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Zwei Jahre – Europas klügster Elefant wartet noch immer


Auf den Tag genau vor 750 Tagen oder eben zwei Jahren musste sich Europas klügster Elefant auf den Weg zu seinem neuen Wohnort machen.
46 Jahre und einen Monat hatte sie in Hamburg verbracht – fast ihr ganzes Leben.
Nun lebt Mala seit zwei Jahren in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza, dem ehemaligen Parc Paradiso.
Anfangs war Mala allein auf einer Anlage, wurde von Zeit zu Zeit zum Elefantenbaden geführt. Später wurde sie mit der inzwischen verstorbenen Ani und dem Neuzugang Rani, hier old Rani genannt, vergesellschaftet. Die Elefantendame akzeptierte die anderen beiden, aber wirklich was mit ihren zu tun haben, wollte sie nicht. Deutlich wurde es, als Ani operiert werden musste. Kümmern tat sich fast nur old Rani um die dann später Verstorbene. Auch wollte Mala anfangs nicht, dass jemand sie der anderen am Schwanz anfasst. Da wurden wohl alte Erinnerungen wach, als sie Mogli in den Schwanz biss, oder sie mochte es einfach nicht, weil es zwanzig Jahre bei ihr nicht gemacht wurde. Inzwischen hat sie es akzeptiert und so laufen Mala und old Rani auch immer ins Elefantenbad ein.
Doch warum musste die Elefantendame eigentlich gehen? Sie war der Liebling der Besucher. Wer sie nicht sah, verpasste das Beste, wie es hiess.
Hätte man versuchen können, Mala wieder in die Gruppe zu integrieren? Die Elefantendame ist ein sehr kluger Elefant, die genau weiss, dass sie sich nur dann was erlauben kann, wenn kein Pfleger zusieht. Folglich hätte sie unter Dauerbewachung gestellt werden müssen. Denn ihre Konkurrenten schmiss sie immer in den Graben, wenn niemand zusah, genauso biss sie Mogli in den Schwanz, weil sie wusste, dass sie unbeobachtet war. Aber das erfordert wieder erhöhtes Personal und nur Mala und Thura im Auge zu behalten, geht nun auch nicht lückenlos.
Genauso gut hätte man versuchen können, dass Mala sich bei Shandra einschmeichelt, denn Shandra ist der Schlüssel der Herde. Mogli konnte nur durch Shandras Hilfe 1992 Leitkuh werden. Mala hingegen hatte niemanden, weshalb sie verlor, was sie nie akzeptierte, denn sie war schliesslich acht Jahre länger da als Mogli. Doch wie gesagt, Mogli hatte ihre Freundin Shandra, beide waren 1974 gemeinsam gekommen, die ihr half, den Posten der Leitkuh zu bekommen. Nun, 22 Jahre später, hat der Zahn der Zeit an Mogli nicht halt gemacht, ihre Füsse machen Probleme, sie bewegt sich nur noch langsam vorwärts. Dennoch ist sie weiterhin Leitkuh, obwohl es jüngere Anwärterinnen gibt wie den Spukbeutel Yashoda. Doch solange Shandra lebt, wird Mogli Leitkuh bleiben. Deshalb hatte Mala damals keine Chance, jemals Leitkuh zu werden, denn sie hatte keinen Vertrauten unter den Elefanten, und wenn es so gewesen war, war diese Elefantin entweder tot oder woanders hingekommen. Mala vertraute und vertraut immer noch eher den Menschen um sie herum, denn in jungen Jahren wurde sie auf den Menschen fehlgeprägt. Deshalb hätte man Mala theoretisch auch allein halten können, denn solange sie menschliche Aufmerksamkeit bekommt, geht es ihr gut. Aber dazu hätte sie nicht weben dürfen, was sie immer noch tut – schlimmer als früher.
Das soll nun nicht heissen, dass Mala den lieben langen Tag weben und trauern würde. Nein, den Anschein will ich nicht erwecken. So wie wir eben nicht unentwegt an die Kopf-, Rücken- oder sonstigen Schmerzen denken, die uns plagen, ist es auch bei Mala. Sie denkt nicht immer daran, dass sie lieber zu Hause wäre. Genauso webt sie auch nicht immer. Das hat sie schon in Hamburg so gehalten. Es wurde gewebt, aber eben nicht immer. Manchmal steht sie nur herum, wirkt entspannt und dann webt sie wieder. Nina sagt immer, dass Mala das so in sich drin hat. Sie muss ab und zu halt weben.
Ja, Mala webt, immer noch, immer wieder, wird es immer tun. Inzwischen hat sich ihr normales Weben, wenn sie sich langweilt bzw. wenn sie einfach mal weben muss, in ein stetes Einsamkeitsweben verwandelt. Es ist ein minimal schnelleres Weben, als sie es in Hamburg getan hat. Mala hat alles, was sie hat: Darf endlich, endlich Leitkuh sein, führt ihre Tricks vor, die sie vor langer Zeit gelernt hat, wird gehegt und gepflegt. Und dennoch, dennoch ist Mala nicht glücklich. Das Weben ist zwar ein sichtbares Zeichen, kann aber nur schwer analysiert werden, wenn man Malas vorheriges Weben nicht kennt. Nun gut, Mala hat auch in ihrer Hamburger Zeit das Einsamkeitsweben gezeigt, aber das war dann, wenn Hussein sie arg malträtiert hatte, wie beispielsweise im August 2010. Die Verletzung von damals sieht man immer noch an Malas Hüfte.
Aber ganz deutlich ist, dass Malas Augen ihren Glanz verloren haben. Ich würde zwar nicht davon sprechen, dass sie erloschen sind, aber dieser besondere Glanz, den sie ausstrahlten, ist verschwunden.
Selbst wenn sie beschäftigt oder an bestimmten Zeiten von den Besucher gefüttert wird, kehrt dieser Glanz nicht wieder. Sie wirkt dann zwar fröhlicher, aber das ist eine Maske. Mala hat es immer beherrscht, nicht genau zu zeigen, wie es ihr wirklich geht. Die Meisterin der Maske, das ist sie.
Man darf nie vergessen, dass 46 Jahre eine verdammt lange Zeit sind. Und im Grunde gilt dann der Satz, einen alten Baum verpflanzt man nicht. Man hätte wenigstens eine Zusammenführung versuchen können.
Ich und andere können darauf noch so lange rumreiten, wie wir wollen. Mala ist fort und dabei wird es bleiben. Wie es ihr wirklich geht? Egal.
Aber warum wird dann noch mit ihr Werbung gemacht? Stärker denn je, seitdem sie nicht mehr da ist. Es gibt Leinenbeutel, auf denen sie zu sehen ist und sei es nur ihre Silhouette, dazu die Plakate, wo auch Malas Kopf neben anderen zu sehen ist. Nun gut, der normale Besucher erkennt das nicht. Aber die Mala erkennen, die ärgert es.
Warum mit jemandem Werbung machen, der gar nicht mehr da ist? Ja, das ist die Frage aller Fragen. Wobei, kein Elefant ist schöner als Mala anzusehen. Sie sieht nett aus, wirkt immer, als würde sie lächeln. Da können Salvana, Lai Sinh, Mogli, Shandra, Kandy, Thura oder Shila nicht mithalten. Die eine hat eine eingefallene Mundpartie, die andere sieht immer etwas traurig aus, die nächste ist faltig ohne Ende, wieder eine andere, hat ein zu weissgescheuertes Gesicht und die nächste guckt irgendwie hinterhältig, als hätte sie schon wieder irgendetwas ausgeheckt.
Wie würde die Elefantendame sich entscheiden, wenn man sie fragen würde und sie antworten könnte? Nach Hause oder hierbleiben? Eine Frage, die nicht beantwortet werden kann.
Mala macht weiterhin bei den Vorführungen mit, wo sie gebadet wird. Doch so langsam scheint es ihr keinen richtigen Spass mehr zu machen. Der Elan ist weg, den sie anfangs noch zeigte. Aber überere mehrere Monate zweimal am Tag immer wieder ja und nein sagen zu müssen, kann irgendwann auch nerven. Bald ist damit auch wieder Schluss und wird erst im nächsten Jahr weitergehen.
Wo Mala nun zwei Jahre weg ist, frage ich mich natürlich, wie es mit dem letzten noch verbliebenen Problemelefanten in Hamburg weitergehen wird. Vielleicht erinnert sich jemand, dass ich 2012 schrieb, dass Thura spätestens im Jahr 2014 gehen wird. Das Jahr haben wir nun. Ende 2013 sollte es wohl schon einmal so weit sein, es kam aber doch nicht zu einem Umzug. Aber das Jahr 2014 ist noch lang. Wir haben erst Anfang Juli. Es kann also noch viel passieren. Und Thura wird definitiv gehen, obwohl sie sich eigentlich recht gut integriert hat in den letzten Monaten. Aber sie hat immer wieder ihre Aussetzer.

