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Schuld sind nur die anderen – Griechenland kann nichts für seine Misere


Langsam wird die Zeit knapp für Griechenland. Bis zum 30. Juni muss nicht nur das geliehene Geld der IWF zurückgezahlt werden, sondern auch endlich konkrete Plänestehen, wie Griechenland weiter Geld einsparen will, um sich aus der Krise zu stemmen.
Nur hat man das Gefühl, dass weder der griechische Ministerpräsident Tsipras noch der Finanzminister Varoufakis die Situation wirklich ernst nehmen. Sie tun so, als sei Griechenland vollkommen unverschuldet in Not geraten und müsste nun von den anderen EU-Ländern gerettet werden, weil es deren Pflicht sei. Verpflichtungen müsse Griechenland auch nicht eingehen. Und überhaupt: Schulden zurückzahlen? Nein, das braucht das Land nicht. Das hat nun auch eine völlig „unabhängige“ Prüfungskommission festgestellt. Griechenland trägt keinerlei Schuld an der eigenen Misere und müsse deshalb auch keine Schulden zurückzahlen. Ausserdem schuldet Deutschland Griechenland immer noch Geld – Reparationen.
Wenn Deutschland endlich einmal die Güte hätte, die Milliarden zu überweisen, wäre Griechenland auch wieder flüssig. Aber wenn das reichste Land Europas nicht zahlen will, dann kommt man eben auf keinen grünen Zweig.
Gut, das ist ein wenig überspitzt geschildert, aber man kann sich gut vorstellen, dass Ähnliches im Kopf von Tsipras und Varoufakis herumspukt.
Denn wieso geht es mit Griechenland nicht bergauf? Man müsste doch den Ansatz von Besserung erkennen, denn die Krise hat doch nicht erst gestern Griechenland lahmgelegt.
Die Geriechen jedenfalls befürchten schon das Schlimmste und leeren ihre Konten, um nichtnoch ihr Erspartes zu verlieren, wenn die Banken in die Pleite rauschen. Dabei übersehen sie, dass sie mit ihren überstürzten Kontenleerungen diese Pleiten nur anfeuern. Deshalb haben die Banken schon um Unterstützung bei der IWF gebeten, um weiterhin Bargeld zur Verfügung zu haben. Doch wäre es nicht besser, wenn sie das Abheben von Geld auf ein Minimum beschränken würden? Wäre das nicht eine bessere Lösung? Natürlich würde es dann auch die Touristen treffen, die danach auch nur noch das ausgegebene Minimum abheben können. Und wenn Griechenland tatsächlich aus dem Euro fliegt und die Banken zusammenbrechen, dann kann man seine EC-Karte vergessen. Wer also einen Griechenland-Urlaub plant, sollte sich eine Kreditkarte besorgen, falls man die noch nicht hat. Denn damit kann man zahlen, auch wenn sonst nichts mehr geht.
Griechenland steht das Wasser bis zum Halsund was machen sie? Da mit der EU nicht mehr gut zu reden ist, suchen sie sich bessere Geschäftspartner und da kommt das gechasste Russland gerade recht. Vor einiger Zeit schrieb ich, dass Russland durch Griechenland eine Pipeline bis in die Türkei ziehen wolle. Das ist nun besiegelt worden und Griechenland bekommt auf einen Schlag das Geld, was eigentlich erst Jahr für Jahr gezahlt werden sollte. Bei Russland sollte man auch lieber gleich das ganze Bargeld verlangen, denn die Finanzen des Landes sind auch nicht gwrade rosig. Auch nicht erst seit den Sanktionen, aber seitdem ist die Lage noch prekärer geworden. Pleite gehen wird Russland nicht, solange sie Krieg führen kurbelt das die Wirtschaft an, auch wenn es sich irgendwann ins Gegenteil umkehren kann, wenn man den Zustand zu lange anhalten lässt.
Aber Griechenland hat immer noch nicht verstanden, was nun Sache ist. Schuld sind natürlich immer die anderen, vor allem die EU, die ihnen nicht einfach die Schlden erlässt. Ach was, Schulden haben sie ja gar nicht, aber das muss man der EU natürlich erst einmal begreiflich machen. Und so lange wird eben mit denen gespielt. Man macht ein paar Zugeständnisse, streut ihnen Sand in die Augen und am Ende wird doch das gemacht, was man schon die ganze Zeit wollte. Natürlich erst, wenn man das nötige Geld kassiert hat, um wieder flüssig zu sein. Und dann nach mir die Sintflut.

Neben dem ganzen Theater mit Griechenland hat die EU noch Zeit gefunden, sich um andere Probleme zu kümmern. Zweites Lieblingsthema der EU ist Russland. So wurde beschlossen, dass die Sanktionen gegen Russland noch mindestens bis 2016 dauern sollen, wenn nicht sogar darüber hinaus, sollte sich nichts an den russischen „Eroberungsplänen“ ändern. Ich frage mich zwar immer noch, was das bringen soll, denn es ist nichts anderes als ein Kräftemessen – von beiden Seiten.
Vorteil haben weder die EU noch Russland, dafür jede Menge Nachteile. Eigentlich hatte es Russland treffen sollen, aber im Grunde genommen erwachsen den Firmen, die keine Geschäfte mehr mit Russland machen dürfen, weitaus grössere Nachteile. Denn ihre Gewinne gehen zurück, die sie nirgendwo ausgleichen können.
Aber Hauptsache, die Politiker haben ihren Willen bekommen und bieten Putin immer schön eine Angriffsfläche.
Wenn man Russland wirklich treffen will, soll man das anders machen. Putin überall einladen, aber ihn wie Luft behandeln. Das wird ihn vielmehr wurmen als irgendwelche Sanktionen. Genauso hätten sie es auch beim G7-Gipfel in Ellmau machen sollen. Putin wird als Gast eingeladen, aber sprechen will niemand mit ihm, auch lässt sich niemand mit ihm ablichten. Der wäre so sauer gewesen. Aber diese Chance hat man nun verpasst. Aber was nicht ist, kann immer noch werden.

Die erste allein geschriebene Enzyklika von Papst Franziskus wurde am Donnerstag im Vatikan vorgstellt. Sie ist an alle mMenschen guten Willens gerichtet, also nicht nur an Katholiken. Das hat Franziskus so eingeführt, dass er nicht prinzipiell die Katholiken anspricht, sondern eben alle Menschen anzusprechen versucht. Zwar sind auch unter seiner Amtszeit die Katholiken die einzig wahren Christen, aber er betont das nicht so sehr, wie es beispielsweise sein Vorgänger, der emeritierte Papst Benedikt XVI., getan hat.
Und mit diesem päpstlichen Rundschreiben oder Lehrschreiben mit dem Titel „Laudato Si“befasst sich Franziskus mit dem Bewahren der Schöpfung
Das klingt nun so, als würde es um irgendetwas in der Bibel gehen. Das tut es nicht, denn es geht darum, dass wir Menschen verantwortungsvoll mit der Erde umgehen. Natürlich nicht nur mit der Erde, sondern mit allem, was dort auch so kreucht und fleucht. Wir sollen uns auf uns selbst besinnen, aufhören die Erde auszubeuten oder Dinge zu manipulieren, die man nicht verändern sollte.
Interessant an der Enzyklika ist, dass er auch diejenigen angreift, die mit der Bibel argumentieren, aber nur ihren eigenen Vorteil darin sehen, also praktisch die Bibel so auslegen, wie es ihnen gerade passt.
Das Lehrschreiben entspricht dem, was Franziskus seit seinem Amtsantritt anmahnt. Nun hat er es in schriftliche Worte gefasst. Bleibt allein die Frage, ob es mehr als nur ein Echo aufwerfen wird? Einige angesprochene Dinge in dem Rundschreiben sind es wert, darüber nachzudenken, andere Themen sind ein wenig heikel. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die katholische Kirche immer noch recht konservativ ist.
Dennoch ist es eine Enzyklika, die man nicht einfach in die Ecke stellen und verstauben lassen sollte.

