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Bye-bye Elefant Hussein – Ruhe in Frieden, alter Pappsack!


Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich leb‘ in euch und geh‘ durch eure Träume.
Michelangelo Buonarotti

Diese Nachricht habe ich wirklich nicht erwartet. Ich musste es zweimal lesen, um es wirklich zu glauben. Elefantenbulle Hussein ist tot!
Gestern, kurz vor dem Verladen legte er sich in seiner Box hin, litt wahrscheinlich unter Atemnot. Sofort eingeleitete Rettungsmassnahmen konnten ihm nicht mehr helfen. Wenige Minuten später, war dieser liebenswerte Bulle tot.
In einer Todesanzeige würde nun stehen, er hinterlässt seine trauernde Mitbwohnerin Mala sowie seine Haremsdamen und seine Kinder.
Nina jedenfalls ist total geschockt, was ich ihr nicht verdenken kann. Am Donnerstag noch hat sie ihn besucht, um von ihm Abschied zu nehmen. Nichts deutete darauf hin, dass er am nächsten Tag um die Zeit schon nicht mehr leben würde. Wie immer war er bei Nina recht anhänglich. Auch konnte sie beobachten, wie er sich von einem Kind bereitwillig den Rüssel streicheln liess, obwohl er das eigentlich total verabscheute. Vielleicht wusste er da schon, dass er nicht mehr lange leben würde.
Er war ein imposanter, ruhiger, liebenswerter Bulle. Zu Mala war er in den letzten zwei Jahren nicht immer nett gewesen, aber die Gesellschaft der beiden ist zwanzig Jahre eigentlich recht gut gewesen.
Nach Belgien hätte er gehen sollen, nach Planckendael, einer Aussenstelle des Zoo Antwerpen. Er hätte noch viele glückliche Jahre verleben können. Doch nun ist er tot. Vierzig Jahre ist er alt geworden. Kein Alter für einen Elefanten, für einen Zooelefanten sehr wohl. Der Schnitt, wie alt Zooelefanten werden, liegt bei gerade mal 35 Jahren.
So ein imposanter Kerl. Nicht immer nett zu Mala, aber äusserst liebenswert, ruhig und verständig. Nina ist der Meinung, dass er sie genau verstanden hat, dass er nachvollziehen konnte, warum sie manchmal wütend auf ihn war. Hussein hat sie respektiert, dass habe ich gesehen, wenn ich sie begleitet habe, so wie sie ihn respektiert hat.
Manchmal war er recht schüchtern, blieb in einiger Entfernung stehen, wenn Mala gefüttert wurde und guckte immer, ob er nicht auf was bekommt. Dann stand er neben Mala und suchte auf der Mauer, ob da nicht was für ihn liegt. Es war aber auch das Zeichen dafür, dass er etwas haben wollte.
Nina hat sich oft über ihn aufgeregt, war zornig auf ihn, weil er sich so frech gegenüber Mala benommen hat, aber sie hat ihn doch im tiefsten Inneren ihres Herzens immer gemocht.
Der Titel für diesen Eintrag spukte mir seit zwei Wochen im Kopf herum. Bloss der Zusatz mit dem „Ruhe in Frieden“ ist neu, da hätte eigentlich etwas anderes stehen sollen. Makaber, dass man den Titel auf zweierlei Weise benutzen kann.
Nina hat bis heute morgen nichts gewusst, dann lass sie in der Zeitung „Trauer um Hussein“. Erst dachte sie, es würde getrauert werden, weil er gegangen war. Doch dann las sie den Artikel weiter und es wurde klar, dass er gestorben war.
Wahrscheinlich ein anaphylaktischer Schock durch das Narkosemittel. Nina glaubt nicht, dass sie ihn nicht sediert haben, obwohl von Hussein wirklich keine Gefahr ausgegangen sein dürfte. Aber wenn der Pfleger nicht mehr da ist, der die engste Bindung hatte, wird es schwierig. Dennoch war er ein ganz ruhiger und lieber Bulle.
In Indien war er Arbeits- und Tempelelefant gewesen, bevor er den Weg nach Hamburg fand und dort erfolgreich züchtete. Sein jüngster Nachwuchs rennt gerade durch das grosse Gehege und sorgt für allerlei Unruhe. Ein kleiner Wirbelwind, der am liebsten bei Tante Yashoda am „Rockzipfel“ hängt und von Schwester Shila bewacht wird, wenn er schläft.
Er wird nicht vergessen werden, sondern in seinen Nachkommen weiterleben. In Ratna, Corny, Kandy, Shila, Assam (alias Darjeeling), Thai, Shahruhk, Sandry, Salvana (Indra) und Rani.
Ruhe in Frieden, Hussein. Schade, dass es so gekommen ist. Mach’s gut, alter Pappsack!