Mala wird nie vergessen sein, dafür hat sie zu viele Spuren hinterlassen und dafür wird auch noch viel zuviel Werbung mit ihr gemacht. Nun, wo sie nicht mehr da ist, triumphiert sie endlich über ihre ärgste Konkurrentin.
Im Gegensatz zu Mogli hat die Elefantendame die Ehre erfahren dürfen, zu einer Romanfigur zu werden. Sie stand unter anderem Patin für die Figur Bertha in dem Thriller „Die Rollen des Seth“. Doch nicht nur in diesem Roman taucht sie auf, sondern auch in den folgenden Abenteuern der Isis Just-Reihe, dann immer als sie selbst.
Ja, Mala hat es geschafft – doch auf ihre Rückkehr wartet sie vergebens!

 

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Viel Beton für nichts – Welch eine Enttäuschung


Lange habe ich davon geredet, dass ich mir in Hamburg das neue Eismeer ansehen will. Nun habe ich das am vergangenen Wochenende getan. Fazit: Ich bin enttäuscht. Warum? Na, das werde ich nun erzählen.
Momentan sind die Romantischen Nächte im Hamburger Tierpark. Und da ich klassische Musik mag, musste ich da natürlich hin. Habe das früher schon mal miterlebt. Ist aber schon ein paar Jahre her.
Sofie, meine kleine Schwester war dabei. Es ist kaum zu glauben, dass sie schon wieder gewachsen ist. Wie die Zeit vergeht…
Jenala ist nicht mit in den Tierpark gekommen. Sie hält ihren Schwur konsequent durch, also hatte ich nur als Begleitung nehmen meiner Schwester Jenalas Cousin Jonas. Der kennt sich dort auch bestens aus, also gar kein Problem. Wenn man ihm bloss mal sagen würde, dass er nicht einen neuen Geschwindigkeitsrekord durchs Tropen-Aquarium aufstellen soll.
Im Tropen-Aquarium war’s mir ein wenig zu warm. Aber ich bin auch recht empfindlich, was Wärme betrifft. Mir war Gondwana-Land in Leipzig schon nicht für den Kreislauf förderlich.
Von den Kattas, den Lemuren aus Madagaskar habe ich keinen einzigen erblickt. Die hatten sich wohl gerade zurückgezogen, als wir ankamen. Soll öfters mal vorkommen, wie Jonas mir sagte. Da war ich schon ein wenig enttäuscht. Da zahle ich den Eintritt dafür und sehe die nicht einmal.
Bei den Fledermäusen mochte ich mich nicht lange aufhalten, weil es dort jämmerlich stank. Ja, ich verstehe, dass Tiere nicht geruchslos sind, aber deshalb muss das noch lange nicht so sein, dass man vom Gestank beinahe erschlagen wird.
Danach wurde es merklich kühler, denn nun kamen die Unterwasserwelten, wo ich mich besonders über die Igelfische freute. Seit Knurpsy aus dem Allwetterzoo Münster bin ich ein Fan von diesen Fischen, die sehr vom Aussterben bedroht sind. Einer blähte sich sogar auf, als ihn eine der Langusten zu fassen bekam. Ob die ich wohl fressen wollte? Jedenfalls war er kugelrund und seine Stacheln standen ab. Auch einige Minuten später konnte man ihn noch gut von dem anderen unterscheiden. Denn seine Stacheln standen immer noch ein wenig ab.
Im grossen Panorama-Aquarium schwamm ein Zackenbarsch, den Jonas als Fisch mit Starallüren bezeichnete. Denn immer wenn er auf ihn warte, würde dieser sich in die dunkelste Ecke des Beckens zurückziehen.
Dann in den Park, wo wir natürlich gleich zum Eismeer gingen. Gewaltig ist es ja geworden, dass muss ich schon zugeben. Aber die Eisbären finde ich dann doch etwas verloren in dem hinteren Teil des Geheges. Mag vielleicht daran liegen, dass man immer nur diesen verrückt hin- und herrennenden Eisbären Blizzard sieht. Der Bereich wirkt riesig, aber das ist ja wohl auch so gewollt.
Und dann das Innere. Da sieht man gleich weitere Mängel.
Erstens das grüne trübe Wasser im Eisbärengehege. Das soll von Mikroorganismen gereinigt werden, aber irgendwie scheinen die sich noch nicht gebildet zu haben oder sie sind überfordert.
Einen richtigen Blick aufs Eisbärengehege kann man gar nicht werfen, nur durch die Scheiben oder aber von der Walross-Anlage aus.
Apropos Walross, bisher schwimmt da nur eines umher und laut Jenala wird das auch nicht ewig bleiben, sondern nur ein paar Jahre. Aber wieso wird dann gesagt, mit dem Walross soll gezüchtet werden? Vorspielung falscher Tatsachen oder wer hat nun recht? Auf Gerüchte soll man nicht viel geben, aber manchmal enthalten sie schon ein Quentchen Wahrheit.
Weiteres Manko, die engen Gänge gleich nach der zweiten Eisbär-Scheibe. Wenn da die Leute zuhauf stehen, um einen Blick auf das Walross zu werfen, kommt man da kaum vorbei. Rollstuhlfahrer und Kinderwagen überhaupt nicht. Ich will nicht wissen, was passiert, wenn da mal Panik ausbricht. Aber solche engen Gänge gibt es im Tropen-Aquarium auch. Da kommt man an einem Rollstuhlfahrer kaum vorbei. Aber die Sicherheitsanforderungen sind wohl erfüllt worden, auch wenn ich nicht weiss, wie sich ein äusserst vollschlanker Mensch an einem Rollstuhl vorbeischlängeln will. Da hält der Rollstuhl alle auf. Bei einem überbreiten Rollstuhl kommt nicht einmal so ein Schlacks wie ich vorbei. Da hätte drüber nachgedacht werden sollen. Beim Eismeer wird der Gang dann aber bei der grossen Walross-Panoramascheibe ein wenig grösser. Dennoch sind die langen Gänge ein weiteres Manko. Sie mögen zwar grossflächige Bilder, Texte und Sprüche von bekannten Menschen wie Schriftstellern oder Forschern haben, aber die guckt man sich einmal an, liest sich den Text durch und dann vergisst man es wieder. Wer öfters kommt, wird durch diese Gänge nur lustlos gehen, so wie eben Jonas, der jedes Mal einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen versucht. Momentan liegt er bei elf Minuten, wie er mir stolz erzählte.