Vor einer Woche bestritt die deutsche Nationalmannschaft sein EM-Qulifikations-Rückspiel gegen Gibraltar. Die erste Halbzeit war höchst mau gewesen, gerade einmal ein Tor hatte die deutsche Mannschaft zustande gebracht, dazu einen Elfmeter verschossen. Beinahe sah es so aus, alks würde Gibraltar über die Deutschen triumphieren, obwohl es keine Profi-Fussballer sind. Elefantendame Mala war am toben, denn so eine Leistung hatte sie nicht erwartet. Aber in der zweiten Halbzeit, als dann die Tore fielen, war sie zufriedengestellt. Die alte Kuh hatte getippt, dass Deutschland gewinnen würde, dass es aber so schwierig wäre, hätte sie nicht gedacht. Das hatte hingegen die Pusteblume vorausgesehen, die laut Jonas getippt hätte, dass Gibraltar sich ein paar Chancen herausarbeiten würde. Letztendlich hatte sie aber auch auf einen Sieg der deutschen Nationalmannschaft getippt.
Aktuell ist die deutsche Mannschaft zweiter hinter Tabellenführer Polen. Wenn im Oktober das Rückspiel erfolgt, gibt es vielleicht keine zweite Schlacht von Tannenberg 1410 wie noch beim Hinspiel.
Elefantendame Mala kann sich nun endlich erholen, wo die Bundesliga beendet ist und auch keine EM-Qualifikationsspiele mehr anstehen. Natürlich könnte die alte Kuh nun auch die Spiele der U21 oder der Frauen-Nationalmannschaft tippen. Aber dazu hat sie keine Lust. Sie drückt beiden Mannschaften den Rüssel, dass sie gut abschneiden mögen, ist ist aber auch schon alles.
Stattdessen will sie nun der Faulheit frönen, nur unterbrochen von Schlammbädern, Baden, oder fressen. So will sie ihre Tage verbringen. Die fussballfreie Zeit ist auch schnell wieder vorbei.
In zwei Wochen jährt sich zum dritten Mal Malas Abreise.

 

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Wer schweigt, hat nicht unrecht – Glaubt die USA und macht aus Snowden den ewigen Buhmann


Nicht nur Angela Merkel wurde von der NSA, sondern auch der Vatikan. Um die Jahreswende herum, soll dies geschehen sein. Damit waren die USA wohl noch früher als wir von den Rücktrittsplänen vom inzwischen zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. Nicht einmal vor der Kirche schreckt die NSA zurück, aber vor Politikern ja auch nicht. Damit hält sich das die Waage.
Warum die NSA in dem grossen Stil abhört, weiss ich immer noch nicht. Ist denen so langweilig, dass sie das machen? Oder sehen sie überall potenzielle Terroristen? Entweder auch bei führenden Politikern? Ich glaube kaum, dass unsere Bundeskanzlerin mit irgendwelchen Leuten aus dem nahen Osten irgendwelche dunklen Geschäfte macht. Oder vielleicht der Vatikan? Na ja, vielleicht wollte die NSA da nur wissen, wo die Vatikanbank ihr ganzes Geld versteckt hat und um wie viel es sich eigentlich handelt. Papst Franziskus hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine Bilanz der Vatikanbank herausgegeben.
Immer noch erbost darüber, in welchem Umfang die Bundeskanzlerin ausgespäht wurde, werden Antworten aus den USA und auch von Obama verlangt. Doch da kommt nichts. Irgendwie scheint es immer noch so, als ob Obama bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gewusst habe, dass Angela Merkel überhaupt ausgespäht wird. Aber was ist mit seinem Vorgänger George W. Bush gewesen? Hat der davon gewusst? Und das finde ich doch komisch, denn schliesslich begann die Überwachung von Merkel bereits 2002. Da war von Obama noch überhaupt nicht die Rede als Präsident. Was also wusste Bush? Würde ich gerne mal wissen.
Jedenfalls mauern die USA, aber da bietet sich Hilfe von unerwarteter Seite – Edward Snowden. Der Mann, der die grosse Spionage der NSA öffentlich machte, und sich gegenwärtig im russischen Asyl befindet, will ins Detail gehen und sagen, was die NSA alles ausgespäht hat. Stein des Anstosses war „der Grüne Ströbele“ (hier muss ich wirklich mal Herrn Deppendorf zitieren), der sich nach Russland auf den Weg gemacht hatte und hatte den US-Whistleblower am Donnerstag getroffen. Dieser gab Ströbele einen Brief mit, an der Aufklärung der Sachverhalte beteiligen wolle.
Nun bleibt nur noch die Frage, wo die Befragung stattfinden wird. In Deutschland oder in Russland? Natürlich könnte er nach Deutschland reisen, bloss ob er hier auch Asyl bekommen wird, ist mehr als fraglich. Ist Snowden hier und bekommt kein Asyl, dann wird er höchstwahrscheinlich an die USA ausgeliefert. Also bleibt er lieber in Russland und eine Bundestags-Delegation reist zu ihm.
Die USA erhöhen nun den Druck auf Russland und behaupten, Snowden verletze die Auflagen Russlands. Denn Putin habe Snowden gesagt, dass er von Russland aus die USA nicht weiter schaden dürfe. Wenn er nun Deutschland Informationen gebe, schade er also den USA. Haben die USA sich nicht vielmehr schon selbst geschadet? Sie haben Deutschland, Merkel und uns einfache Bürger ausgespäht. Aber das ist ja vollkommen harmlos, nicht wahr? Gar nicht der Rede wert. Und dann wollen sie nicht einmal sagen, was sie alles ausgespäht haben. Nur nach und nach erfährt man was. Da bietet sich dann jemand an, diese unangenehme Aufgabe zu übernehmen und was sagt die USA? Diese Person schade ihnen.
Kein Wunder, dass Russland sagt, dass Snowden nicht gegen die Auflagen verstosse. Er versucht bloss zu helfen, das zu tun, wozu sich die USA und die NSA nicht imstande sieht.
Interessant finde ich noch, dass der BND angeblich eng mit dem britischen Geheimdienst GCHQ zusammen gearbeitet haben soll. Bewiesen ist nichts, dementiert wird alles. Nun ja, warum sollte es nciht stimmen. Wenn der eine späht, warum sollte es nicht auch noch der andere tun? Man wäre auch schön blöd, wenn man da nciht mitmachen würde. Man muss sich halt nur geschickt anstellen.
Bin bloss gespannt, wann herauskommt, was die Russen alles ausgespäht haben. Oder haben die sich doppelt abgesichert, dass da niemals etwas an die Öffentlichkeit gelangt?
Google und Yahoo wurden auch ausgespäht. Irgendwie nichts Neues, schliesslich spähen die selbst ihre Kunden aus. So sind viele Nutzerdaten in die Hände der NSA gelangt. Na, da werden sie bei mir ihre helle Freude gehabt haben, was ich da alles für nutzloses Zeug bei Google für meinen Job recherchiert habe. Auf mich selbst werden die wohl kaum selbst gekommen sein. Aber man wird ja auch direkt dazu aufgefordert, Google zu nutzen. Momentan nutze ich bing, aber die sollen ja angeblich freiwillig Daten übermittelt haben. Also überhaupt das Internet noch nutzen? Keine Ahnung, vielleicht ja, vielleicht nein. Ich habe jedenfalls nichts zu verbergen, denn was wirklich wichtig ist, habe ich in einem Computer gelagert, der nicht am Internet hängt.

Der alte Bundestag existiert offiziell nicht mehr, wird aber noch kommissarisch weitergeführt. Also existiert die FDP dort noch, falls sich jemand wundern sollte immer noch von Westerwelle zu hören.
Die Koalitionsverhandlungen verlaufen schleppend. Wenigstens ist man sich endlich beim Mindestlohn einig geworden. Nun sollen auch Praktikanten diesen erhalten. Davon hätte ich vor zwei Jahren wirklich träumen können, obwohl ich nicht für lau gearbeitet habe, aber das, was ich bekam, war gerade mal ein Taschengeld.
Nun hapert es bei der PKW-Maut. Die CSU will sie um jeden Preis, die SPD nicht. Und was will die CDU? Die hat dabei nichts zu vermelden.
Persönlich habe ich nichts gegen die Maut, schliesslich soll ich nicht mehr zahlen, denn mir wird sie durch Zahlung der KFZ-Steuer erlassen bzw. habe ich sie so bezahlt. Dafür müssen aber alle Autos, die nicht in Deutschland gemeldet sind, künftig eine Maut zahlen müssen. Eigentlich nur gerecht, denn in Frankreich, Italien, der Schweiz oder Österreich müssen wir schliesslich auch Maut zahlen. Und diese soll hier in Deutschland in die Reparatur der Autobahnen fliessen. Also nicht für irgendwelchen anderen dämlichen Projekte. Deutschlands Autobahnen haben es nötig. Im Sommer kam es schliesslich schon zu Unfällen, weil Asphalt einfach aufplatzte. Warten wir ab, was daraus wird. Bin bloss gespannt, wer Aussenminister werden wird? Gabriel etwa? Da sagte gestern jemand in der Redaktion, dass der bald ein Zelt brauche, um sich anständig zu kleiden. Ist er nicht der einzige, der das bemerkt hat.

