mir ins Auge, dass ich Mala damals schon als „greatest Star of all“ bezeichnet hatte. Hatte ich am Samstag ja auch getan, da aber im Zusammenhang mit dem Film „Sunset Boulevard“ und das der Stern der Dickhäuterin im Laufe der Jahre stetig gesunken ist.
Eine der grössten Herden Europas lichtet sich langsam. Als nächstes dürfte Thura gehen, frühestens nächstes Jahr spätestens 2014. Warum? Sie ist ein weiterer Problem Elefant, unter Dauerbewachung. Ihre Tochter ist drei Jahre alt geworden letzte Woche. Noch trinkt sie Milch bei Mutter Thura, was sich im nächsten oder übernächsten Jahr erledigt haben dürfte. Dann endet Thuras Schonfrist und man darf Sucher sein, dass auch sie den Tierpark verlassen wird. Ob sie dann zu Freundin Saida nach Leipzig darf? Die würden sich sicherlich freuen, ein weiteres Problem-Tier zu bekommen. Aber für Saida wäre es gut, denn das Modell Mala ist bei ihr gescheitert. Auch wenn sie noch beim Bullen in der Anlage steht, sieht man, dass das keine Dauerlösung ist. Das ist ein Ignoriere, dass es bei Mala und Hussein so nie gegeben hat. Saida mag Naing Thein nicht und das sieht man. Falls Thura kommen würde, hätte sie wieder jemanden nach dem Weggang ihrer Tochter Salvana.
„Hagenbeck hat an Bedeutung verloren. Da könnten sie hundert Mal das Eismeer abreissen und wieder aufbauen, es ändert nichts an der Tatsache.“ Verbitterte Worte, aber irgendwie hat Nina recht. Denn der Tierpark war Mala. Sie war eine Institution.
Nina jedenfalls ist konsequent. Sie geht überhaupt nicht mehr hin. Aber das sagte sie bereits schon vor einem Jahr: Ab dem Tag, wo Mala nicht mehr da ist, wird sie den Hamburger Tierpark ignorieren.
Was mit dem Ergebnis des Obduktionsberichtes von Elefantenbulle Hussein ist, kann ich nicht sagen. Im Internet ist dazu nichts zu finden. Das bedeutet, dass das Ergebnis noch nicht bekannt ist oder aber nie bekannt gegeben werden soll. Nach zehn Tagen hätte man das obduktionsergebnis vorliegen, hiess es. Also hätte es spätestens am 30. Juni bekannt sein müssen. Aber wir wissen immer noch nichts. In der Zwischenzeit sind in Hamburg weitere Dinge geschehen, die davon ablenken, die Eröffnung des Eismeeres. Für das soll man angeblich anderthalb Stunden brauchen, um es zu durchqueren. Ninas Cousin hätte nur eine halbe Stunde gebraucht. Ist er da durch gerannt, aber das Tropen-Aquarium schafft man auch in gut zwanzig Minuten.

 

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Wie ein Tierpark seinen größten Star abschob und damit eine Ära endete – Elefantendame Mala ist fort!


Ausnahmsweise beginne ich den Blog direkt mit einem Bild.


Dieses verwaiste Bild bietet seit Mittwoch das Bullengehege im Hamburger Tierpark. Fast hat es den Anschein, als würde Mala gleich von hinten kommen und die Anlage betreten. Doch sie wird nie mehr kommen, denn der klügste Elefant, den dieser Tierpark jemals hatte, ist fort – für immer.

Eigentlich wollte ich jetzt hier gross und breit über die langersehnte Eröffnung des Eismeeres berichten, doch die Geschehnisse dort haben sich verschoben, denn es ist etwas eingetreten, womit alle rechnen mussten und dennoch hofften, es würde nie kommen.