Einen interessanten Einblick bekommt man, wie das Eismeer hinter den Kulissen mit der ganzen Technik funktioniert. Zwei Enten – genauen Artnamen weiss ich jetzt nicht – sollen sich auch mal ausserhalb des Pinguingeheges aufhalten. Leider habe ich sie nicht gesehen.
Dann kommt man in eine dunkle Höhle und fragt sich eigentlich, was das soll. Bis man links im Wasser mit Glück einen oder mehrere Pinguine schwimmen sieht. Nun kommt die Freiflugvoliere mit Trottellumme, Papageientauchern und weiteren Vögeln. Einen Aufpasser habe ich nicht gesehen, obwohl sich eigentlich immer einer dort aufhalten soll.
Als technik-interessierten Menschen habe ich mir gleich ein Bild davon gemacht, wie denn nun die Wellenmaschine funktioniert. Einfach gesagt: Ein Brett, dass im Wasser hin- und herschwenkt. So kommen die Wellen zustande.
Durch einen Vorhang aus Seilen verlässt man nun die Voliere und geht wieder einen Gang entlang. Beinahe läuft man an einer blauen Tür vorbei, bei der man auch noch Probleme beim Öffnen hat.
Dunkelheit und Kälte empfängt einen. Der Besucher tastet sich nach vorne vor und wird nun auch mit Fisch- und Pinguingestank umhüllt. Wer’s mag. Ich habe mir erst mal die Nase zugehalten, denn wie gesagt, meine Nase ist empfindlich.
Wie Jonas sagte, ist dieser Gestank durchaus beabsichtigt, denn man soll die Pinguine fast mit allen Sinnen erfassen, also mit den Augen und der Nase.
Sogar ein paar Pinguine entdeckt, die sich nicht in ihrem Gehege aufhielten, sondern oberhalb der Abtrennung. Jonas freute sich wahnsinnig über die „entflohenen“ Pinguine. Einer kam mir richtig nah, als ich ihn fotografierte, da bin ich aber schnell in Deckung gegangen. Meine Kamera ist mir lieb und teuer.
Dort bin ich schnell wieder raus, denn ich musste wegen der Kälte an meine Batterien denken. Nun folgte ein langer Gang mit Bildern aus der Geschichte des Tierparks und des Eismeeres. Ein paar kurze Texte gab es auch. Ganz nett gemacht, aber mehr auch nicht. Ehrlich gesagt einfallslos.
Noch eine Treppe hochgestiegen, wo man sich an den Wänden die verschiedenen Baustadien des Eismeeres ansehen kann. Mag vielleicht näher dran gewesen sein, aber Jenalas und Jonas‘ Bilder sind besser, da immer aus der gleichen Perspektive aufgenommen. Da sieht man die Veränderungen viel besser und könnte eine gute Bilderstrecke draus machen.
Oben angekommen gibt es eine kleine Aussichtsplattform, wo man zwar weit nach Hamburg reinsehen kann, aber wirklich besonders ist das nun auch wieder nicht, so dass ich mich hier gefragt habe, was das eigentlich sollte. Schliesslich sind an einer Wand noch zwei Teile des alten Eismeers befestigt. Des weiteren drei verschiedene Modell-Felsen, wo darüber entschieden wurde, welche Firma nun die künstlichen Felsen modelliert. Wer aber nun das Rennen von den drei Firmen gemacht hat, wurde nicht deutlich, oder ich habe es übersehen. Letzteres glaube ich aber nicht.
Und dann war man auch schon durch. Jonas hatte die Zeit gestoppt. So knapp eine Stunde hatten wir im Eismeer verbracht. Und dafür wird also mehr als neunzig Minuten veranschlagt. Und ich bin da wirklich nicht durchgehetzt.
Bei den Elefanten war es ganz komisch, dass leere Bullengehege zu sehen. Es war das erste Mal, dass ich weder Hussein noch Mala antraf. Traurig war’s. Darjeeling, der kleine Racker, nervte wieder seine Lieblingstante, die abgezehrt wirkt. Soll ja auch immer Ammendienste leisten, wie mir Jonas sagte.
Später am Abend, als dann die Musik überall im Tierpark ertönte, konnte man über einen Teich mit recht viel Entengrütze, sich mit einer Gondel fahren lassen. Jonas wollte anfangs ja wie die Venezianer in ihren Gondeltaxis – gibt es wirklich und soll so um 50 Cent pro Fahrt kosten – stehen, was ihm Sofie und ich ausreden konnten. Der wäre noch im Wasser gelandet. Die Fahrt war kurz aber schön. So bin ich nun endlich auch mal Gondel gefahren und musste dazu nicht extra nach Venedig.
Der Feuerwerk war schon, aber zu laut.
Fazit: Beim Eismeer kann man nur sagen: Viel Beton für nichts. Ich bin wirklich enttäuscht und habe mir etwas Grossartigeres vorgestellt. Eine Dinge sind nicht genau durchdacht, wie die engen Gänge zu Beginn, wo es dann zum Stau kommt.
Der Rest des Tierparks ist sehenswert wie immer, bloss eine alte Elefantendame wird vermisst.
Wo ich von Mala gerade spreche. Auf der Facebook-Seite des Pairi Daiza kann man sich ein sehr kurzes Video mit Mala ansehen, wo sie durch den Park geführt wird. Das erste Lebenszeichen von ihr seit dem Bild vor über einem Monat.