Das Dschungelcamp macht wieder einmal von sich reden. Will man jetzt eigentlich schon davon hören? Eigentlich nicht. Ich sag’s nur mal so. Von den Kandidaten, die momentan bekannt sind, ist Tanja Schumann noch die bekannteste. Den Rest kenne ich nicht und will ich zum Teil auch gar nicht kennen. Nun gut, es wird ohnehin eine Frau gewinnen, so viel steht schon einmal fest.

Isis Justs neuestes Abenteuer von Helen Dalibor ist nun auf allen wichtigen Vertriebskanälen erhältlich. Es handelt sich erst einmal um den Prolog, aber bereits in der nächsten Woche wird das erste Kapitel folgen. Das ebook heisst „Im Zeichen des Denkmals“.

 

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Fördert der Euro die Staatspleite?


Die Euro-Krise hat uns weiterhin fest im Griff. Nach Griechenland ist es nun Zypern, dass kurz vor einem Staatsbankrott steht. Und im Gegensatz zu Griechenland sollen dieses Mal härtere Massnahmen ergriffen werden. Es geht um die Bankeinlagen, die mit einer Sonderabgabe belegt werden sollen. Finanzminister Schäuble hatte sich dafür ausgesprochen, dass Kleinsparer bis 30.000 Euro geschützt sein sollten, während alle anderen von ihrem Geld etwas abgeben müssten.
Wenn ich das so höre, kann ich die Wut der Menschen verstehen. Schliesslich sind einige dabei, die mühsam, sich ihr Geld zusammengespart haben, um ihren Kindern eine gute Ausbildung zu garantieren. Andere haben dafür Kredite aufgenommen, müssen diese mit Zinsen abzahlen und dann sollen sie von dem aufgenommenen Geld auch noch was abgeben. Das ist eine doppelte Bestrafung.
Ich würde da auch ziemlich sauer sein. Sollten nun die Spanier und Italiener ihre Banken stürmen und ihr Geld von den Konten abheben? Nein, sollten sie nicht, denn das würde einen Super-GAU bewirken, der schlimmer als alles andere ist. Es soll ja Leute geben, die ihr Geld zuhause halten. Da gab es beispielsweise einen Fussballspieler, der sein Geld in einer Häuserwand einmauerte. Als er es Jahre später wieder hervorholte, war es vollkommen verschimmelt. – Wird ihm ersetzt worden sein, aber nur mal dazu, was es alles für originelle Hausverstecke gibt.
Sein Geld sollte man zu Hause nur bunkern, wenn man einen Tresor hat, sonst ist das Geld nämlich nicht versichert. Das ist genauso, als würde man Schmuck für 50.000 Euro in den Reisetrolley packen und dieser geht während des Fluges verloren. Ersetzt wird diese Summe nicht, stattdessen nur eine Festsumme. Dumm gelaufen!
Zurück zu Zypern, wo ich mal kurz anmerke, dass nur der griechische Teil den Euro hat. Irgendwie ein seltsamer Zufall, dass es erst Griechenland trifft und dann Zypern.
Das erste Hilfspaket wurde von der zyprischen Regierung abgelehnt, gerade wegen der Bankeneinlage. Aber wie soll man es denn sonst machen? Ein paar Zugeständnisse müssen schon sein. Die Europäische Union kann doch nicht immer nur Hilfspakete in Milliardenhöhe beschliessen, wenn im Gegenzug nichts geschieht. Sonst entwickelt sich das Ganze zu einem Fass ohne Boden.
Natürlich könnte die EU Geld drucken, aber wohin das führt, ist das Jahr 1923 ein gutes Beispiel. Damals druckte die deutsche Regierung seit 1921 immer mehr Geld, bis es sich im Jahr 1923 in einer Hyperinflation entlud. Der Geldschein war nicht mehr das wert, was noch draufstand, zum Heizen hingegen taugte er wenigstens. Das Geld wurde stündlich abgewertet. Bekam man sein Geld, lief man sofort los, um Einzukaufen, denn schon wenig später, waren die Preise wieder andere. Und um sein Geld abzuholen, brauchte man einen Koffer.
Aber viele clevere Geschäftsmänner haben sich in dieser Zeit saniert bzw. ein Imperium aufgebaut. Erinnert sei an Hugo Stinnes, der Schulden machte und am Ende beinahe schuldenfrei aus der Inflation rausging. Denn so ist es: Schulden lassen sich durch eine Inflation tilgen. Klingt paradox, ist aber ganz einfach. Das hätte Zypern jetzt natürlich auch machen können, leider gibt es da einen grossen Haken – das Zahlungsmittel Euro. Dieser hindert Zypern daran, eine Inflation zu entfachen. Und so gibt es nur die Möglichkeit des Staatsbankrotts oder aber eben ein milliardenschweres Rettungspaket.
Aber so kann das mit den Staaten doch nicht weitergehen. Ein Land schlittert nahe an den Staatsbankrott und es kann nur mit Geld gerettet werden, dass die EU in dieses Land reinpumpt. Irgendwie ist das für mich ein Fass ohne Boden. Denn wirklich geholfen wird dem Land doch nicht dadurch. Es wird das Schlimmste verhindert, mehr auch nicht.
Ist der Euro also nun Schuld, dass Länder wie Griechenland oder Zypern vor einem riesigen Schuldenberg stehen und diesen nicht tilgen können? Zum einen hat das Land missgewirtschaftet und zum anderen kann es seine Schulden nicht loswerden, da es durch den Euro nicht eine Inflation entfachen kann. Denn diese würde auch auf die anderen Euro-Länder übergreifen. Und eine Inflation haben wir ohnehin, bloss will das niemand wahrhaben. Bei knapp zwei Prozent liegt diese. Ganz normal momentan, aber es könnte weniger sein.
Mal sehen, wie sich Zypern entscheiden wird, momentan ist der Regierungschef in Brüssel und verhandelt über die Bedingungen, die seine Regierung akzeptieren wird.

Heute hat das historische Treffen zweier Päpste stattgefunden. Also des aktuellen mit seinem Nachfolger. Denn mehrere Päpste haben sich schon 1415 auf dem Konzil von Konstanz getroffen. Da handelte es sich allerdings am Ende um drei Gegenpäpste, so dass man es nicht zählen braucht.
Papst emeritus Benedikt XVI. erwartete seinen Nachfolger am Landeplatz in Castel Gandolfo. Danach ging es zum Gespräch und einem Mittagsessen in die dortige Residenz. Natürlich wurde nicht nur zu Mittag gegessen, sondern auch gebetet. Dazu bot Benedikt seinem Nachfolger die dem Papst vorbehaltende Betbank an. Franziskus lehnte ab und sagte, dass sie Brüder seien. Sodann nutzen beide gemeinsam die Betbank.
Es gibt nur ein offizielles Foto von dem Treffen. Vielleicht werden noch weitere auftauchen, aber bis jetzt habe ich nichts gefunden. Auch wird erwartet, dass vom CTV noch ein paar Videos kommen. Wird dann wohl auf youtube zu sehen sein.
Für frischen Wind sorgt Papst Franziskus schon einmal. So will er die traditionelle Fusswaschung nicht in der Gründonnerstagsmesse in der Lateranbasilika halten, sondern im römischen Jugendgefängnis Casal del Marmo. Also er verlegt die gesamte Messe in das Jugendgefängnis. Bereits Benedikt hielt dort Messen, aber keine besonderen, wie diese am Gründonnerstag. Eine schöne Geste und eine Fortführung dessen, was er bereits in Argentinien begonnen hatte. Damit zeigt der Pontifex, dass ihm die einfachen Leute wichtig sind, auch Strafgefangene.
Wahrscheinlich wird es Stimmen geben, die seine Entscheidung missbilligen. Aber so ist das immer. Man kann nicht allen alles recht machen.
Am Dienstag wurde Papst Franziskus in sein Amt eingeführt. Es war eine kurze und einfache Zeremonie. Das Pallium, das er bekam, war noch von seinem Vorgänger Benedikt XVI. Da scheint also recycelt zu werden. Rote Schuhe werden wir an Franziskus auch nicht sehen, er bleibt bei seinen schwarzen Schuhen.
Also ein Papst, der die Einfachheit mag. Und jemand, der keinen der Mitarbeiter des Vatikans zu vergessen scheint. Mit den Gärtnern und Strassenkehrern feierte er beispielsweise die Morgenmesse. Was mich ein bisschen an Johannes XXIII. erinnert, den es nicht störte, wenn die Gärtner am Arbeiten waren, wenn er durch die Vatikanischen Gärten spazierte. Ein Papst des Volkes – hoffentlich kann er das beibehalten.