Nina ist wirklich zu bedauern. Erst muss sie damit zurechtkommen, dass der Elefantenbulle kurz vor dem Transport in sein neues Zuhause tot umfällt. Und nun ist ihre schlimmste Befürchtung eingetreten: Elefantenkuh Mala hat den Tierpark für immer verlassen. Nach sechsundvierzig Jahren in Hamburg, musste sie am Mittwoch den Weg nach Belgien antreten, wo sie ein Platz im Pairi Daiza, vormals Parc Paradiso, erwartete.
Klammheimlich ging sie am Mittwoch auf die Reise. Nirgendwo wurde es berichtet, stattdessen bereitete man sich auf die grosse Eröffnung des Eismeeres vor. (erst Donnerstagnachmittag wurde die Neuigkeit ins Internet gestellt. Und wie Hohn klingt es, wenn da steht, dass sie dort hoffentlich Leitkuh werden darf.) Zeitung und Fernsehen war da und berichtete gross und breit über das Spektakel des Jahres. Mala hingegen wurde mit keinem einzigen Buchstaben erwähnt. Sie ist ja auch so unbedeutend, eben das fünfte Rad am Wagen.
Durch Zufall erfuhr Nina davon. Ihr Cousin erwartete sie bereits am Donnerstag am Eismeer und teilte ihr die Hiobsbotschaft mit. Danach war für Nina alles gelaufen, was man verstehen kann, denn sie hing an Mala wie sie nicht einmal an Jenny gehangen hat. Und dann so mir nichts dir nichts zu erfahren, dass der Elefant, der einem so viel bedeutet, nicht mehr da ist, ist besonders traurig.
Ich kann es in dem Sinne nur nachempfinden, dass ich mal einen Hund namens Ajax hatte. Und als der starb, glaubte ich, eine Welt würde zusammenbrechen. Mehr als eine Woche war ich neben der Spur. Auch wenn ich nicht weinte wie ein Schlosshund, so war ich doch irgendwie am Ende. Es fehlte etwas, ein Teil von mir war plötzlich verschwunden und würde nie mehr wiederkehren.
Mala hingegen lebt noch, aber sie ist weit weg, in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza.
Ich weiss nicht, warum sie so weit weggehen musste. Wahrscheinlich deshalb, damit es auch garantiert nicht die Möglichkeit gibt, sie zurückzuholen.
Nina hat letzte Woche noch gesagt, sie würde sich irgendwelche Aktionen einfallen lassen, wenn es sein müsste, nur damit sie bleiben kann. Ernst meinte sie es, wusste nur nicht, was sie tun sollte. Ihrem Cousin wäre sicherlich was eingefallen, wobei ich da so meine Bedenken hätte, was das geworden wäre.
Nina und Mala, das war etwas Besonderes, das konnte man sehen. Wenn Mala hinten stand und Nina ging zum Gehege, stellte sich dort hin, machte weiter nichts, sondern stand einfach da, dann kam Mala. Sie sah, besser roch, Nina und kam, in ihrem typischen flotten Schritt.
Insgeheim macht Nina sich auch Vorwürfe. Denn wenn sie am Dienstag hingegangen wäre, hätte sie die Dickhäuterin noch einmal gesehen. Aber sie ging nicht hin, obwohl Rani ihren dritten Geburtstag feierte. Ninas Schwester hatte auch Geburstag, weshalb sie sich für diese entschied. Und nun nagt es an ihr, dass sie Mala an dem Tag noch hätte sehen können.
Mit Mala verliert Hagenbeck seinen grössten und beliebtesten Star. Ich sage bewusst, dass Mala ein grosser Star ist, denn sie hat die meisten Tricks beherrscht, war die gelehrtigste unter ihnen. Und vor allem die Stammbesucher haben sie gemocht. Und selbst wer sie nicht kannte, war gleich von ihrem freundlichen Wesen eingenommen.
Malas einziger Fehler war, wenn man von ihrem Weben absieht, dass sie sich nicht mit der Leitkuh Mogli verstand. Damals, 1992, starb die damalige Leitkuh und beide Kühe wollten diesen Posten haben. Kann man ja auch verstehen. Seit Mogli da war, begann Malas Stern langsam zu sinken, also wollte sie der nicht auch noch den wichtigsten Posten in der Herde überlassen.