Zwei Tage später sind dann Sofie, Jonas, Jenala und ich zu einem anderen Tierpark in der Nähe von Hamburg gefahren: der Tierpark Krützen.
Dort sind auch einige ehemalige Hagenbeck-Bewohner zu sehen, wie die Hutaffen, die beiden adulten Kamele oder der schwarze Alpakahengst namens Machote. Diesem sieht man sofort an, dass Ocho sein Vater ist. Etwas kleiner als dieser, aber genauso verrückt.
Dieser Tierpark ist zwar in einer dreiviertel Stunde durchgangen, wenn man schnell sich jedes Tier ansehen will. Ich finde ihn nicht schlecht, denn man sieht hier Tiere, die man nicht überall sieht, wie beispielsweise Hutaffen oder weisse Pfaue. Auf Elefanten oder Giraffen muss man verzichten, aber das ist nun wirklich nicht schlimm. Was ich nicht gesehen habe, waren Kulane, nur Przewalski-Pferde.
Alle Tiere lassen sich mit dem dort gekauften Futter oder selbst mitgebrachten Äpfeln oder Mohrrüben füttern. Das ist natürlich immer was besonderes. Bloss bei den Lamas sollte man aufpassen, denn da kann es passieren, dass man als Besucher angespuckt wird anstelle des Futterkonkurrenten. Und hier lassen sich sogar Zebras füttern, was ich noch nie gemacht habe.
Da sollte man unbedingt mal hinfahren, es lohnt sich wirklich. Und der Eintritt ist mit sechs Euro für Erwachsene auch nicht sehr hoch.

Bilder werde ich nachliefern, wenn ich sie durchgesehen habe.

Arbeiten musste ich heute auch noch, und das an meinem freien Tag. In Bayern herrscht heute Feiertag, weshalb ich eigentlich nach Hause fahren wollte. Der Tag war bei mir nicht mehr als Urlaubstag eingetragen, aber eben Feiertag. Und dann bekam ich die Aufgabe, mich unter die Olympischen Sportler zu mischen, um ein paar Interviews zu machen. Habe wirklich besseres zu tun. Das einzig Gute: Mir wird die Rückfahrt erstattet und ich bekomme Überstunden angeschrieben.

 

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Einmal ist es zuviel! – Mit dem Papst ist nicht zu spaßen


Über die Nachricht habe ich mich wirklich sehr gefreut. Der Hamburger Tatort bekommt noch einen weiteren Kommissar hinzu. Dargestellt wird dieser durch Wotan Wilke Möhring.
Das mag vielleicht kein Weltstar sein wie Til Schweiger, dafür hat er aber hundertmal mehr Klasse. Leider wird nur der erste Tatort direkt in Hamburg spielen, die anwderen werden im Umland stattfinden. So soll dann die Konkurrenz zu Schweiger verhindert werden. Eigentlich schade, denn es dürfte doch schon jetzt klar sein, wen die Zuschauer lieber sehen wollen. Und das ist nicht der Nuschelpott vom Dienst.
Warum dem die Rolle eines Tatort-Kommissars eigentlich angeboten wurde, frage ich mich jetzt noch. Der hat weder Ausstrahlung, Charisma noch kann er die Leute wirklich begeistern. Ja, seine Erfolge mögen vielleicht für ihn sprechen, aber dennoch muss es einem doch irgendwie komisch vorkommen, wenn sich ein Schauspieler in mehreren Filmen, wo er als Regisseur tätig ist und noch dazu das Drehbuch geschrieben hat, selbst als Hauptdarsteller auftritt. Entweder bedeutet das ein überdimensionales Ego oder aber derjenige bekommt nicht die großen Hauptrollen für andere Filme angeboten. Was mag denn nun stimmen? Vielleicht gibt es sogar noch eine dritte Möglichkeit.
Irgendwie könnte man zu ersterem tendieren, aus dem Grund, weil Schweiger nach seinem Engagement beim Tatort die Sprache auf den vierzig Jahre alten Vorspann der Sende-Reihe brachte. Er hielt ihn für angestaubt und wollte was Neues, also für seine Tatort-Filme. Glücklicherweise wurde sich dagegen entschieden. Denn auch wenn der Vorspann angestaubt sein mag – ich persönlich finde ihn zeitlos -, so ist er doch das Erkennungszeichen. Gut, der Vorspann des Polizeiruf 110 mag in den letzten zwanzig Jahren mindestens dreimal verändert worden sein, aber da fällt das irgendwie nicht auf. Zudem ist es auch eine andere Sende-Reihe.
Es gibt einen Disney-Film, den hat meine kleine Schwester gehasst wie die Pest: Hercules. Gegen die Handlung hatte sie nichts, aber sie mochte die Stimme von Hercules nicht. Und wer hat diese Figur gesprochen? Richtig, Til Schweiger. Und damit komme ich auch schon dazu, was der grösste Kritikpunkt an diesem Darsteller ist, seine Stimme. Nicht nur, dass er beinahe sämtliche Worte durch sein nuscheln undeutlich ausspricht, dass man sich fragen muss, was der denn genommen haben könnte, nein, diese Stimme ist auch absolut nicht für die Ohren geeignet. Ich weiss, warum ich sofort wegschalte, wenn er irgendwo auftaucht, denn diese Stimme ist die reinste Folter. Ein Grund weshalb ich ihn auch niemals interviewen will. Das würde ich einfach nicht durch stehen.
Wie ich schon vor Monaten erwähnte, werde ich den Schweiger-Tatort boykottieren. Weiss nicht, was es bringen wird, aber wenn das wirklich ein Flopp mit dem werden sollte, kann ich sagen, ich hab’s auch nicht gesehen.
Wotan Wilke Möhring ist die weitaus bessere Wahl. In seinen Tatorten, die leider auch nur einmal im Jahr gezeigt werden, wird Wert auf die Polizei Arbeit gelegt und nicht auf das Geplänkel dazwischen. Ddenn in vielen Krimis wird dem Privatleben des Ermittlers beinahe ein höherer Stellenwert eingeräumt als dem eigentlichen Fall. Bei der ZDF-Krimireihe „Stolberg“ ist das etwas anders. Da wird mehr Wert auf den Fall gelegt. Allerdings hat die Serie nun schon ihren dritten Sendeplatz. Von Freitag 20.15 Uhr auf Samstag 22 Uhr irgendwas auf nun Dienstag 20.15 Uhr. Und gerade der Dienstag ist ein toter Tag, da auf der ARD um die Zeit recht erfolgreiche Serien laufen, wie momentan „Der Dicke“ mit Dieter Pfaff.
Zurück zum Tatort. Die Dreharbeiten mit Möhring als Kommissar haben am Dienstag, also gestern, begonnen. Wir dürfen gespannt sein, was für ein Krimi es werden wird. Besser als der mit Schweiger auf jeden Fall. Das macht allein schon der Hauptdarsteller aus.
Möhring ist weder affektiert, noch will er sich im Scheinwerferlicht sonnen. Ihm nimmt man die Rollen ab, die er darstellt.
Ich hoffe, dass die Zuschauer es auch so sehen und seine Tatort-Fälle mehr gucken, auch in der Wiederholung, als die von Schweiger. Dessen Tatorte sollte man einfach nur boykottieren. Jedenfalls werde ich das machen und ich weiss, dass aus meiem Freundes- und Bekanntenkreis mehr als zwei Dutzend das auch machen werden.