Eine traurige Nachricht gibt es aus Belgien zu vermelden. Elefantin Ani ist heute Nacht (Freitag auf Samstag) gestorben. Damit hat sie die Komplikationen der Geburt um knapp einen Monat überlebt.
Elefantendame Mala hat innerhalb eines Jahres zweimal den Tod eines Artgenossen hautnah miterlebt. Wie sie sich nun fühlt? Ich weiss es nicht, dafür kenne ich sie nicht so gut. Vielleicht wird sie Rani beistehen, die gewiss sehr traurig sein wird. Denn die alte Elefantenkuh war sehr eng mit Ani. Mala hingegen schien an den beiden nicht wirklich interessiert zu sein, wenn man die Videos sieht, die der Pairi Daiza auf Facebook eingestellt hat.
Schade, dass die Geschichte am Ende doch keinen guten Ausgang genommen hat. Man hätte es sich gewünscht.

Heute Abend um 18.55 Uhr zeigt die ARD die erste Folge von „Heiter bis tödlich – Fuchs und Gans“. Im Züge der WM-Qualifikation ist an diesem Wochenende spielfrei, weshalb auch nicht die Sportschau läuft. Aus diesem Grund dient „Fuchs und Gans“ als Lückenfüller. Ich bin davon positiv überrascht, hatte ja bereits im Januar vermutet, dass diese Serie als Lückenfüller dienen wird, wenn im Sommer die Bundesliga Pause hat. Das die ARD so schnell reagiert, ist wirklich lobenswert. Ich vermute zwar nicht, dass die Serie doch noch verlängert wird, wenn genügend Zuschauer die Folge einschalten sollten. Aber hier kann man sich heute ein gutes Bild davon machen, was für eine gute Serie das war, im Gegensatz zur jetzt laufenden „Zwischen den Zeilen“.
Eine Kollegin von mir ist jedes Mal über die neueste Folge von „Zwischen den Zeilen“ schockiert. Ich habe sie jetzt mal gefragt, warum sie die Serie sich eigentlich anguckt, wenn die so schlecht sei. Antwort war, dass sie hofft, dass die Serie eventuell noch besser wird. Wird sie aber nicht, wie ich sagen muss. Das originellste an jeder Folge ist noch, wenn der Chef Paul Jacobs aus seinem Büro durch den Briefkastenschlitz guckt. Alles andere ist einfach nur grenzdebil und alles andere als lustig. Missgeschicke können jedem passieren, aber hier ist das nur krankhaft, auch der Polizist, der die Reporterin anhimmelt und die irgendwie nichts zu merken scheint, ist viel zu übertrieben.
Die Serie sollte man sofort einstellen, und wie ich gehört habe, seien die Quoten auch nicht besonders, sollen sogar unterdurchschnittlich sein.
Am Dienstag wird die letzte Folge von „Hauptstadtrevier“ gezeigt. Eine Serie, die ich erst nach und nach liebgewonnen habe. Noch ist nicht raus, ob die Serie weitergedreht wird. Ich kann es nur hoffen, wenn die Rolle der Chefin etwas herausgenommen wird, die ist nämlich sehr nervig.
Aber heute Abend erst einmal „Fuchs und Gans“. Bitte gucken! (wem’s gefällt)

 

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Habemus papam – Papstwahl mit zwei Sensationen


Die Sensation ist wahr geworden. Zum allerersten Mal steht ein Südamerikaner der Welt Kirche vor, zudem gehört er dem Jesiten-Orden an.
Um 19.05 Uhr nach fünf Wahlgängen stieg weisser Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Die Kardinäle hatten sich für einen von ihnen als Nachfolger Petri entschieden. Mehr als eine Stunde mussten wir warten bis endlich die Sätze kamen:
„Annuntio vobis gaudium magnum; habemus Papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum, Dominum Georgium Marium Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem Bergoglio qui sibi nomen imposuit Franciscu“.
Sagte gestern Abend um etwa 20.05 Uhr der erste der Kardinal-Diakone, Jean-Luis Taurant.
Der Franzose hatte anfangs auch als papabile gegolten, wegen seiner angeschlagenen Gesundheit aber schnell wieder rausgefallen. Man konnte es sehen, dass er gesundheitlich angeschlagen ist. Er wirkte wie ein Klappermännchen, dass sich kaum auf den Beinen halten kann.
Der Mutter des Wiener Kardinals Schönborn dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, als sie den Namen hörte, da es nicht ihr Sohn war, auf den „das Fallbeil niedergekommen“ war.
Nach der Verkündung des Namens ging das grosse Rätselraten los. Welcher italienische Kardinal (denn der Name Bergoglio ist italienisch) ist da eigentlich gewählt worden? Beim TV-Sender Phoenix hatte man hingegen nicht den Papstnamen verstanden. Den hatte ich gehört und mich gefragt, wieso denn eigentlich die Zahl fehlt, der wievielte Papst dieses Namens nun dran ist. Als dann mir klar war, dass Bergoglio sich Franziskus nannte, konnte es nur der erste sein. Die römische Ziffer eins wird allerdings erst hinter seinen Namen kommen, wenn es einen weiteren Papst mit diesem Namen geben wird. So lange heisst es Papst Franziskus. Mit Italiener lag es zwar nicht richtig, aber auch nicht ganz falsch, denn Bergoglio besitzt neben der argentinischen auch die italienische Staatsbürgerschaft. Das wird die Italiener sicherlich freuen, wo sie doch endlich wieder einen der Ihren auf dem Stuhl Petri sehen wollten. Dass er aus dem anderen Ende der Welt kommt ist hierbei dann zweitrangig.
Jorge Mario Bergoglio ist der zweite nichteuropäische Papst seit 740 Jahren. 1272 wurde ein Syrer zum Papst gewählt. Franziskus ist der erste Papst aus dem Jesuiten-Orden und der erste Ordensangehörige seit 166 Jahren. Zudem ist er der erste Papst aus Lateinamerika, wo es die meisten Katholiken gibt. Mit seiner Wahl zum Pontifex maximus – eigentlich ein heidnischer Titel, den bereits Julius Caesar und andere alten herrschenden Römer trugen, es bedeutet oberster Brückenbauer – wurde das Zeichen gesetzt, dass die katholische Kirche nicht nur in Europa ist. Ob das nun gut für Europa sein mag, dass ein nichteuropäischer Geistlicher Papst wurde, wird sich zeigen. Denn die eigentlichen Probleme wie Kirchenaustritte liegen in Europa, aber auch in Afrika ist eine Abkehr vom Katholizismus zu beklagen. Und besonders in Südamerika wenden sich die Menschen von der katholischen Kirche ab und suchen eine neue Heimat in den sektenähnlichen Religionen, auch wenn sie dort immens wachsen mag. Viele vermischen das Christentum mit früheren Gottheiten.
Wer aber ist nun eigentlich der neugewählte Papst?
Jorge Mario Bergoglio ist der Sohn von italienischen Auswanderern. Er machte einen Diplomabachluss als Chemie-Techniker und trat danach in den Jesuitenorden ein.
1969 empfing er das Sakrament der Priesterweihr, im Jahr danach macht er seinen Abschluss in Theologie. Zehn Jahre zuvor hatte er bereits seinen Abschluss in Philosophie gemacht. Mitte der 80er Jahre kam er für einen Forschungsaufenthalt nach Deutschland an die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Seitdem spricht Bergoglio auch Deutsch.
1998 wurde er zum Erzbischof von Buenos Aires ernannt und bekam 2001 die Kardinalswürde verliehen.
Ein Schatten liegt über seiner Zeit während der argentinischen Militärjunta (1976 bis 1983), wo ihn jesuitische Brüder beschuldigten, nicht genug für sie getan zu habe, als sie in den Foltergefängnissen einsassen. Auch sagte sein ehemaliger Chauffeur, dass Bergoglio sich öfters mit einem Junta-Mitglied getroffen hätte. Bergoglio begründete seine Treffen damit, dass es in den Gesprächen darum gegangen sei, den Jesuiten-Orden und seine Novizen zu schützen.
Es musste ja so kommen, dass man nicht einfach sich freut, dass ein bescheidener Mensch zum Papst gewählt wurde, sondern gleich in der yvergangenheit wühlt, um möglichst jeden dunklen Fleck zu finden, den es gibt. Seinem Vorgänger Benedikt hat man auch vorgeworfe, dass er eine Nazi-Vergangenheit hat, weil er Flak-Helfer war. Aber das hat Ratzinger nie geleugnet.
Im Grunde genommen wird irgendwas gesucht, was gefunden und dann möglichst jemand gefunden, der hoffentlich bezegen kann, das derjenige auch wirklich irgendwie beteiligt war. Ob nur ein Treffen mit jemand Hochrangigem oder beide Augen vor der Wahrheit verschliessen, irgendwas g
bt es immer als Begründung, um jemandem die weisse Weste zu beschmutzen.
Das beste Beispiel ist Papst Pius XII., dem heute noch das grosse Schweigen zur Last gelegt wird. Ja, er mag geschwiegen haben, aber er hat getan, was er konnte um möglichst viele Verfolgte vor dem Hitler- und Mussolini-Regime zu retten. Dabei schwebte er selbst in ständiger Gefahr von Hitlers Schergen entführt zu werden. Pläne dafür gab es. Doch das wissen kaum, denn durch das Theaterstück „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth haben wir ein negatives Bild von Pius XII. im Kopf. Dabei weiss man inzwischen, dass Pius von einem deutschen Priester verunglimpft wurde, da dieser sich von Pius zurückgesetzt fühlte.
Man sieht also, wie man mit wenigen Worten einen Menschen fertig machen kann, bloss weil er zu einer bestimmten Zeit, sich an einem bestimmten Ort aufhielt oder geschwiegen hat.
Lassen wir doch einfach die Vergangenheit ruhen. Irgendwann muss auch Schluss sein.