Während einer Dschungelnacht kam es zu einem Unfall, wo ein Elefantenpfleger verletzt wurde. Auslöser war Mala, die ihrer Konkurrentin Mogli in den Schwanz gebissen hatte. Sie hatte eben die Chance gesehen, sich an ihr zu rächen. Wer sollte es ihr verdenken? Wir machen so was bei unserem Feind doch auch, wenn die Gelegenheit günstig ist. Aber ein Elefant in Menschenobhut darf so etwas nicht tun. Und so wurde später entschieden, dass Mala aus der Herde genommen und zu Hussein ins Bullengehege
Diese Anlage war anfangs als Mutter-Kind-Anlage genutzt worden, wo auch Mala als „Tante“ bei den Jungtieren stand. Dann wurden die Nashörner abgeschafft, dort kam die Mutter-Kind-Anlage hin und die ehemalige Anlage wurde zu dem, was sie eigentlich war, das Bullengehege. Hussein zog ein und mit ihm Mala als seine Gesellschafterin oder Mitbewohnerin, ganz so, wie man es auch immer sehen will.
Achtzehn Jahre ging es gut, es gab mal immer wieder Höhen und Tiefen, doch sie kamen gut miteinander aus. Dies änderte sich im August 2010, wo Hussein Mala arg malträtierte, dass sie verzweifelt um Hilfe rief. Danach war in der Beziehung der beiden nichts mehr, wie es vorher war. Mala fürchtete Hussein anfangs geradezu. Dann ging es wieder einigermassen, doch irgendetwas zwischen den beiden war zerbrochen. Für den Laien war dies nicht zu sehen, aber Nina sah es. So wie sie auch eine letzte von Husseins Attacken Anfang April diesen Jahres sah. Kandy, Tochter von Spucktante Yashoda, kam ihr zu Hilfe. Und dann kam der 15. Juni: Hussein sollte gehen und starb kurz vor dem Gang in die Transportbox. (Das Obduktionsergebnis steht immer noch aus, obwohl die zehn Tage lange genug rum sind.)
Mala nahm das ganz locker hin, wirkte richtig gehend befreit am nächsten Tag. Sie wurde zu Königin Mala, die Audienz gab. Auf einmal war das Futter ihr nicht mehr so wichtig, dass die Besucher ihr reichten.
Aber eine Woche vor ihrer Abreise wirkte die Elefantendame verändert. Sie hätte traurig gewirkt, bedrückt, niedergeschlagen. Nina deutete es als Trauer, doch nun weiss sie, dass es ganz etwas anderes war.
Nach Russland ist Mala nicht gekommen, wie Ninas Cousin geunkt hatte. Aber weit weg ist sie dennoch. Nach Belgien sind es mit dem Zug mindestens sechs bis acht Stunden.
Wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen würde? Eben noch da, am nächsten Tag schon weg.
Nun muss man sich Sorgen um Malas Gesundheit machen, denn in Pairi Daiza wird auch ein afrikanischer Elefant gehalten. Und wie es aussieht, haben die asiatischen Elefanten nahen Kontakt. Das ist gar nicht gut, denn die afrikanischen können Elefanten-Herpes übertragen. Mala könnte es kriegen. Damals, als in Hagenbeck noch asiatische und afrikanische Elefanten gehalten wurden, hat sie es nicht bekommen. Aber damals war sie ein junger Elefant. Sie ist in einer neuen Umgebung, bei Menschen und Elefanten, die sie nicht kennt. Da kann das Immunsystem in den Keller gehen und Mala hat es wirklich nicht verdient, so von dieser Welt zu gehen. – Weil sie das fünfte Rad am Wagen ist.
Ich hätte sie gerne wieder besucht, die alte Tauschgeschäftemacherin, wenn ich mir das Eismeer angesehen hätte. Sie war der grösste Star von allen und wie in diesem Lied aus dem Musical „Sunset Boulevard“, das auf dem gleichnamigen Kinofilm beruht, sank auch ihr Stern bis sie ins Abseits geriet.
In dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor ist Mala als sie selbst und als Elefantenkuh Bertha ein Denkmal gesetzt worden. Das ebook ist beispielsweise bei Amazon oder Weltbild erhältlich. Und nicht nur Mala hat ihren Platz in dem Thriller gefunden, sondern auch das alte Eismeer. Die Dickhäuterin wird in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe eine weitere bedeutende Nebenrolle spielen.
Tschüß, Mala, vielleicht finden sich ja einige Menschen zusammen, die dich wieder zurückhaben wollen. Vielleicht kannst du dann wiederkehren – wenn du darfst.