Hussein, ein Tag vor seinem Tod

Was wird nun aus Mala werden? Wie wird es ihr gehen, einen Tag nachdem Hussein gestorben ist? Durfte sie sich von ihm verabschieden? Wie geht es der restlichen Herde? Alles Fragen, die ich nicht beantworten kann, da ich über 800 Kilometer entfernt bin. Nina wird es sagen können, aber seit heute morgen schweigt sie.

Deutschland hat gegen die Niederlande gewonnen, wie es Elefantenkuh Nelly gesagt hat. Shahruhk und Shanti lagen mit ihrem Unentschieden daneben, dafür hat Elefantendame Mala ebenfalls mit ihrer Voraussage richtig gelegen. Wie sie auch sagte, dass Frankreich gegen die Ukraine gewinnen wird.
Etwas skeptisch war ich bis zum Beginn der zweiten Halbzeit schon, ob Mala sich da nicht geirrt hätte.
Aber erst einmal war nach vier Minuten Schluss. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie, da es nicht nur goss wie aus Kübeln, sondern auch blitzte. Und die Sicherheit der Spieler geht immer vor. Das schüttete so sehr, wie man es nicht für möglich gehalten hat. Vor allem konnte man wegen des Regenteppichs die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Und dann schien noch die Drainage des Rasens das Wasser nicht aufnehmen zu können, dass dort nachgeholfen werden musste. Das erinnerte doch ein wenig an die Bilder der WM 1974. Damals in Frankfurt beim Spiel Deutschland gegen Polen hatte es vor dem Spiel einen wahren Regenschauer gegeben. Das Wasser stand auf dem Rasen. Am Ende wurde dieser platt gewalzt, damit das Wasser endlich nicht mehr auf der Spielfläche stand. Denoch ging das Spiel als Wasserschlacht in die Geschichte ein.
Nach einer Stunde ging das Spiel endlich weiter. Wegen der Verzögerung wurde England-Schweden eine Viertelstunde später angepfiffen.
Frankreich schien erst nicht recht ins Spiel zu finden, dann in der zweiten Halbzeit innerhalb von drei Minuten, schossen die Blauen zwei Tore und die Ukraine konnte dem nichts entgegensetzen. Es schien, als würden sie sich in der Schicksal ergeben, die Niederlage abkzeptieren. Dabei sahen die in der ersten Halbzeit doch beinahe wie der klare Sieger aus.
Mala hatte Recht, als sie auf Sieg entschied.

Deutschland hat die Niederlande nass gemacht, die überhaupt nicht ins Spiel zu finden schienen. Kein Wunder, wenn sie sich alle selbst Spinne Feind zu sein scheinen.
Beste Szene, wo Robben bei der Auswechslung einfach über die Bande sprang. Es wurde als kürzester Weg bezeichnet, aber im Grunde genommen dürfte er sauer gewesen sein. Er hat ja nichts gebracht, kein Tor geschossen, gar nichts. Philipp Lahm stand da, wartete und nahm Robben dann den Ball ab. Denn Robben spielt immer das gleiche. Das wissen allerdings wohl noch nicht alle.
Lustig fand ich ein Transparent: „Welche Tiere schiessen keine Tore?“ „Robben!“
Natürlich eine Verhöhnung, aber ich finde es lustig. Wird er ja wohl wahrscheinlich auch nicht gesehen haben.

Das nächste Spiel von Deutschland hat Mala übrigens auch schon entschieden. Sie tippt auf einen Sieg für Deutschland.
Sie sollten auch besser gewinnen, denn sie können trotz sechs Punkten immer noch ausscheiden.
Bei Frankreich gegen Schweden ist sie noch ein wenig Unentschlossen, Sie tendiert zwischen Sieg für Frankreich und Unentschieden hin und her.