Die Wahl Bergoglios mag eine Überraschung sein, da er nicht als papabile galt. Es wurden viele andere Namen genannt, darunter Odilo Scherer oder der philippinische Kardinal Tagle. Möglicherweise hatten sich im Konklave bzw. im Vorkonklave die Kardinäle wieder an einen der Favoriten von 2005 erinnert. Dort soll Bergoglio nach dem dritten Wahlgang verzichtet haben, als immer mehr Wahlstimmen auf ihn fielen. Wie wir alle wissen, wurde am 19. April 2005 Joseph Ratzinger zum Papst gewählt.
Nun ist es der Favorit von vor acht Jahren, der nun zum Nachfolger Petri gewählt wurde.
Mir ist das ganz recht, solange es nicht Bertone wurde.
Als Franziskus auf der Benediktionsloggia erschien – der Teppich, der am Balkon heruntergelassen wurde, trug nicht das Wappen seines Vorgängers -, trat er ganz schlicht in seiner weissen Courage auf. Die traditionelle rote Mozetta, den päpstlichen Schulterkragen trug er nicht, genauso wenig wie die Stola, die Zeremonienmeister Guido Marini in der Hand hielt und ihm erst später umlegte. Ein deutliches Zeichen für seine Bescheidenheit, davon zeugt nicht nur seine Namenswahl.
Mit Franziskus ist der heilige Franz von Assisi, der Gründer des Franziskaner-Ordens gemeint, und wahrscheinlich nicht, wie einige vermuteten, Franz Xaver (Francisco de Xavier), ein Jesuit, der in Ostasien als Missionar tätig war.
Franz von Asissi lebte nach dem Vorbild Jesu Christi. – Arm dem armen Christus folgen, lautete seine Maxime. – Er war Sohn aus reichem Hause und ließ das alles hinter sich, um Gott und vor allem Christus dienen zu können. Dabei trat er besonders für die Notleidenden und Besitzlosen ein, was ihm auch die Bezeichnung „Heiliger der Armen“ einbrachte. Er gründete mit seinen Mitstreitern den Minoriten-Orden (Orden der Minderen Brüder), der heute seinen Namen trägt.
Auch Papst Franziskus wird als Heiliger der Armen bezeichnet, da er gegen die Armut in Buenos Aires kämpfte. Zudem wohnte er nicht im erzbischöflichen Palais, sondern in einer Wohnung. Und wenn er unterwegs war in Buenos Aires, nutzte er das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Also ein wahres Mann des Volkes!? Wenn wir gestern seine Rede auf der Benediktionsloggia gehört haben, kann man es bestätigen. Erst einmal wünschte er der Masse, die übrigens nicht jubelte, sondern verwirrt war, wer denn nun dort stehe, einen guten Abend. Der Bann war gebrochen, als er seinem Vorgänger Benedikt gedachte und er mit dem Menschen auf dem Petersplatz für diesen betete. Danach hielt er eine Rede, in der er auch Humor bewies. Hatte ein wenig Schwerigkeiten ihn zu verstehen, obwohl er fliessend Italienisch spricht. Irgendwie klang es für mich manchmal Spanisch. Dürfte an meinen Ohren gelegen haben.
Als Franziskus nach draussen trat, sah ich eine entfernte Ähnlichkeit mit Johannes XXIII. (Angelo Roncalli), das später in den verschiedenen TV-Sondersendungen bestätigt wurde. Aber sein Gesicht erinnerte mich an Pius XII., was vor allem durch die Brille kommt. Auch jetzt noch, wenn ich mir Bilder von Franziskus ansehe, muss ich an den vielgescholtenen Papst Pius denken. An seiner Art hingegen erinnert er an Papst Johannes Paul I., der nach nur 33 Tagen im Amt unter mysteriösen Umständen verstarb. Noch heute geht das Gerücht um, dass er mittels Gift umgebracht wurde. Angeblich wollte er die gesamte Kurie umkrempeln.
Tja, das ist nach dem Vati-Leaks-Skandal auch dringend nötig. Vor allem muss so jemand wie Bertone weg. Aber wer weiss, was der durch die ganzen Überwachungsvideos im Vatikan für ein Wissen hat.

Es steht nicht nur zum ersten Mal ein Lateinamerikaner an der Spitze der katholischen Kirche, sondern auch ein Jesuit, ein Orden für Elitechristen, wie es so schön heisst.
Dass Franziskus nicht nur nach den Prinzipien seines Ordens als Papst wirken will, machte seine Namenswahl deutlich, denn er hätte sich auch Ignatius, nach dem Gründer der Jesuiten Ignatius von Loyola, nennen können. Dies hat er nicht getan. Vielleicht spielt doch Franz Xaver ein wenig bei der Namenswahl mit rein. Obwohl man vom Auftreten des neuen Papstes eher auf Franz von Assisi schliessen dürfte.
Dass ein Ordensbruder Papst geworden ist, mag nicht aussergewöhnlich sein, da bereits schon andere gab, die Ordensbrüder waren. Man muss allerdings die Geschichte des Jesuiten-Ordens betrachten. Denn 1773 wurde der Orden durch Papst Clemens XIV. aufgehoben. Dieser war zu dem schritt zwar gezwungen worden, war aber auch nicht wirklich dagegen. Erst 1814 wurde der Jesuiten-Orden durch die Bulle Sollicitudo omnium ecclesiarum
von Papst Pius VII. wieder zugelassen.
Der Jesuiten-Orden heisst eigentlich Gesellschaft Jesu und jedes Ordensmitglied trägt am Ende seines Namens das Kürzel SJ (Societas Jesu). Die Bezeichnung Jesuiten hingegen war anfangs eine Verballhornung, wurde später aber übernommen.
Jesuiten verpflichten sich zu Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Das vierte Gelübde besagt, dass die Jesuiten sich zu besonderem Gehorsam gegenüber dem Papst verpflichten.

