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Das war 2012 – Ein Rückblick


Es ist Silvester, das aktuelle Jahr wird in wenigen Stunden Geschichte sein.
In diesem Jahr ist viel passiert. Woran man sich sofort erinnert? Tja, da ist einmal die Euro-Krise, Griechenland und die Wulff-Affäre. Das fällt mir spontan ein. Doch nicht nur das geschah im Jahr 2012, sondern auch noch einige andere Dinge.

Elefanten-Freunde mussten unter anderem von den Elefanten Lola aus Hellabrunn, Chumpol aus Köln und Hussein aus Hamburg Abschied nehmen. Elefantenbaby Lola starb Ende Januar kurz vor ihrer Herz-OP an einer Lungenembolie. Sie hatte eine Herzerkrankung und zuvor stark an Gewicht genommen. Es wäre die erste Herz-OP bei einem Elefanten gewesen. Chumpol wurde von ihrer Gruppe sozusagen zu Tode gemobbt, da sie sich nicht hatte einfügen wollen. Am Tag zuvor hatte sie einige erhebliche Blessuren davongetragen und wollte nicht mit in die Halle. Am nächsten Tag wurde Chumpol tot aufgefunden.
Elefantenbulle Hussein verstarb kurz bevor er in seine Tranportbox geleitet werden konnte. Sein Tod erscheint immer noch rätselhaft, da eine Todesursache laut Veröffentlichung nicht gefunden wurde. Also einen Auslöser, der letztendlich zum Herz-Kreislauf-Versagen führte. Wer einen Zeitungsartikel gelesen hat, der wenige Tage nach dem Tod des Elefantenbullen erschien und zudem Ahnung von Medizin hatte, könnte sich einen Reim darauf machen, wie es abgelaufen sein könnte. Aber das sind Vermutungen, mehr nicht. Sagen wir einfach, Hussein wollte sein Zuhause, wo er 25 Jahre gelebt hat, nicht verlassen.
Auch Elefantendame Mala musste nach 46 Jahren ihr Zuhause in Hamburg verlassen und ihr neues Heim im belgischen Brugelette, im Pairi Daiza, dem früheren Parc Paradiso, beziehen. Monatelang, von Juli bis Ende November stand sie allein und war mehr als unglücklich, was man an ihrer Art des Webens erkennen konnte. Nun lebt sie mit Ani und Rani zusammen und scheint sich als Chefin aufzuspielen. Etwas, das sie in Hamburg nicht tun durfte. Warum sie allerdings nicht bereits vor zwanzig Jahren abgegeben wurde, sondern erst jetzt, bleibt die Frage aller Fragen. Kurz gesagt, war sie noch gut genug, um während der zwei Jahrzehnte als Reitelefant und Gesellschafterin von Hussein herzuhalten. Als beides wegfiel, war sie unnütz geworden, denn in die Gruppe konnte sie angeblich wegen Mogli nicht zurück.
Keine Ahnung, ob in den letzten zwei Jahren versucht wurde, Mala wieder mit der Gruppe zu vergesellschaften. Vielleicht hätte es funktioniert. Mit Thura geht es ja auch, obwohl das angeblich immer schlimmer werden soll.
Als Fussball-Orakel hatte sich Mala bei der Fussball-EM in Polen und der Ukraine bewährt. Bis auf das Eröffnungsspiel tippte sie alle Spiele der französischen und deutschen Nationalmannschaft richtig, wie auch das zweite Halbfinale und natürlich das Finale.
Damit konnte Mala zwar nicht Wunderkrake Paul das Wasser reichen, aber sie war weitaus erfolgreicher als ihre Kolleginnen Nelly aus Hodenhagen oder Kurzzeit-Genossin Citta aus Krakau. Letztgenannte lag kein einziges Mal richtig, was wahrscheinlich auch daran lag, wie sie auf die Honigmelonen losgelassen wurde.
Als Fussball-Orakel tritt Mala weiterhin in Aktion und tippt unentwegt die Spiele des FC St. Pauli. Ihr grosser Traum ist es, einmal als Torwart auflaufen zu dürfen.
Weiter musste Abschied von zwei Jungtieren genommen werden, die beide vom Leipziger Bullen Naing Thein waren. Das Bullenkalb von Hoa starb kurz nach der Geburt, als die unerfahrene Elefantenkuh unabsichtlich etwas härter zutrat, als gut war. Ich bin immer noch überzeugt, dass sie es nicht absichtlich gemacht hat. Das andere Kalb, hier war es ein Kuhkalb, starb während des Geburtsmarathons von über fünfzig Stunden. Damit hat Salvana aus Hamburg den Rekord für eine Geburt eingestellt. Ihre Artgenossin Lai Sinh brachte es auf mehr als 24 Stunden. Auch da war ihr erstes Jungtier eine Totgeburt. Bei Salvana ist es besonders traurig, weil es eben ein Kuhkalb war und Naing Thein nun einmal meist Bullenkälber zeugt.
Aber das Zeitfenster für beide Elefantenkühe hat sich mit diesen Geburten nicht verschlossen. Das ist die Hauptsache.
In Rostock feierte in diesem Jahr Elefantkuh Sara ihren fünfzigsten Geburtstag. Sie lebt dort in Gesellschaft von Kamerunziegen und ihrem Liebling Giesbert, ohne den sie keinen Schritt macht.
Auch Elefantendame Mala wurde im Exil fünfzig Jahre alt. Sie hofft noch weitere dreissig Jahre und eine bessere Zukunft mit schönem Futter.