Tschüß ihr alle! Vielleicht komme ich wieder! Bleibt mir treu und vergesst mich nicht – niemals!

Weitere Berichte über Mala:
Quo vadis, Mala
1. Jahrestag
50. Geburtstag
2. Jahrestag
3. Jahrestag
4. Jahrestag

Und dann doch noch zum Eismeer. Am Donnerstag ist es feierlich eröffnet worden, mit Zeitung, Fernsehen und allem drum und dran. Die Besucher haben nun die Möglichkeit, auch das Innere des Baus zu begutachten.
Hierzu darf ich Jonas erwähnen, der so nett war und mir seine Eindrücke überlassen hat. Nina kann dazu gar nichts sagen, hat alles nur durch einen Schleier wahrgenommen.
Man kommt in einen Gang, sieht das Wasserbecken der Eisbären, wo sich allerdings keiner der beiden tummelte. Das Männchen soll recht ramdösig sein und sieht auch nicht gerade wie eine wahre Eisbärenschönheit aus, soll heissen: Es ist das hässlichste Exemplar, das Jonas je gesehen hat. – Wie viele Eisbärenmännchen hat er denn bis jetzt in seinem Leben schon gesehen?
Dann weiter und man kommt zum Becken, wo sich das Walross mit zwei Kegelrobben drin tummelt. (Ganz ehrlich, wenn ich Kegelrobben sehen will, fahre ich nach Helgoland, das gleiche gilt für Papageientaucher) Der Clou hier sind die beheizten Sitzsteine, so dass man sich als nierenkranker Mensch und garantiert keine Blasenentzündung holt.
Weiter durch lange, zum Teil dustere Gänge, die geradezu dazu einladen, dass sich da ein paar Erschrecker hinstellen. Ganz ehrlich, Jonas ist der festen Überzeugung, dass das die perfekte Geisterbahn wäre. Phantasie hat er, das kann man wirklich nicht leugnen. An den Wänden würde passend zur jeweiligen Landschaft auch was stehen. Weitere Becken kommen, dann auch die Pinguine, deren hintere Anlage man auch begutachten kann. Schliesslich der Raum für die Freiflieger mit Trottellummen und Papageientauchern. Dann übersieht man beinahe die Tür für die Königs- und Eselspinguine. Dort ist es nicht nur eiskalt – Jonas benutzte ein anderes, ähnliches Wort -, sondern stinkt auch ziemlich nach Fisch und Pinguin. Nunkommt man auf einen langen Gang, der mit der Geschichte des Eismeeres von damals bis heute geschmückt ist. Schliesslich betritt man eine Treppe und sieht an den Wänden die bedeutenden Daten fürs neue Eismeer. Noch schnell ein Blick über den Rand der Fläche geworfen und man hat es dann auch schon fast geschafft.
Jonas‘ Meinung: So toll ist das gar nicht. Der Vorgänger war besser.
Uriger wird er wohl gemeint haben. Die Bilder, die ich hier gesehen habe, sprechen für sich. Es mag alles grösser sein, aber schöner ist es bei weitem nicht. Viel zu eckig. zu steril, zu kalt. Das ist nicht das, was es war. Aber es war klar, dass das alte niemals wiederkommen würde. Und dennoch, man trauert dem Original-Eismeer hinterher. Denn dies war der Ort, wo „Die Spinnen“ gedreht wurde und noch andere Stummfilme.
Ach ja, Vorsicht vor dem Walross bei der Vorführung: Es spuckt auf Kommando. Da sollte man als Zuschauer nicht in den ersten Reihen stehen, sonst wird man unter Garantie nass.
Unter den „Gesammelten Werken“ gibt es ein paar Bilder vom neuen Eismeer. (Nicht mehr, vielleicht stelle ich sie irgendwann wieder ein.)