Wunder dürfen wir von Papst Franziskus nicht erwarten, auch nichts bezüglich dessen, dass Frauen für höhere Kirchenämter oder als Priesterinnen zugelassen werden. Da hat der verstorbene Johannes Paul II. streng verfügt, dass sich niemand mit diesem Thema beschäftigen dürfe. Tut es dennoch einer, wird er seiner sämtlichen Ämter enthoben – und sei er der Papst persönlich. Ist kein Witz.
Zudem ist er konservativ, gegen die gleichgeschlechtliche Ehe – das Wort Homo-Ehe klingt scheusslich, wie ich finde -, da hat er gegen deren Legalisierung als „Plan des Teufels‘ gewettert. des weiteren ist er gegen Abtreibung sowie Verhütung. Also alles Punkte gegen die seine Vorgänger und die Mehrheit der papabile waren.
Am Dienstagvormittag wird höchstwahrscheinlich die Amtseinweihung auf dem Petersplatz stattfinden. Und bereits am Sonntag wird er wohl das erste Mal das Angelus-Gebet sprechen.
Mit seinem Vorgänger soll er bereits gestern noch telefoniert haben. Persönlich treffen möchte er ihn auch noch. Vielleicht werden wir Benedikt sogar bei der Amtseinführung irgendwo sitzen sehen – auch wenn ich nicht persönlich dran glaube.

 
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Verfasst von - 14. März 2013 in Blog, Fernsehen, Kultur, Real life, Technik, Wetter, Winter

 

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Tschüß, Heiliger Vater


Nun ist also die Sedisvakanz eingetreten. Der Stuhl Petri ist unbesetzt, das Tor geschlossen. Wir waren einmal Papst!
Papst Benedikt ist seit 20 Uhr Papst emeritus, also Papst im Ruhestand. Knapp acht Jahre war er der ranghöchste unter den Katholiken, hat zwei Enzykliken veröffentlicht und seine Jesus-Trilogie.
Dazu hat er 24 Reisen unternommen, drei davon führten nach Deutschland.
Papst Benedikt XVI. ist der erste Papst seit 719 Jahren, der von seinem Amt zurücktritt. Er fühle sich den Strapazen des Amtes nicht mehr gewachsen, hatte er in seiner Rücktrittserklärung gesagt.
Wir haben es gesehen, wie er in den letzten Jahren zu den Gottesdiensten hineingefahren wurde, wie er nicht mehr so agil schien wie zu Beginn seines Pontifikats.
So entschloss sich Benedikt, das Amt aufzugeben. Ein Papst kann zurücktreten, auch wenn es seit 719 Jahren nicht mehr geschehen ist. Es ist ein mutiger Schritt gewesen, der in unser heutigen Zeit gar nicht so ungewöhnlich scheint. Der Papst hat mit seinem Rücktritt bewiesen, dass man das Amt nicht bis zum bitteren Ende ausfüllen muss, wie es sein Vorgänger getan hat. Wenn man merkt, dass die Kräfte nicht mehr ausreichen, soll man für einen jüngeren Platz machen. Das ist modern und zukunftsweisend.
Natürlich sind nie die Stimmen verklungen, die sagten, dass Benedikt aufgrund des Vatileaks-Skandals zurückgetreten sei. Wie viel Wahrheit daran ist, kann niemand sagen und werden wir auch nie erfahren.
Kurz nach 17 Uhr hob der Helikopter mit dem Papst und seinem Sekretär von den vatikanischen Gärten ab und es ging in etwa einer Viertelstunde nach Castel Gandolfo, wo Benedikt XVI. die nächsten Wochen verbringen wird. Dann wird es zurück in den Vatikan gehen, wo er ein aufgegebenes Kloster beziehen wird, das momentan für ihn umgebaut wird. Und was wird der Papst emeritus dort machen? Tja, er sagt, er wolle Beten und hat seinem Nachfolger Gehorsam gelobt.
Ob wir mal ein Bild von ihm und seinem Nachfolger sehen werden? Möglich, aber unwahrscheinlich, denn Benedikt möchte sich zurückziehen, quasi unsichtbar werden. Aber vielleicht werden wir ein paar Bilder sehen. Wir müssen abwarten.
In Castel Gandolfo angekommen, zeigte sich der Papst den Anwesenden, hielt eine kleine Rede und sagte am Ende „Grazie e bonna notte.“ Was soviel heisst wie: „Danke und Gute Nacht!“ Das waren also die letzten Worte, die Papst Benedikt am Ende seiner Amtszeit gesagt hat.
Um 20 Uhr endete das Pontifikat Benedikts XVI. nach knapp acht Jahren.
Nun wird sich bald das Kardinalskollegium treffen, zwei Kardinäle haben übrigens abgesagt, so dass es nur noch 115 sind. Und dann werden wir mit Glück schon um den 20. März herum weissen Rauch sehen, falls denn dieser auch wirklich als weisser Rauch erkannt wird. Das letzte Mal war man nicht wirklich sicher, welche Farbe der Rauch hatte.
Wer aber nun wird Benedikts Nachfolger werden? Im Grunde genommen kann dies jeder unverheiratete männliche Katholik werden. Aber seit Jahrhunderten wird es ein Kardinal. Wer dies sein mag? Ich kann niemanden benennen. Da gibt es papabile aus Nord- und Südamerika, aus Afrika und natürlich aus Europa. Aber sticht irgendein Name wirklich heraus? Ich glaube nicht. 2005 war es Josef Ratzinger, dessen Name über allen anderen lag. Da gab es gar keine andere Entscheidung. Aber dieses Mal? Nein, ich weiss wirklich nicht, wer es werden sollte. Der Ruf nach einem afrikanischen Papst wird laut. Wobei ich nicht glaube, dass er gut für die europäische Kirche ist, die sich momentan in der Krise befindet. Für Afrika wäre es gut, aber nicht für Europa. Und ein Südamerikaner? Tja, ich weiss nicht so recht, ob die mit den europäischen Problemen zurechtkommen werden.
Und dann gibt es da auch noch diese Prophezeiung des Malachias, die im 12. Jahrhundert entstand, in den Vatikanischen Archiven verschwand und Ende des 16. Jahrhunderts wieder auftauchte. Nun waren die Namen bis zu dem bis dahin letzten Papst neben die Beschreibungen der Pontifikate gesetzt. Deshalb geht man auch davon aus, dass es sich bei der Prophezeiung des Malachias um eine Fälschung handelt.
Es sind insgesamt 112 Päpste, die in der Prophezeiung des Malachias auftauchen. Papst Benedikt XVI. war der 111. und wurde als De Gloriae Olivae, also als Herrlichkeit der Olive beschrieben. Dazu muss man wissen, dass der Benediktinerorden einen Olivenzweig im Wappen trägt.
Damit ist Benedikt der vorletzte Papst gewesen. Der 112. und damit letzte Papst wird als Petrus, der Römer bezeichnet. Mit ihm wird Rom untergehen. Dazu hier der Wortlaut: In persecutione extrema Santae Romanae Ecclesiae sedebit Petrus Romanus, qui pascet oves in multis tribulationibus: quibus transactis civitas septicollis diruetur, et ludex tremendus iudicabit populum.
Und was heisst nun dieses schöne lateinische Kauderwelch? Hier die Übersetzung für alle, die nicht des Lateinischen mächtig sind: Der Papstthron der Heiligen Römischen Kirche wird in höchster Bedrängnis von Petrus, dem Römer eingenommen werden, der seine Schäfchen durch schwere Mühsal geleiten wird, an deren Ende die siebenhügelige Stadt (Rom) vernichtet und der höchste Richter über sein Volk richten wird.
Damit wird explizit der Untergang Roms benannt. Im Grunde genommen könnte es aber auch bedeuten, das der Vatikan und damit die katholische Kirche auseinanderbrechen wird. So wie es aussieht, trifft eher meine Vermutung zu, als das ein grosses Erdbeben oder was auch immer kommen wird und Italien zerstört. Ausser man setzt es mit den Wahlergebnissen gleich. Da herrscht nicht nur eine Pattsituation, sondern man muss sich grosse Sorgen um Italien machen. Wie wird es dort weitergehen? Ist das Land überhaupt regierungsfähig? Man gucke sich Belgien an. Die können seit Jahren keine Regierung bilden und es geht dennoch.
Was auch immer kommen mag, das Ende wird wohl nicht kommen. Ausser Bertone wird der nächste Papst.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 28. Februar 2013 in Bücher, Fernsehen, Kultur, Real life, Technik, Wetter, Winter

 

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Droht dem Vatikan die Apokalypse? – Papst Benedikt XVI. tritt zurück