Wer übrigens mal sehen möchte, wie Thisiam aussieht. Hier gibt es ein paar Bilder.

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Die größten Ausreden schon vorab der Niederlage – Oranje am Boden


Russland macht wieder einmal von sich reden. Im positiven Sinne nun wirklich nicht. Gerade erst wurde das Versammlungsverbot verschärft, dennoch demonstrieren die Menschen, weil sie Putin nicht haben wollen. Auch auf die Gefahr hin, dass sie verhaftet werden und saftige Geldstrafen aufgebrummt bekommen, lassen sie sich nicht unterkriegen, sondern versuchen sich Gehör zu verschaffen.

Wie es übrigens inzwischen aussieht, hat Putin die Wähler damit bestochen, dass sie umsonst zu den Spielen der russischen Nationalmannschaft gebracht werden. Wie es sich mit den Untwrkünften in Polen verhält, ist nichts bekannt. Wahrscheinlich werden die auch bezahlt, bloss ist das noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.

Aber so leicht ist es, Wählerstimmen zu kassieren. Und das nennt sich dann Demokratie? Was jetzt in Russland abläuft ist doch genau das, was schon zu Stalins Zeiten dort ablief. Selbst die Gulags gibt es noch, auch wenn das lieber totgeschwiegen wird von den Russen. Das ist kein demokratisches Russland, sondern unter dem Deckmantel der Demokratie herrscht eine Alleinherrschaft, gegen die niemand ankommt.

Demokratie ist in Russland nur ein Wort. Wie in der demokratischen Republik Kongo, die gar nicht so demokratisch war, auch wenn es der Landesname versprach.

Russland ist ja auch ein Störfaktor im Syrienkonflikt. Und niemamd kann dagegen was unternehmen, wie es scheint. Wir müssen hilflos mit ansehen, wie nun schon Kinder in diesen Bürgerkrieg hineingezogen werden. Aber so ist es immer gewesen. Wenn gar nichts mehr geht, werden die Kinder ausgeschickt. So war es in Nazi-Deutschland oder die Kindersoldaten in Afrika.

Kinder sollte man aus so etwas heraushalten, aber sie sind noch jung, lassen sich oft noch manipulieren. Es ist traurig, wenn es so weit kommt.

Aber wir können als Unbeteiligte nur zusehen. Die UN ist da, wo was kann sie schon gross ausrichten? Nichts, denn sie werden ja nicht einmal ernst genommen. Assad hält von Annan und dessen Plänen überhaupt nichts.

Mich wundert, dass noch niemand die Idee geäussert hat, Assad einfach zu erschiessen. Sehr wahrscheinlich hält der sich so gut versteckt, dass dies nicht möglich ist. Mit versteckt meine ich, dass er nicht als lebende Zielscheibe herumläuft.

Am Freitag wird Elefantenbulle Hussein aus Hamburg wohl nun endgültig seine Reise nach Belgien antreten. Eigentlich sollte es ja bereits letzte Woche geschehen, aber vielleicht hatte der Transporteur keine Zeit, schliesslich ist er ja nicht nur für Elefanten zuständig.

Jenala ist schon ganz traurig, obwohl sie über den „alten Pappsack“ in den letzten zwei Jahren ordentlich geschimpft hat und ihm am liebsten einige Male vor Wut angeschrien hätte. Doch im Grundes ihres Herzens hat er einen festen Platz im selbigen. Sie mag und respektiert ihn. So wie er sie respektiert und wohl auch versteht, warum sie manchmal wütend auf ihn ist. Jedenfalls sagt sie das. Ich weiss nicht, ob sie damit Recht hat. Sie versteht mehr von Tierpsychologie als ich.
Am Freitag heisst es Abschied nehmen, oder lieber gleich am Donnerstag, denn Ende der Woche ist er weg – der „alte Pappsack“.
Es wird wohl wirklich der 15. sein. Hier kann man die Bestätigung lesen. Zwar auf flämisch, dennoch verständlich.
Die EM ist im vollen Gange. Der zweite Spieltag am laufen. Heute Abend ist Deutschland wieder dran. Es wird wohl eines der Highlights werden, schliesslich geht es gegen die Niederlande. Ebenjenes Land, dass 1974 im Finale gegen Deutschland verlor. Noch heute versuchen einige Oranje-Fans Gründe zu finden, warum Deutschland der Titel aberkannt werden sollte. Einer ist unter anderem, dass Rainer Bonhof kein Deutscher war und nicht für Deutschland hätte spielen dürfen.