 
 

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Die größten Ausreden schon vorab der Niederlage – Oranje am Boden


Russland macht wieder einmal von sich reden. Im positiven Sinne nun wirklich nicht. Gerade erst wurde das Versammlungsverbot verschärft, dennoch demonstrieren die Menschen, weil sie Putin nicht haben wollen. Auch auf die Gefahr hin, dass sie verhaftet werden und saftige Geldstrafen aufgebrummt bekommen, lassen sie sich nicht unterkriegen, sondern versuchen sich Gehör zu verschaffen.

Wie es übrigens inzwischen aussieht, hat Putin die Wähler damit bestochen, dass sie umsonst zu den Spielen der russischen Nationalmannschaft gebracht werden. Wie es sich mit den Untwrkünften in Polen verhält, ist nichts bekannt. Wahrscheinlich werden die auch bezahlt, bloss ist das noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.

Aber so leicht ist es, Wählerstimmen zu kassieren. Und das nennt sich dann Demokratie? Was jetzt in Russland abläuft ist doch genau das, was schon zu Stalins Zeiten dort ablief. Selbst die Gulags gibt es noch, auch wenn das lieber totgeschwiegen wird von den Russen. Das ist kein demokratisches Russland, sondern unter dem Deckmantel der Demokratie herrscht eine Alleinherrschaft, gegen die niemand ankommt.

Demokratie ist in Russland nur ein Wort. Wie in der demokratischen Republik Kongo, die gar nicht so demokratisch war, auch wenn es der Landesname versprach.

Russland ist ja auch ein Störfaktor im Syrienkonflikt. Und niemamd kann dagegen was unternehmen, wie es scheint. Wir müssen hilflos mit ansehen, wie nun schon Kinder in diesen Bürgerkrieg hineingezogen werden. Aber so ist es immer gewesen. Wenn gar nichts mehr geht, werden die Kinder ausgeschickt. So war es in Nazi-Deutschland oder die Kindersoldaten in Afrika.

Kinder sollte man aus so etwas heraushalten, aber sie sind noch jung, lassen sich oft noch manipulieren. Es ist traurig, wenn es so weit kommt.

Aber wir können als Unbeteiligte nur zusehen. Die UN ist da, wo was kann sie schon gross ausrichten? Nichts, denn sie werden ja nicht einmal ernst genommen. Assad hält von Annan und dessen Plänen überhaupt nichts.

Mich wundert, dass noch niemand die Idee geäussert hat, Assad einfach zu erschiessen. Sehr wahrscheinlich hält der sich so gut versteckt, dass dies nicht möglich ist. Mit versteckt meine ich, dass er nicht als lebende Zielscheibe herumläuft.

Am Freitag wird Elefantenbulle Hussein aus Hamburg wohl nun endgültig seine Reise nach Belgien antreten. Eigentlich sollte es ja bereits letzte Woche geschehen, aber vielleicht hatte der Transporteur keine Zeit, schliesslich ist er ja nicht nur für Elefanten zuständig.

Jenala ist schon ganz traurig, obwohl sie über den „alten Pappsack“ in den letzten zwei Jahren ordentlich geschimpft hat und ihm am liebsten einige Male vor Wut angeschrien hätte. Doch im Grundes ihres Herzens hat er einen festen Platz im selbigen. Sie mag und respektiert ihn. So wie er sie respektiert und wohl auch versteht, warum sie manchmal wütend auf ihn ist. Jedenfalls sagt sie das. Ich weiss nicht, ob sie damit Recht hat. Sie versteht mehr von Tierpsychologie als ich.
Am Freitag heisst es Abschied nehmen, oder lieber gleich am Donnerstag, denn Ende der Woche ist er weg – der „alte Pappsack“.
Es wird wohl wirklich der 15. sein. Hier kann man die Bestätigung lesen. Zwar auf flämisch, dennoch verständlich.
Die EM ist im vollen Gange. Der zweite Spieltag am laufen. Heute Abend ist Deutschland wieder dran. Es wird wohl eines der Highlights werden, schliesslich geht es gegen die Niederlande. Ebenjenes Land, dass 1974 im Finale gegen Deutschland verlor. Noch heute versuchen einige Oranje-Fans Gründe zu finden, warum Deutschland der Titel aberkannt werden sollte. Einer ist unter anderem, dass Rainer Bonhof kein Deutscher war und nicht für Deutschland hätte spielen dürfen.