Die Nachricht schlug am Montag ein wie eine Bombe: Papst Benedikt XVI. Tritt am 28. Februar um 20 Uhr zurück!
Als ich die Nachricht im Internet las, wollte ich es gar nicht glauben. Ich war immer überzeugt, dass Benedikt bis zum Schluss sein Amt ausführen würde. Tja, da habe ich mich geirrt. Und somit muss ich an dieser Stelle meinem ehemaligen Dozenten Herrn Berthold recht geben, der sagte, dass Benedikt zurücktreten würde. In einem Punkt irrte allerdings auch er. Denn der Papst tritt nach knapp acht Jahren zurück und nicht nach fünf, wie mein Dozent vorher sagte.
Im Grunde genommen ist es ein vernünftiger Entschluss. Bereits bei der Weihnachtsmesse konnte man sehen, dass der Papst körperlich abgebaut hatte. Mit einem Fahrgestell wurde er in den Petersdom geführt. Ob seine Schwäche von der gerade überstandenen Herz-OP kam, kann nur spekuliert werden. Aber es war letztendlich nur der Höhepunkt dessen, dass sich bei Benedikt sichtbar sein Alter für uns Zuschauer bemerkbar machte. Er sah ja schon seit einiger Zeit nicht mehr wie das junge Leben aus, dass man sich Sorgen machte, ob er denn das Amt noch würde ausführen können.
Der mutige Schritt zurückzutreten dürfte auch daher gekommen sein, dass er den Menschen und vor allem sich selbst nicht zumuten wollte, wie seine Kraft immer weiter schwindet. Benedikt wollte kein Opfer begehen wie Johannes Paul II., bei dem man am Ende nur noch darauf wartete, dass er doch endlich von seinen Leiden erlöst werden möge.
Ja, die letzten Jahre in der Amtszeit von Johannes Paul II. Führten uns vor Augen, dass ein Papst auch nur ein Mensch ist. Doch wie lange dieser körperliche Verfall dauerte und alle Welt davon Aug zeuge wurde, war erschreckend. Man soll Benedikts Vorgänger bereits nahegelegt haben zurückzutreten, was dieser mit der Begründung alehnte, Jesus sei auch nicht vom Kreuz gestiegen. Damit mag er recht gehabt haben, aber kann man einem Papst an der spitze des katholischen Glaubens noch dulden, dem der Sabber aus dem Mundwinkel läuft? Drastisch formuliert, aber genau die Frage habe ich mir damals auch gestellt.
Und dann kam Josef Ratzinger, der gerade seinen 78. Geburtstag vollendet hatte. Ein Übergangspapst, wie es hiess. Knapp acht Jahre ist er nun im Amt. Acht Jahre, die mehr Tiefen als Höhen hatten. In Benedikts Pontifikat fällt die Aufdeckung des Missbrauchskandals, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und weiteren Ländern. Dann kommt Benedikts Herabstufung des evangelischen Glaubensgemeinschaften, die nicht das Recht hätten, sich Kirche zu nennen. Bei einen radikalen evangelischen Gruppierungen kann man das durchaus nachvollziehen, aber doch nicht beispielsweise für die evangelisch-lutherische Kirche. Das war ein klarer Rückschritt in Sachen Ökomene. Aber Benedikts Hauptaugenmerk lag auch eher in der Vertiefung des Religionsaustausches mit den orthodoxen Christen und dem Islam. Bei letzterem hatte er sich 2006 einen Fauxpas geleistet, als er in seiner Regensburger Rede ein Zitat benutzte, dass den Islam auf den ersten Blick verunglimpfte. Solche Schnitzer sind Benedikt während seiner Amtszeit noch einige Male passiert. Für seine Fehler, die er während seiner Amtszeit begangen haben mag, entschuldigte er sich am Montag in seiner Rede. Auch eine schöne Geste, die zeigt, dass er sich nicht unfehlbar hält, obwohl er das Papst Amt innehat. Zwar steht er nicht konkret für einen bestimmten Fehler ein, dennoch ist es besser als nichts.
Benedikt XVI. Wird erst der zweite Papst sein, der von seinem Amt zurück tritt. Eigentlich ist er der dritte Papst, aber Gregor XII. zählt man nicht, da er als Gegenpapst gilt. Gregor dankte 1415 ab, als gleichzeitig drei Päpste geherrscht hatten. Auf dem Konzil in Konstanz war deren Absetzung beschlossen worden, doch nur Gregor zeigte sich einsichtig und dankte aus freien Stücken ab. Natürlich nicht ohne ein paar Zugeständnisse zu erhalten.
Da Gegenpäpste bis auf wenige Ausnahmen nicht gezählt werden, wird er hier auch weggelassen, weshalb Benedikt der zweite Papst in der Geschichte des Petrus-Amtes ist, der zurück tritt.
Der erste Papst vor 719 Jahren war Coelestin V., bürgerlich Pietro del Morrone. Dieser war nach zweijähriger sedisvakanz gewählt worden, nachdem sich die Kardinäle auf keinen geeigneten Kandidaten einigen konnten. Piertro del Morrone war ein Eremit, der letztendlivh mit den Intrigen und dem Verwaltungsapparat nicht zurecht kam und schliesslich am 14. Dezember 1294 abdankte.
Er wurde von seinem Nachfolger Bonifaz VIII. Im Kastel Fumone inhaftiert, da dieser befürchtete, dass es zu einem Schisma kommen könnte. Bereits 1296 starb Coelestin V. Und wurde bereits 1313 heilig gesprochen.
Zurücktreten kann jeder Papst, wenn er dafür vernünftige Gründe nennen kann. Ein einfaches ich habe keine Lust mehr.‘ genügt nicht. Dazu muss schon etwas weiter aus geholt werden, so wie es Benedikt getan hat. Ihm konnte man ansehen, dass es ihm immer schwerer fiel, das Amt so auszuüben, wie er es wollte.
Es ist ein mutiger Schritt, ein moderner Entschluss. Es ist ein Meilenstein in der Geschichte des Papsttums, von der man auch noch in einigen hundert Jahren sprechen wird.
Grosses mag Benedikt XVI. Vielleicht nicht geleistet haben, was mitunter eventuell auch an seinem Umfeld gelegen haben mag. Denn als der Hardliner, wie er als Präfekt der Glaubenskongregation galt, führte er sein Amt nicht aus. Gut, bei einigen Dingen, die er von sich gegeben hat, mochte man sich fragen, ob er das tatsächlich ernst meint. Alles in allem hat er überrascht.