Anfang des Jahres machte die Wulff-Affäre grosse Runden. Ich war so empört darüber, dass ich meine Blogartikel in ähnlicher Weise wie einst Cato der Ältere am Ende seiner Reden, immer einen Satz wiederholte. Bei mir war es: Im Übrigen bin ich dafür, dass Bundespräsident Wulff wegen der Geldaffäre zurücktreten muss.
Und schliesslich trat Wulff zurück. Allerdings tat er so, als ob er völlig unschuldig wäre. Bezüge erhält er auch, obwohl er gerade einmal 595 Tage im Amt war. Eine Frechheit. Aber Merkel war einen potentiellen Konkurrenten ums Kanzleramt losgeworden, als Wulff 2010 Bundespräsident wurde.
Wenige Monate später erschien von Bettina Wulff ein Buch, bei dem man sich bis heute fragen muss, was das eigentlich sollte? Begriffen hat es niemand und aus der Spiegel-Bestsellerliste verschwand es auch recht schnell. Kurz vor Erscheinen des Buches hatte Bettina Wulff noch schnell einmal auf sich medienwirksam auf sich aufmerksam gemacht. Genutzt hat es am Ende nichts, obwohl einige Bücher über die Ladentheke gingen.
Gewählt zum Bundespräsidenten wurde dann der knapp zwei Jahre zuvor unterlegene Joachim Gauck, der beim DFB-Pokalfinale mit den BVB-Spielern ihren Titel feierte. – Das Bild davon ist einfach toll.
Gauck macht seine Sache ordentlich, redet nicht zuviel von seinem Lieblingsthema Freiheit, sondern auch von Solidarität und anderen wichtigen Dingen. Mit ihm hat Deutschland endlich wieder jemanden, der würdig ist, das Amt des Bundespräsidenten innezuhaben.

In Ägypten wurde ein neuer Präsident gewählt, der allerdings nicht beim gesamten Volk beliebt ist. Es gab Proteste gegen Präsident Mursi, dessen Wahl auch ein wenig seltsam war. In der letzten Zeit wurde gegen die neue Verfassung demonstriert, die dennoch durchgekommen ist. Unter welchen fragwürdigen Umständen auch immer.

Die Euro-Krise traf Europa in diesem Jahr besonders stark. Griechenland stand kurz vor dem Staatsbankrott, war aber nicht bereit zu sparen. Stattdessen war Deutschland der Buhmann. Wir erfuhren, wie stark Griechenland seine Bilanzen frisiert hatte, damit sie in den Euro aufgenommen werden konnten. Fassungslos mussten wir feststellen, dass ohne Bestechungsgelder in Griechenland gar nichts läuft, nicht einmal die Anmeldung eines Autos.
Aber was haben wir gelernt? Griechenland ist nicht schuld an der Krise, sondern Deutschland. Denn die haben im Zweiten Weltkrieg in Griechenland gewütet. Ah ja, welch eine schönes Erklärung. Siebzig Jahre konnten die Griechen damit nicht zurechtkommen, weshalb sie nun beinahe bankrott sind. Aus dem Euro wollten sie auch nicht aussteigen, stattdessen wurden immer noch Rettungspakete geschnürt. Perfekt, um die ohnehin gebeutelte europäische Wirtschaft weiter zu demoralisieren.
Und nicht nur Griechenland trug dazu bei, dass der Euro zu schwächeln begann, sondern auch Spanien und schliesslich Italien bekamen auch die Krise. In Spanien nichts Neues, in Italien gut verschleiert unter Berlusconi.