Gestern hatte ich mal wieder in einem Zeitschriftenladen gestöbert. Dabei fiel mir die aktuelle „Titanic“-Ausgabe ins Auge, wo der Papst mal wieder übel „veralbert“ (man kann passendere Wörter nehmen, aber die nehme ich nicht mal so in den Mund) wird. Es geht um die Vati-Leaks-Affäre, wo der Kammerdiener des Papstes die Inhalte geheimer Dokumente weitergegeben hat. Bloss weiss man immer noch nicht, wer denn nun der eigentliche Auftraggeber ist. Die Satire-Zeitschrift Titanic titelte dazu: Eilmeldung Leck gefunden!
Auf dem Titel war Benedikt XVI. abgebildet und auf seiner wissen Soutane zeichnete sich ein grosser gelber Urinfleck ab. Betrachtete man nun die Rückseite, war laut Titanic ein weiteres Leck gefunden worden. Nun zierte die weisse Soutane am Gesäss einen braunen Fleck. Nicht wirklich nett, sondern bitterböse, wie sich die Zeitschrift immer wieder gibt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass der Papst als Witzfigur für den Titel hin halten musste.
Ich erinnere mich eine recht harmlose Variante, wo der Papst, damals noch Kardinal Ratzinger, auf der Rückseite der Zeitschrift abgebildet war. Es war eine Anti-Ebay-Werbung. Ratzinger war mit Mitra abgebildet und daneben stand im Begleittext, dass man bei Ebay Mohren, Hirtenstäbe und noch mehr Artikel bekommen könne. Das war die März Ausgabe 2005 gewesen. Kann mich noch gut daran erinnern, weil ich diese Ausgabe der Zeitschrift in die Hände bekam, als Ratzinger kurz zuvor zum Papst gewählt worden war.
Danach machte sich Titanic immer mal wieder über den Papst lustig. Höhepunkt des ganzen nun dieses Inkontinenz-Cover.
Dieses Mal allerdings reichte es Benedikt und ließ das Cover durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg verbieten. – Frage: Wieso ist das Landgericht Hamburg für solche Sachen eigentlich immer zuständig?
Der Titel der akutellen Juli-Ausgabe der Titanic darf nicht mehr gedruckt oder auf der Internetseite gezeigt werden. Alle bereits ausgelieferten Exemplare dürften aber noch weiter verkauft werden. Das erfuhr ich noch während der Arbeit, sodass ich auf de Nachhauseweg erst einmal den nächsten Zeitschriftenladen stürmte. Leider hat der aber keine Exemplare mehr oder wollte sie mir nicht verkaufe. Wir wissen ja, wie sehr die Bayern katholisch sind. Also ab in eine Bahnhofsfiliale. Dort hatten sie auch noch wenige Exemplare. Ich mir das beste geschnappt und dann gleich gekauft. Erhoffe mir von der Ausgabe jetzt nicht den großen Wert, aber man sollte so was haben. Erinnert mich ein wenig an den Roman „Esra“, der bis heute nicht verkauft werden darf, da zwei der Figuren nur allzu deutlich von ihren realen Vorbildern als diese erkannt wurden. Vor einigen Monaten – oder war’s im letzten Jahr? – wurde erneut entschieden, dass der Roman weiterhin verboten bleibt. Wer da ein Exemplar hat, darf sich freuen, wobei die Handlung nun wirklich nichts ist.
Die Titanic hat reagiert und das Cover von ihrer Internetseite genommen, dennoch wollen sie nicht kampflos aufgeben.
Ich weiss jetzt nicht, warum sie das noch weiter breittreten, aber so schnellen die Verkaufszahlen dieser Ausgabe wahrscheinlich ähnlich in die Höhe wie damals bei der Ausgabe, wo Kurt Beck als Problembär bezeichnet wurde, hatte dieser auch eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Heft entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Denn anfangs schienen die Titanic-Leute das gar nicht so ernst zu nehmen. Es war übrigens die Juli-Ausgabe vor sechs Jahren. Ausserdem auch nicht das erste Mal, dass eine einstwilige Verfügung erwirkt wurde. Schon Björn Engholm gefiel nicht, was die Titanic da mit seinem Bild veranstaltet hatte. Bloss Helmut Kohl schien es nicht zu interessieren, obwohl er jahrzehntelange der Häme des Titanic-Magazins ausgesetzt war. Auch Angela Merkel scheint es nicht zu stören. Aber wie heisst es so schön, irgendwann ist der Punkt erreicht, der das Fass zum überlaufen bringt.
Ich besitze jetzt ein Exemplar, wo ich noch meinen Enkeln erzählen kann: Seht her, damals ist dieses Cover verboten worden, aber euer Opa hat sich noch schnell ein Exemplar gesichert.
Titanic jedenfalls kann sich freuen, denn ihr Heft ist in aller Munde. Alle Welt berichtet davon, und jeder der sich darüber aufregt, macht doch nur Reklame dafür.

