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Die Schöne ist gekommen – 100 Jahre Nofretete-Büste


Heute vor genau hundert Jahren, wurde in einem ägyptischen Dorf namens Tell el-Amarna aus dem Wüstensand eine Kalkbüste geborgen, die heute weltberühmt ist: der Kopf der Nofretete.
3.000 Jahre hatte sie umhüllt von schützendem, trockenen Sand auf ihre Entdeckung gewartet. Dann kam ein deutscher Ausgräberteam unter der Leitung von Ludwig Borchardt, finanziert von James Simon, einem Baumwollgrosshändler aus Berlin.
Fundstück Nr. 748 wurde gefunden und jedermann erlag sofort der Faszination der Pharaonengattin. In sein Grabungstagebuch schrieb Borchardt an de Tag: „Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Mit der oben gerade abgeschnittenen blauen Perücke [die Helmkrone], die auf halber Höhe noch ein umgelegtes Band hat. Farben wie eben aufgelegt, Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen.“
Und wer sie nicht gesehen hat, der hat Ägypten nicht gesehen.
In der Werkstatt des Bildhauers Thutmosis wurde die Nofretete-Büste gefunden und sie ist nicht die einzige der schönen Königin. Dennoch geht nur von ihr diese Faszination aus, denn dies ist die einzig ausgearbeitete Büste, die mit einer Kalkschicht überzogen wurde und damit plastischer wirkt als der Kopf, der im ägyptischen Museum in Kairo steht.
Vielleicht ist das auch ein Grund gewesen sein, warum der ehemalige Leiter der ägyptischen Antikenbehörde, Zahi Hawass, es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht haben schien, die Büste unentwegt in gewissen Abständen zurückzufordern. Dass der Möchtegern-Archäologe sich damit am Ende nur noch lächerlich in der deutschen Ägyptologenwelt machte, dürfte er übersehen haben, solange medienwirksam er in den Zeitungen erschien. Ich könnte mich jetzt nun noch lang und breit über diesen Kaspar mit Hut echauffieren, tue es aber nicht, da es um Nofretete geht. Ich sage nur noch eins, es ist ein Glück für die ägyptischen Altertümer und Finanzen, dass er endlich seines Postens enthoben ist.
Hawass wurde nicht müde gegen Ludwig Borchardt zu wettern, der angeblich bei der Aufteilung der mehr als 14.000 Fundstücke betrogen hätte. Von in einer geschlossenen Kiste voller Holzwolle bis zu einschmieren mit Schlamm wurde Borchardt alles mögliche unterstellt. Wahr ist davon nichts, außer das er vielleicht genau wusste, wie er die Büste für Berlin sichern könnte. Denn dem Grabungsleiter war bekannt, dass der französische Leiter der ägyptischen Antikenbehörde, Gaston Maspero, unbedingt ein Altarbild für das Kairo Museum haben wollte. So etwas hatte Borchardt ebenfalls gefunden – den Klappaltar von Kairo, ein farbiges Altarbild, das Nofretete und Echnaton mit drei Töchtern zeigt. Also kam dieses Stück in den einen Haufen und die Nofretete-Büste in den anderen. Problem gelöst – vollkommen legal ohne irgendwelchen Betrug – gelöst mit List.
Dennoch wird vermutet, dass Borchardt den von Maspero beauftragten Mitarbeiter Gustav Lefebvre beschwatzt habe. Allerdings ist man heute eher der Meinung, dass Lefebvre eher an Inschriften interessiert war, als an „langweiligen“ Büsten.
Erst 1914 wurden die Regelungen der Fundteilung verschärft, sodass einzigartige Stücke auf jeden Fall in Ägypten verbleiben sollten. Für die Nofretete-Büste war es da bereits zu spät.
Im übrigen hat Hawass nur einen alten Streit wieder aufgenommen, der seit den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts währte. Bedenklich mag es klingen, dass die Büste der Nofretete erst einmal beinahe zehn Jahre der Öffentlichkeit vorenthalten wurde. Dies hatte allerdings ganz einfache Gründe: Die Fundstücke wurden Ende 1913 ausgestellt, Borchardt hatte James Simon gebeten, dass die Büste nicht dabei sei, um angeblich bei seinen Ausgrabungen nicht gestört zu werden. Also blieb Nofretete weiterhin in der Villa der Simons bis sie 1920 dem Ägyptischen Museum Berlin übergeben wurde. Ausgestellt wurde sie dann allerdings immer noch nicht. Weitere vier Jahre blieb sie der Öffentlichkeit verborgen und stand im Zimmer des Direktors Heinrich Schäfer. Als sie schliesslich 1924, Borchardt war immer noch entschieden gegen eine Ausstellung der Büste, das erste Mal öffentlich ausgestellt wurde, wurden Stimmen laut, dass Ägypten damals betrogen worden sei. Die lauteste Stimme gehörte hierbei einem Franzosen, Pierre Lacau, der die Leitung des ägyptischen Antikendiensts innehatte.
Durch den Ersten Weltkrieg, der den Hass der Franzosen auf die Deutschen aufs Neue geschürt hatte, wollte Lacau nicht hinnehmen, dass Deutschland, Preussen, im Besitz der Nofretete-Büste war. Zudem muss man Bedenken, dass Lacau mit seinem Posten nicht zufrieden war und sich zurückgesetzt fühlte. Mit der Rückgabe wollte er auch ein an ihm ausgeführt es Unrecht wieder gutmachen.
Heinrich Schäfer und James Simon hatten sich damals umgehend für die Rückgabe der Büste ausgesprochen, im Tausch gegen zwei andere Statuen, doch die Politik entschied anders. Nofretete verblieb dort, wo sie noch heute zu bewundern ist.