Aber nicht nur die Europa steckt in der Krise, sondern auch die USA. Da ist es so schlimm, da im neuen Jahr sehr wahrscheinlich die Fiskalklippe kommen wird. Der Anfang vom Ende sozusagen.
Im November wurde Präsident Obama in seinem Amt bestätigt. Anfangs schien es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu werden, doch letztendlich entschied souverän Obama die Wahl für sich.
Nun kann er die Dinge durch den Senat und Kongreß treiben, die er für wichtig hält. Denn wiedergewählt werden kann er nicht, also muss er sich da auch keine Mühe geben, dem Volk zu gefallen.

Gestorben sind in diesem Jahr einige bekannte Persönlichkeiten. Soviele, dass ich sie hier nicht alle aufzählen kann. Allein in den letzten Tagen sind mehr gestorben, als man sich denken kann.

Es ist natürlich noch weit mehr passiert, aber all das hat hier keinen Platz mehr gefunden. Nun muss ich Schluss machen.
Ich wünsche allen Lesern ein gutes Neues Jahr 2013!

 

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Ist Elefant Hoa für den Tod ihres Jungtiers verantwortlich?


Samstag schrieb ich noch, dass Elefantenkuh Hoa aus Leipzig in den nächsten Tagen ihr Jungtier bekommen würde. Dies ist auch geschehen, nachdem Hoa mehr als einen Tag Wehen hatte. Doch anstatt das nun ein putzmunteres Bullenkalb durch die Halle des Leipziger Elefantenhauses trudelt, wird der Zoo mit Vorwürfen jeglicher Art überschüttet. Denn der kleine Bulle ist tot, sehr wahrscheinlich wurde er durch die eigene Mutter totgwtrampelt. Absicht oder einfach nur unglücklichen Umständen geschuldet? Das ist die Frage, die halb DeutschLand beschäftigt. Ist Elefantenkuh Hoa Schuld am Tod ihres Jungtiers?
Wer die Zeitungs- und Internetberichte liest, wird zu keinem anderen Schluss kommen, als das die unerfahrene Hoa ihr Jungtier getötet hat. So wird es uns jedenfalls vermittelt. Sollte man nicht zuallererst von der Unschuldsvermutung ausgehen? Es wird ja sogar vermutet, dass das Jungtier bereits tot geboren sein konnte bzw. kurz danach gestorben ist, ohne Hoas Zutun. Was ist beispielsweise mit dem Geburtsgewicht, das bei knapp 130kg gelegen hat? Für mich klingt das nach einem Koloss. Kurz mal Jenala gefragt, ob denn das Elefantenbaby nicht zu dick war und deshalb gestorben ist. In Hamburg ist vor über zehn Jahren auch ein Elefantenbaby mit erheblich erhöhten Körpergewicht geboren worden, das kurz nach der Geburt verstarb. Nicht einmal Mund-zu-Mund-Beatmung hatte geholfen. Also lag meine Vermutung nahe, dass Hoas Jungtier auch ein erhöhtes Geburtsgewicht vorwies und eventuell aufgrund dessen verstorben war. Hoa ist ja ein Fressbeutel und immer schon recht propper gewesen.
Jenala sagte mir, dass ein Gewicht zwischen 90 und 110 kg normal sei, ein Jungtier aber durchaus auch bis zu 140kg wiegen könnte. Also war es doch nicht zu schwer? Ich bleibe weiterhin skeptisch.
Dann ist da noch die Sache, dass Hoa ganz alleine in der Halle war und entbunden hat. Sie konnte sich frei bei der Geburt bewegen, was ja heute eigentlich zum Standard gehören sollte. Einziger Nachteil: Sie war ganz allein. Nirgends eine andere Elefantenkuh, die sie bei der Geburt hätte unterstützen können. Keine Trinh, keine Don Chung und vor allem keine Saida, die bereits Erfahrung mit Herdengeburten vorweisen kann, da sie aus Hamburg stammt. Und Hagenbeck rühmt sich ja immer mit seinen seit 2003 stattfindenden Herdengeburten.