Wird Italien etwa der WM-Titel aberkannt, weil sie 1934 und 1938 betrogen haben? Nein, noch immer darf sich die Squarra Azzura vierfacher Weltmeister nennen. Dagegen sagt auch niemand etwas.

Die Niederlande jedenfalls brauchen einen Sieg, wo sie doch das erste Spiel gegen Dänemark kläglich verloren habe. Wenn sie morgen noch einmal verlieren, dann ist Schluss. Und wie es aussieht, werden sie verlieren. Das sage ich nicht, weil Torakel Nelly aus dem Serengeti-Park Hodenhagen und Rüsselorakel Mala auf einen Sieg der Deutschen entschieden haben.

Nein, in der ganzen Mannschaft scheint es irgendwie nicht zu stimmen. Wenn der Psychologe kommt, nimmt ein Spieler daran nicht teil. Er ist vielmehr dafür, dass die Spieler das untereinander ausmachen sollen. Grundsätzlich hat Sneijder damit Recht. Doch manchmal kommt man so nicht weiter.

Das beste allerdings ist der Unmut, der sich nun verbreitet, weil alle sich über das Quartier in Krakau aufregen. Es sei 1.200 Kilometer vom Spiel Ort entfernt. In Krakau ist es ziemlich kalt, während in Charkow tropische Temperaturen herrschen. Da könne man sich nicht aklimatisieren und sei gehandicappt. Um Ausreden scheint diese Mannschaft wirklich nicht verlegen zu sein, um eine weitere Niederlage zu erklären.

Aber scheint es wirklich so sicher, dass die deutsche Mannschaft gewinnen wird? Wirklich überzeugt haben sie ja am Samstag gegen Portugal nicht. Hatten mehr Glück wie Verstand, dass sie sich nicht ein paar Dinger von den Portugiesen (alias Portugaler wie Matze Knop als Beckenbauer immer sagt) eingefangen haben. Da hat Neuer wirklich einmal, in einer einzigen Aktion, gezeigt, was er kann. Ansonsten betreibt er ein ziemlich risikoreiches Spiel. Steht immer ziemlich weit vor dem Tor. Was auch immer er damit bezweckt, hoffentlich überlupft ihn nicht einmal ein Gegner. Wäre gar nicht schön.

Komme ich zu den Tierorakeln. Das ukrainische Schwein Funtik hat daneben gelegen und nicht mit einem Sieg seiner Mannschaft gerechnet.

Da ist Elefantendame Citta aus Krakau doch weit optimistischer. Bereits zum zweiten Mal tippte sie auf Sieg der polnischen Mannschaft. Dazu muss man sagen, dass diese Honigmelone, die für Polen stand, ganz vorne auf der Absperrung lag. Und Citta kam auch genau so an, dass sie sich gleich auf die erste Melone stürzen würde, die ihr geboten wurde. Dazu muss man sagen, dass sie ein Rechtsrüssler ist. Beim Menschen heisst das Rechtshänder. Und so wird Citta sich immer für die rechte Seite entscheiden, wenn sie seitlich ankommt. Sie hätte von vorn kommen müssen, da wäre die Chance grösser, dass sie auch wirklich unvoreingenommen was nähme.

Denn Citta lag schon wieder daneben. Es gab ein Unentschieden gegen Russland, wobei man da auch vermuten kann, dass das zwischen beiden Verbänden abgesprochen war. Russland und Polen sind sich schliesslich ein rotes Tuch.

Das inoffizielle Rüsselorakel aus Hamburg hingegen hat mit seinen Prognosen eher Recht gehabt, als Citta. Im Eröffnungsspiel lag Elefantenkuh Mala zwar falsch, aber das Deutschland-Spiel und die Partie Frankreich gegen England hat sie richtig getippt. Aber als Dickhäuter mit vierzig Jahren Fussballerfahrung sollte sie wohl auch wissen, welche Mannschaft gewinnt und welche nicht.