Wie ich durch einen Zufall gesehen habe, ist mein Artikel von Samstag, der über Elefantenkuh Mala, verlinkt worden. Dagegen habe ich nichts, aber eine klitzekleine Mitteilung wäre nett gewesen. Ich weiss, dass ich weder eine Impressum-Seite noch meine Email-Adresse hier stehen habe. Dennoch hätte man mir einen Kommentar schicken können, wo mir das mitgeteilt werden.
Ich überlege ja immer noch, wie der Abgang mit Elefantendame Mala gelaufen ist. Es kommt mir bald wie eine Nacht-und-Nebel-Aktion vor. Vor allem das dann auch noch das Eismeer eröffnet wurde und so die Aufmerksamkeit darauf lag. Plötzlich war das Gehege leer und die Elefantin einfach nicht mehr da. Wenn das vorher durchgesickert wäre, ich weiss nicht, ob das jedem Stammbesucher gefallen hätte.
Gut, vielleicht mag es Mala in Belgien wirklich besser gehen, aber wenn man bedenkt, dass sie da in direkter Nähe einer afrikanischen Elefantenkuh ist. Gesundheitlich eine schlechte Lösung.
Es ging wohl nicht nur darum, dass Mala nicht allein stehen sollte, sondern auch, dass die Pfleger nucht mehr andauernd gefragt wurden, was Mala denn da mache, wenn sie mal wieder webte. Dass sei in den letzten zwei Monaten extrem geworden. Vorher fragten vereinzelt mal ein paar Besucher, aber in dem Zeitraum wurde beinahe stündlich mehrmals nachgefragt. Und als Mala dann eben alleine war, fiel es ja noch mehr auf, wie ich bereits geschrieben habe. Das dürfte für mich der Hauptgrund gewesen sein, warum Mala gehen musste.
Als ich mir vorhin einen alten Artikel ansah, sprang mir ins Auge, dass ich Mala damals schon als „greatest Star of all“ bezeichnet hatte. Hatte ich am Samstag ja auch getan, da aber im Zusammenhang mit dem Film „Sunset Boulevard“ und das der Stern der Dickhäuterin im Laufe der Jahre stetig gesunken ist.
Eine der grössten Herden Europas lichtet sich langsam. Als nächstes dürfte Thura gehen, frühestens nächstes Jahr spätestens 2014. Warum? Sie ist ein weiterer Problem Elefant, unter Dauerbewachung. Ihre Tochter ist drei Jahre alt geworden letzte Woche. Noch trinkt sie Milch bei Mutter Thura, was sich im nächsten oder übernächsten Jahr erledigt haben dürfte. Dann endet Thuras Schonfrist und man darf Sucher sein, dass auch sie den Tierpark verlassen wird. Ob sie dann zu Freundin Saida nach Leipzig darf? Die würden sich sicherlich freuen, ein weiteres Problem-Tier zu bekommen. Aber für Saida wäre es gut, denn das Modell Mala ist bei ihr gescheitert. Auch wenn sie noch beim Bullen in der Anlage steht, sieht man, dass das keine Dauerlösung ist. Das ist ein Ignoriere, dass es bei Mala und Hussein so nie gegeben hat. Saida mag Naing Thein nicht und das sieht man. Falls Thura kommen würde, hätte sie wieder jemanden nach dem Weggang ihrer Tochter Salvana.
„Hagenbeck hat an Bedeutung verloren. Da könnten sie hundert Mal das Eismeer abreissen und wieder aufbauen, es ändert nichts an der Tatsache.“ Verbitterte Worte, aber irgendwie hat Nina recht. Denn der Tierpark war Mala. Sie war eine Institution.
Nina jedenfalls ist konsequent. Sie geht überhaupt nicht mehr hin. Aber das sagte sie bereits schon vor einem Jahr: Ab dem Tag, wo Mala nicht mehr da ist, wird sie den Hamburger Tierpark ignorieren.
Was mit dem Ergebnis des Obduktionsberichtes von Elefantenbulle Hussein ist, kann ich nicht sagen. Im Internet ist dazu nichts zu finden. Das bedeutet, dass das Ergebnis noch nicht bekannt ist oder aber nie bekannt gegeben werden soll. Nach zehn Tagen hätte man das obduktionsergebnis vorliegen, hiess es. Also hätte es spätestens am 30. Juni bekannt sein müssen. Aber wir wissen immer noch nichts. In der Zwischenzeit sind in Hamburg weitere Dinge geschehen, die davon ablenken, die Eröffnung des Eismeeres. Für das soll man angeblich anderthalb Stunden brauchen, um es zu durchqueren. Ninas Cousin hätte nur eine halbe Stunde gebraucht. Ist er da durch gerannt, aber das Tropen-Aquarium schafft man auch in gut zwanzig Minuten.

 

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Wie ein Tierpark seinen größten Star abschob und damit eine Ära endete – Elefantendame Mala ist fort!


Ausnahmsweise beginne ich den Blog direkt mit einem Bild.


Dieses verwaiste Bild bietet seit Mittwoch das Bullengehege im Hamburger Tierpark. Fast hat es den Anschein, als würde Mala gleich von hinten kommen und die Anlage betreten. Doch sie wird nie mehr kommen, denn der klügste Elefant, den dieser Tierpark jemals hatte, ist fort – für immer.

Eigentlich wollte ich jetzt hier gross und breit über die langersehnte Eröffnung des Eismeeres berichten, doch die Geschehnisse dort haben sich verschoben, denn es ist etwas eingetreten, womit alle rechnen mussten und dennoch hofften, es würde nie kommen.