Nofretete war die Frau des Ketzerpharaos Echnaton, früher Amenophis IV. Laut früheren Forschungen soll es sich bei ihr entweder um eine ausländische Prinzessin handeln, aufgrund ihres Namen „die Schöne ist gekommen“ oder um die Tochter eines hochrangigen Beamten. Neueste Forschungen lassen den Schluss zu, dass es sich bei Nofretete um eine leibliche Schwester Echnatons handelt. Denn laut dem Archäologen Marc Gabolde von der Universität Montpellier würde dies auf einem Relief aus einem Grab in Amarna stehen. Problem hierbei: Das Relief existiert nur noch auf einer Fotografie und zudem sei der Text unvollständig.
Was also ist nun Wahrheit, was Legende?
Passend dazu erscheint in wenigen Tagen ein Roman, der sich diesem Rätsel widmet. Seit gespannt auf „Die Rollen des Seth“.

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Leichenfledderei geht über Schnäppchenjagd


Mit dem heutigen Tag hört die Drogerie-Kette Schlecker auf zu existieren. Die aller letzten Läden, wo es noch Restposten zu kaufen gab, machen heute dicht. Damit gibt es nun im hart umkämpften Geschäft einen Konkurrenten weniger.
Zuletzt hat es in den Läden, die noch Waren anzubieten hatten, 90 Prozent Rabatt gegeben. Ich bin nicht hin gegangen, obwohl ich sonst eigentlich kein einziges Schnäppchen auslasse. Hier allerdings wäre ich mir wie ein Leichenfledderer vorgekommen. Da sollten andere hingehen, um wirklich noch das letzte Laden zu holen. Kann man sich überhaupt darüber freuen, was man da günstig erstanden hat? Das müssen die beantworten, die dort für fast umsonst eingekauft haben.
Man kann nur hoffen, dass die Schlecker-Mitarbeiter möglichst bald eine neue Arbeitsstätte finden. Sie sind schliesslich schuldlos an der ganzen Misere. Ein Teil wird wohl von Rossmann und den anderen Drogerie-Ketten wie dm-Drogeriemarkt übernommen werden. Aber der größte Te dem il wird wohl keine neue Arbeit finden.
Machen wir uns doch nichts vor, die meisten werden arbeitslos bleiben, selbst wenn ihnen versprochen werden sollte, alle würden etwas Neues finden. Solch ein Versprechen gibt es nicht. Im Himmel findet kein Jahrmarkt statt.
Nun stellt sich die Frage, was aus der Schlecker-Tochter „Ihr Platz“ werden wird. Ich muss sagen, dass ich den Laden eigentlich nur in meinem Ski-Utlaub aufgesucht habe. Liegt aber auch daran, dass ich sonst an dem Laden gar nicht vorbeikomme, eher an dm oder Rossmann. Doch selbst in den Läden halte ich mich kaum auf. Die Hygieneartikel finde ich allesamt beim Discounter. Von der Zahnpasta über den Deoroller zu den Dingen, die Regina lieber selbst einkaufen sollte, als mich damit zu beauftragen. Ich finde es mehr als peinlich ihre Monatsartikel besorgen zu müssen. Wie sieht denn das aus?
Schlecker existiert nicht mehr, ist nur noch ein verblassender Fussabdruck in der Geschichte.