Für das heutige deutsche Spiel sagt Mala übrigens einen Sieg voraus. Nicht für die Niederlande, sondern für Deutschland. Ob sie recht behält? Das werden wir heute Abend wissen, wenn das Spiel abgepfiffen wird.

Nehmen wir einmal an, Deutschland gewinnt und Dänemark auch, dann haben beide sechs Punkte auf dem Konto. Das heisst soviel, dass beide Mannschaften sich beim Aufeinandertreffen ein Spiel leisten könnten wie anno 1982 Deutschland gegen Österreich in Gijon, wo den Deutschen ein Sieg reichte, um weiterzukommen. Seitdem werden die letzten Gruppenspiele immer zur gleichen Zeit ausgetragen, damit so ein müdes Hin- und Hergeschiebe nicht mehr vorkommt. Anscheinend wird es aber doch möglich gemacht.

Zurück zu den Tierorakeln.

Das offizielle Elefantenorakel aus dem Hamburger Tierpark hat Unentschieden gesagt. Shahruhk und Shanti naschten von jeweils beiden Landesflaggen. Ob sie auch dieses Mal recht behalten werden? Keine Ahnung, aber wir werden sehen.

Elefantenkuh Nelly aus Hodenhagen hat sich wieder für Deutschland entschieden. Kein Wunder, wenn sie direkt vor dem Tor der Niederlande stand, wo sollte sie da auch sonst hinschiessen? Deshalb finde ich diese Entscheidung nicht wirklich objektiv. Wäre ja gerade so, als würde ich ein Spiel tippen und dann behaupten, mein imaginärer Goldfischon hätte so entschieden.

Bei Mala hingegen kann man sicher sein, dass sie so auswählt, wie es ihr passt und sie nicht irgendwie manipuliert wird. Aber sie ist ein Rechtsrüssler, das darf nicht vergessen werden.

Wo ich vom Hamburger Tierpark spreche, dort ist Anfang Juni eine Putzfrau von einem entflohenen Riesenotter schwer verletzt worden. Durch ein Loch im Zaun entwischte Beni und fügte der Frau schwere Bisswunden am Arm zu.

Noch wird gerätselt, warum der Riesenotter so aggressiv war. Ist doch logisch, wenn man den Tathergang liest. Die Putzfrau sah den Riesenotter, erschreckte sich und fiel hin. Prompt dachte Beni, dass es sich um Beute handeln würde und verbiss sich in den Arm. Ein völlig natürliches Raubtierverhalten. Wäre die Putzfrau nicht gestürzt, wäre es sehr wahrschenlich glimpflicher ausgegangen. Deshalb griff Beni übrigens auch noch zwei herbeeilende Pfleger an, weil sie ihre Beute verteidgen wollte.

Peta fordert nun Freiheit für die Riesenotter. Fordern sie bei anderen Tieren ja auch, wenn da was passiert ist. Aber sie sollten mal lieber aus der Sicht des Tieres den Tathergang analysieren und nicht wild auf die Gefangenschaft pochen.

Fünfzig Jahre umfallfrei ist Hagenbeck übrigens nicht, wie ich selbst recherchiert habe und Jenala mir sagte. Wenn sie zwanzig Jahre gesagt hätten, wäre das hingekommen. Denn vor zwanzig Jahren griff während einer Dschungelnacht Elefantenkuh Mala ihre Konkurrentin um den Posten der Leitkuh an. Mala biss Mogli in den Schwanz, diese drehte sich um und wollte Mala eine verpassen. Der Elefantenpfleger fiel von Mogli runter und brach sich den Oberschenkel. Elefantenbulle Hussein wurde zwischen beide Streithähne gelenkt und verhinderte Schlimmeres. Aber Hussein ist bekanntlich bald weg. Wenige Tage sind es nur noch, wo noch mal alle von ihm Abschied nehmen können, bevor er sich auf den Weg nach Belgien macht.

 

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