Nina ist wirklich zu bedauern. Erst muss sie damit zurechtkommen, dass der Elefantenbulle kurz vor dem Transport in sein neues Zuhause tot umfällt. Und nun ist ihre schlimmste Befürchtung eingetreten: Elefantenkuh Mala hat den Tierpark für immer verlassen. Nach sechsundvierzig Jahren in Hamburg, musste sie am Mittwoch den Weg nach Belgien antreten, wo sie ein Platz im Pairi Daiza, vormals Parc Paradiso, erwartete.
Klammheimlich ging sie am Mittwoch auf die Reise. Nirgendwo wurde es berichtet, stattdessen bereitete man sich auf die grosse Eröffnung des Eismeeres vor. (erst Donnerstagnachmittag wurde die Neuigkeit ins Internet gestellt. Und wie Hohn klingt es, wenn da steht, dass sie dort hoffentlich Leitkuh werden darf.) Zeitung und Fernsehen war da und berichtete gross und breit über das Spektakel des Jahres. Mala hingegen wurde mit keinem einzigen Buchstaben erwähnt. Sie ist ja auch so unbedeutend, eben das fünfte Rad am Wagen.
Durch Zufall erfuhr Nina davon. Ihr Cousin erwartete sie bereits am Donnerstag am Eismeer und teilte ihr die Hiobsbotschaft mit. Danach war für Nina alles gelaufen, was man verstehen kann, denn sie hing an Mala wie sie nicht einmal an Jenny gehangen hat. Und dann so mir nichts dir nichts zu erfahren, dass der Elefant, der einem so viel bedeutet, nicht mehr da ist, ist besonders traurig.
Ich kann es in dem Sinne nur nachempfinden, dass ich mal einen Hund namens Ajax hatte. Und als der starb, glaubte ich, eine Welt würde zusammenbrechen. Mehr als eine Woche war ich neben der Spur. Auch wenn ich nicht weinte wie ein Schlosshund, so war ich doch irgendwie am Ende. Es fehlte etwas, ein Teil von mir war plötzlich verschwunden und würde nie mehr wiederkehren.
Mala hingegen lebt noch, aber sie ist weit weg, in Belgien, in Brugelette, im Pairi Daiza.
Ich weiss nicht, warum sie so weit weggehen musste. Wahrscheinlich deshalb, damit es auch garantiert nicht die Möglichkeit gibt, sie zurückzuholen.
Nina hat letzte Woche noch gesagt, sie würde sich irgendwelche Aktionen einfallen lassen, wenn es sein müsste, nur damit sie bleiben kann. Ernst meinte sie es, wusste nur nicht, was sie tun sollte. Ihrem Cousin wäre sicherlich was eingefallen, wobei ich da so meine Bedenken hätte, was das geworden wäre.
Nina und Mala, das war etwas Besonderes, das konnte man sehen. Wenn Mala hinten stand und Nina ging zum Gehege, stellte sich dort hin, machte weiter nichts, sondern stand einfach da, dann kam Mala. Sie sah, besser roch, Nina und kam, in ihrem typischen flotten Schritt.
Insgeheim macht Nina sich auch Vorwürfe. Denn wenn sie am Dienstag hingegangen wäre, hätte sie die Dickhäuterin noch einmal gesehen. Aber sie ging nicht hin, obwohl Rani ihren dritten Geburtstag feierte. Ninas Schwester hatte auch Geburstag, weshalb sie sich für diese entschied. Und nun nagt es an ihr, dass sie Mala an dem Tag noch hätte sehen können.
Mit Mala verliert Hagenbeck seinen grössten und beliebtesten Star. Ich sage bewusst, dass Mala ein grosser Star ist, denn sie hat die meisten Tricks beherrscht, war die gelehrtigste unter ihnen. Und vor allem die Stammbesucher haben sie gemocht. Und selbst wer sie nicht kannte, war gleich von ihrem freundlichen Wesen eingenommen.
Malas einziger Fehler war, wenn man von ihrem Weben absieht, dass sie sich nicht mit der Leitkuh Mogli verstand. Damals, 1992, starb die damalige Leitkuh und beide Kühe wollten diesen Posten haben. Kann man ja auch verstehen. Seit Mogli da war, begann Malas Stern langsam zu sinken, also wollte sie der nicht auch noch den wichtigsten Posten in der Herde überlassen.
Während einer Dschungelnacht kam es zu einem Unfall, wo ein Elefantenpfleger verletzt wurde. Auslöser war Mala, die ihrer Konkurrentin Mogli in den Schwanz gebissen hatte. Sie hatte eben die Chance gesehen, sich an ihr zu rächen. Wer sollte es ihr verdenken? Wir machen so was bei unserem Feind doch auch, wenn die Gelegenheit günstig ist. Aber ein Elefant in Menschenobhut darf so etwas nicht tun. Und so wurde später entschieden, dass Mala aus der Herde genommen und zu Hussein ins Bullengehege
Diese Anlage war anfangs als Mutter-Kind-Anlage genutzt worden, wo auch Mala als „Tante“ bei den Jungtieren stand. Dann wurden die Nashörner abgeschafft, dort kam die Mutter-Kind-Anlage hin und die ehemalige Anlage wurde zu dem, was sie eigentlich war, das Bullengehege. Hussein zog ein und mit ihm Mala als seine Gesellschafterin oder Mitbewohnerin, ganz so, wie man es auch immer sehen will.
Achtzehn Jahre ging es gut, es gab mal immer wieder Höhen und Tiefen, doch sie kamen gut miteinander aus. Dies änderte sich im August 2010, wo Hussein Mala arg malträtierte, dass sie verzweifelt um Hilfe rief. Danach war in der Beziehung der beiden nichts mehr, wie es vorher war. Mala fürchtete Hussein anfangs geradezu. Dann ging es wieder einigermassen, doch irgendetwas zwischen den beiden war zerbrochen. Für den Laien war dies nicht zu sehen, aber Nina sah es. So wie sie auch eine letzte von Husseins Attacken Anfang April diesen Jahres sah. Kandy, Tochter von Spucktante Yashoda, kam ihr zu Hilfe. Und dann kam der 15. Juni: Hussein sollte gehen und starb kurz vor dem Gang in die Transportbox. (Das Obduktionsergebnis steht immer noch aus, obwohl die zehn Tage lange genug rum sind.)
Mala nahm das ganz locker hin, wirkte richtig gehend befreit am nächsten Tag. Sie wurde zu Königin Mala, die Audienz gab. Auf einmal war das Futter ihr nicht mehr so wichtig, dass die Besucher ihr reichten.
Aber eine Woche vor ihrer Abreise wirkte die Elefantendame verändert. Sie hätte traurig gewirkt, bedrückt, niedergeschlagen. Nina deutete es als Trauer, doch nun weiss sie, dass es ganz etwas anderes war.
Nach Russland ist Mala nicht gekommen, wie Ninas Cousin geunkt hatte. Aber weit weg ist sie dennoch. Nach Belgien sind es mit dem Zug mindestens sechs bis acht Stunden.
Wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen würde? Eben noch da, am nächsten Tag schon weg.
Nun muss man sich Sorgen um Malas Gesundheit machen, denn in Pairi Daiza wird auch ein afrikanischer Elefant gehalten. Und wie es aussieht, haben die asiatischen Elefanten nahen Kontakt. Das ist gar nicht gut, denn die afrikanischen können Elefanten-Herpes übertragen. Mala könnte es kriegen. Damals, als in Hagenbeck noch asiatische und afrikanische Elefanten gehalten wurden, hat sie es nicht bekommen. Aber damals war sie ein junger Elefant. Sie ist in einer neuen Umgebung, bei Menschen und Elefanten, die sie nicht kennt. Da kann das Immunsystem in den Keller gehen und Mala hat es wirklich nicht verdient, so von dieser Welt zu gehen. – Weil sie das fünfte Rad am Wagen ist.
Ich hätte sie gerne wieder besucht, die alte Tauschgeschäftemacherin, wenn ich mir das Eismeer angesehen hätte. Sie war der grösste Star von allen und wie in diesem Lied aus dem Musical „Sunset Boulevard“, das auf dem gleichnamigen Kinofilm beruht, sank auch ihr Stern bis sie ins Abseits geriet.
In dem Thriller „Die Rollen des Seth“ von Helen Dalibor ist Mala als sie selbst und als Elefantenkuh Bertha ein Denkmal gesetzt worden. Das ebook ist beispielsweise bei Amazon oder Weltbild erhältlich. Und nicht nur Mala hat ihren Platz in dem Thriller gefunden, sondern auch das alte Eismeer. Die Dickhäuterin wird in den folgenden Romanen der Isis Just-Reihe eine weitere bedeutende Nebenrolle spielen.
Tschüß, Mala, vielleicht finden sich ja einige Menschen zusammen, die dich wieder zurückhaben wollen. Vielleicht kannst du dann wiederkehren – wenn du darfst.