Und damit komme ich zu der bekanntesten Schildkröte der Welt: Lonesame (Einsamer) George.
Mit bedauern erfuhr ich am Montag, dass die letzte Schildkröte ihrer Art gestorben ist und damit ausgestorben. Alle Versuche, George zur Fortpflanzung zu bewegen, haben nicht gefruchtet. Der betagte Schildkröten Mann starb im besten Schildkröten-Mannesalter von hundert Jahren an Altersschwäche, genauer an Herzversagen. Er hinterlässt einige Weibchen, einer nah verwandten Unterart, die ihm Gesellschaft geleistet hatten. Mit innen hatte er auch züchten sollen. Was, wie bereits erwähnt, leider fehlschlug.
Lonesome George wird nicht vergessen. Er soll ausgestopft werden. Und zwar der gesamte Körper und nicht nur der Panzer. Das ist eine Anspielung auf den Hamburger Elefantenbullen Hussein, bei dem nur der Kopf präpariert werden wird. Vom Obduktionsergebnis hat man auch noch nichts gehört. So langsam fragt man sich, ob da auch noch was kommen wird.

Die Fussball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine nähert sich ihrem ultimativen Ende. Die Begegnungen stehen fest.
Spanien wird gegen Portugal spielen und Deutschland gegen Italien.
Ja, unser geliebtes Italien, gegen die wir in einem Wettbewerb noch nie gewinnen konnten. Nun treffen wir sie wieder. Erneut im fHalbfinale, wie anno 2006 bei der WM im eigenen Land. Revance wird gefordert, aber werden die Deutschen es wirklich schaffen, gegen Italien endlich den historischen Siegt zu machen?
Torakel Nelly aus dem Serengetipark Hhndodenhagen ist überzeugt, dass Deutschland es packen wird und versenkte den Ball im gegnerischen Tor. Elefantendame Mala, das inoffizielle Rüsselorakel, hingegen ist da weniger opitimistisch. Gegen England traute sie den Deutschen einen Sieg zu, aber gegen Italien sieht sie schwarz. Mala glaubt, dass Italien weiterkommen wird. Und bis jetzt hat sich noch jede ihrer Prognosen als richtig erwiesen – wenn man vom Eröffnungsspiel einmal absieht.
Auch beim Viertelfinal-Spiel Frankreich gegen Spanien lag die Elefantenkuh richtig, als sie für Spanien war. Aber das hätte auch jeder Blinde getippt, schliesslich waren sich die Franzosen untereinander ja wieder einmal nicht grün. Mala wusste von den Streitereien allerdings nichts, hat nämlich keinen Fernseher in ihrer Box stehen, obwohl sie angeblich schon lange mit dieser Wunderkiste liebäugelt.
Nelly sagt, Deutschland gewinnt, Mala sagt, Italien gewinnt. Einer von beiden wird gewinnen, am Ende wird sich zeigen, wer recht hatte. Spätestens um halb zwölf morgen Nacht werden wir den Sieger kennen. Vielleicht ist es Deutschland, aber vielleicht schon wieder Italien. Wir wissen es nicht.
Das einzige, was man mit Sicherheit sagen kann: Die Engländer werden ihren Elfmeter-Fluch einfach nicht los. Seit 1990 haben sie noch jedes Elfmeterschiessen verloren, meist gegen die Deutschen. Dieses Mal gegen Italien. Da kann man so viel üben, wie man will, es wird einfach nichts.
Beim Halbfinal-Spiel Spanien gegen Portugal sieht Mala übrigens die Portugiesen vorn. Die haben C. Ronaldo, der gut Fußball spielen kann, ansonsten aber nicht weiter erwähnenswert ist, außer bei „Waldis Club“.
Eine traurige Meldung hat mich aus Hellabrunn erreicht. Gestern starb die 53 Jahre alte Tina. Schon seit Monaten ging es ihr nicht gut, hatte extrem abgenommen und war auch sonst nicht ganz auf der Höhe. Ihre beste Freundin Steffi, die mit der Rüsselschwäche, stand ihr bei. Tina hatte sich hingelegt, Steffi stand neben ihr. So fand man sie am Morgen und entschied sich, die betagte Elefantendame einzuschläfern. Tina war die Leitkuh der Damenriege in Hellabrunn. Wer nun ihren Job machen wird? Ich weiss es nicht. Steffi hat eine Freundin verloren, ihre beste und engste Freundin, die sie seit 44 Jahren kannte. Niemand wird ihr diese ersetzen können, doch möge sie ihre Trauer bald überwinden. Das Leben geht weiter, auch wenn nun ein teil fehlen wird, der das eigene Leben bereichert hat.
Ruhe in Frieden, liebe Tina. Du wirst nicht vergessen werden.

 

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