Wird Italien etwa der WM-Titel aberkannt, weil sie 1934 und 1938 betrogen haben? Nein, noch immer darf sich die Squarra Azzura vierfacher Weltmeister nennen. Dagegen sagt auch niemand etwas.

Die Niederlande jedenfalls brauchen einen Sieg, wo sie doch das erste Spiel gegen Dänemark kläglich verloren habe. Wenn sie morgen noch einmal verlieren, dann ist Schluss. Und wie es aussieht, werden sie verlieren. Das sage ich nicht, weil Torakel Nelly aus dem Serengeti-Park Hodenhagen und Rüsselorakel Mala auf einen Sieg der Deutschen entschieden haben.

Nein, in der ganzen Mannschaft scheint es irgendwie nicht zu stimmen. Wenn der Psychologe kommt, nimmt ein Spieler daran nicht teil. Er ist vielmehr dafür, dass die Spieler das untereinander ausmachen sollen. Grundsätzlich hat Sneijder damit Recht. Doch manchmal kommt man so nicht weiter.

Das beste allerdings ist der Unmut, der sich nun verbreitet, weil alle sich über das Quartier in Krakau aufregen. Es sei 1.200 Kilometer vom Spiel Ort entfernt. In Krakau ist es ziemlich kalt, während in Charkow tropische Temperaturen herrschen. Da könne man sich nicht aklimatisieren und sei gehandicappt. Um Ausreden scheint diese Mannschaft wirklich nicht verlegen zu sein, um eine weitere Niederlage zu erklären.

Aber scheint es wirklich so sicher, dass die deutsche Mannschaft gewinnen wird? Wirklich überzeugt haben sie ja am Samstag gegen Portugal nicht. Hatten mehr Glück wie Verstand, dass sie sich nicht ein paar Dinger von den Portugiesen (alias Portugaler wie Matze Knop als Beckenbauer immer sagt) eingefangen haben. Da hat Neuer wirklich einmal, in einer einzigen Aktion, gezeigt, was er kann. Ansonsten betreibt er ein ziemlich risikoreiches Spiel. Steht immer ziemlich weit vor dem Tor. Was auch immer er damit bezweckt, hoffentlich überlupft ihn nicht einmal ein Gegner. Wäre gar nicht schön.

Komme ich zu den Tierorakeln. Das ukrainische Schwein Funtik hat daneben gelegen und nicht mit einem Sieg seiner Mannschaft gerechnet.

Da ist Elefantendame Citta aus Krakau doch weit optimistischer. Bereits zum zweiten Mal tippte sie auf Sieg der polnischen Mannschaft. Dazu muss man sagen, dass diese Honigmelone, die für Polen stand, ganz vorne auf der Absperrung lag. Und Citta kam auch genau so an, dass sie sich gleich auf die erste Melone stürzen würde, die ihr geboten wurde. Dazu muss man sagen, dass sie ein Rechtsrüssler ist. Beim Menschen heisst das Rechtshänder. Und so wird Citta sich immer für die rechte Seite entscheiden, wenn sie seitlich ankommt. Sie hätte von vorn kommen müssen, da wäre die Chance grösser, dass sie auch wirklich unvoreingenommen was nähme.

Denn Citta lag schon wieder daneben. Es gab ein Unentschieden gegen Russland, wobei man da auch vermuten kann, dass das zwischen beiden Verbänden abgesprochen war. Russland und Polen sind sich schliesslich ein rotes Tuch.