Und nun geht die Frage los, wer wird Benedikts Nachfolger? Genannt worden sind schon einige, darunter leider auch Tarcisio Bertone, die so genannte Nummer zwei im Vatikan. Er ist unter anderem auch der Camerlengo. Leder schreibe ich deshalb, weil Bertone eine absolute Nullnummer ist. Neben Italienisch – seiner Muttersprache – beherrscht er gerade mal Latein. Wie er dann nur die Nummer zwei im Vatikan werden konnte, wo man dort mindestens neben den beide gerade genannten Sprachen mindestens zwei bis drei weitere beherrschen sollte, bleibt mir ein Rätsel. Zudem wurde er durch den Vati-Leaks-Skandal als relativ unfähig entlarvt. Dass er auch noch Berlusconi-Anhänger ist, ist schon fast wieder unwichtig.
Als weiterer Kandidat, der ebenfalls aus Italien stammt, gilt der Mailänder Erzbischof Angelo Scola. Nicht zu vergessen der Kanadier Ouellent, der Franzose Tauran, der Erzbischof von Manila Tagle, den Ghanaer Turkson – den Benedikt als dunkelhäutigen Papst interessant fand – und der Brasilianer Scherer, der deutsche Vorfahren hat.
All die genannten gelten als papabile. Doch wie heisst es so schön? Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Papst wieder heraus. Bei Benedikt traf dies nicht zu. Er galt als haushoher Favorit und wurde im kürzesten aller Konklave zum Papst gewählt.
Wir dürfen gespannt sein, wer es werden wird. Sollte es tatsächlich kein Europäer werden, räume ich von den genannten Scherer Chancen ein.
Man darf aber auch hier nicht vergessen, dass laut der angeblichen Prophezeiung des Malachias, Benedikt XVI. Als der 111. Papst in der Aufzählung galt und sein Nachfolger, der 112., der letzte Papst sein soll. Angeblich würde er Petrus, der Römer heissen. Und laut der Malachias-Prophezeiung würde Rom zerstört und der letzte Papst getötet werden.
Für Liebhaber von Endzeit-Vorhersagen ist das gewiss ein gefundenes Fressen. Wobei sie hier genauso auf die Schnauze fliegen können, wie bereits beim angeblichen Weltuntergang im Dezember letzten Jahres.
Man muss zu aller erst wissen, dass die Prophezeiung des Malachias als Fälschung eingestuft wird. Malachias selbst hat tatsächlich im 12. Jahrhundert gelebt und war ein Weggefährte des Bernhard von Clairvaux.
Die Prophezeiung besteht aus 112 kurzen Beschreibungen oder Orakelsprüchen. Bei Coelestin II. beginnt die Beschreibung der Amtszeit der Päpste mit Namen und endet bei Clemens VIII., der ab 1592 Papst war.
Die Malachias-Prophezeiung soll um 1590 entstanden sein, als wieder mal eine Papst Wahl anstand. Der nächste Papst wurde als aus dem Alter der Stadt‘ angekündigt, da Girolamo Simoncelli als Favorit galt. Bloss wurde es dann ein anderer, weshalb der lateinische Spruch ‚ Ex antiquitate urbis‘ zu ‚Liebhaber von Altertümern“ um gedeutet wurde.
Damit liegt also die Vermutung nahe, dass es die Prophezeiung des Malachias tatsächlich gibt, die aber laut Bernhard von Clairvaux nie einem Papst zugeschrieben worden sein soll. Damit erhärtet sich also der Verdacht, dass diese nachträglich hinzugefügt wurden.
Ist Benedikt folglich gar nicht der vorletzte Papst vor der Apokalypse? Und steht diese überhaupt an? Ist mit der Zerstörung der Siebenhügelstadt wirklich Rom gemeint? Vielleicht nicht auch der Vatikan? Seit den weltweiten Missbrauchsfällen ist die katholische Kirche mehr als angeschlagen. Gut möglich, das also dort irgend etwas geschehen wird.
Falls Tarcisio Bertone trotz aller Unzulänglichkeiten tatsächlich der nächste Papst werden sollte, steht der Vatikan einem Untergang näher als jemals zuvor. Dennoch scheint dieser sprachunbegabte Geistliche eine grössere Lobby zu haben – denn er spricht Latein. Und das scheint wichtiger zu sein als jede andere Fremdsprache und jeder Fehler, den er hat. Denn als Papst ist er unfehlbar, egal was für einen Labsus er sich leistet.
Wir werden es sehen. Frühestens am 16. März wird das Konklave beginnen.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 13. Februar 2013 in Blog, Fernsehen, Kultur, Real life, Technik, Wetter, Winter

 

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Der Weltuntergang und der Papst


Das mit dem Weltuntergang scheint wohl nicht mehr als heisse Luft und der Beginn eines neuen Zeitzyklus gewesen zu sein. Was anderes habe ich auch gar nicht vermutet, aber irgendwelche Apokalyptiker gibt es ja immer wieder. Und so wurde nicht nur das französische Dorf Bugarach heimgesucht, sondern auch noch andere Orte auf der Welt. Denn diese sollten angeblich vom Weltenende verschont bleibt. Angeblich sollten sogar Ausserirdische auf dem Pic de Bugarach landen. Getan hat sich da auch nichts.
Mit solchen Endzeitangaben sollte man vorsichtig sein. Bis jetzt haben wir noch alles überstanden. Die Jahrtausendwende, die mathematisch gesehen erst ein Jahr später kam, den 11. September, die Prophezeiungen des Nostradamus, die Vorhersagen der Zeugen Jehovas, die nachher immer massenhaft Austritte hatten, und die Eurokrise werden wir auch noch überstehen.
Aber irgendwie ist es schon schade, dass die Welt nicht untergegangen ist. Was wäre uns doch alles erspart geblieben: Markus Lanz als Moderator von „Wetten, dass..?“, Til Schweiger als Tatort-Kommissar, eine verhaltensgestörte Tbc-Bazille als neuer Zuchtbulle im Zuhause von Tausendschön, Russland und seine wunderbare (Vorsicht, Ironie) Demokratie.
Es gibt noch mehr Dinge, bloss fällt mir gerade nicht mehr ein. Dennoch liesse sich die Liste beliebig fortsetzen.
An den Weltuntergang glaubte ich genauso wenig wie Elefantendame Mala. Diese liess das alles kalt, war ganz ruhig und entspannt, liess sich ihr Futter schmecken. Sie hätte schon angezeigt, wenn etwas Schlimmes geschehen würde. Laut Jenala soll sie im letzten Jahr das Erdbeben von Japan vorhergesehen habe. Am Tag zuvor sei sie ganz unruhig gewesen und hätte gebrüllt, als würde Hussein sie durch den Fleischwolf drehen. Bloss stand dieser am Grabenrand und benutzte sie mal nicht als Punchingball. Logische Schlussfolgerung: Mala musste irgendwas gespürt haben, da da ein Unglück geschieht. Bekanntlich sind Elefanten sehr feinfühlig und können auch mit den Füssen hören. Warum sollte es nicht stimmen?
Und noch einmal zum Rüsselorakel zu kommen. Elefantendame Mala macht Pause bis zum nächsten Jahr, wenn der FC St. Pauli wieder spielen wird. Bis jetzt ist Malas Statstik ganz ordentlich. Nicht alles richtig getippt, aber bei ungefähr neunzig Prozent hat sie den richtigen Rüsselriecher bewiesen.

In Ägypten wurde gewählt und wieso geht wieder das Gerücht des Wahlbetrugs um? Hat man denn irgendetwas anderes erwartet? Nein. Aber seltsam klang es schon. Es wäre ein grosses Wahlaufkommen, aber die Wahllokale wären nicht geöffnet gewesen, man wurde beschwatzt, durfte nicht das Kreuzchen da machen, wo man wollte.
Die Unruhen gehen weiter. Wie soll es mit Ägypten bloss weitergehen?

Peter Struck ist gestorben, jener Politiker, der mich irgendwie immer an Bismarck erinnert hat, obwohl da nicht gerade eine grosse Ähnlichkeit herrschte.
Einer der wenigen Politiker, von denen ich etwas hielt, die ihre Arbeit gut gemacht haben und vor allem ein gutes Englisch sprachen. Mit Letzterem ist Struck mir vor allem in Erinnerung geblieben, denn er war der einzige deutsche Politiker, der auf CNN nicht mit einer englischen Voice-over-Übersetzung belegt wurde.
In den letzten Jahren hat man kaum noch etwas von ihm gehört, denn hat er die deutsche Politik jahrelang mitgeprägt.

Wie bereits vermutet, hat nun Papst Benedikt XVI. seinen ehemaligen Kammerdiener begnadigt. Höchstpersönlich sei er bei ihm aufgetaucht, um die gute Nachricht zu verkünden. Weihnachten wird nicht umsonst das Fest der Vergebung genannt, dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass der Papst damals bei der Vati-Leaks-Affäre seine Hände im Spiel hatte. Denn da wurde ja deutlich, was es für nutzlose Leute in der Hierachie eigentlich gibt. Bloss konnte er sie nicht loswerden.
Nun gut, nichts genaues weiss man nicht, bloss dass der Kammerdiener nicht aus eigenem Antrieb gehandelt hat. Aber das werden wir wohl nie lösen.

Weihnachten steht nun definitiv vor der Tür. In genau zwei Tagen ist Heiligabend. Ich fürchte es schon, vor allem weiss ich ja bereits, wer mich heimsuchen wird. Jenala ist harmlos, aber Steve und Lei sind nun wirklich nicht gerade das, was man sich wünscht. Gut, ich übertreibe wie masslos, denn eigentlich sind sie harmlos, bloss ein wenig chaotisch. Und beinahe hätte ich noch Melinoh vergessen, aber sie nimmt man leider auch kaum wahr. So ist sie halt.
Der Tannenbaum steht im Wohnzimmer, muss nur noch geschmückt werden und die Kekse stehen auch kurz vor der Vollendung. Lange hat das wieder gedauert, aber das ist wohl auch eine Aufgabe, vor der man sich so lange wie möglich drückt.
Freuen tue ich mich jetzt erst einmal auf die wunderbaren Stummfilme, die auf 3sat laufen werden. Zwar erst nach Weihnachten, doch das ist mir egal. Hauptsache ein paar Filme, die ich noch nicht aufgenommen habe. Zwei von dreien fehlen mir noch. Zudem bin ich nun endlich im Besitz der Nibelungen-DVD. Gibt doch nichts Schöneres.

 

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