So kann selbst ein Problemelefant vor seinem Jungtier geschützt werden, da die Tanten oder eventuell auch eine Tante eingreift und der Mutter zeigt, wo es längs geht. Das war in Leipzig nicht möglich. Dort war Hoa ganz alleine, wurde von Pflegern überwacht, die im Zweifelsfall aber auch nicht eingreifen konnten. Und so soll es eben zu dem Unglück gekommen sein.
Man muss bei Hoa auch bedenken, dass sie erstens die rangniedrigste der Gruppe ist und von den anderen nicht wirklich akzeptiert. Weder Saida noch die anderen beiden mögen sie besonders. Und Saida steht eh beim Bullen, da sie immer versuchen soll Chefin zu werden. Eigentlich will jeder Elefant außer Hoa Leitkuh sein. 2006 war Saida gekommen, um genau so eine Situation zu vermeiden, wie sie nun vorherrscht. Damals hatte Rhani noch gelebt, aber selbst diese mochte Hoa nicht besonders.
Das Verhältnis zwischen Hoa, Thrinh und Don Chung hat sich etwas gebessert und ist nicht mehr ganz so schlimm wie vor ein paar Jahren. Aber die dicksten Freunde sind die drei nicht geworden, das ist eher ein dulden.
Wenn man Hoa betrachtet, so ist sie bei allen Elefanten das fünfte Rad am Wagen. Vielleicht sollte sich der Leipziger Zoo wirklich überlegen, ob sie Hoa nicht abgeben an einen anderen Zoo, die sie besser in eine Gruppe integrieren können. Meine Vermutung, dass der Zoo Leipzig Hoa als gleichwertigen Ersatz für Salvana Hagenbeck anbot, hält sich immer noch. Aber was wollten die mit einem weiteren Problemfall? Davon haben sie schliesslich schon zwei, wobei Mala beim Bullen meist gut aufgehoben ist und Thura geniesst eben Dauerbewachung und wird in der Halle von den anderen getrennt gehalten. Hier muss man aber auch wissen – Jenala sei Dank -, dass Thura erst seit Saidas Weggang diesen schweren Stand hat. Die beiden waren dickste Freundinnen und kamen aus einer Einrichtung in Spanien, wo sie wohl schlimmes durchgemacht hatten. Thura ist nun alleine, kann eine der anderen Kühe, und folglich deren Nachwuchs, nicht ausstehen. Also nicht leicht.
Aber ich schweife ab, zurück zu den Leipziger Elefanten.
Hoa war allein in der Halle, niemand konnte eingreifen. Es wird ja kritisiert, dass der ehemalige Cheftierpfleger Tempelhoff kurz vor der Geburt wegen irgendwelcher internen Querelen abgesetzt und in ein anderes Revier versetzt wurde. Ich weiss nicht, ob er etwas hätte ändern können. Wobei Hoa ja angeblich eine enge Bindung zu ihm hatte. Wenn das stimmt, hat Hoa wirklich die Bezugsperson verloren, der sie vertraut hat. Hoa hat ja eher eine Bindung zu den Menschen um sie gehabt als zu ihren Artgenossen, vor denen sie angeblich sogar Angst hatte. Deshalb ist es mir unverständlich, dass niemand bei der Geburt eingreifen konnte. Ja, es mag gefährlich sein, gerade bei einer Geburt. Aber Hoa? Solange ich keine Aufnahmen der Geburt gesehen habe, kann ich dazu wirklich nichts sagen.
Vielleicht hätte Hoa wirklich an die Kette gelegt werden sollen. Aber wissen wir, ob es dann besser ausgegangen wäre. Die Kette kann doch keine Lösung sein. Bei allein erstgebährenden Elefanten vielleicht doch. Tja, ich weiss es nicht. Geburten an der Kette sind veraltet, da mag Leipzig schon mit einer Geburt in der Halle recht gehabt haben. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Leipzig das nur veranstaltet hat, um nicht als veraltet zu gelten. Damit sie qeiterhin ihrem Ruf als „Zoo der Zukunft“ gerecht werden. Aber die Zukunft hat sie schon lange überholt. Wenn man hinter die Fassade schaut, wird es deutlich.