Tschüß ihr alle! Vielleicht komme ich wieder! Bleibt mir treu und vergesst mich nicht – niemals!

Weitere Berichte über Mala:
Quo vadis, Mala
1. Jahrestag
50. Geburtstag
2. Jahrestag
3. Jahrestag
4. Jahrestag

Und dann doch noch zum Eismeer. Am Donnerstag ist es feierlich eröffnet worden, mit Zeitung, Fernsehen und allem drum und dran. Die Besucher haben nun die Möglichkeit, auch das Innere des Baus zu begutachten.
Hierzu darf ich Jonas erwähnen, der so nett war und mir seine Eindrücke überlassen hat. Nina kann dazu gar nichts sagen, hat alles nur durch einen Schleier wahrgenommen.
Man kommt in einen Gang, sieht das Wasserbecken der Eisbären, wo sich allerdings keiner der beiden tummelte. Das Männchen soll recht ramdösig sein und sieht auch nicht gerade wie eine wahre Eisbärenschönheit aus, soll heissen: Es ist das hässlichste Exemplar, das Jonas je gesehen hat. – Wie viele Eisbärenmännchen hat er denn bis jetzt in seinem Leben schon gesehen?
Dann weiter und man kommt zum Becken, wo sich das Walross mit zwei Kegelrobben drin tummelt. (Ganz ehrlich, wenn ich Kegelrobben sehen will, fahre ich nach Helgoland, das gleiche gilt für Papageientaucher) Der Clou hier sind die beheizten Sitzsteine, so dass man sich als nierenkranker Mensch und garantiert keine Blasenentzündung holt.
Weiter durch lange, zum Teil dustere Gänge, die geradezu dazu einladen, dass sich da ein paar Erschrecker hinstellen. Ganz ehrlich, Jonas ist der festen Überzeugung, dass das die perfekte Geisterbahn wäre. Phantasie hat er, das kann man wirklich nicht leugnen. An den Wänden würde passend zur jeweiligen Landschaft auch was stehen. Weitere Becken kommen, dann auch die Pinguine, deren hintere Anlage man auch begutachten kann. Schliesslich der Raum für die Freiflieger mit Trottellummen und Papageientauchern. Dann übersieht man beinahe die Tür für die Königs- und Eselspinguine. Dort ist es nicht nur eiskalt – Jonas benutzte ein anderes, ähnliches Wort -, sondern stinkt auch ziemlich nach Fisch und Pinguin. Nunkommt man auf einen langen Gang, der mit der Geschichte des Eismeeres von damals bis heute geschmückt ist. Schliesslich betritt man eine Treppe und sieht an den Wänden die bedeutenden Daten fürs neue Eismeer. Noch schnell ein Blick über den Rand der Fläche geworfen und man hat es dann auch schon fast geschafft.
Jonas‘ Meinung: So toll ist das gar nicht. Der Vorgänger war besser.
Uriger wird er wohl gemeint haben. Die Bilder, die ich hier gesehen habe, sprechen für sich. Es mag alles grösser sein, aber schöner ist es bei weitem nicht. Viel zu eckig. zu steril, zu kalt. Das ist nicht das, was es war. Aber es war klar, dass das alte niemals wiederkommen würde. Und dennoch, man trauert dem Original-Eismeer hinterher. Denn dies war der Ort, wo „Die Spinnen“ gedreht wurde und noch andere Stummfilme.
Ach ja, Vorsicht vor dem Walross bei der Vorführung: Es spuckt auf Kommando. Da sollte man als Zuschauer nicht in den ersten Reihen stehen, sonst wird man unter Garantie nass.
Unter den „Gesammelten Werken“ gibt es ein paar Bilder vom neuen Eismeer. (Nicht mehr, vielleicht stelle ich sie irgendwann wieder ein.)

 
 

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