Das inoffizielle Rüsselorakel aus Hamburg hingegen hat mit seinen Prognosen eher Recht gehabt, als Citta. Im Eröffnungsspiel lag Elefantenkuh Mala zwar falsch, aber das Deutschland-Spiel und die Partie Frankreich gegen England hat sie richtig getippt. Aber als Dickhäuter mit vierzig Jahren Fussballerfahrung sollte sie wohl auch wissen, welche Mannschaft gewinnt und welche nicht.

Für das heutige deutsche Spiel sagt Mala übrigens einen Sieg voraus. Nicht für die Niederlande, sondern für Deutschland. Ob sie recht behält? Das werden wir heute Abend wissen, wenn das Spiel abgepfiffen wird.

Nehmen wir einmal an, Deutschland gewinnt und Dänemark auch, dann haben beide sechs Punkte auf dem Konto. Das heisst soviel, dass beide Mannschaften sich beim Aufeinandertreffen ein Spiel leisten könnten wie anno 1982 Deutschland gegen Österreich in Gijon, wo den Deutschen ein Sieg reichte, um weiterzukommen. Seitdem werden die letzten Gruppenspiele immer zur gleichen Zeit ausgetragen, damit so ein müdes Hin- und Hergeschiebe nicht mehr vorkommt. Anscheinend wird es aber doch möglich gemacht.

Zurück zu den Tierorakeln.

Das offizielle Elefantenorakel aus dem Hamburger Tierpark hat Unentschieden gesagt. Shahruhk und Shanti naschten von jeweils beiden Landesflaggen. Ob sie auch dieses Mal recht behalten werden? Keine Ahnung, aber wir werden sehen.

Elefantenkuh Nelly aus Hodenhagen hat sich wieder für Deutschland entschieden. Kein Wunder, wenn sie direkt vor dem Tor der Niederlande stand, wo sollte sie da auch sonst hinschiessen? Deshalb finde ich diese Entscheidung nicht wirklich objektiv. Wäre ja gerade so, als würde ich ein Spiel tippen und dann behaupten, mein imaginärer Goldfischon hätte so entschieden.

Bei Mala hingegen kann man sicher sein, dass sie so auswählt, wie es ihr passt und sie nicht irgendwie manipuliert wird. Aber sie ist ein Rechtsrüssler, das darf nicht vergessen werden.

Wo ich vom Hamburger Tierpark spreche, dort ist Anfang Juni eine Putzfrau von einem entflohenen Riesenotter schwer verletzt worden. Durch ein Loch im Zaun entwischte Beni und fügte der Frau schwere Bisswunden am Arm zu.

Noch wird gerätselt, warum der Riesenotter so aggressiv war. Ist doch logisch, wenn man den Tathergang liest. Die Putzfrau sah den Riesenotter, erschreckte sich und fiel hin. Prompt dachte Beni, dass es sich um Beute handeln würde und verbiss sich in den Arm. Ein völlig natürliches Raubtierverhalten. Wäre die Putzfrau nicht gestürzt, wäre es sehr wahrschenlich glimpflicher ausgegangen. Deshalb griff Beni übrigens auch noch zwei herbeeilende Pfleger an, weil sie ihre Beute verteidgen wollte.

Peta fordert nun Freiheit für die Riesenotter. Fordern sie bei anderen Tieren ja auch, wenn da was passiert ist. Aber sie sollten mal lieber aus der Sicht des Tieres den Tathergang analysieren und nicht wild auf die Gefangenschaft pochen.

Fünfzig Jahre umfallfrei ist Hagenbeck übrigens nicht, wie ich selbst recherchiert habe und Jenala mir sagte. Wenn sie zwanzig Jahre gesagt hätten, wäre das hingekommen. Denn vor zwanzig Jahren griff während einer Dschungelnacht Elefantenkuh Mala ihre Konkurrentin um den Posten der Leitkuh an. Mala biss Mogli in den Schwanz, diese drehte sich um und wollte Mala eine verpassen. Der Elefantenpfleger fiel von Mogli runter und brach sich den Oberschenkel. Elefantenbulle Hussein wurde zwischen beide Streithähne gelenkt und verhinderte Schlimmeres. Aber Hussein ist bekanntlich bald weg. Wenige Tage sind es nur noch, wo noch mal alle von ihm Abschied nehmen können, bevor er sich auf den Weg nach Belgien macht.

 

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