Kommen wir nun zu den Tierschützern, die sich immer dan zu Wort melden, wenn etwas schief gegangen ist. Mit denen hat nicht nur der Leipziger Zoo zu kämpfen, sondern jede Zoologische Einrichtung, ob in Deutschland oder der ganzen Welt.
Da werden einmal die Haltungsbedingungen kritisiert. Ich will ja nicht sagen, dass die Elefanten ein supertolles Leben im Zoo geniessen, aber wirklich schlecht geht es ihnen dort auch nicht. Sie kregen jeden Tag ihr Futter und müssen nicht fürchten von Wilderern getötet oder von einer Tretmine zerfetzt zu werden. Natürlich haben sie sich an die Befehle der Pflegerzu halten und können nicht tun und lassen was sie wollen. Das ist dem Schutz der Menschen gechuldet, die mit den Elefanten arbeiten. Das ist allerdings noch lange kein Freifahrtsschein, um die Elefanten zu trietzen.
Natürlich sind auch immer mal welche dazwischen, die lieber nicht mit Elefanten arbeiten sollten, aber solange den grauen Riesen kein Schaden zugefügt wird, geht es noch.
In Asien werden den Elefanten auf grausame Art und Weise der Willen gebrochen. Gefesselt stehen die Elefanten da und versuchen sich zu befreien, bis sie aufgeben und sich dem Menschen fügen. So etwas nenne ich grausam, aber dagegen scheint niemand gegen angehen zu wollen. Nein, kritisieren wir doch lieber das, was direkt vor unserer Haustür sitzt.
Da wird von den Tierschützerin die Herdenstruktur oder nicht vorhandene Homogenität kritisiert. Ja, dass in Leipzig seit spätestens Rhanis Tod nichts mehr geht, ist allgemein bekannt und nichts Neues. Daran wird sich mich ziemlocher Sicherheit auch nichts ändern.
Dass eine Erstgebährende allein in der Halle ist ohne die Unterstützung von erfahrenen Tanten, mag durchaus rechtens sein. Aber wer Hoas Stand kennt, muss sich doch fragen, welche Kuh denn wirklich geeignet dafür gewesen wäre? Mir fehlt keine ein.
Dass leichtsinnig gehandelt wurde mit einer Geburt ohne Ankettung, ich weiss nicht. Bei beiden Methoden kann durchaus was schiefgehen.
Zu guter Letzt, dass dem Leipziger Zoo verboten werden sollte zu züchten. Das ist wirklich starker Tobak, wie ich finde. Denn ist es nicht gerade das erklärte Ziel eines jeden Zoos durch Nachzuchten eine Art zu erhalten? Und gerade die asiatischen Elefanten sind vom Aussterben weitaus bedrohter als ihre afrikanischen Verwandten.
Hoa ist noch ein Wildfang und würde frisches Blut in die europäischen Gruppen bringen.
Durch diese erste Schwangetschaft von ihr, ist gewährleistet, dass sie auch weitere Kinder wird haben können. Denn bei weiblichen Elefanten ist es so, dass sie bis ungefähr zwanzig wenigstens einmal ein Kind hätten kriegen sollen, damit sich ihre Gebärmutter nicht verändert. Es gibt immer wieder Ausnahmen wie Hoa, die 24 war, oder Shandra, die 30 war, aber leider eine Fehlgeburt hatte.
Hoas Baby ist tot. Einige äussern sich darüber auch im Dinne von: Na und? War doch eh nur ein Bulle, die gibt es schon genug. Richtig, es war ein BullenkAlb, aber Naing Thein ist nun einmal bekannt dafür männlichen Nachwuchs zu zeugen. Das steht in einem Verhältnis von 4:1. Deshalb Jenalas Vermutung, der Nachwuchs von Salvana könnte auch männlich sein.
Seien wir froh, dass wenigstens Hoa die Geburt gut überstanden hat.
Und vielleicht war es wirklich besser so, dass das Jungtier nicht überlebt hat. Wer weiss, was da für ein Bulle herangewachsen wäre, der eine Mutter voller Komplexe hat.
Warten wir nun das Obduktionsergebnis ab. So lange gilt für mich die Unschuldsvermutung.

 

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